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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing CALIBAN, WATERDOWN, HEAVEN SHALL BURN, CROSSCUT, MOURNFUL, DESTINY
Ort Essen, JZE
Datum 25.01.2003
Autor Thomas Roos
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Dies sollte ein ganz besonderer Tag in der Geschichte der aus dem Ruhrpott stammenden Vegan Straight Edge Band "Caliban" werden. Zum einen, weil das heutige Konzert die Release-Show fr das neue Album "Shadow Hearts" darstellte und zum anderen, weil sich eben diese Release-Show zu einem Riesenevent entwickeln sollte wie ihn im Vorfeld keiner erwartet hatte. Manche sprachen hinterher sogar von dem bisher grten Ereignis in der Geschichte des deutschen HC. In einer kurzen Unterhaltung mit Gitarrist Marc erzhlte mir dieser vor der Show, dass die Band selbst mit circa sechshundert Besuchern gerechnet hatte, denen das eigentlich fr neunhundert Leute zugelassene Jugendzentrum ja auch ausreichend Platz geboten htte. Der Ansturm war jedoch so gro, dass sich am Ende insgesamt eintausendzweihundert Zuschauer im JZE drngten. Bei nur einem schmalen Eingang bedeutete dies im Vorfeld natrlich einen groen Andrang und eine dementsprechend lange Wartezeit vor der Tr. In diesem Andrang befanden auch wir uns, obwohl wir bereits um 18:00 Uhr dort ankamen. Als das Ende der Warterei nach zwanzig Minuten noch nicht abzusehen war und es auch noch anfing, in Strmen zu regnen, entschlossen wir uns, erst einmal etwas essen zu gehen und abzuwarten, bis sich der Ansturm und auch der Regen wieder gelegt haben. Als wir uns nach einer guten Stunde wieder vor dem Jugendzentrum einfanden waren die Reihen auch schon berschaubarer. Allerdings zog es sich trotzdem noch ungefhr eine dreiviertel Stunde hin bis wir endlich einen Fu hinein setzen konnten, da die zulssige Kapazitt des Gebudes bereits berschritten war. Es ist schon beeindruckend, zu sehen, wie sich "Caliban", "Heaven Shall Burn" und deren Label "Lifeforce" in den letzten Jahren entwickelt haben und gewachsen sind. Aufgrund der langen Wartezeit hatten wir aber sowohl "Destiny" als auch "Mournful" bereits verpat; und auch "Crosscut" spielten gerade ihre letzten Tne. Fr "Heaven Shall Burn", die derzeit wohl grte deutsche HC-Band, waren wir aber nicht zu spt. Jetzt gabs die absolute Metal-Vollbedienung. Musikalisch sehr gut und fernab jeder optischen oder lyrischen Klischees "echter" Metal-Acts. Dafr mit einer umso greren Aussage, mit der sie an diesem Abend auch zahlreiche Besucher erreichten, denn viele haben auf diesen Auftritt gewartet. Was vor der Bhne im Publikum so los war, bekam man von hinten nur bedingt mit. Ich konnte zwar schon eine Menge Bewegung ausmachen; den Bemerkungen von Snger Marcus nach zu schlieen hielt es sich aber doch in Grenzen. Dieser forderte das Publikum nmlich immer wieder auf, weiter nach vorne zu kommen und die auftretenden Lcken zu schlieen. Der Eindruck tuschte aber anscheinend etwas, denn nach der Show erfuhr ich von Gitarrist Maik, dass er mit dem Auftritt sehr zufrieden und auch von dem Publikum ber alle Maen begeistert war. Dieses schien am Ende aber auch ebenso begeistert gewesen zu sein, denn es forderte vehement eine Zugabe, welche von HSB trotz Unkenntnis ihres Zeitlimits bereitwillig gegeben wurde. Anschlieend standen "Waterdown" auf dem Programm. Die schenkte ich mir aber lieber zu Gunsten eines HSB-Interviews. Dieses war rechtzeitig zu Ende, um den Auftritt von "Caliban" noch mitverfolgen zu knnen. Auch sie spielten ihren sehr Metal-lastigen Style, der im Gegensatz zu ihren Freunden von HSB aber doch noch einige wenige HC-Einfle erkennen lt. Ein Heimspiel bei einem solchen Anla vor einer solch groen Kulisse ist natrlich etwas ganz Besonderes. Das Publikum wurde immer wieder von der Band aufgefordert, richtig Gas zu geben. Schlielich drehte man ja auch ein Video. Und die Zuschauer machten bereitwillig mit. Hier ging richtig was. Zeitweise war der halbe Saal am toben. Bis zum Ende habe ich mir die Show aber nicht angesehen, da meine Freunde es kaum erwarten konnten, unsere nicht gerade kurze Heimreise anzutreten. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass "Caliban" noch mehr als eine Zugabe an diesem Abend spielen muten.
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