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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing METAL INQUISITOR, GORGON
Ort Koblenz, Zum Florinsmarkt
Datum 20.06.2002
Autor Thorsten Dietrich
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Es war heiß, an einem Donnerstag, den 20. Juni zogen wir zu dritt los, um die Koblenzer Heavy Metal Band Metal Inquisitor auf der Release Party ihres guten Debutalbums "The Apparation" zu erleben. Man spielte in der kultigen und einzigen Heavy Metal Kneipe "Zum Florinsmarkt".
Im Vorprogramm spielten Gorgon aus Japan ihren ersten Deutschlandgig! Danach fuhren die Japaner auf das Headbangers Open Air bei Hamburg um dort zu spielen. Junge, war das heiß im Florinsmarkt und es sollte später noch heißer werden, leider hatte sich irgendeine ältere Nachbarin schon beim Soundcheck beschwert, so dass um 22.30 h Schluss sein musste! Traurig, aber wahr!

Gorgon zeigten dem Publikum ihren New Wave Of British Heavy Metal der Marke early Maiden und Praying Mantis, gute Songs, bis auf den Sänger der mit 80er Proletenbrille, schwarzen brustoffenen Hemd und Lemmy weißen Stiefeln und Wuschelfrisur ziemlich peinlich aussah und äußerst schief sang. Ich habe ungelogen bei seinen Ansagen nur einzelne Worte und Titelfetzen verstanden.

Nach drei oder vier Songs kam mir dann der Sound etwas besser vor, oder ich habe mich daran gewöhnt! Optisch war noch der erste Gitarrist auffällig, der mit seinem Bandana aussah wie von den Suicidal Tendencies, so passte er weder zum Sänger noch zum unauffälligen kurzhaarigen Rest. Da die Bühne super klein war, wurde nur herumgestanden. Etwas Bewegung oder paar Posen hätten das ganze nicht so statisch aussehen lassen. Egal, für den ersten europäischen Gig überhaupt war es in Ordnung und nach ca. 45 Minuten war Schluss und die Band ging mit reichlich Applaus von der Bühne.



Nach kurzer Pause, die wir an der frischen Luft verbrachten (es müsste mal in jeder Kneipe, Firma, usw. ne Klimaanlage geben!), kamen endlich Metal Inquisitor. Der Sänger von Gorgon hat sich das ganze Konzert aufm Hocker mit nem Turban aus einem Handtuch angesehen! Hat der so geschwitzt und gebangt? Kurz bevor Metal Inquisitor anfangen, ergattere ich noch ein kultiges T-Shirt von Metalucifer für 10 € ! Endlich, juhuu!
Das hat nicht jeder und das finde ich geil!!!!!!!!
An den Klamotten der fünf Musiker von Metal Inquisitor sieht man worauf sie stehen, die 80er! Alte, verwaschene Running Wild, Motörhead und Kreator Shirts zeigen uns den Weg in ca. 90 Minuten feinsten Stahls. Los ging es mit einer Menge Songs vom Debut "The Apparation", erschienen auf Iron Glory Records, erst kommt "Take Revenge" ein schneller und optimaler Opener mit guten Refrain, der direkt ins Ohr geht. Sofort wird klar, das Gitarrist Jochen "Blumi" Blumental und Labertaschensänger El Rojo der Mittelpunkt der Band sind. Die anderen glänzten durch gute Mannschaftsleistung und man versuchte sogar sich auf der Minibühne zu bewegen, der Basser Kronos hatte glaube ich den kleinsten Platz. Hoffentlich sehe ich die mal auf ner großen Bühne. Da man wenig Zeit hatte, wollte man wenig labern und Song auf Song spielen, was El Rojo aber nicht immer gelang..... oder fast nie. Er lieferte ein paar lustige Schwätzereien mit dem Publikum ab, das immer brüllte sie sollen spielen und nicht labern!

Es ging dann relativ Schlag auf Schlag weiter: "Zombie Driver, Beware, Wings Of Avalon." Der 80er Metal wurde versiert gespielt dargebracht, wobei es den Jungs gelang eine eigene Note einzubringen. Zwischendurch gab es auch nen geile Coverversion von "Hell Bent For Leather", die die Stimmung steigen ließ. Bei der obskuren Coverversion der polnischen Band Open Fire namens "Twardy Jak Skala" (auch auf der Platte) übernahm Blumi den Gesang recht ordentlich. Zotenkönig El Rojo hat seine Sache aber echt gut gemacht und gefiel mir teilweise besser als an machen Stelle auf Platte, Power und Engagement machen viel aus. Einer der Höhepunkte ist das einem Kumpel gewidmete "The Duke", eine erstklassige Hymne, sowie die Songs der ersten, längst vergiffenen 7" EP ("Resistance Is Futile" - Star Trek Rules! Und "Beware"), diese Songs kann man auch auf www.metalinquisitor.de downloaden! Wer jetzt denkt es war danach Schluss, der irrt! Es wurde zwar dauernd gefragt : "Wie spät isses?, oder " Wie lange noch?" usw. , aber es ging weiter!

Mit toll ausgewählten Coversongs zollten sie ihren Helden Tribut. Blumi rotzte "Beneath The Remains" am Gesang herunter, "Princess Of The Night, The Trooper, Reign In Blood" und die uralt Schote von Rennendes Wild "Victim Of The State" ließen die Temperaturen in große Höhen steigen und die Haare fliegen. Das war geil! Sollte ich einen Song bei der Euphorie vergessen haben, sorry.
Nass bis auf die Unterhose und glücklich ging ich mit den anderen nach Hause, gut das ich das Metalucifer T-Shirt zum wechseln hatte!

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