Navigation
        
22. Mai 2013 - Uhr
 
Startseite Die Geschichte von MY REVELATIONS Verlosungen News Das Neuste auf MY REVELATIONS Konzertdatenbank CD Reviews DVD Reviews Film Reviews Live Reviews Lesestoff Die Kolumne Interviews Die schlimmsten Cover aller Zeiten! Die schlimmsten Poser wo gibt! My Revelations @ Facebook YouTube-Channel Kontakt Das Team von MY REVELATIONS Links zu Metal bezogenen Websites Radiosender Links zu Liveclubs Links zu Festivals Link zu uns

628 Reviews in der Datenbank
Billing: CIRCLE PIT FESTIVAL 2008
Ort: Bad Neuenahr-Ahrweiler, Landskroner Festhalle
Datum: 21.06.2008
Autor: Stefan Fuchs
>> Als E-Mail versenden

Die Sonne brutzelt mir auf die Rübe und das Atmen fällt schwer. Kurz gesagt, es ist scheiße heiß! Heimersheim an der Ahr. Ein Ort zum wohl fühlen und entspannen aber auch ein Ort, um die Sau raus zu lassen. Schauplatz des ersten Circle Pit Festivals ist die Mehrzweckhalle und der Veranstalter hat sich Line-Up technisch nicht lumpen lassen.

Punkt 18:15 beginnen NEKTRA, die Thrash-Rocker aus Bonn, mit ihrem Programm. Rein musikalisch haben die Jungs alles richtig gemacht. Peitschende Gitarrenriffs und fette Drumpassagen der alten Schule mit zahlreichen Prog-Elementen. Gesanglich wurden meine Erwartungen jedoch nicht so recht befriedigt, da der Gesang gelegentlich opernartige Einlagen zur Schau stellte. Aber das ist ja eine Frage des Geschmacks und über den lässt sich bekanntlich streiten. Doch der Versuch als erste Band des Abends die Menge vor der Bühne zu begeistern ging leider daneben. Es war nämlich keine da. Schade für die Jungs.

Nach einer knappen halben Stunde Spielzeit gaben NEKTRA das Zepter an DISCOURAGED, eine Death-Thrash-Metal Band ebenfalls aus Bonn, ab. So langsam konnte man Bewegung in der Menge erkennen. Mit tiefen Growls und melodisch-tödlicher Gitarrenarbeit im Midtempo-Bereich, erinnerten mich die Jungs schwer an AMON AMARTH. Im Ganzen sehr schön dargestellt, versucht die Band immer wieder aufs neue die Zuhörer für sich zu gewinnen. Ich bin mir sicher, hätten DISCOURAGED an dritter oder vierter Stelle gespielt wäre vor der Bühne mehr los gewesen.

EAT UNDA TABLE, haben nicht unterm Tisch gegessen sondern alles unter den Tisch gerockt. Die Band, auch aus Bonn, ist etwas schwer einzuordnen. Ich denke Deathcore würde gut auf ihr Türschild passen. Die Herren haben sich die vorgeglühte Menge zu Nutzen gemacht, um dem Namen des Festivals alle Ehre zu machen. Ein Circle Pit folgt auf eine Wall Of Death und andersherum! Mit einer gewaltigen Ladung Power im Arsch servierten sie den Zuhörern, was sie hören wollten: modernen Metalcore mit einer Prise Death. Auch die Bewegung auf der Bühne war deutlich zu erkennen, was es uns Fotografen nicht leicht gemacht hat scharfe Bilder zu schießen. So muss das sein!

Der Schweiß trieft, die Augen brennen und die Kehle schreit um Hilfe. Nun wurde es mal Zeit etwas Luft zu schnappen. Draußen immer noch gute 30°C und keine Wolke am Himmel. Dafür war das Bier aber kalt und für den kleinen Unkostenbeitrag von nur 1,50 € zu haben. Nach knapp 15 Minuten Umbaupause hieß es dann wieder "Attention Please"

SAINT SHELTER aus Ahrweiler betreten die brennende Bühne! Hohe Erwartungen werden in diese Band gesteckt, sieht man doch zahlreiche Fans mit ihren T-Shirts in und vor der Halle. Musikalisch erinnerten mich SAINT SHELTER an die alten Werke von TRIVIUM und Co. Saubere Gitarrenperformance, druckvoller Gesang mit gefühlvollen Einlagen für die weiblichen Fans und ein stets treibendes Doublebass-Gewitter aus der Abteilung Metalcore. Das Publikum in ständiger Bewegung wurde während des Gigs noch mit einer Showeinlage der lustigen Art beglückt. Ein rosa Hase stürmt von der Bühne in die Crowd und rockt kräftig mit. Im Ganzen ein geiler Gig und gefallen hat's wohl jedem, aber irgendwie hatte man das Gefühl alles irgendwo schon einmal gehört zu haben.

Nach den letzten vier Kapellen musste sich erstmal jeder um seinen Elektrolütenhaushalt kümmern, um die Metalgötter des Kreises zu überstehen.
Die Rede ist von HATEDRIVE. Der Fünfer aus dem Hause Death Metal, wohnhaft in Sinzig fackelt nicht lange und fängt sofort nach einem orchestralen Intro an, die Aufmerksamkeit der Menge auf sich zu ziehen. Zeit, um Luft zu holen? Falsche Band! Die brachiale Vielfalt der Combo konnte auf Anhieb überzeugen. Rasiermesserscharfe Gitarrenriffs a la SOILWORK und ein Rohr von Gesang am Mikro, ganz im Stile der Herren von DARKANE. Ein fettes Lob an dieser Stelle geht an Yosh, den brandneuen Drummer der Band, der sein Set wirklich brillant runter prügelte. Neben den bekannten Songs wie "Amen" oder "Stillstand ist der Tod" gab es noch etwas Neues aus der Hasstrieb-Metallschmiede. "Kill me quick", ein gnadenloser Thrasher, der selbst die Crew am Mischpult zum Kopfnicken verleitet hatte. Auch hier wurde wieder zum Tanzen eingeladen. Ein Circle Pit der Extraklasse hat jeden in seinen Sog gezogen. Teilweise hatte ich Angst um meine müden Knochen, denn wie heißt es doch so schön: "Wer hat an der Uhr gedreht....."?
Jawohl meine Herren, es ist schon reichlich spät. Wie spät genau kann ich leider nicht mehr sagen, denn wer Spaß hat, hat kein Zeitgefühl! Auf jeden Fall war's vor der Halle um gute 5-10 Grad dunkler und alle machen einen geschafften aber zufriedenen Eindruck.

Zeit für den Headliner!!!
Ladies and Gentlemen, prepare for MACHINEMADE GOD!!! Oder doch nicht? Nein! Die maschinell hergestellten Götter haben leider absagen müssen, aber was wär ein Circle Pit Festival ohne einen Headliner? Auch wenn wir mit HATEDRIVE schon einen gehabt hätten wurden wir mit der Death-Metal-Kapelle MISERY SPEAKS überascht. Die sympathischen Jungs aus Münster hatten ihr neues Album "Catalogue Of Carnage" mit im Gepäck. Der Opener "Sentiment Is Missing" lockte den letzten noch so müden Metaller vor die Bühne. Eine berühmte Band zum Anfassen! Das auf jeden Fall, denn leider war zu dieser späten Stunde bei der Mehrzahl der Gäste die Luft raus und somit war ein gemütliches Stehen und Bestaunen direkt an den Fußspitzen der Band möglich! Doch trotz Ermüdungserscheinungen des Mobs haben die Jungs immer wieder aufs neue den Defibrillator ausgepackt und Gas gegeben. Die Freude wurde dann groß als die ersten Klänge von "First Bullet Hits" durch die Anlage bretterte. Ein "Klassiker" von ihrem 2006er Debüt, der nochmal alle Reserven aktivierte. Technisch einwandfrei und 100 Punkte für die Sympathie. Ein wirklich gerechtfertigter Headliner!

So, MISERY SPEAKS haben sich verabschiedet, auf der Uhr isses kurz nach und die Kleidung, nass wie frisch gewaschen, würde wohl beim "an die Wand werfen" kleben bleiben. Ein gelungener Abend mit ordentlich Mett für die Ohren. Bin gespannt wie das Line-Up für nächstes Jahr ausfällt.
In diesem Sinne... Keep Metal Alive!



Zur Galerie >>
<< vorheriges Review
JOURNEY, SIEGES EVEN - E-Werk, Köln
nächstes Review >>
DEVILDRIVER, MAGNACULT, DEVILSTICK - Köln, Werkstatt





Zufällige Reviews