Bereits zum dritten Mal gastierte das UMHF nun im pfälzischen Kusel und
die geniale erste Veranstaltung mit MAJESTY als Headliner und einem
unglaublich energischen Gig von BOOMERANG ist noch immer in Erinnerung
der Fans. Nachdem es bei der letzten Veranstaltung ein kleines
Zuschauerproblem gab, füllten nun gut 150 Besucher das Be-Inside, wobei
das Billing sicherlich das Doppelte an Fans verdient hätte. Die
Veranstalter Michael Reis und Kalle Keller nutzen die Gunst der Stunde
und konnten die Schweden von ASTRAL DOORS als Headliner verpflichten,
die sich just auf Europa-Tour befanden. Nach der Absage von LANFEAR
rutsche ROSS THE BOSS als Special Guest ins Billing, was natürlich kein
Nachteil war.
Den Anfang machten die Lokalmatadoren von WARCHILD, die ihr aktuelles Album "Frozen Dreams" präsentierten.
Das machten sie auch wirklich sehr
gut und man merkte der Band deutlich an, dass sie seit der Release
Party im Frühjahr einige Gigs absolviert hat und das Material viel
heavier durch die Lautsprecher kommt, als damals im JUZ in
Kaiserslautern. Höhepunkte gab es einige und so nutzten WARCHILD diese
Chance sich einem breiteren Publikum präsentieren zu können ohne Wenn
und Aber. Höhepunkte eines energiegeladenen Gigs waren "September
Moaning" und der Fetzer "Deamon In The Mirror, mit dem obligatorischen
Gitarrentausch von Tilmann Ruby und Kalle Keller. Thumbs up in Richtung
K-town, das wirklich noch mehr zu bieten hat als nur VANDEN PLAS.
Setliste:
Silent Cry
Struggle For Life
Die To Be
September Moaning
Queen Of Sins
Midsummernightsdream
Deamon In The Mirror
Alive Alone
Nach einer ganz kurzen Umbaupause stürmte die ROSS THE BOSS-Band die
Bühne und ich nehme mal vorweg, dass mir die Shows der Mannen um den
ehemaligen MANOWAR-Gitarristen viel besser gefallen, als das, was da
unter dem Namen MANOWAR noch unterwegs ist.
Der klassische Einstieg war
natürlich "Manowar" und nach "Shellshock" und "Death Tone" ging dann
bei "Gloves Of Metal" die Post zum ersten Mal so richtig ab.
Selig sang
die Metalgemeinde jeden Ton von Fronter Patrick Fuchs mit und selbst
der Nachwuchs, bestehend aus gut 15 jungen Burschen, die eifrig vor der
Bühne bangten, hatte keine Textprobleme. Ross, obwohl erst am Tage aus
New York eingeflogen, präsentierte sich mit viel Spiellaune und zeigte
eine gute Show. Nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, vor welchen
Menschenmassen er einst spielte.
Absoluter Höhepunkt war dann "Thor
(The Powerhead)", bei dem die Fans vor Begeisterung rasten. Die eigene
Nummer "We Will Kill" machte reichlich Appetit auf das im nächsten
Frühjahr erscheinende Album der Band. Leider war dann schon nach "Hail
And Kill" Schluss, da der Headliner spätestens um 0.00 von der Bühne
sein musste, um den morgendlichen Heimflug zu erreichen. Die Fans waren
auf alle Fälle sehr zufrieden und am Merchstand schrieben Ross und
seine Mitstreiter geduldig Autogramme.
Setliste:
Manowar
Shellshock
Death Tone
Gloves Of Metal
We Will Kill
Thor (The Powerhead)
Blood Of My Enemies
Kill With Power
Hail To England
Fighting The World
Hail And Kill
Danach war es dann soweit und ASTRAL DOORS gaben sich die Ehre das UMHF
zu beschließen. Nach den ersten Tönen füllte sich das Be-Inside wieder
ganz schnell und man konnte einige Nasen sehen, allen Alters, die nur
wegen der Schweden gekommen waren.
Erwähnen muss man natürlich, dass
Ausnahmesänger Patrik Johannson ein Däne ist und die Band somit kein
reinrassiger Schwedenhappen ist. Los ging es mit dem Titeltrack des
neuen Albums "New Revelation" und die Fans waren gleich gefesselt. Vom
Stageacting her hat die Band dazu gewonnen, wirkten sie vor zwei Jahren
beim Gig mit DORO in Nanzdietschweiler noch sehr hüftsteif.
Von Action
kann natürlich immer noch nicht die Rede sein, denn mindestens die
Hälfte der Band macht den Eindruck, als seien Versicherungsvertreter
auf Ausflug unglücklicherweise auf einer Bühne gelandet. Mit vier
bärenstarken Alben im Rücken, gab es natürlich eine gnadenlose Best
of-Show, die nur aus Highlights bestand. Egal ob "Cloudbreaker", "Evil
Is Forever" oder "Time To Rock", es war alles an Bord, was die Fans
begehrten. Auch die neuen Songs fügten sich nahtlos ins Programm ein
und ASTRAL DOORS haben schon jetzt das Luxusproblem, nicht mehr alle
guten Songs spielen zu können.
Der Sound war richtig gut, was im Be
nicht immer der Fall war und die Band konnte die leichten stimmlichen
Probleme vom Johannson (kein Wunder am Ende der Tour) locker
überspielen. Das Publikum war der Band äußerst dankbar und es gab viel
Applaus. Nach den beiden Zugaben unterhielt man sich von Seiten der
Band noch auf die Schnelle nett mit den Fans und stand für Bilder und
Autogramme gerne zur Verfügung. Bedenkt man die Umstellung, die ASTRAL
DOORS mitmachen mussten, von der letzten Supporttour mit BLIND GUARDIAN
vor Tausenden, nun als Headliner vor einem Bruchteil der Leute zu
spielen, war ihr Auftritt sehr okay und jedem der es hören wollte,
versicherte man, dass das UMHF ihnen viel Spaß gemacht habe.
Setliste:
New Revelation
Freedom War
Bride Of Christ
Tears From A Titan
London Caves
Of The Son And The Father
Quisling
Hungry People
Bastard Son
Slay The Dragon
Evil Is Forever
Time To Rock
Black Rain
Cloudbreaker
Wieder kann man den Organisatoren ein perfektes Festival bescheinigen,
das trotz der guten Resonanz ein paar Leute mehr verdient gehabt hätte.
Hoffentlich geht es mit dem UMHF weiter, denn unter den kleinen
Festivals ist es ein besonders fanfreundliches (10 € AK) und hatte
wieder einmal ein verdammt gutes Billing, das natürlich nur schwer zu
übertreffen sein wird. Aber wer Micha Reis kennt weiß, dass man von ihm
immer wieder eine Überraschung erwarten kann.