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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing WAR FROM A HARLOTS MOUTH, BURNING SKIES, NAUSEA
Ort Frankfurt, Nachtleben
Datum 10.03.2008
Autor Christoph Fllenbach
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Wer WAR FROM A HARLOTS MOUTH schon mal gehrt hat, wird sich mit Sicherheit die Frage gestellt haben ob es mglich ist, diese dermaen vertrackten Songs live zu prsentieren. Mit eben dieser Frage im Kopf kam ich etwas versptet, da dumm verfahren, im Frankfurter Club "Nachtleben" an. Die Antwort sollte in einem kleinen, genau richtig proportionierten Kellerraum gefunden werden.

Pnktlich um 20.30 kamen NAUSEA aus dem nahen Mainz auf die Bhne, um den musikalischen Teil des Abends zu erffnen. Sichtlich lustlos wurden sechs Songs prsentiert. Dabei war Flo, der Shouter der Band, der einzige der Fnf, welcher sich bewegte, der Rest stand eher gelangweilt herum. Musikalisch gab es eine Mischung aus Hardcore und Death Metal auf die Ohren, welche sehr ausgereift und technisch gut rber kam. Leider wollte der Funken beim Publikum nicht wirklich berspringen, so dass der Applaus am Ende der Songs die Einzige zu erkennende Bewegung war.

Burning Skies Burning Skies

Gegen 21.20 kamen dann die Briten von BURNING SKIES auf die Bhne, um mal so richtig Feuer zu machen. Ohne Gnade, Pause oder sonstige Verschnaufpausen gab es ab Lied Numero Uno dermaen eins auf die Mtze, dass dem ein oder anderen Emokind schon mal die Luft weg blieb. Phil, der Mann am schweren Geschtz, ist wohl besser mit einem V8-Motor als mit einem Menschen zu vergleichen. Selten hab ich einen Drummer gesehen, der so przise und schnell spielt, Respekt! Wer jetzt denkt, die Band lebe nur von diesem Herren hat weit gefehlt. Merv am Gesang grunzt und schreit sich die Seele am laufenden Band aus und wieder in den Krper, Ivesy am Bass bewegt sich nur noch springend von Ort zu Ort. Wem BURNING SKIES kein Begriff sind, der sollte sich eine gut abgestimmte Mixtur aus Death Metal und Grindcore vorstellen. Gespielt wurden insgesamt neun Songs (siehe Playlist), verteilt auf die zwei schon verffentlichten Alben und auf eines, welches am 24.3. auf den Markt kommt und geflligst von jedem gekauft wird. Whrend der Show kam im Publikum gewaltig Stimmung auf und der ein oder andere Violent Dancer zeigte seine, meiner Meinung nach unglaublich bescheuerten, Tanzschritte. Gegen Ende der Show lie sich Merv auch mal kurz im Publikum blicken, um die Hasshymnen von dort aus zu verbreiten, Monsieur hatte dummerweise das Mic verloren, welches sich dann um das Bein eines Tanzbrchens gewickelt hatte. Unter ordentlichem Beifall wurde gegen 22:00 Uhr die Bhne fr den Headliner des Abends gerumt.

Setlist BURNING SKIES:

  • Lurid Demolition
  • Bauer Power
  • Y.G.F.F.
  • Fairtale Supremecy
  • Sticky Richard
  • Desolation
  • Rounding up the cattle
  • Emocalapse
  • RKD

War From A Harlots Mouth War From A Harlots Mouth

Gut gelaunt kamen die Jungs von WAR FROM A HARLOTS MOUTH dann 20 Minuten spter auf die Bhne, um mal so richtig die Sau raus zu lassen. Meine Frage vom Anfang hatte sich nach ca. fnf Sekunden geklrt, die Songs kamen wie von der CD. Weder an den Instrumenten noch am Gesang war irgendwo zu merken, dass hier live gespielt wurde. Apropos klingen wie von der CD: Mit Nico, der dem ein oder anderen vielleicht von THE OCEAN bekannt ist, haben WFAHM einen neuen Mann am Mic, der die Songs perfekt rberbringt. Insgesamt wird ein gutes Drittel der aktuellen CD prsentiert, inklusive der jazzigen Zwischenspiele, wie beispielsweise in "How To Disconnect From Your Social Surrounding In Half An Hour". Sptestens nachdem diese perfekt gespielt wurden sollte klar sein, dass der Jazz nicht nur aus modischen Grnden als beeinflussende Musikrichtung genannt wird. Immer wieder sucht Nico die Nhe zum Publikum und lsst sich gerne mal beim Gesang untersttzen, Daniel hingegen sucht eher die Nhe zu den Bandkollegen von BURNING SKIES und gibt einige homoerotische Blicke zum Besten. Kurz vor Ende wurde es dann mit "Uptown Girl" noch mal richtig wild, es wurde wieder krftig getanzt und es sah noch beschissener aus als vorher. Ich glaub sowas kann man auch nur ernst meinen, wenn man einen modischen Vokuhila gepaart mit einer Spandexhose und Truckercap trgt, Herrgott! Nach einer Zugabe war die Sache dann um 23.00 zu Ende und die Ballermnner auf der Bhne verstndlicher Weise ganz schn geschafft.
Insgesamt ein sehr gelungener Abend, der jegliche Fragen ber live reproduzierbaren Mathcore geklrt hat und soundtechnisch zu jedem Zeitpunkt perfekt war.

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