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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DOKKEN, KINGDOM COME
Ort Karlsruhe, Substage
Datum 02.10.2007
Autor Thorsten Dietrich & Sabine Jordan
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Mitten im Herbst an einem recht warmen Tag und an einem Abend vor dem Tag der deutschen Einheit begaben wir uns nach Karlsruhe, um die amerikanische Legende DOKKEN zu erleben. DOKKEN spielen ja nicht oft und flchendeckend in Deutschland, weshalb man als Musikliebhaber schon paar Kilometer mehr fahren muss.
Direkt neben dem Media Markt an einer Kreuzung liegt das Substage. Der Name kommt daher, dass der Laden in einer still gelegten Fugngerunterfhrung liegt! Krass. Da in Baden-Wrttenberg Rauchverbot herrscht ist uns die niedrige Decke erst einmal relativ egal, wobei's dann spter doch warm und stickig war. Das Substage ist ein Club mit einem Fassungsvermgen von circa. 600 Besuchern, in dem viele unterschiedliche Rock- und Metal-Bands zocken. Da der Laden aber quasi ein langer, breiter Schlauch mit Theke ist, mchte ich mir nicht unbedingt vorstellen, wie das ganze wirkt wenn es ausverkauft ist. Zum Glck ist ja Rauchverbot und auerdem wird fr 2009 ein Umzug des Substage angekndigt. Inzwischen und zumindest bei dem Wetter in dieser Nacht konnte man aber locker drauen rauchen und die Getrnkepreise waren sehr moderat, jedenfalls fr die Lage und das Bundesland! Das Problem ist allerdings die niedrige Bhne, weshalb man die Band von hinten nicht so gut sehen kann, auerdem versperrt einem da dann noch das Mischpult einen Teil der Sicht. So voll war es aber mit ungefhr 400 Besuchern nicht und so konnten wir uns da nicht beschweren.

Am Merchandisestand gab es viele unterschiedliche, gnstige, aber subjektiv hssliche Shirts der Vorband, nein, Co-Band (remember: Double-Headliner-Tour) KINGDOM COME aus Deutschland, aber nur ein Shirt von DOKKEN, das man als Longsleeve oder T-Shirt htte erwerben knnen. Kingdom Come KINGDOM COME waren 1988 auch mal recht hip in den Staaten und dmpeln seit dieser Zeit erfolgsmig - meiner Meinung nach - nur ganz nett vor sich hin. Kapitn und Snger Lenny Wolf begann um 21.00 Uhr mit seinen Mannen und spielte auch die Gitarre, zwecks Zeitmangels seines ersten Gitarristen Yenz Leonhard, der keine Zeit hatte, da er auf zu vielen Hochzeiten tanzt (IRON SAVIOR, SAVAGE CIRCUS, STORMWARRIOR etc.). Wolf hatte immer noch die selbe Topffrisur wie 1988, als ich ihn im Metal Hammer sah. Kingdom Come Eigenartig! Diese Frisur hatte schon jeder Mal, der sich die Haare lang wachsen lie. Jetzt wei ich auch, warum Gary Moore bei dem Song "Led Clones" KINGDOM COME meinte! Wolf versuchte einfach zu sehr den Plant zu machen, was aber frher echt besser klang und mich mit der Zeit sehr nervte. Das Spiel der Band hingegen war aber vollkommen in Ordnung und auch wenn die Jungs optisch weniger her machten, rockten sie doch ordentlich. Da konnte man wirklich von Spielfreude sprechen, auch wenn ich mit dem Material an sich weniger anfangen konnte, abgesehen von mir bekannten Ohrwrmern wie "Do You Like It" oder "Twilight Cruiser". Wolf und seine Band kamen aber sehr sympathisch rber, somit waren die 90 Minuten nicht unbedingt nur fr Fans eine lohnende Sache.

Da ich DOKKEN noch nie gesehen hatte und auch wenig in den letzten Jahren gehrt habe, war ich recht gespannt wie die Mannen um Grndungsmitglied und Namensgeber Don Dokken und Ur-Drummer Mick Brown auftreten wrden.

Dokken Dokken

Ausgerstet mit einer "Greates Hits" Setlist ging die Band natrlich auf Nummer sicher und gab den Fans das, was sie hren wollten: Material wie der Opener "Kiss Of Death" hat ja schon einige Jahre auf dem Buckel! Das merkte man der gut aufgelegten Band zu keiner Sekunde an, wohl aber Frontmann Don Dokken. Der kam mit Sonnenbrille, Drei-Tage-Bart und ganz kleinen Augen auf die Bhne. Er sah aus, als htte er einen derben Kater gehabt. Don brauchte einige Songs und wohl einige Schlucke Jim Beam (den er weniger mochte als Jack) bis er wieder fitter und agiler wirkte. Dokken So hatte der gute Don anfangs arge Probleme gegen seine agilen Mitmusiker anzukmpfen und lie auch gerne mal das Publikum bestimmte Strophen singen. Der quirlige Bassist Barry Sparks sang tolle Backing Vocals und half Don dabei gut ber die Runden. Das gilt genauso fr den Gute-Laune-Drummer Mick Brown, der nicht nur am Schlagzeug was her machte. So sangen DOKKEN also anfangs dreistimmig und konnten dadurch ber Dons Defizite etwas hinwegtuschen. Meine Ohren merkten aber, dass der Hit "Dream Warriors" von Don Dokken recht nuschelig-schrg interpretiert wurde. Mit der Zeit sangen die Mitmusiker weniger mit und Don wurde besser gelaunt, sprach paar Brocken deutsch und scherzte mit seinen Kollegen. Dokken Don kann froh sein, dass der seit paar Jahren diese tolle Band dabei hat, die ihm sprichwrtlich mehrmals diesen Abend den Arsch gerettet hat.Dabei muss der jung aussehende Gitarrist John Levin erwhnt werden, der nicht nur was fr die Damen hermachte, sondern auch noch eine verdammt heie Axt spielte.
Nach dem Flop des letzten Albums "Hell To Pay" kamen die Gerchte auf, dass DOKKEN noch mal im Originallineup mit George Lynch touren wrden, was sich aber wohl noch nicht ergeben hat. Die tolle Setlist mit guten 95 Minuten und die Tatsache, dass die Band insgesamt einen guten Gig abgeliefert hat, lieen die Enttuschung ber Dons Gesangsleistung (Mischung aus SAXONs Biff und Lemmy) mildern. Der Mann um die 50 hat seine besten Jahre gesanglich halt lange hinter sich und klang frher wirklich definitiv anders!

Dokken Dokken

Fotos: Thorsten Dietrich

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