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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing THE BLACK DAHLIA MURDER, JOB FOR A COWBOY, THE RED CHORD
Ort Kln, Underground
Datum 09.12.2007
Autor David Lang
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Die Tatsache, dass das Underground (mit der Live Music Hall hatte man sich wohl doch etwas bernommen) an einem Sonntag Abend rappelvoll ist, spricht nur fr die Qualitt dieses Extrem-Metal-Pakets. Drei mal Metal Blade, drei mal Geballer und doch keine Langeweile.

Kurz nach meiner Ankunft legten THE RED CHORD ein Brett vor, das nicht wenigen Anwesenden die Kinnlade herunter fallen lie. Sind die Barttrger auf CD teils recht anstrengend, so machen sie live Alarm vom Feinsten. Hauptschlich gibt es natrlich Songs der letzten zwei Alben "Prey For Eyes" und "Clients". Das jetzt schon berquillende Underground dankt es ihnen mit Moshpits, wie man sie bei Openern nur selten sieht. Snger Guy schmeit sich schon nach wenigen Songs ins Publikum und geht dort auf Tuchfhlung. Man merkt der Band, insbesondere jenem Guy (hehe), an, dass sie komplett auf dem Boden und selbst Fans geblieben sind. Am liebsten htte "Mr. Guy-Five" (Copyright - meins) jedem die Hand gereicht, doch wie gesagt, dafr war's schon jetzt viel zu voll. Der Sound war angenehm, nicht zu laut und gerade aus der Ferne sehr differenziert. Die Band war hervorragend aufeinander eingespielt und hatte sichtlich Spa. So einfach kann es sein.

The Red Chord The Red Chord

JOB FOR A COWBOY haben jetzt natrlich einen schweren Stand... dachte ich, denn ich war wohl einer der Wenigen, denen die Death-Metal-Chose zu belanglos war. Mit ihrer Debt EP "Doom" hatten sie die Messlatte verdammt hoch gelegt und auch live konnten sie mich auf ihrer Tour mit UNEARTH und DESPISED ICON im April dieses Jahres vollends berzeugen. Das Energie-Level stimmte auch diesmal, doch songtechnisch war das grad mal nix. Kein roter Faden, keine Hits, nichts was man sich in irgendeiner Form merken konnte. Dagegen waren selbst THE RED CHORD Ohrwurmfutter. Zudem wurde es zusehends schwieriger vernnftige Fotos zu machen. Bei einem Versuch vom Merchandisingtisch aus, wurde ich uerst deutlich von einem Burt Reynolds Lookalike darauf hingewiesen, dass das nicht gestattet war. Technisch einwandfrei und ebenfalls enorm spielfreudig knatterte der haarige Fnfer (auch hier... Brte!) sein Set przise wie ein Schweizer Uhrwerk ins moshende Volk. Viel hat mich trotzdem nicht im Club gehalten. Die nach wie vor steigenden Temperaturen trugen ihr briges dazu bei und so hielt ich mich doch relativ lange vor statt in dem Gebude auf.

Job For A Cowboy Job For A Cowboy

Das war vorbei, als sich der Groteil der Fans nach drauen begab. Drinnen konnte man derweil wieder atmen und ich sicherte mir vorsichtshalber einen Platz in Bhnennhe.
Die Aktion sollte sich auszahlen, denn bei THE BLACK DAHLIA MURDER mobilisierte die zahllose Masse noch einmal smtliche Reserven. Das Quintett aus Michigan knppelte drauf los, dass den Anwesenden fast der Putz auf die Kpfe rieselte und der Mob dankte es mit Action, die den Schwei von der Decke tropfen lie. Und auch hier wieder: Przision mit Bart. Das Motto der Tour htte in irgendeiner Form auf die Krperbehaarung und die, auf der Bhne perfekt miteinander harmonierenden, Musiker zurecht geschnitten sein mssen.

The Black Dahlia Murder The Black Dahlia Murder The Black Dahlia Murder

"What A Horrible Night To Have A Curse", "Statuory Ape", "A Vulgar Picture", "Miasma", die Liste der Kracher riss nicht ab und TBDM feierten eine einzige Party auf der Bhne. Vor der Bhne gab es "good friendly violent fun" ohne irgendwelche Karate-Asis... zumindest konnte ich keine ausmachen. Was unangenehm auffiel war die Bhnensecurity an diesem Abend. Ich wei ja nicht, was in letzter Zeit im Underground vorgefallen ist, aber ich bezweifle jetzt einfach mal stark, dass derlei Aufwand bei einem Metal Konzert notwendig gewesen ist. Der Mann von der Inkasso Moskau und vor allem besagter Burt Reynolds gierten aber ganz offensichtlich nach jedem Diver, der in ihren Augen mindestens mal eine Bedrohung fr die restlichen Besucher darstellte und befrderten sie recht unsanft hinter die Bhne. Das bedeutete fr diese armen Wichte natrlich bei fiesesten Temperaturen und Nieselregen im T-Shirt wieder einmal auen rum, quer durch den Club zu spurten, um sich anschlieend wieder den Weg nach vorne zu kmpfen. Die Notwendigkeit einer solchen Aktion darf hier ruhig mal in Frage gestellt werden.
Ansonsten bleibt festzuhalten: geiles Band-Paket, mit geilem Sound zu moderaten Preisen. Mehr davon!

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