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628 Reviews in der Datenbank
Billing: HOUSE OF LORDS, WEENA, NASTY RIOT
Ort: Langen, Stadthalle
Datum: 22.03.2008
Autor: Thorsten Dietrich
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Als ich am Ostersamstag in die Stadthalle Langen marschierte, fiel mir auf, dass in der Vergangenheit Ostern einige Festivals in Sachen Metal gelaufen sind. 2008 sieht das irgendwie mau aus und auch in der abgeteilten kleinen Stadthalle kamen für die US-Truppe und Hard Rock Ikonen House Of Lords vielleicht 150 Besucher und das an einem Samstagabend!

Zuvor rockte ab 20.30 der lokale Act Nasty Riot. Vier Kerlchen auf dem Poser-Rock Trip amüsierten durch schlimme Frisuren, enge Jeans, etwas Schminke und einen Sänger, der tierisch auf Axl Rose (plus seine „Tanzschritte“ )und anderen Ikonen des Sleaze Rock stand. Nasty Riot Nasty Riot So präsentierte man eine Mischung aus Faster Pussycat, LA Guns und Mötley Crüe die irgendwie die meisten Zuschauer kalt zu lassen schien. Das animierte den Frontmann dazu sich Wasser über den schmächtigen Körper zu gießen, Mitsingspielchen zu starten und er hüpfte sogar ins Publikum. Der Einsatz hatte aber nicht viel gebracht und wirkte oft arg überzogen. Ich fand das Quartett mit den drolligen Pseudonymen Diamond Flow – Vox, Sven Spacebrain - Guitar,Vox Hardy "Wild" Heart – Bass,Steve Trash – Drums!!) aber recht amüsant und unterhaltend. Sicherlich passten die durchaus passablen Songs nicht so richtig zu den Lords, aber da wusste ich noch nicht, welche Band danach folgen würde…

Nach einer etwas längeren Umbaupause, die wohl auf Soundprobleme zurück zu führen war, kamen dann Weena aus Rheinland-Pfalz. Bei den dunkel gekleideten Musikern hatte ich auf Gothic Metal oder Melodic Metal getippt, doch als dann eine arg dünne ältere Frau mit Kopfmikro auf die Bühne kam dachte ich zuerst an eine Gastsängerin oder Backgroundsängerin. Leider meinte diese Frau, sie wäre die Hauptsängerin der Band und trällerte fortan mit schriller Opernstimme, verschiedenen Bühnenoutfits, die an ein Theaterstück erinnerten und lächerlich wirkten, die gesamte Spielzeit das Publikum aus der Halle! Einige Leute flüchteten schon während des ersten Songs, viele folgten mit schmerzverzerrtem Gesicht später, während die Band mit Spaß in den Backen und miesem Sound reichlich belanglosen Dark / Gothic Metal zockte. Da die Band selbst einige Fans (oder Verwandte?) mit gebracht hatte und einige Zuschauer wohl aus Angst gelähmt waren, wurde es nicht komplett leer vor der Bühne.

Später erfuhr ich dann, das Ausmaß dieses Fiaskos, denn diese Band begleitet die ganze House Of Lords Tour. Herzlichen Glückwunsch! Da hätten z.B. Frontiers Records, das Label der Headliner sich besser mal einschalten sollen und eine ähnlich gelegene Band aus ihrem großen Stall mit auf die Reise senden sollen. Auf mich hört ja eh keiner!

Nasty Riot Nasty Riot

Nach dem Grauen füllte sich die Halle wieder und ich war sehr gespannt auf die Lords, deren aktuelles Album „Come To My Kingdom“ schließlich allererste Sahne ist! Das Quartett um den dicken Frontmann James Christian hatte von Anfang an Spaß in den Backen. Christian sah mit seiner Prinz Eisenherz Frisur und dem Leibesumfang wie Jon Oliva in den 80ern aus und hatte immer ein nettes Wort und ein Lächeln für die Fans. Der optisch zu Savatage passende Bartträger und Man in Black an der Gitarre, Jimi Bell war eher zurückhaltend und auf sein Spiel konzentriert, dabei stand er etwas schief also Richtung linke Wand was nicht so toll war. Die ordentlichen Backings schaffte er mit Bassist und Drummer souverän. Mit der Spielzeit und durch die Animation von James Christian ging Bell dann auch etwas aus sich heraus und bewegte sich etwas auf der Bühne. Das Solo war dann aber nicht so spannend, dafür aber kurz. Bassist und optischer Jungspund Chris McCarvill wippte ordentlich von links nach rechts oder umgekehrt mit den Hüften, bewegte sich ansonsten aber im berühmten Bierdeckelradius und klebte am Mikro. Nasty Riot Nasty Riot Sicherlich war die Bühne nicht groß, aber so sah Chris zwar sympathisch, aber auch etwas hüftsteif aus. Musikalisch gab es dann nichts zu meckern. Der letzte im Bunde, Schlagwerker B.J. Zampa zeigte, dass auch mit kleinem Drumkit ordentlich Bumms gemacht werden kann, sang ein paar Backings und spielte des Öfteren mit den Stöcken in der Luft. Sein Dauergrinsen, was den anderen Bandmitglieder übrigens auch nicht fehlte, war wohl ernst und nicht gespielt, die Jungs hatten Spaß. Das Drumsolo war dann eher ein Drumsong mit Keyboarduntermalung. Interessant zu schauen und hören, so dass ich nicht wie bei anderen Bands pinkeln ging! BJ rief den ganzen Gig glaube ich die Keys per Laptop ab. Bei der Songauswahl kann ich nicht so mitreden, da ich nur das neue Killeralbum „Come To My Kingdom“ und den Oldie „Demon Down“ besitze. Von erstem wurden mehrere von letztem glaube ich ein Song gespielt.

Nach fast 100 Minuten war es draußen am Schneien und wir fuhren deshalb um 0.20 h im Schneegestöber heim, während die House Of Lords noch spielten. Mensch die hätten echt mehr Fans verdient!


Fotos: Stephan Hoidn (FFM Rock)
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