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15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing GOTTHARD, THE POODLES
Ort Neu-Isenburg, Hugenottenhalle
Datum 23.10.2007
Autor Sabine Jordan
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Wir liefen um etwa halb acht in der Hugenottenhalle ein, an deren Eingang so wenig los war, dass man quasi einfach durchgehen konnte. Drinnen waren dann aber doch schon ein paar Leute und als es kurz nach 20h losging hatten trotz der Baustelle auf der Frankfurter Strae schon einige den Weg in die Hugenottenhalle gefunden. Zu meiner groen Freude ist auch hier inzwischen Rauchverbot, an das sich die meisten auch hielten.

The Poodles

Snger Jakob Samuel war wieder ordentlich aufgestylt und hatte offensichtlich ein neues Bhnenoutfit, auf die schwarze enge Lackjeans trug er jetzt noch so eine Art Kettentanga, der aussah wie ein eng anliegender Lendenschutz. Als ob das Standard-Poseroutift mit Kettchen und Stirntuch nicht genug war. Mag sein, dass er mit dem Posen bertrieben hat, aber es passt doch irgendwo zur Partymucke der POODLES. Bei dem schwarzen Lederhandschuh, den er nur an der rechten Hand trug musste ich dann aber dann doch schmunzeln und kurz an Paris Hilton denken, auch die Sonnenbrille war vielleicht auch nicht unbedingt notwendig, die hing dann sowieso schnell als Haarschmuck auf dem Kopf. Gitarrist Pontus Norgren war da dezenter einfach in schwarz gekleidet wohingegen Bassist Pontus Egberg ein offenes Hemd mit Zebramuster trug, das nachher auch verschwand, schlielich mussten der Waschbrettbauch und die wohlgeformten Arme darunter auch bewundert werden. Drummer Christian Lundqvist versteckte sich zunchst mal gut hinterm Drumset. Links und rechts standen groe Banner mit dem POODLES-Piktogramm, wobei die Augen des stilisierten Pudelkopfes rot ausgeleuchtet wurden. Im Hintergrund hing mittig noch ein Banner mit dem THE POODLES-Schriftzug. Optisch hatten die POODLES damit also schon fr Aufsehen gesorgt. The Poodles The Poodles Gleich als zweiter Song wurde zum musikalischen Auffallen der Abrumer "Metal Will Stand Tall" vom gleichnamigen Debtalbum prsentiert, gefolgt von einem Dank an GOTTHARD. Mit etwas Werbung fr das aktuelle Album "Sweet Trade" wurde dann mit groen Worten "We hope that it will hit you like a ... THUNDERBALL" ein neuer Song angekndigt. Die Halle war inzwischen gut gefllt, Tendenz steigend und wie immer kamen die POODLES gut an. Das Publikum klatschte und swingte freudig mit. In Schweden rumten THE POODLES bereits ordentlich ab und kassieren Platin-Singles am laufenden Band, so konnten sie auch gro die Doppel-Platinsingle "Streets Of Fire" ankndigen, ebenfalls ein Song von "Sweet Trade". Danach gab es eine weitere "Werbepause" fr den Merchandise-Stand mit dem Hinweis, dass die Band spter dort sein wrde um Sachen zu signieren. Das Zusammenspiel der Band war sehr schn anzusehen, da die beiden Pontus' bei den Refrains mitsangen und sich beispielsweise bei "Crying" Gitarrist Pontus und Snger Jakob Stirn an Stirn gegenber standen, wonach Jakob dann Pontus dem Publikum vorstellte. The Poodles The Poodles Damit wurde ein kurzes Gitarrensolo eingeleitet, in das dann Bass und Drums dazusetzten. Irgendwas stimmte nur mit einer Trommel nicht, Christian drosch ein paar mal darauf ein, deutete vorwurfsvoll die Richtung seines Missfallens und meinte "What the fuck ist this?" Dann hmmerte er zum Vergleich auf ein paar Trommeln, die funktionierten und kommentierte: "That's more like it". Schlielich stellte er sich - zum Erstaunen der Menge - posend auf sein Drumset. In der Zwischenzeit konnte sich Beauty-Poodle Jakob umziehen und bezauberte somit in weier Hose und weier Weste mit Rosenornamenten. Der Hut flog schon sehr bald weg, wobei er da wohl nicht ans Haarstyling gedacht hatte, denn die Frisur sah so jetzt etwas plattgedrckt aus. Bei "Echoes From The Past" unterlief Jakob dann ein kleiner Gesangspatzer, was aber auch fast nicht weiter auffiel. Schlielich wurden wir mit "One Night Of Passion" in die Hnde der mighty GOTTHARD entlassen. Eine gute Wahl, die mit tosendem Applaus und Zugaberufen belohnt wurde. Dafr wurde auch das Publikum gefeiert und Jakob poste noch mal mit dem Mikrostnder, den er im Takt des Schlagzeugs zum Knie zog. Trotz aller Zugaberufe ging dann um etwa zehn vor neun der Umbau los. Fazit: guter Sound, gute Musiker und eine spaige Show, vielleicht hat Jakob stellenweise etwas viel geschwallt.

Setlist THE POODLES:

  1. Don't say you're sorry (?)
  2. Metal Will Stand Tall
  3. Thunderball
  4. Walk the line
  5. Streets Of Fire
  6. Crying
  7. Echoes From The Past
  8. Seven Seas
  9. One Night Of Passion

In der Umbaupause nutzten wir die Gelegenheit uns etwas umzusehen. Am Merchandise-Stand war mal wieder ehe GOTTHARD starteten das erste Album der POODLES ausverkauft. Irgendwie haben die Jungs den Dreh mit der Menge der Merchandise-Artikel nicht raus.
Des weiteren brachte ich in Erfahrung, dass an dem Abend gut 1000 Leute da waren. Das war echt ordentlich, vor allem wenn man bedenkt, dass eine Karte fast 35 € kostete. Damit war die Hugenottenhalle zwar nur fast voll, denn es passen etwa 1100 bis 1200 Leute rein, aber das lohnte sich wohl trotzdem. Schlielich musste das Konzert auch von Langen hierher verlegt werden. Ach ja, das Publikum war brigens sehr gemischt, und - wie immer bei GOTTHARD - war der Altersdurchschnitt relativ hoch.

Gegen 21:20 ging das Licht aus, Drummer Henna Habberger und Gitarrist Leo Leoni betraten die Bhne, danach folgten der italienische Keyboarder Nicolo Fragile, Gitarist Freddy Scherer und Bassist Marc Lynn, der inzwischen etwas moppelig geworden ist, an dessen kurzhaarigen Anblick ich mich immer noch nicht so recht gewhnen mag. Wenigstens sieht Leo immer noch so aus wie vor 15 Jahren. Gotthard Die Herren waren alle recht schlicht in Jeans und dunklen Hemden bzw. Westen gekleidet. Nur Steve Lee hatte wieder mal sein weies Hemd an, machte aber abgesehen von der bescheuerten Frisur eine ganz gute Figur. Keyboarder Nicolo stand links am Rand und fiel meistens genauso wenig auf wie sein Keyboard, von mir aus bruchte man das auf Tour nicht, dann lieber wieder das zweite Schlagzeug als Gag. Die Bhnendeko war fast genauso dezent wie das Outfit von GOTTHARD. Nur links und rechts hingen GOTTHARD-Banner mit dem Schriftzug. Hinten wurden mittig via Projektor Farbmuster an die Wand geworfen, manchmal auch das G.-Logo. Nach dem Opener "Master Of Illusion" begrte uns Steve mit "Neu-Isenburg, let's get rocked!" Und versicherte sich mit der Frage "Wo seid Ihr?", ob auch alle aufpassen. Natrlich rief es ordentlich zurck. Spter erkundigte sich Steve noch nach unserem Wohlbefinden, denn schlielich so meinte er, ist es ja gerade erst Anfang der Woche. Dann die Einleitungsfrage zum nchsten Song und der Grund weshalb GOTTHARD heute hier wren: "Because you make us feel... - On Top Of The World". Solche Schmeicheleien gab es an diesem Abend auffllig oft, was mir ein wenig aufgesetzt vorkam. Aber dafr war auf der Bhne ordentlich Bewegung, Steve hpfte hin und her, auch die Seitenfraktion um Marc, Leo und Freddy war gut in Action. Steve scherzte oft mit dem Publikum, wie er allerdings auf die Feststellung kam, dass auch viele junge Leute da wren ist mir uerst schleierhaft. Trotzdem wurde das fr die Ankndigung, ob wir einen Song vom ersten Album hren mchten verwendet. - Sicher waren wir da schon auf der Welt! - Die meisten jedenfalls. Also kamen wir in den Genuss von "Hush", bei dem ordentlich mitgesungen werden sollte. Gotthard Abwechselnd mussten dann nach Aufforderung von Steve erst die "Mdels" und dann die "Boys" (Anmerkung: hm, naja Steve, Damen und Herren htte es wohl besser getroffen!) mit "Na na na naa na na naa na naaa.., hush" singen. Steve war jedenfalls zufrieden und meinte "Ist doch schn, oder? Ich knnte stundenlang zuhren!" Danach gab es eine Mundharmonika-Einlage von Steve begleitet von Leo und einer Gitarreneinlage hintendran. Bei "All We Are" patzte auch Steve, ihm rutscht das Mikro aus der Hand und es knisterte kurz, aber das fiel auch fast niemandem auf. Ansonsten konnte man am Sound und an der Lautstrke aber nicht viel aussetzen. Nach gut einer Stunde war Zeit fr Balladen: es wurde Karaoke ohne Untertitel angedroht und Steve, der im GOTTHARD-Muscle-Shirt dastand, gab begleitet von seinen links und rechts sitzenden Gitarristen "One Life, One Soul" in einer Akustikversion zum Besten, sang aber dann doch zum Groteil alleine. Aber was wren GOTTHARD ohne Kasper Leo, darum war dann Spa angesagt: Irgendjemand in der Menge hatte eine aufblasbare Gitarre, mit der Leo spielen durfte, er drckte sie vor seine und schaffte damit irgendwie tatschlich auch Tne aus seiner echten Gitarre herauszubringen. Da das nur kurz witzig war , ging es recht schnell weiter im Programm mit dem Titelsong zur aktuellen Scheibe "Domino Effect". Viel mehr zu meiner Freude trug dann aber Leos Ankndigung zu "Firedance" bei, auch wenn ich auf sein Solo verzichtet htte. Nicht dass es schlecht gewesen wre, ich bin eben einfach nicht der Solofan.
Leider war nach "Anytime, Anywhere" und einem kurzen Goodbye um etwa 21:45h zum ersten mal Ende. Natrlich kamen GOTTHARD nach ein paar Minuten Zugaberufen wieder. Gotthard Erst erschien aber nur der Keyboarder mit einem Solo, dann kam ein umgezogener Steve dazu, der uns noch mit "Falling" erfreute und danach servierte uns die ganze Band noch den Nachtisch mit "Heaven" und "Lift U Up" womit es dann fast 23h war. Nach Verbeugung, Bandvorstellung und Verabschiedung ging das Licht an und die Herren von GOTTHARD verschwanden zum zweiten Mal. Aber - wer GOTTHARD kennt, der kennt das blde Spiel - sie kamen auch diese mal noch einmal fr die letzte Nummer "Mighty Quinn" wieder.

Auch wenn an diesem Abend die Setlist zu gut 80% mit der vom diesjhrigen Sommer Tollwood in Mnchen bereinstimmte wurden an diesem Abend fr meinen Geschmack mit "Mighty Quinn", "Let It Be" und "Firedance" die besseren Songs gespielt. "All I Care For" oder "I'm On My Way" htten den Abend zwar perfekt gemacht, aber es muss ja schlielich auch noch Grnde geben GOTTHARD zum x. Mal wiederzusehen. Gut sind sie immer, allein die Hammerstimme von Steve ist es Wert sich das jedes mal wieder live anzuhren. Auerdem bin ich der Meinung, dass GOTTHARD eine Band ist, die live wesentlich mehr herberbringt als auf Platte. Die Alben sind zwar auch meistens ganz gut, aber eben bei weitem nicht so lebendig und die Grimassen von Leo muss man auch mal gesehen haben. Es war echt wieder ein spaiger, kurzweiliger Abend.

Setlist GOTTHARD:

  1. Master of Illusion
  2. Gone to far
  3. Top Of The World
  4. The Call
  5. Hush
  6. Sister Moon
  7. All we are
  8. I Wonder
  9. One life, one soul
  10. Let it be
  11. Domino Effect
  12. The Oscar Goes To You
  13. Firedance
  14. Mountain Mama
  15. Anytime, Anywhere
  16. Falling
  17. Heaven
  18. Lift U up
  19. Mighty Quinn

Fotos: Britta Stippich

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