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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ILL NINO, MAGNACULT
Ort Aschaffenburg, Colos-Saal
Datum 25.04.2008
Autor Thorsten Ritter & Frank Leuther
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Die Erffnung dieses Freitag-Abend machte das hollndische Quintett MAGNACULT, welches in unseren Breitengraden noch nicht allzu bekannt sein drfte, denn als die Band gegen 20.30 Uhr die Bhne enterte, war das Colos-Saal erst zu einem guten Drittel gefllt. Ein Groteil des Publikums - ein Freund und mich eingeschlossen - wusste demnach nicht so recht, was man von den kommenden Minuten erwarten sollte. Dies ist jedoch nicht verwunderlich, handelt es sich doch um eine sehr junge Band. Magnacult Magnacult Die Mucke sprhte jedenfalls vor Aggressivitt mit derbem Gesang, klang aber zum Glck deutlich frischer als die meisten derzeitigen Metalcore-Kapellen und erinnerte hin und wieder ein wenig an die Death Metal-Combo DISBELIEF. Die Songs kamen dann auch genauso brachial rber, waren aber deutlich vertrackter und progressiver als das Material der Deutschen und wirkten daher oft recht sperrig. Die Reaktion fielen somit vorerst sehr verhalten aus, was der Spielfreude der Band - allen voran Bassist Spit, der rumhpfte wie ein Flummi - keinen Abbruch tat. Der agil auftretende Snger Sebastiaan war ebenfalls bis in die Haarspitzen motiviert und gewann zustzliche Sympathien durch seine deutschen Ansagen.
Im Laufe des Gigs entwickelten die Songs, trotz ihrer Breaklastigkeit, ein gewisse Eigendynamik und entpuppten sich als ordentlich Headbanger, die der anwachsenden Menge mehr als nur ein Kopfnicken entlocken konnten und schlielich beim letzten Song in einem ordentlichen Moshpit gipfelten. Nach einer guten halben Stunde hinterlieen MAGNACULT ein angeheiztes Publikum, in dem sich hchstwahrscheinlich der ein oder andere neue Fan befand. Man wird in Zukunft sicher noch von den Hollndern hren; ein gelungener Einstand!

Das Colos-Saal war mittlerweile bis in die letzten Reihen gefllt, aber die Umbaupause wollte einfach nicht enden. Nach nervenzehrenden 37 Minuten betraten ILL NINO unter frenetischem Jubel zu einem Tribal-Intro die Bhne und nach einem "Prost Aschaffenburg" von Snger Cristian Machado ging zu "If You Still Hate Me" vom Debut dann auch gleich die Post ab. "I wanna see everybody have fun" forderte Cristian nach diesem Einstand und die Menge lie sich nicht zweimal bitten, denn bereits zum ersten Songs bildete sich ein Moshpit, der bis zum Ende des Konzerts bleiben sollte. Ill Nino Ill Nino Snger Cristian war an diesem Abend nicht nur verdammt gut bei Stimme sondern versprhte Charme und Charisma, dem man sich einfach nicht entziehen konnte. Des weiteren wurde er nicht mde, mit "Hau wech die Scheie" einen Spruch zur allgemeinen Erheiterung zum Besten zu geben. Die Jungs aus New Jersey prsentierten sich allesamt agil (die Rastas rotierten) und boten ein tightes Zusammenspiel. Die durch diese Performance erzeugte Energie bertrug sich jedenfalls nahtlos auf das abfeiernde Publikum, so wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe.
Es wurde ein buntes Potpourri des bisherigen Schaffens zum Besten gegeben, wobei der Schwerpunkt auf den ersten beiden Alben lag. Den Anwesenden war dies gleich, da alle Songs begeistert aufgenommen wurden. Die Mischung aus Alternative, Crossover und Thrash in Verbindung mit den lateinamerikanischen Einflssen sowie dem Mix aus aggressiven und cleanen Vocals trifft zweifelsohne den Nerv der Zeit, was man auch an dem sehr geringen Durchschnittsalter der Besucher festmachen konnte.
Auflockerung fand der Set durch eine leider viel zu kurze Drum-Jam-Session von Drummer Dave Chavarri und Percussionist Daniel Couto sowie gegen Ende durch ein kleines Medley mit angespielten SLAYER-, SEPULTURA-, MACHINE HEAD- und LED ZEPELLIN-Zitaten.
Nach leider viel zu kurzen 80 Minuten (inklusive Zugabe) hinterlieen ILL NINO um kurz nach 23 Uhr jedoch eine ausgelaugte aber glckliche Fangemeinde; eine mehr als gelungene Vorstellung!

Setlist ILL NINO:

  • If You Still Hate Me
  • Te Amo... I Hate You
  • What You Deserve
  • I Am Loco
  • Corazon Of Mine
  • God Save Us
  • The Alibi Of Tyrants
  • Compulsion Of Virus And Fever
  • Drum-Jam-Seesion
  • This Is War
  • When It Cuts
  • Rumba
  • How Can I Live
  • Finger Painting (With The Enemy)
  • Cleansing
  • Medley
  • Liar
  • What Comes Around

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