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14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BEHEMOTH, ABORTED, HELRUNAR, DISPARAGED
Ort Darmstadt, Steinbruch-Theater
Datum 29.09.2007
Autor Andreas Goericke
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Am Abend des 29. sollte uns also das polnische Stahlgewitter BEHEMOTH heimsuchen, und das auch noch auf heimischem Grund und Boden in meiner seit zehn Jahren frequentierten Dorfdisse, dem allmchtig-inzestusen Steinbruch-Theater. Ich fragte mich, ob die Location nicht doch etwas klein fr das Package sei, da ich BEHEMOTH schon diverse Male in wesentlich grerem Rahmen erleben durfte. Aber gut, probieren wir es einfach.
Der Fahrer hatte sich leider ein Wenig in der Zeit verstrickt, so dass ich erst nach Ende der ersten Band, DISPARAGED, den Bruch entern konnte. Schade, man hrte nur gute Stimmen. Naja, nicht gesehen, gilt nicht. Ein nchstes Mal wird's geben.

Behemoth

Also waren HELRUNAR mein Opener und ich muss sagen, nicht schlecht gestellt, die Mannschaft. Ich habe zwar so meinen Zwist mit grauhaarigen Herren, die meinen, satanischen Black-Metal zocken zu mssen, aber die Grnen sind auch Fundamentalisten und mit denen mussten wir auch leben. Also, nicht viel los auf der Bhne, eben was die Physiotherapie noch hergibt, aber musikalisch hochinteressant! Die Herren haben sowohl die hypnotische Death-Metal-Peitsche im Stile von MORBID ANGEL am Start, als auch ein ausgesprochen feines Hndchen fr DISSECTION-Klonierung. Allerdings recht gut gemacht, so dass der Schwedische Geist gut rber kam. Ansonsten bewegte man sich im berschaubaren Tempo, was allerdings an solch einem Abend sicher kein Manko ist. Zusammenfassend will ich sagen, sie sind keine tolle Liveband, aber die Musik ist in bester Ordnung.

Behemoth

Als nchstes standen ABORTED auf dem Programm, die ich ebenfalls noch nicht wirklich kannte. Geboten wurde solide gespielter und zeitweise brutal technischer Death Metal eher amerikanischer Abstammung, der tchtig ins Kreuz trat. Lediglich wie immer die peinliche, unkoordiniert wirkende Liveshow war der Abbruch fr mich. Was muss man auch so ein Geschredder produzieren? Da wei logisch niemand, wie er sich bewegen soll. Aber musikalisch sehr eindrucksvoll, so dass ich als Drummer sicher meinen fragwrdigen Spa hatte, denn der Kerl sieht aus, als htte er seinen Spinat nicht aufgegessen, aber er hat's echt in sich! Guter Mann, das!

Behemoth

Dann ging es mit groen Schritten auf den Headliner BEHEMOTH zu. Nach dem blichen Drum-Line-Check, bei dem Inferno deutlich zeigte, warum er da oben sitzt und sonst niemand, bzw. diversen Funkgesttzten Bluesstandards aus dem Backstage-Bereich, wo der Rest der Band wartete, knallte das Intro aus vollen Boxen ber uns herein.
Was dann passierte, war so ziemlich die professionellste Death-Metal-Show, die ich lange Zeit erleben durfte! Die Kerle machen musikalisch ordentlich Zunder, soviel ist klar, aber sie knnen es live auch gehrig umsetzen, so dass einerseits der Sound brillant war, die musikalische Leistung eben auch ein SEHR hoher Berg und letztendlich gewann die Performance. Jeder Song war mit choreographierten Passagen, Ansprachen ans Publikum, Blut, Feuer, Stahlmasken und fiesem Posing ausgestattet und man riss einfach alles weg. Die Jungs ballerten einen Gassenhauer nach dem anderen aus ihrem sehr ausgewogenen Set ber die gesamte Schaffensperiode heraus und zeigten gigantische Spielreude. Einzig die rockstarhafte "alle Leute hinten sind Pussies!!"-Nummer htte keiner gebraucht. Dennoch alle Hte runter, die Kerle marschieren hart! Kann man also nur empfehlen und fr dieses Geld im Steinbruch war das ein absolutes Sonntagsgeschenk!
Als Fazit kann man zu BEHEMOTH nur sagen: ankucken und ganz viel lernen! Sehr geil!

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