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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing WACKEN OPEN AIR 2007
Ort Wacken
Datum 2.8. - 4.8.2007
Autor siehe Text
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Rain or (Spider-) Schwein

Wacken: ein Ort, ein Festival und in 2007 organisatorische Schwierigkeiten bis zum Abwinken. Dabei htte alles so schn werden knnen. Wre, ja wre es Tage zuvor nicht zu sintflutartigen Regenfllen im hohen Norden gekommen, die einen reibungslosen Ablauf des Festivals beinahe unmglich gemacht htten.

So fanden wir uns denn auch nur 10 km vor der Autobahnabfahrt Schenefeld / Wacken in einem bombastischen Stau wieder, der uns insgesamt gut 2 Stunden kosten sollte. Es htte uns schlimmer treffen knnen. Freunde von uns beispielsweise durften sich zwar schon den Ortskern von Wacken ansehen, doch bereitet dieses Unterfangen gut 9 Stunden an ein und derselben Stelle in einem Auto selbst dem hrtesten Wacken-Anhnger kaum noch Freude.
So erreichten wir unser Mekka dann auch erst gegen 2 Uhr frh und entschieden uns die Nacht zunchst in unsern Zelten hinterm ortsansssigen Edeka zu verbringen. Dass es unsere heiersehnten Bndchen allerdings im Edeka auerhalb des Orts gab und nicht etwa wie von freundlichen (?) Polizisten erklrt im selben mussten wir dann nach dem Aufstehen erfahren. Es htte mich auch gewundert, wenn zwischen Zeitschriften, Tiefkhlkost und Bier ein Mitarbeiter des W:O:A gesessen htte um den Leuten ihre Tickets gegen schick-verplombte Bnder umzutauschen.
Das ble Verkehrschaos, das sei noch erwhnt, kam brigens daher zustande, dass smtliche Campingpltze, Sintflut sei Dank, kaum noch zu gebrauchen waren und somit als Parkmglichkeit schon mal wegfielen. So durften also tausende von Headbangern zusehen, dass sie ihre Fahrzeuge irgendwo anders parkten.
Unsereins war da schon mit mehr Glck gesegnet. Notmanahmen wie beispielsweise ein Hubschrauber, der als Feld-und Wiesenfhn eingesetzt wurde (kein Witz!!!) und der mittlerweile gndiger gestimmte Petrus lieen es zu, dass wir ohne weiteres auf den Backstage-Campingplatz kamen und sogar dort parken durften. berhaupt spielte das Wetter in den folgenden Tagen sehr gut mit, so dass die Pltze bereits am Freitag wieder gefahrlos betreten werden konnten. Nicht so das Festivalgelnde, das den zigtausend Metalfans bis zum bitteren Ende krperliche Ertchtigung (ob man nun wollte oder nicht) und diverse Stolperfallen bescherte. Hier sei allerdings noch mal auf die Bemhungen seitens des W:O:A-Teams hingewiesen, die jeden Morgen aufs Neue versuchten Deutschlands grter Schlammgrube Einhalt zu gebieten. Doch trotz hlzernem Fundament und Unmengen an ausgelegtem Stroh; es erforderte teils schon einen nicht unerheblichen Kraftaufwand um vorwrts zu kommen.
Wie dem auch sei, wir waren da und ber diesen Umstand mehr als glcklich. Nachdem die ersten Biere zerstrt waren und man sich mit den besoffenen finnischen Nachbarn (Mikke, Takke, Mikke , Takke, hoi hoi hoi) arrangiert hatte, lie sich auch ber die wenig erbaulichen Umstnde hinwegsehen.
Nachdem wir uns ein wenig eingelebt hatten (*rusper*) ging es Donnerstag Abend bereits mit der "Night To Remember" los. Doch schon vor der "Night" durfte man sich spt nachmittags an Klngen der hrteren Gangart erfreuen. Schon einige Jahre scheut sich das Triumvirat Hesse, Hbner und Jensen nicht mehr davor den Metalheads neben den klassischen und traditionelleren Bands auch modernere und ber den Tellerrand blickende Knstler zu servieren.
Unsere erste Band auf dem W:O:A 2007 sollte mit Narziss eine wenig "true" Band sein. Leider waren Narziss aber auch wenig gut; zumindest das was wir von ihnen noch hren durften. Knnte natrlich auch gut am Mischer gelegen haben (oder war es doch das bandeigene Equipment?!), der dafr sorgte, dass der Sound teils matschig, teils viel zu hhenlastig war und man Nuancen kaum heraus hren konnte. Die anwesenden Zuschauer jedenfalls bescherten den Deutschen einen warmen Empfang. Als diese dann dem nicht der deutschen Sprache mchtigen Teil des Publikums erklrte, dass sie NaRzisS (um das mal bildlich zu verdeutlichen) hieen und nichts mit braunem Pack zu tun htten, nur um anschlieend "Nazis raus!"-Sprechchre anzuzetteln, konnten sie wenigstens ein paar Sympathie-Punkte einheimsen.
Neaera haben diese Punkte seit meinem ersten Konzert der Mnsteraner. Kompromissloser Extrem-Metal, der mit Metalcore nur noch bedingt etwas zu tun hat, klatschte ins ausrastende Publikum und Snger Benni hatte sichtlich Spa an dem Gig. Ein guter Sound (geht doch), eine vortreffliche Songauswahl und eine beeindruckende Wall of Death machten den Neaera Auftritt zu einem kleinen Highlight am frhen Donnerstag und zu einem absoluten Erfolg fr die Band. Hier kamen auch zum ersten mal die "Spiderschwein"-Rufe zum Tragen, die im weiteren Verlauf des Festivals immer wieder bers Gelnde schallten. Die Band nahm's mit Humor und stimmte in den Chor mit ein.(DL)
Die Norweger Alpha Animal bildeten einen deutlichen Kontrast zu den Metalcore Shootingstars Neaera. Ihre theatralischen Songs und das extravagante Auftreten der weigeschminkten Frontfrau lieen das Publikum zunchst eher verwirrt zur Bhne blicken, doch mit der Zeit konnten die Band die zahlreichen Lcken im Publikum schlieen und auch der Hflichkeitsapplaus verwandelte sich mehr und mehr zu aufrichtigem Jubel.
Definitiv ein Auftritt, der fr deutliche Abwechslung im Billing sorgte und Spa machte. Rock 'n' Roll der anderen Art eben.(MS)
Die ersten schwierigeren Entscheidungen standen an und unser Los fiel auf Sodom, die ihren 20. Geburtstag mit allerlei Gaststars feierten. Bis auf Chris Witchhunter, das schonmal vorweg, lieen sich nmlich, soweit ich das realisiert habe, smtliche frheren Axtschwinger und Fellverdrescher auf der Blackstage blicken. Seltsamerweise gehen Sodom sowas von gar nicht auf Nummer sicher, dass man teilweise schon schlucken muss. Vier neue, und somit auch wenig hitverdchtige Songs ("Blood On Your Lips", "City Of God", "Axxis Of Evil" und den vierten kannte ich nicht) erffnen die Show und ich bekomme schnell den Eindruck dass ich bei weitem nicht der Einzige bin, der diese Aktion weniger als mutig, denn mehr als ungeschickt ansieht. Die Publikumsreaktionen sind relativ verhalten und bieten ein, fr eine Sodom-Show recht ungewohntes Bild. Der erste Gast ist Grave Violator (was fr ein Pseudonym...), der sich an "Blasphemer" vergehen darf. Sehr rumpelig und nicht gerade sauber rotzt er seine Riffs in den Mob... im Endeffekt also sehr authentisch, doch wenig mitreiend fr jemanden (wie mich) der nicht gerade viel von den ersten Werken der Thrashband hlt. Pyros und Feuerfontnen machen die Sache wenigstens etwas unterhaltender. Auch der zweite Gast, Monsieur Esotherik himself (n, wat ham wa bei der Sodom DVD gelacht), Frank Blackfire hat ganz offensichtlich einiges an seinem Instrument verlernt (oder waren die Originale echt sooo schief???) und "brillierte" mit Gitarrenzauber der besonderen Art. Schn... schn schief. "Christ Passion" und "Magic Dragon" sollten die nchsten Opfer des Schwarzfeuers werden und hier stellte sich auch heraus, dass es womglich doch an den Songs gelegen haben knnte. Michael Hoffmann war der nchste in der Riege der "Hinterbliebenen" und auch er durfte einen "Nicht-Hit" ins lahmende Publikum feuern. "Tarred And Feathered" hinterlie wenigstens technisch gesehen keinen schlechten Eindruck. Andy Brings kam auf die Bhne, und whrend man hinter ihm am Schlagzeug rumfriemelte, gabs den ersten Megahit... deformiert bis zur Schmerzgrenze. Denn da ja zum aktuellen Zeitpunkt kein Schlagzeug da war, durfte das Publikum den Beat vom "Wachturm" KLATSCHEN...
Wer mich kennt, wei dass ich ein geduldiger und toleranter Mensch bin, doch wenn Deutsche auf Konzerten klatschen, krieg ich mit schner Regelmigkeit nen Hals. Halloooo!!! Lasst es! Bitte!! Metalheads sind in der Regel gute Menschen; friedfertig, kontaktfreudig, einfach Gemtsmenschen, doch lasst sie bitte nicht mehr bei Konzerten mitklatschen. Wenigstens die deutschen nicht mehr. Mag sein dass auch hier wieder einige "Verwirrte" mit Rhythmusgefhl im Publikum standen, doch die wurden von der groen Masse an Taktlegasthenikern zu Klump geklatscht.
Nach diesem Attentat auf das sthetische Empfinden durfte der Mann mit dem Kopftuch, besser bekannt als Atomic Steif, hinters, am Bhnenrand positionierte, Schlagzeug. Auch er hatte die Sodom Kamellen lngere Zeit nicht mehr gehrt und polterte sich durch "Get What You Deserve" und "Abused". "The Vice Of Killing" und "Napalm In The Morning" (der Hammer!) knallten in der aktuellen Besetzung vorzglich und "Sodomy And Lust" wurde gar von Blackfire und Bernemann gemeinsam vorgetragen. Nette Geschichte am Rande. Andy Brings hat leider erst nach dem Gig gemerkt, dass das Publikum weniger mit als ber ihn gelacht hat, da man bei einem geschickten Schwenk der Kamera sein Maurerdekollete-Dekollet im Close-Up auf der Leinwand bewundern durfte. "Ausgebombt" (ihr merkt schon, da geht was) wurde sogar von Blackfire, Bernemann und Brings zum Besten gegeben. "The Saw Is The Law", "Outbreak Of Evil" und das kaum erkennbare "Bombenhagel" bildeten den Abschluss einer recht durchwachsenen Geburtstagsfeier. Das htte man nen Tick geschmeidiger gestalten knnen, geht aber unterm Strich noch als ok durch.
Auf einer anschlieenden (WC-) Sitzung sollte sich heraus stellen, dass es kein groer Fehler war All That Remains sausen zu lassen. Zumindest klang ihr Snger vom (gar nicht mal so) stillen rtchen aus, ziemlich schlimm.
Anschlieend sollte sich die Neugestaltung des Festvalgelndes als wenig schlau erweisen. Kamen wir doch, dank Partystage-Eingang, ein gutes Stck zu spt zum Hatesphere-Gig. Dieser Torbogen mag zwar spitze (und King Kong-like) aussehen, wenn die Zuschauerzahlen berschaubar sind, doch es reichte schon eine Band wie Hatesphere antanzen zu lassen und nichts ging mehr. 2/3 der Show bekamen wir jedenfalls noch mit. Der Sound weiter hinten war Bombe, doch die Setlist war wenig mitreiend. Kaum Hits aus dem reichhaltigen Fundus der Dnen waren zu vernehmen und erst gegen Ende kamen wir in den Genuss einiger Knaller. Snger Jacob und seine Mannen rissen jedoch einiges mit einer energiegeladenen Bhnenshow raus und lieen den Auftritt somit noch unters Prdikat befriedigend fallen.
Unsere letzte Band fr den Donnerstag sollte Maroon heien und Hlle, was haben die gerockt. Das Zelt war pickepacke voll und glcklicherweise an einer Seite offen (wir lernen dazu ^^). Die Metalcore Jungs aus Nordhausen machten Alarm und die Meute fra ihnen aus der Hand. Allen voran Front-Asi Andre animierte, stilecht mit Stirnband, die tobende Menge. Witzig-prollige Ansagen und sein permanentes Gerotze machten ihn unweigerlich zum Mittelpunkt des Geschehens. Nachdem er Sex mit dem Effektgert seines Gitarristen angedeutet hatte, schmiss er es mal eben, sehr zur Freude eben jenes Gitarristen, in die Ecke und sein T-Shirt in die Menge. Der Moshpit nahm bedrohliche Ausmae an; fast 2/3 des Zelts war in Bewegung und das was einem da auf den Schdel tropfte war tatschlich Schwei. Lecker! Bei "Wake Up In Hell" schlielich rief der Fronter einen monstrsen Circle Pit ins Leben und als er zum Abschluss gemeinsam mit der Metal Hammer-Crew und Tom Angelripper hchst selbst den Sodom-Klassiker "Ausgebomt" schmetterte, war das Zelt im Grunde schon viel zu klein. Danach konnte es nicht besser werden, also ab ins Bett.

Tag 2 startete leider ziemlich beschissen. Die Backstage Eingnge zum Festivalgelnde ffneten erst gegen 11:10 Uhr; 10 Minuten nachdem The Black Dahlia Murder bereits begonnen haben. Eben jene Band stellte bereits im Vorfeld ein absolutes, persnliches Highlight fr mich dar, das nun, dank schnarchnasiger Reinigungskrfte, locker 15 Minuten weniger fr mich zu bieten hatte. Dennoch genoss ich den Auftritt in vollen Zgen und der Vorgeschmack auf das im September erscheinende Album "Nocturnal" in Form von "What A Horrible Night To Have A Curse" lie den Schnetzel-Jngern im Publikum das Wasser im Mund zusammen laufen. Der Song htte zwar auch genau so auf Miasma stehen knnen, doch genau das wird es gewesen sein. "A Vulgar Picture" (ich liebe es!), eben jenes "Miasma" und "The Blackest Incarnation" heizten das Publikum im weiteren Verlauf an. Apropos hei: Snger Trevor (in schicker, roter, langer Badehose?!) rannte mal nicht permanent ber die Bhne, da dies bei hoch sommerlichen Temperaturen wohl selbst ihm zu viel gewesen wre. Seine Mitstreiter ballerten sich tight, wie gewohnt, durchs Programm und setzten mit "Funeral Thirst" einen wrdigen Schlusspunkt hinter ein grandioses Konzert, das ausschlielich unter einem eher bescheidenen Sound zu leiden hatte. Nach wie vor eine meiner ganz persnlichen Lieblinge.
Als nchstes standen Amorphis auf dem Plan, doch dank extremer Temperaturen, Unmengen von Stroh und schtzungsweise einem dummen / unachtsamen Menschen brach ein verhltnismig groes Feuer vor der True Stage aus. Leider war die Feuerwehr nicht ganz so schnell zur Stelle wie man sich das gewnscht htte, oder wie good ol' Ingo meinte: "Blasmusik, dat knnen se..."
Nun war man also fast schon gezwungen den teils witzigen, teils bescheidenen Ansagen eines Mannes zu lauschen, der... keine Ahnung welche Funktion der Mann hatte, aber er warnte sehr oft davor, seine Kippen ins Stroh fallen zu lassen. Ham wa wieder was gelernt...
Wenn wir also schon mal dort standen, konnten wir auch einfach ein paar Schritte weiter gehen, um den schroffen Klngen meiner britischen Alltime-Faves zu lauschen. Napalm Death erffnen ihren Set mit "Sink Fast Let Go", dem Opener ihres aktuellen Monstrums "Smear Campaign". Was sofort auffiel war der seltsame "Gesang" den Fronter Barney hier zum Besten gab. Doch gleich beim zweiten Song erklang das gewohnte und heigeliebte Gebell wie eh und je. Barney ging ab wie ein Zpfchen und seine Mitstreiter Danny (Gitarre) und Shane (Bass) lieen ihre Nackenmuskeln kochen. Die Menge vor der Bhne wirkte zunchst perplex angesichts dieses Infernos dass gerade ber sie hereinbrach und man gewann schnell den Eindruck, dass ein Groteil der Besucher nicht die leiseste Ahnung hatte was da auf ihn zukommen wrde. Bei "Suffer The Children" gaben sich dann aber doch einige Die Hard Fans zu erkennen und starteten den ersten Pit. "Silence Is Defeaning" lie sich aufgrund eines wenig differenzierten Sounds und leicht angezogenem Tempo zuerst kaum erkennen und "Breed To Breathe" sorgte wie erwartet fr mchtig Bewegung in den ersten Reihen. Den Schluss bildeten, wie gehabt, natrlich die Perlen der ersten Verffentlichungen (das Debt "Scum" feiert seinen 26. Geburtstag), so dass der Mob das Tanzbein zu Krachern wie "Life?", "The Kill", "Deceiver" und "You Suffer" schwingen durfte. Zu "Persona Non Grata" gabs noch einen mchtigen Circle Pit, bevor der Auftritt mit dem obligatorischen "Nazi Punks Fuck Off" endete. (DL)
Amorphis begannen ihren Auftritt schlielich mit einstndiger Versptung (s.o.), gleich nachdem Napalm Death auf der benachbarten Bhne den letzten Ton gespielt hatten. Trotz aller Hitze brauchte Snger Tomi Joutsen dann erst einmal 2-3 Songs um ein wenig aufzutauen. Danach lie er endlich die hftlangen Dreadlocks durch die Wackener Mittagsluft fliegen und brachte nach jedem Applaus ein artiges "Danke" ber die Lippen. Ansonsten konnte von Kommunikation zwischen Band und Publikum nicht wirklich die Rede sein. Vielleicht sollte man von Finnen diesbezglich auch einfach nicht so viel erwarten. Gespielt wurden hauptschlich neuere Songs wie "Alone", "Leaves Scar" und "House Of Sleep". Ein insgesamt solider Festivalauftritt.(PL)
Volbeat, ein weiterer Grund unseres Erscheinens, lieen sich mchtig Zeit. Ganze 30 Minuten spter begann der Auftritt der sympathischen Dnen, doch gleich der erste Song, "The Human Instrument" vershnte fr das rgernis und fortan war jeglicher rger hin fort geblasen. Snger Michael Poulssen hatte die Menge fest im Griff und spielte seine Spielchen mit dem Publikum. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und ich strzte mich ebenfalls in die Menge, nur um mich kurz darauf ber den Kpfen der Fans wiederzufinden. Die Johnny Cash Verneigung "Sad Man's Tongue" wurde von einem Freund der Band auf der halb-akustischen begleitet und auch beim Superhit "The Garden's Tale" kam dieser zum Einsatz. Absoluter Pogo- und Divealarm bei den Elvis-Metallern. Zwischendurch noch den Dusty Springfield Kracher "I Only Wanna Be With You" zerlegt, und alle waren glcklich... und ich wei jetzt wenigstens was aus Gerald, dem Baby aus Simpsons mit nur einer Augenbraue, geworden ist. Das spielt nmlich jetzt Gitarre bei Volbeat.
Tja, Therion hatten mit Strahle Strahle Sonnenschein definitiv das falsche Wetter erwischt. Ohne nhere Kenntnisse ihrer Diskografie hatte ich mir im Vorfeld auf jeden Fall mehr von dieser Band erwartet, als ein bisschen Schminke und gotisches Gejodel. Die Songarrangements dieser Kapelle sind alles andere als eingngig und so gingen mir Therion schon nach wenigen Liedern dermaen auf die Nerven, dass ich mich dazu entschied lieber wieder zum Zeltplatz zurckzuschlurfen als den Schweden noch lnger zuzuhren.(PL)
Therion mussten ihren Auftritt aufgrund eines Brandes auf dem Festivalgelnde um gut 40 Minuten nach hinten verschieben. Der Stimmung im Publikum, aber auch bei der Band lie sich von diesem kleinen Zwischenfall jedoch keineswegs trben. Die Meister des Bombast konnten einen enormen Fanzulauf verbuchen und gaben dementsprechend auf der Bhne 100%. Die Band wirkte nicht nur uerst aktiv und spielfreudig, insbesondere die erstklassige Gesangsleistung von Neu-Liveshouter Thomas Vikstrm konnte berraschen.(MS)
Nicht dass ich groartig getrunken htte, aber die Hitze war erbarmungslos und Schatten war rar auf dem W:O:A, also gings erst mal zurck zum geliebten Auto, in dessen Schatten erstmal das ein oder andere Bier verhaftet wurde. Ein wenig Turbonegro musste jedoch sein und schlecht waren die Herren beileibe nicht. Die Stimmung war ok, allerdings nicht so ausgelassen wie erwartet. Die blichen Verdchtigen im Gepck ("Get It On", "The Age Of Pamparius" und "I Got Erection"), konnte man sptestens hier massig Fuste gen Himmel gereckt sehen. Groartig geht anders, zumal ich, wie bereits erwhnt, eine wildere Show erwartet htte. Unterhaltsam wars aber schon irgendwie.
Auf einem kurzen Abstecher durchs Pressezelt vernahm ich noch einige Noten von Judas Priests "Breaking The Law", intoniert vom nchsten Hype- Sturm Und Drang. Auch das war ganz ok... mehr nicht.
Lacuna Coil sind zum Glck keine dieser weinerlichen Gothic Metal Combos, die fehlendes Knnen und mangelnde Hitdichte durch theatralisches Bhnengebahren versuchen wett zu machen. Nein, bei den Italienern wurde gerockt und auch wenn die Bhnenshow inklusive synchronbangen teils schon sehr eingebt und nur noch wenig spontan wirkte, so kann man Lacuna Coil doch eine geile Show attestieren. Traurig nur, dass die Menge erst beim Depeche Mode Cover "Enjoy The Silence" steil ging, haben die Jungs + Mdel doch eine ganze Reihe an eigenen Hits im Gepck. Cristinas Mitmach- und Singspielchen und ihre Kommunikation mit dem Publikum war zudem noch sehr symphatisch und letztlich konnten auch Kracher wie "Heaven's A Lie", "Swamped" und der letzte Song "Our Truth" einige Popos zum Wackeln bringen.
Meinen Kopf zum Wackeln brachte anschlieend ein dubioser Merch-Stand auf dem Gelnde der Party Stage. Die unsymphatische Hackfresse des lteren Verkufers war mir schon seit Jahren ein Begriff, aber wer htte gedacht, dass der nicht nur hsslich ist, sondern auch Nazi-Scheie vertickt?! Jedenfalls ergab meine Diskussion mit seinem jngeren Kollegen erwartungsgem nicht den erwnschten Erfolg. Stattdessen musste ich mir anhren, dass diese ganze Geschichte vom Rock Hard zur Zeit ja wohl furchtbar aufgebauscht wrde und beispielsweise Napalm Death schlielich nicht besser seien als Graveland. Beide Bands wrden immerhin extrem politische Kacke labern und beides wre nicht gut. Letzten Endes sei es doch die Musik, die zhle. Da dem jungen, dummen Mann nichts besseres einfiel und ich mir meine Finger gewiss nicht an so einem Pack schmutzig machen wollte, zog ich es vor, ihn mitten im Satz stehen zu lassen. Petra Schurer, vom Metal Hammer, war dann jedoch so nett und lieh mir ein Ohr. Nach meinen Schilderungen war sie erbost und versprach der Sache am nchsten Morgen direkt nach zu gehen. Keine Ahnung was hierbei heraus gekommen ist, doch keine 24 Stunden spter "durfte" ich erneut Graveland CDs sehen, diesmal im Metal Markt Zelt. Es muss doch mglich sein, so etwas unter Kontrolle zu halten. Ich verstehe es nicht...
Der deutsche Headliner am Freitagabend setzte erst einmal halbstndig auf sichere Hits wie "Nightfall" und "Bright Eyes" bevor man sich schlielich auch an "Fly" vom neuen Album herantraute. BlindGuardian wurden ein gutes Stck zu leise abgemischt, was dem Konzert jedoch nicht die Magie des Augenblicks nehmen konnte. Hansi, zweifellos der Heavy Metal Jesus schlechthin, schlich wieder einmal so andchtig ber die Bhnenbretterer htte eigentlich auch einen Bademantel tragen knnen. Die Hartwurst Gemeinde liebt ihn fr diese Art und natrlich fr Hymnen wie "Valhalla", welches, wie nicht anders zu erwarten, erst nach minutenlangem Publikumschorgesngen endete. Den gesamten Gig ber waren stets 10-20 Crowdsurfer unterwegs, die Band wusste genau wonach die Meute gierte und lie sie schlielich den "Bard Song" singen. Laut Hansi in der lautesten und geilsten Version die er bisher gehrt hatte. "Time Stands Still" wurde Wacken als letzter Song verkauft, doch alle wussten gleich, dass das noch lange nicht alles gewesen sein konnte. Zu frh war noch der Abend. Es folgten "Imaginations From The Other Side", "Punishment Divine", "Lord Of The Rings", mit "This Will Never End" schlielich ein weiterer von insgesamt 3 "Twist In A Myth" Songs und letztendlich "Mirror, Mirror". Die Zufriedenheit in den Gesichtern der zigtausend Zuschauer war gro nach diesem Konzert. Man war insbesondere froh, dass die Setlist mehr von alten als von neuen Guardian Songs dominiert wurde und die eher peinlichen Animationen auf der Grafikleinwand im Rcken der Band gerieten so schnell in Vergessenheit wie sie Minuten zuvor noch hin und her flackerten.(PL)
Belphegor hatten ein Stelldichein auf der Zeltbhne und das wollten sich geschtzte 200.000 Metaller nicht entgehen lassen. Wer htte gedacht, dass der Black / Death Metal der ssis dermaen viele Freunde gefunden hat. Im Zelt war Alarm angesagt. Unsereins stand nur leider auerhalb vom Zelt, dass, hier hat man mal mit gedacht, zur Seite hin komplett offen war und uns so wenigstens den ein oder anderen Blick erhaschen lie. Die Musik hingegen war kaum zu vernehmen, was recht traurig war, denn das was man hren konnte, klang ausgezeichnet. So lauschten wir mit dem rechten Ohr Blind Guardian und mit dem linken den Deibeln aus dem Nachbarland. Die nchste Gelegenheit die Teufelsjnger live zu erleben wird wahr genommen.(DL)
An Dimmu Borgir scheiden sich wahrlich die Geister. Fr die einen zu bse, fr die anderen zu kommerziell, was auch immer. Fakt ist jedoch, dass die Jungs um Shagrath einfach erstklassige Mucke produzieren und mit ihrer Show haben sie wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, dass man sich von etwaigen Nrglern nicht den Spa an Live-Gigs versauen lsst. Man strotzte nur so vor Spielfreude und die dichte Atmosphre bei Songs wie "Kings of Carnival Creation" oder "Cataclysm Children" lie nichts zu wnschen brig. Kurz um: Eine sehr professionelle, perfekt dargebotene (Black) Metal Show.(MS)
Dimmu Borgir erffneten mit dem grandiosen "Progenies Of The Great Apocalypse", dass dank undifferenziertem Sound jedoch grandios nach hinten los ging. Gegen Ende hin wurde der Sound zwar besser, allerdings auch brutal laut. So laut, dass es streckenweise nicht mehr sehr angenehm war. Sieht man von diesem Manko und der viel zu hektischen und bunten Lightshow ab, konnten die Norweger diesen Gig jedoch als gelungen verbuchen. Mit "Vredesbyrd", "Kings Of The Carnival Creation" und "Spellbound (By The Devil)" kann man allerdings auch kaum was falsch machen. "A Succubus In Rapture" htte ich hingegen nicht erwartet; vielen Dank dafr. Mit "Mourning Palace" beendete man ein Konzert, dass vielleicht nicht als bestes, aber definitiv als lautestes des diesjhrigen W:O:A bezeichnet werden konnte.(DL)
Ohne groe Worte boten Iced Earth einen ausgewogenen Querschnitt durch ihre Diskografie. Dabei machten sie mehr als deutlich, dass sie dem Anspruch als Headliner des diesjhrigen W:O:A gerecht sind. Die Performance aller Musiker war wirklich erstklassig und vollends berzeugend. Der Ripper schrie sich wie immer die Seele aus dem Leib, doch die Power, die er mit seinem Gesang entfacht passt einfach zum moderneren Auftreten der Band. So erhielten die Fans eine explosive Mischung aus geilen Songs, einer gewaltigen Pyro- und Lichtshow und einem Sound, wie er transparenter und differenzierter nicht sein knnte. Stcke wie "Stormrider", das neue "A Charge To Keep" oder die "Something Wicked"-Trilogie wurden somit zu Gnsehautgaranten, die nach diesem Auftritt noch sehr lange im Gedchtnis bleiben werden. Fr mich der beste Gig des Festivals!(MS)

Morgenstund' hat Gold im Mund'! Leider setzten am Samstag nicht gerade viele Festivalbesucher auf diese alte Weisheit, so dass die Leipziger Individualisten namens Disillusion ihren Gig um 12 Uhr vor einem recht berschaubaren Hufchen mder Metaller begannen. Sowohl Bassistin als auch Drummer entpuppten sich als Neuzugang, beides jedoch bestens eingespielte Musiker, die sichtlich Spa an der Sache hatten. Nach und nach fllte sich der Platz vor der Party Stage dann doch noch und die Band spielte einen Mix aus den Alben "Gloria" und "Back To Times Of Splendor". 45 Minuten Spielzeit sind fr eine progressive Band wie Disillusion natrlich problematisch und so krzten die 4 Akteure einige ihrer berlnge-Songs, zum Bedauern vieler Fans, schmerzhaft auf Festival-Lnge zurecht. Nach 7 oder 8 Liedern war das mittgliche Konzert auch schon wieder vorbei. Disillusion konnten mich mit ihrem bunten Musikstrau jedoch trotz der Krze der Vorstellung dazu verleiten, die Band eine Woche spter gleich noch einmal vom Bhnenrand aus anzuhimmeln. Die Leipziger haben es einfach raus, Anspruch und Eingngigkeit miteinander in Einklang zu bringen. Fr mich persnlich definitiv eines der Highlights.(PL)
Die Black Stage wurde am Samstag von Sonic Syndicate erffnet und hier sollte sich zeigen, dass die Jungspunde diesen Slot auch durchaus verdient hatten. Mit einem guten Sound ballerten sie sich durch ihren Set. 2, sich abwechselnde, Snger und die zierliche Bassistin bildeten zunchst den Blickfang, doch Sonic Syndicate knnen weitaus mehr als nur "gut aussehen". Ok, an Originalitt hapert es noch bei den Schweden, doch wenn die Band ihre Frische und ihren Elan fortan beibehlt, darf sich die Konkurrenz bald schon umsehen. Die Menge sah es hnlich und die Musiker hatten sichtlich Spa. Vom Songwriting her ist es jedenfalls kein weiter Weg mehr bis zur Spitze.
Sacred Reich gab sich meiner einer dann mehr oder weniger aus Prinzip. Mehr als die '88er "Surf Nicaragua"-EP befindet sich von den Ami-Thrashern nicht in meinem Besitz und mehr ist mir auch nicht bekannt. Allein die Stcke besagter EP (allen voran der Titeltrack) und der legendre Ruf der Band waren jedoch Grund genug vor der True Stage zu verharren. Erst einmal hie es allerdings sich all die anderen Songs anzuhren, die mich allerdings kaum zu begeistern wussten. Zu langsam und blutleer wirkte das Material auf mich, als dass ich in Zukunft Sacred Reich Hardcore-Fan wrde. Wenig Energie schien im Allgemeinen auch auf das restliche Publikum berzuspringen. Die letzten 10 Jahre lebte Mastermind und Snger Phil Rind in einem Buddhistenkloster. Ich schtze mal, dass das vielleicht ein oder 2 Jahre zu viel waren. Von der Statur her bewegt sich Mr. Rind nmlich definitiv in Richtung Buddha und auch Haare gabs nicht mehr viel zu sichten. Die Songs wurden nach und nach jedoch besser und als bei "Ignorance" ein Circle Pit mchtig Staub aufwirbelte zeigte auch das Publikum erste positive Reaktionen. Apropos Publikum: Sacred Reich konnte mit der ersten Menge auf dem diesjhrigen Wacken auftrumpfen, welches ansehnlich im Takt mitgeklatscht hat... halbwegs ^^. Auch der Sound stimmte beim "Heiligen Reich" und die Band hatte ein breites Grinsen auf den Backen. Highlights waren definitiv das Black Sabbath Cover "War Pigs" (vom Publikum lauthals mitgesungen) und natrlich, das von mir heiersehnte, "Surf Nicaragua". Warum nicht gleich so?!
Dir En Grey klangen im Vorbeigehen irgendwie... anders. Ich wrde es jetzt spontan anstrengend nennen, aber auf jeden Fall nicht so, dass man stehen bleibt und weiter lauscht.
Anstrengend war es wohl auch fr Jesper Strmblad, der nun mit Dimension Zero auf der Party Stage stand, nur um einige Stunden spter die True Stage mit In Flames bearbeiten zu drfen. Bei Dimension Zero lebt Strmblad ja bekanntlich seine Vorliebe fr aggressivere Sounds aus und aggressiv sollte es werden. Naja, zumindest die Musik wurde es, denn Snger Jocke (ehemals Marduk) verstrahlte das Temperament einer Dose Ravioli. Gesanglich gab allerdings nichts zu meckern und auch die brigen Musiker zockten dermaen sauber und tight, dass einige Kinnladen im Publikum gleich mal eine Etage tiefer rutschten. Entweder hatte die Band tatschlich mehr Fans als ich gedacht hatte, oder sie hat diese durch ihren Gig prompt hinzu gewonnen. Fuste wurden im Takt (!) gereckt und Songs wie "Silent Night Fever" und "Your Darkest Hour" boxten smtlichen Zweiflern und Projekthassern die Skepsis aus der Visage. Eines der Highlights.(DL)
Rage boten mit dem Lingua Mortis Orchester im Rcken schon mal einen netten Klassik-Vorgeschmack auf Haggard. Und was soll sonst man zu dieser routinierten Festivalgre schon sagen? Musikalisch, als auch gesanglich war wiedermal alles mehr als nur im grnen Bereich. Viktor bewie einmal mehr, dass er einfach nicht von dieser Welt ist, was sein Gitarrenspiel angeht, Peavy zeigte sich sehr kommunikativ und Schlagzeugneuzugang Andr performte ausgezeichnet. Er fllt zwar etwas weniger auf sein extrovertierter Vorgnger, spielt dafr aber auch fantastisch. Mit den berwiegend lteren Songs hatten Rage auch dem Wacken 07 wiedermal alles im Griff. Ein klasse Auftritt eine auergewhnlichen Band.(MS)
Rage zogen ein Mrderpublikum vor die True-Stage und rissen auch mich, dank Orchester, von der ersten Sekunde an mit. "From The Cradle To The Grave", "Alive But Dead", gerade die Lingua Mortis Nummern sind es, die mich immer wieder umhauen. Was fr ein Songwriting.
Doch allzu lange genossen wir die Klnge nicht, denn die Frau wollte zu der Stripshow im Metal Markt (ja, ich wei, jetzt beneidet ihr mich). Dank Pressebndchen mussten wir noch nicht mal Eintritt bezahlen und meiner Wenigkeit durfte sogar mit Digicam in den Fotograben. Ironie des Schicksals, dass ich dort ausgerechnet auf Atomic Steif treffe... Sachen gibt's.
Der Nachmittag wurde zur Nacht als Swallow The Sun die Wet Stage enterten. Die Finnen brachten kein einziges Lcheln ber die Lippen und hatten sich vor ihrem Auftritt, wie es aussah, passagenweise zum Synchron-Bangen verabredet. Ziemlich witzig war zwar, dass zwischen einzelnen Songs immer mal wieder Rage von der True Metal Stage in das Zelt hereinwehten. Swallow The Sun spielten ihr Set dennoch unbeirrt und supersauber runter, ohne viel mit dem Publikum zu reden. Momentan tourt die Doom-/Death-Formation zusammen mit Katatonia, Scar Symmetry und Insomnium durch Nordamerika um das aktuelle Album "Hope" zu promoten. Im November geht's dann abermals nach Deutschland, diesmal als Support fr Amorphis.(PL)
Norther machten der Partystage wirklich alle Ehre. Vor allem begeisterten sich smtliche COB-Kiddies fr die Buben aus Helsinki, welche den Bodomer Sensemnnern nicht nur musikalisch sondern auch persnlich ziemlich nahe stehen. Die Crowdsurfer-Frequenz erreichte whrend des Auftritts der Band den von mir an der Party Stage beobachteten Maximalwert. Mal sehen ob sich Norther eines Tages noch aus dem Schatten der beliebten Originale stehlen knnen um dann ihre eigenen Qualitten zu entwickeln. Zu gnnen wre es ihnen ja.(PL)
Eine passende berschrift zum Gig Dsterurvter knnte z.B. lauten:"Besoffene aufe Bhne - oder wie ich mir meinen Auftritt am Besten versaue." Also, was die Jungs hier abgezogen haben war echt unter aller Sau. Pete Steele wirkte mit seiner Priesterkluft in schickem schwarz-grn inklusive Zylinder zwar ganz stilvoll, doch derart besoffen oder anderweitig berauscht, lie seine Performance, gelinde gesagt, zu wnschen brig. Nicht nur, dass die Pausen zwischen den Songs ewig lang waren, da die Musiker nicht in die Ptte kamen, war auch der Gesang wirklich furchtbar. Unser Peter schien den Abstand zwischen sich und dem Mikro nicht mehr ganz so gut abschtzen zu knnen, so dass man ihn mal gar nicht, mal ohrenbetubend laut und bersteuert oder einfach nur schepp hrte. Bestes Beispiel hierzu, das eigentlich geniale "Love You To Death": Es wurde vllig verhunzt. Viel zu schnell und ohne Feeling gespielt, schief gesungen und einfach nur zum Abgewhnen.
Oh je, das war echt nix. Zum Glck dauerte der Gig gerade mal eine Stunde und nicht lnger, denn unser Rotweinliebhaber, Steele, ist nach dem letzten Song einfach auf der Bhne umgefallen. Wer wei wo das noch htte enden knnen.(MS)
Type O Negative sollten eigentlich ein Highlight werden; so hatte ich mir das zumindest ausgemalt. Alles fing mit "We Hate Everyone" eigentlich auch sehr geil an, doch danach gab es immer lngere Pausen zwischen den Songs, die erst gar keine Type O-wrdige Stimmung aufkommen lieen. Zudem musste sich Mr. Steele auch dermaen den Rotwein / Jgermeister hinter die Binde kippen, dass es nicht mehr feierlich war. Alles kann man sich als "Superstar" dann auch nicht rausnehmen. Einzig diverse Hits, die die New Yorker zwischen all dem sperrigen Kram auspackten lieen die Menge ein wenig erfreuter zurck. So lag es dann an "The Prophets Of Doom", "Wolf Moon", "Christian Woman" und natrlich "Black No. 1" die Massen zu mobilisieren. Mit seinem Abgang (umkippen, aufstehen und den Effe zeigen) hatte sich der Fronthne jedenfalls wohl kaum neue Freunde geschaffen.
Anders Immortal, die in mir definitiv einen neuen Fan gefunden haben. Die Bergener machten von Anfang an den Eindruck, als shen sie ihre Musik als das an, was letztlich jede Musik sein sollte: Entertainment! Und das machte sie mir spontan noch mal so sympathisch, als sie mir ohnehin schon waren. Nach einem dsteren Intro krachte "The Sun No Longer Rises" auf die kaum noch berschaubare Menschenmasse ein. Unmittelbar danach gab es mit "Withstand The Fall Of Time" den Opener des grandiosen "At The Heart Of Winter". Dann kam der Punkt an dem Immortal bei mir gewonnen und bei diversen Hardlinern mit Sicherheit verloren hatten: Abbath' Ansagen. Der Norweger brabbelte irgendwas von "... how is it going?" und vor allem "Motherfucker". Dies alles jedoch auf eine witzige (!) Art und Weise. Diese lockere Kommunikation mit dem Publikum riss bis zum Schluss nicht ab und machte Abbath in diesem Moment fr mich zur coolsten Sau unter der Sonne (wohl eher Mond). DAS war Rock 'n Roll, nicht das Gekaspere und "Hach, was sind wir bse"-Getue einiger Szenewchter. Macht es wie Abbath! Macht euch mal locker! Das sahen nach kurzer Zeit zum Glck noch ein paar Nasen mehr und fingen an zu klatschen (nicht bertreiben mit dem locker machen, ja?!).
Mitten in "Tyrants" dann ein Break in dem sich die Band feiern lie, Abbath kurze Spielchen mit dem Publikum spielte, sich kurz rusperte, spuckte und weiter riffte, als wre nie was gewesen. Groes Kino! Sound und Lightshow waren, anders als bei Dimmu Borgir eine Nacht zuvor, absolut groartig (Sound differenziert, Lightshow auf's Ntigste reduziert); so macht Black Metal Spa... wenn er das dann darf. Wieder klatschten Menschen im Mittelteil, wieder rollte ich meine Augen. Feuerfontnen und Feuerspuckeinlagen untersttzten das dennoch Wilde des Konzerts und bei "At The Heart Of Winter"gab es einen beeindruckenden Feuerregen. "Battles In The North" passt zu Wacken auch irgendwie hervorragend und mit "Blashyrkh (Mighty Ravendark)" beenden Immortal ihr Konzert mit einem genialen Knall. Reunion gelungen!
In Flames waren angetreten ihr 2003er Gastspiel in Wacken zu toppen. Meiner einer lag damals ziemlich breit im Zelt und rgert sich noch heute darber, kann also auch herzlich wenig ber die Qualitt dieser Show sagen. Sollte die '03er Show jedoch wirklich so fantastisch gewesen sein, htte der '07er Gig im Grunde ja auch die Show vom '06er With Full Force in den Schatten stellen mssen. Der aufmerksame Leser wird's zwischen den Zeilen bereits gelesen haben: dem war nicht so! Zunchst einmal erwischten die Schweden mit "Leeches" keinen besonders herausragenden Start. Weiterhin muss man anmerken, dass die Bhnenshow, inklusive bombastischer Lightshow, zwar hochprofessionell, aber auch irgendwie wenig spontan rberkam. Auf der Haben-Seite konnten In Flames mit einem guten Sound und einem enorm witzig aufgelegten Anders Friden punkten. Zwar machte er auf mich auch einen leicht bekifften Eindruck, doch sowohl stimmlich, als auch vom Entertainment-Faktor her, riss der Frontmann einiges wieder raus. Das war streckenweise auch ntig, denn Songs wie der Opener, "Dead Alone" oder "Crawl Through Knives" gehren beileibe nicht zu den Megahits des Quartetts. Erst als Brller wie "Pinball Map", "Trigger" und "Episode 666" ausgepackt wurden, bewegten sich meine Mundwinkel nach oben. Hier fiel auch noch mal auf, dass der Welt grtes Metalfestival nicht nur Rhythmus-Terroristen beherbergt. So geht klatschen klar! "Gravelands", "Colony", "System" und das stark nach den rzten klingende "Egonomic" (achtet mal auf den Refrain, klingt stark nach "Wie es geht" ^^) konnten dieses Niveau zwar nicht ganz halten, doch beim, von Snger Anders geforderten Lichtermeer bei "Come Clarity" kam schon leichte Stadionatmosphre auf. "Only For The Weak" verkam wie gehabt zum groen Hpfen und mit "Cloud Connected", "The Quiet Place", "Take This Life" und "My Sweet Shadow" konnten In Flames wenigstens erhobenen Hauptes die Bhne verlassen.(DL)
(PL)
Haggard war wohl die einzige Band des W:O:A, die ihren Soundcheck selbst in die Hand nahm, was schon vor dem eigentlichen Gig zu einer unterhaltsamen Angelegenheit wurde. Die holprige und spontan angesetzte "Breaking the Law"-Klassikversion und die generelle gute Laune bertrug sich schnell auch auf das Publikum, so dass einem ausgelassenen Treiben nichts mehr im Wege stehen konnte. Natrlich galt es abzuwarten, ob die parallel aufspielenden Kannibalen den zu Weilen zarten Sound des Metalorchesters nicht niedermachen wrden, doch hielt sich die "Lrmbelstigung" durch die gnstige Bhnenausrichtung in Grenzen.
Die Band spielte gut, animierte das Publikum vom ersten Ton an zum Mitmachen, prsentierte sogar zwei Songs vom neuen Album und entlie zu spter Stunde einige sehr glckliche Besucher in die letzte Nacht des W:O:A 07. Ein wahrlich ungewhnlicher, doch sehr netter Abschluss.(MS)
Wirklich klasse, wie sich Haggard Frontmann Asis mit seinem 15(?) kpfigen Orchester unmittelbar nach dem Auftritt von In Flames auf die Partybhne zwang. Der sympathische Gitarrist und Snger musste zwar eine Verzgerung bezglich des neuen Album Releases verknden, aber die als Live-Premieren prsentierten neuen Stcke machten das glatt wieder wett. Die Atmosphre whrend des gesamten Gigs war unbeschreiblich schn, fr viele Zuschauer stellte dieses Konzert den Festival-Abschluss vor der Heimfahrt dar und berall sah man Prchen zusammen stehen. Gro war am Ende die Freude bei den Fans, als Asis und das Kollegium schlielich doch noch den Monster-Song "Awaking The Centuries" spielten. Ein wrdiger Abschluss fr das Konzert der Bayern, aber auch fr mein ganz persnliches Festivalwochenende. Haggard kannte ich zuvor nur vom Namen her und ich muss sagen, sie haben mir in dieser Nacht wirklich auerordentlich gut gefallen. Mein Kompliment geht in diesem Falle aber auch an den Tontechniker, der hier einen Sound allererster Sahne von der Bhne in die PA-Boxen gezaubert hatte. Kein leichtes Unterfangen bei einer Besetzung mit Streichern, Percussions- und Blasinstrumenten.(PL)
Cannibal Corpse sollten unsere letzte Band auf dem W:O:A 2007 werden. Die letzten Tage forderten Tribut und so kam es dann auch leider gar nicht zum ganzen Gig. Sound und Lightshow waren ok, die Band zeigte sich leicht schwchelnd (przise wie ein Uhrwerk geht anders) und der Corpsegrinder hchst selbst war fit wie ein Turnschuh. Nach einem Einstieg nach Ma ("Unleashing The Bloodthirsty" + "Decency Defied") gab es zunchst einmal ltere, mir persnlich weniger gut schmeckende Kost. "I Cum Blood" und "Fucked With A Knife" mgen hach-wie-tolle Songtitel sein, doch die Songs dahinter reien mich ehrlich gesagt kaum vom Hocker. Die Keramik, oder vielmehr das DIXI rief und ich folgte. Da das Scheiding (wie wahr) auch noch in der Nhe des Zelts stand, verzichteten wir darauf zu Corpse zurck zu kehren und schliefen zu den Klngen von Hammer Smashed Face ein.
Wenn das Billing dieses Jahr auch nicht unglaublich aufregend war und die Veranstalter in Zukunft wirklich mal auf ein Besucherlimit achten sollten, so war es doch wieder mal sehr schn dabei gewesen zu sein.

Es waren dabei: David Lang, Pierre Lorenz und Marek Schoppa
Fotos der Bands und der Location: www.wacken.com

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