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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing JUZ SUMMERS END OPEN AIR
Ort Andernach, JuZ Live Club
Datum 25.08.2007
Autor Torsten Butz
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Ende August war es wieder soweit, in Andernach fand wieder das Summers End Open Air statt! Nachdem es im vergangenen Jahr ausfiel, hat man sich dieses Jahr ordentlich ins Zeug gelegt und ein wahres Teutonen-Billing zusammengestellt. Cirka 1.500 Metaller fanden den Weg in das malerische Stdtchen am Rhein und bei tollem Sonnenschein waren sehr viele bereits vor Ort, als um ungefhr 16:20 Uhr die Koblenzer Formation RA'S DAWN das Open Air erffnete.

Ra's Dawn Ra's Dawn

Die Band kann schon auf einige Bhnenerfahrung zurckgreifen und verstand es auf Anhieb die metallene Meute, die sich vor der Bhne eingefunden hatte, mit Titeln wie "Forever" in ihren Bann zu ziehen. Wer die Band kennt, dem wird es schnell aufgefallen sein: Der Keyboarder fehlte! Philip war verhindert und so mussten John, Marek, Marco, Martin und Snger Olaf den Auftritt ohne ihn bestreiten. Was ihnen auch gut gelang, die Spielfreude war ihnen sichtlich anzusehen. Olaf beteiligte sich noch schnell mit einer aus dem Publikum zugeworfenen Spielzeuggitarre an dem Solo-Duell der beiden Gitarristen. Mit ihrer Hymne "Flame Of War" wurde dann auch schon so langsam das Ende eingelutet und RA'S DAWN machten die Bhne frei fr eine weitere Koblenzer Metal-Band.

Metal Inquisitor

METAL INQUISITOR enterten die Bretter, die die Welt bedeuten, um Andernach reinen Heavy Metal aufzutischen. Nachdem vergeblich auf ein Startzeichen von Seiten der Organisation gewartet wurde, gaben sich die Metaller dieses selbst und begannen mit ihrer Show. Doch leider gab's schon direkt beim ersten Song Soundprobleme, hervorgerufen durch ein "verstimmtes" Stimmgert. Kaum war dieses Problem behoben, folgte der totale Stromausfall. Metal Inquisitor Die Inquisitoren hatten also mit allerhand Handicaps zu kmpfen. Doch der schlagfertige und wortgewandte Snger El Rojo meisterte die Situationen glnzend und METAL INQUISITOR konnten voll durchstarten. Mit Gassenhauern wie "Zombie Driver" hatten sie das Publikum schnell auf ihrer Seite und man sah zu frher Stunde bereits viele Matten kreisen.

So ein Festival direkt in seinem Heimatrtchen ist ja schon was ganz feines. Man trifft unzhlige Bekannte und Freunde mit, denen man dann auch gerne das ein oder andere Becherchen leert. Ein weiterer Vorteil eines so intimen Festivals wie dieses besteht darin, dass einem Musiker quasi zum Anfassen nah sind und man sich problemlos Autogramme geben lassen kann und das vielleicht auch mit einem kleinen Plausch verbindet.

Grave Digger

Nun war die Zeit gekommen fr die Metaller von FREEDOM CALL. Gut, deren Happy Metal ist nicht jedermanns Sache und auch ich tue mich schwer mit deren Musik. Doch die Band hatte die metalschtige Meute schnell in ihrer Hand und mein Eindruck war, dass nicht wenige eigens fr diese Band angereist sind. Snger Chris und seine Mannen versprhten gute Laune en masse und der Funken sprang schnell zu den Fans ber, welche Chris bei Songs wie "Mr. Evil" auch lautstark untersttzen. FREEDOM CALL hinterlassen durch Musik und die gebotene Performance einen bleibenden Eindruck bei mir. Was vielleicht nicht jeder wei, Snger Chris hat neben FREEDOM CALL auch eine Cover-Band am Start, LANZER mit Namen. Diese spielen gelegentlich bestimmt auch mal in eurer Nhe, und neben Rock- und Metal-Klassikern wird auch schon mal ein Song von Chris' Hauptband gespielt.

Grave Digger

Die Temperaturen sinken allmhlich in ertrgliche Bereiche und GRAVE DIGGER betreten die Bhne. Mit dem in Andernach geborenen Manni Schmidt an den Saiten, fhlen sie sich dem Festivalort wohl besonders verbunden und lassen es ordentlich krachen. Die im Laufe der Bandgeschichte angesammelten Klassiker des Teutonen-Metals animieren die von nah und fern angereisten Metaller, Chris Boltendahl bei den Refrains gesanglich zu untersttzen. "Rebellion", "In The Dark Of The Sun", um nur zwei zu nennen, und natrlich das obligatorische "Heavy Metal Breakdown" drfen beim Set nicht fehlen. Und so nervte auch ich meine Nachbarn bei dem Versuch, mglichst originalgetreu dem Reaper nachzueifern.

Rage

RAGE: Was habe ich diese Band zu "Black In Mind" Zeiten gerne gehrt. Doch in den letzten Jahren gefllt mir die Combo immer weniger. Und auch heute wei sie mich nicht aus der Reserve zu locken. Fr meinen Geschmack kam zu viel Musik vom Band und so wirkte der Gig weniger handgemacht, sondern eher knstlich. Nichtsdestotrotz, Peavy und Co. hatten eine Menge Songs im Programm, die von den Hrern frenetisch aufgenommen wurde. Rage Und auch ich ertappte mich selbst, wohl angesteckt durch das euphorische Publikum, "Higher Than The Sky" zumindest mal ein wenig mitgesungen zu haben. Die Krnung des vielleicht ganzen Festivals, kam am Ende des RAGE-Gigs: Manni Schmidt von GRAVE DIGGER, seines Zeichens frheres Bandmitglied, erschien auf der Bhne zu einer kurzen, einmaligen Reunion. "Don't Fear The Winter" in Ur-Besetzung war dann der letzte Song und RAGE verlieen, begleitet von viel Applaus, die Bhne.

Rage

Ein, zwei vielleicht aber auch drei Bierchen spter, betrat die deutsche Heavy-Metal-Queen die Bhne: DORO! Seit ber 20 Jahren ist diese in der nationalen Metal-Szene prsent und von dort auch nicht mehr wegzudenken. Zahlreiche Fans riefen schon lautstark nach ihr, bevor diese berhaupt die Bhne betrat. Schon nach dem ersten Riff hatte sie die Meute fest im Griff, war auf der Bhne viel in Bewegung und untermalte ihre Songs theatralisch. DORO war sehr natrlich, publikumsnah und wirkte nicht so abgehoben, wie manch ein Musiker, der nicht so lange im Geschft ist wie sie. Doro Vielleicht ist das ein Geheimnis ihres anhaltenden Erfolgs. Mit einer ganzen Anzahl Hits im Gepck, einschlielich derer aus WARLOCK-Zeiten, konnte beim Gig gar nichts schief gehen. "East Meets West", "All We Are", "Burning The Witches", das herzergreifende "Fr Immer", "I Rule The Ruins", fr jeden etwas dabei. Mit WARLOCK's "Triumph and Agony" gro geworden, sang auch ich so manchen Song mit und erntete mitleidiges Lcheln. Nach wie vor wird man schief angesehen, wenn man sagt, dass einem DORO gefllt. Mir egal, da steh' ich drber. Diesmal untersttzt von dem groartigen Chris Caffery lieferten DORO den Zuschauern eine tolle Show und waren so ein wrdiger Abschluss des Festivals.

Doro

Ein groes Lob an die Veranstalter, die es immer wieder schaffen, tolle Acts in Andernach zu prsentieren und das in der stimmungsvollen Atmosphre des Live Clubs. Deshalb sind viele sicherlich meiner Meinung: Wir sehen uns beim nchsten Konzert!
Eine kleine Kritik am Rande: Bei circa 1500 Zuschauern sind drei Toiletten fr die Damen und das Selbe fr die Herren etwas sehr wenig. Ebenso musste man an der vllig berlasteten Wrstchenbude eine 3/4 h auf eine Bratwurst warten. Das knnte man ndern 2008!

Fotos: Roland Wohde

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