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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DEVILDRIVER, MAGNACULT, DEVILSTICK
Ort Kln, Werkstatt
Datum 28.04.2008
Autor Pierre Lorenz
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Den Zauber, den viele Leute hierzulande um DEVILDRIVER machen, konnte ich persnlich nie so recht nachvollziehen. Ehrlich gesagt war es ausnahmsweise auch gar nicht die Musik, die mich an diesem Abend nach Kln zog, sondern viel mehr eine Person (ja eine Frau!) mit der ich mich zum gemeinsamen Besuch des Konzerts verabredet hatte.
Die "Werkstatt" ist ein mittelgroer Club in Ehrenfeld, nur wenige Meter entfernt vom sympathischeren der beiden groen Fastfoodrestaurants und fast gegenber vom "Underground" gelegen.

DEVILSTICK MAGNACULT

Als wir um kurz nach acht die Halle betraten, war diese schon ordentlichst mit Metallern vollgestopft und die erste Band, DEVILSTICK, stand bereits seit ein paar Minuten auf der Bhne. Die Klner spielen ganz brauchbaren Metalcore und hatten hier sichtlich Spa den Opener zu machen. Mal sehen was die Welt von denen in der nchsten Zeit noch so zur hren bekommt.

MAGNACULT aus den Niederlanden fand ich dann ziemlich interessant: Der Stil der Band ist gar nicht mal so leicht zu kategorisieren und liegt wohl irgendwo zwischen Death-Thrash, wie ihn bekanntermaen auch der Headliner des Abends fabriziert, und einer Art Stoner Metal (Holland eben...). Musiker und Publikum schttelten sich hierzu jedenfalls schon mal mit Freude das Ungeziefer aus den Haaren, selbst zu progressiven Parts mit krummen Takten. Frontmann Sebastiaan bediente sich zwischen den Songs des fteren auch mal der deutschen Sprache, wobei dann teilweise echt witzige Ansagen wie "Seid ihr fertig?" bei raus kamen. MAGNACULT spielten genau wie DEVILSTICK unter 40 Minuten. Das strte zu diesem Zeitpunkt jedoch noch niemanden, denn natrlich waren 90% der anwesenden Zuschauer und -hrer ja wegen des Top Acts aus Amiland in die "Werkstatt" gekommen.

DEVILDRIVER DEVILDRIVER

DEVILDRIVER hatten daher relativ leichtes Spiel und legten vom ersten Ton an einen geilen und energiegeladenen Gig auf die Bretter, wie ich ihn so nicht erwartet hatte. Wie eingangs schon erwhnt bin ich nie ein groer Fan der Band gewesen und im Vorprogramm von KILLSWITCH ENGAGE letztes Jahr in Kln konnten die Kalifornier wohl niemanden ernsthaft begeistern. Hier in der "Werkstatt" allerdings zogen Dez Fafara und seine Mannen alle Register und feierten bei erstklassigem Sound mit dem Publikum eine bier- und schweigetrnkte Party, die selbst einen ewigen Nrgler wie mich innerhalb von wenigen Minuten in ihren Bann gezogen hatte.
Jedoch spielten selbst DEVILDRIVER an diesem Abend keine 70 Minuten lang. Und da fragt man sich natrlich: Woran liegt's? Beginnende Altersschwche vielleicht? Nein! Das ist wohl leider der US-amerikanische Standard dieser Tage, musste ich mir von unserem Thorsten sagen lassen. Ich wei zwar nicht wer dafr nun letztendlich verantwortlich zu machen ist, aber mit solchen neuartigen Formen der Abzocke (auch wenn der Eintrittspreis in unserem Fall hier nur zwanzig Euro betrug) tut sich die Musikbranche auf lange Sicht mit Sicherheit keinen Gefallen.
Somit wird mir das Konzert unterm Strich gesehen zwar als groes Vergngen in Erinnerung bleiben, aber eben auch als ein ziemlich kurzes. DEVILDRIVER haben mich am 28.4. zumindest nun endlich einmal davon berzeugen knnen, dass ihr Bekanntheitsgrad musikalisch definitiv gerechtfertigt und keine leere personenkultgetrnkte Luftblase ist.

Setlist DEVILDRIVER:

  • Not All Who Wander Are Lost
  • I Dreamed I Died
  • Clouds Over California
  • Horn Of Betrayal
  • Grinfucked
  • Nothing's Wrong
  • These Fighting Words
  • Burning Sermon
  • I Could Care Less
  • Guilty As Sin
  • Head On To Heartache
  • Before The Hangman's Noose
  • Meet The Wretched
  • End Of The Line<

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