Mad Max durften den Abend schon um kurz nach 20 Uhr mit einem Akustik-Set eröffnen. Nur zu zweit traten Michael
Voss (Silver, ex Casanova, Voices Of Rock und Jürgen Breforth mit akustischen Gitarren bewaffnet an, um uns
gleich mit dem Casanova-Stück "Hollywood Angels" zu überraschen. Glücklicherweise waren die beiden auch relativ
normal gekleidet und kamen nicht komplett in weiß, wie letztes Jahr beim "UFOR". Demnach musste ich mich auch
nicht gleich totlachen. Dennoch gab es ein paar Leute, die sich gerade beim "holy, holy-Geträller" des Songs
"Open The Eyes Of My Heart" amüsierten. Ganz ernst nehmen kann ich das ja auch nicht, vor allem finde ich wird
hier mit christlichem Kitsch ein wenig übertrieben. Aber jedem das seine und abgesehen davon haben die beiden
schon ganz gut gerockt. Vossi versuchte das Publikum immer wieder zu motivieren mehr mitzugehen. Allerdings
hatte er damit nicht so viel Erfolg, immerhin bekamen die beiden aber ordentlichen Applaus und nach
einer halben Stunde war der christliche Teil des Abends dann auch schon
beendet. Leider müssen wir wohl vergeblich auf neue Outputs von
Casaonova warten. Schade... (Sabine Jordan)
Danach war es Zeit für die Nürnberger Metalband Freedom Call welche eine stattliche Anzahl Fans mitgebracht hatte.
Mir als Mann sind natürlich die vielen jungen Mädels in Freedom Call Shirts direkt aufgefallen, aber auch
gestandene Kuttenträger sangen begeistert mit und schüttelten ab und an das Haupt. Die Girlieshirts mit dem
Aufdruck "Call Girl - Freedom Call", sowie das Herrenshirt Freedom Call - Nürnberg (mit Wappen) fand ich dann
aber doch etwas affig. Wenigstens waren die Merchandisepreise im gut gefüllten Colos-Saal moderat! Freedom Call
haben nach dem Ausstieg zweier Musiker nun mit Lars Rettkowitz (Gitarre) und Armin Donderer (Bass) zwei recht
neue Musiker dabei, die ihre Arbeit einwandfrei wie der Rest der Band erledigten. Besonders Dan Zimmermann
(auch Gamma Ray) ist ein toller Schlagzeuger dem ich immer wieder gerne zusehe. Chris Bay singt auch gut, aber ....
Mein Problem bei Freedom Call sind die furchtbaren Lieder! Diese grässlichen Kinderlieder gegen die Hammerfall
richtig derb wirken sind einfach furchtbar kitschig, schmalzig, poppig und so klebrig wie mancher Dessert meiner
seligen Oma.
In fast jedem Lied gibt es penetrante "ohohoho" Chöre zum Mitsingen und Chris Bay mutiert zum Florian
Silbereisen des Pseudo-Metals in dem er zum Hände hochreißen, klatschen und so weiter animierte. Ich habe noch
geschunkelt, da ich mich im Musikantenstadl glaubte! Da Freedom Call unglaubliche 70 Minuten spielten denke ich,
dass dies eine Double Headlinertour war. Einen Keyboarder hat man sich gespart, die Keys kamen also vom Band und
ich glaube manche Backing Vocals auch. Am Ende waren die Fans froh, ich war gereizt und der Gummibären-Metal endlich
aus. Lustig war auch, dass einige Songtitel wie "Hunting High And Low" gnadenlos von anderen Bands geborgt worden
sind. Das Album "The Circle Of Life" ist voll solcher Songs. Danach musste ich erst mal eine Stunde mit dem Kopf
gegen die Wand hauen um diese unglaublich klebrigen Ohrwürmer aus dem Schädel zu bekommen. Vielen Dank! (Thor)
Setlist FREEDOM CALL:
Warriors
Hunting High And Low
United Alliance
Metal Invasion
Blackened Sun
Mother Earth
Queen Of My World
Far Away
Mister Evil
Land Of The Light
Freedom Call
Tears Of Taragon
We Are One
Nach eine mittleren Umbaupause kamen endlich die Süddeutschen Pink Cream 69 und rockten ordentlich das Haus!
Der Einstieg mit ist super gewählt, da auch das neue Album "In10sity" nach 20 Jahren Bandgeschichte ein Kracher
geworden ist. David Readman wirkt zwar etwas moppeliger als früher, ist aber super bei Stimme und hat so den
ganzen Abend eine Supershow geliefert. Auch bei den deutsch-englischen Ansagen ist Readman locker und lustig:
"Ist es hier immer so heiß? - Ja.- Schade". Schade war auch, dass die Freedom Call Fans doch tatsächlich zu
großer Zahl nach ihren Lieblingen gegangen sind. Die spinnen doch! Readmann und Bassist Dennis Ward sind die
Aktivposten der Band und haben auch das größte Grinsen auf den Backen.
Angetrieben werden sie von einem
herrlich aggressiv trommelnden Kosta Zafiriou, der auch noch den arbeitsreichen Job des Tourmanagers inne
zu haben schien. Als David Readman fast alleine auf der Bühne mit dem zweiten Gitarristen Uwe Reitenauer
einen Song seines Solowerkes vorstellte und dabei den Text aus Aufregung vergas, wirkte der ansonsten
textsichere Musiker noch sympathischer als ohnehin schon. Das kann doch jedem Mal passieren! In gut 90
Minuten zauberten die Pinkies ein Programm aus fast allen Perioden der Band, wo alte Kracher auftauchten.
Mir persönlich hat "Keep Your Eye On The Twisted" da immer schon gefallen. Die Jamsession mit dem Police
Cover "So Lonely" mit "No Woman, No Cry" Elementen war dann das Ende des Gigs, da nun der Discobetrieb
einsetzte und jede Menge junges Gemüse vor der Tür wartete. Schade, schön war es trotzdem.
(Thor& Sabine)
Setlist PINK CREAM 69:
Children Of The Dawn
Do You Like It Like That
Hell's Gone Crazy
Lost In Illusion
I'm Not Afraid Anymore
Talk To The Moon
Carnaby Road
Shame On You
Welcome The Night
One Step Into Paradise (Akustik Version)
Don't Let It Slip Away (Akustik Version)
Seas Of Madness
No Way Out
Keep Your Eye On The Twisted
So Lonely/No Woman, No Cry/So Lonely