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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing QUEENSRYCHE, CIRCUS MAXIMUS, AMYRIS
Ort Langen, Stadthalle
Datum 19.08.2007
Autor Sabine Jordan
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Am 19.08.2007 war es soweit, QUEENSRYCHE gaben ihr einziges Deutschlandkonzert in der Stadthalle Langen. Man htte ja fast meinen knnen, dass diese dementsprechend auch ausverkauft ist, aber dem war nicht so, es waren mit Gsten schlussendlich etwa 1250 Leute da. Ob's am recht hohen Kartenpreis von 35 € gelegen hat oder daran, dass man Langen auerhalb vom Rhein-Main-Gebiet nicht kennt?

Als ich um kurz nach acht aufschlug, wunderte ich mich, dass ich gerade noch ein Stck des letzten Songs von der ersten Band mitbekommen habe. Um 19h war Einlass und anfangen sollte das ganze um 20 h. Die Frankfurter Prog-Metaller AMYRIS hatten offensichtlich schon eher angefangen und waren dann um 20:10 h auch schon durch. Was ich allerdings von den Reaktionen der Leute hrte, mssen die Jungs trotz guter Kritiken an anderen Stellen und zwei Sngern nicht so super toll angekommen sein. Das allerdings knnte aber sehr wahrscheinlich auch am schlechten Sound gelegen haben, der generell nicht besonders gut und vor allem viel zu laut war.

Was mir als zweites aufgefallen ist, war die einigermaen unverrauchte Atmosphre, denn obwohl sich das Rauchverbot in Hessen noch nicht durchgesetzt hat, qualmten freundlicherweise doch recht wenige Leute. Ob das daran lag, dass die von auerhalb kamen und das nicht wussten? Stickig war es trotzdem, das lag wohl aber eher am Wetter und den transpirierenden Besuchern.

Umbaupausen eignen sich ja prima um Bekannte zu Treffen und sich das Publikum anzuschauen. Gerade bei solchen Events sieht man ja doch fter einige 80er-Modeverbrechen, von Mnnern mit Ponyfrisuren ber Vokuhilas und ganz schlimme Klamotten... Wahnsinn. Auerdem waren zu meinem Erstaunen einige mit SANCTUARY-Shirts unterwegs. Wie ich erfahre gibt es die jetzt wohl in Nachdruck: Also doch fast alles Poser!

Amsante 20 Minuten spter ging's dann weiter mit den Norwegern CIRCUS MAXIMUS. Auch hier war der Sound nicht besser, was sich anfangs durch einige schmerzhafte Rckkoppelungen bemerkbar machte. Es war einfach zu laut und vor allem beim Bass machte das keinen Spa. Rechts und links von den Boxen konnte man es fast nicht aushalten. Circus Maximus Mit CIRCUS MAXIMUS erwartete uns progressives la DREAM THEATER. Die Mannen machten zwar optisch nicht wirklich etwas her und der Snger sah mit seiner ultracoolen Sonnenbrille, Koteletten, schwarzem Shirt mit Silbertotenkopf, dem karierten Hemd darber und der tarnfarbenen Kargohose irgendwie aus als wre er unentschlossen zwischen Rockabilly-Style und Alternative-Look. Die Sonnenbrille legte er zum Glck noch beim ersten Song ab, die Musik war dann auch besser als das Aussehen der Band. Leider gab es sehr wenig Interaktion mit dem Publikum, nur der Drummer schien sich als einziger Langhaariger besser mit dem Publikum zu verstehen. Stimmlich erinnerte mich der Snger manchmal bei den tieferen Parts ein klein wenig an Khan von KAMELOT, die Musik ging aber wegen der Keyboards und dem Stil an sich doch eher in Richtung DREAM THEATER. Songs wie "The Prophecy" vom Debtalbum sorgten schon aufgrund der Vielseitigkeit fr Aufmerksamkeit. Langsame, akustische Anfnge bedeuteten hier keinesfalls Langeweile, der Druck lie meistens nicht lange auf sich warten. Auffllig war auerdem, dass bei den Refrains teilweise alle fnf Bandmitglieder mitgesungen haben, sogar der Schlagzeuger! Auch wenn das Publikum die Musik mochte, zum Mitsingen konnte es nicht so recht motiviert werden, das musste Snger Michael dann auch schnell einsehen. Trotzdem ging es druckvoll weiter mit einem bombastischen Stck vom aktuellen Album "Isolate" namens "Abyss" zu dem es demnchst ein Videoclip geben soll. Als Abschluss gab es dann noch "Alive" vom Debt und dann verabschiedeten sich CIRCUS MAXIMUS mit gemeinschaftlicher Verbeugung und einer Menge Applaus von der Menge. Man hrte sogar ein paar "Zugabe"-Rufe, aber die wurden nicht erhrt. Schade, dass CIRCUS MAXIMUS unter dem schlechten Sound leiden mussten.

Nun folgte eine recht lange Umbaupause, bevor dann QUEENSRYCHE um kurz nach 22h endlich auf die Bhne kamen, nachdem es schon Minuten vorher dunkel wurde im Saal. Queensryche Entgegen aller Werbung und Vermutungen wurde nicht exklusiv "Operation Mindcrime" I und II gespielt und von "Suite Sister Mary" auch keine Spur. Ich persnlich fand' das jetzt nicht so schlimm, da ich auch die anderen Alben von QUEENSRYCHE mag und mich sehr ber einige Songs von "Empire" gefreut habe. Los ging es dann mit "Whisper". Geoff kam ganz gut in Form mit orange getnter Brille, baskenmtzenhnlicher schwarzen Kopfbedeckung, Pferdeschwanz, schwarzem sehr weit aufgeknpften Hemd und schwarzer Jeans auf die Bhne. Auch der Rest der Band machte optisch was her. Nach dem Goeff "Speak" von "Operation: Mindcrime I" zum Besten gegeben hatte, fragte er gut gelaunt: "You're looking good?" - nach Yeah-Rufen aus der Menge meinte er dann: "Healthy livin', he?" Ich war amsiert und einige, die es verstanden hatten, auch. Geoff ist eben auch ein Entertainer und man knnte fast meinen ein Schauspieler dazu, denn viele Songs untermalte er mit Mimik und Gestik.

Queensryche Queensryche

Als dann endlich ein sehr, sehr alter, der erste Song, angekndigt wurde und Geoff die Anfangsmelodie von "The Lady Wore Black" pfiff war das Publikum natrlich ganz begeistert. Zu meiner groen Freude lieen die Herren aus Seattle auch "Another Rainy Night" nicht aus. Danach wurde dann aber gleich mit "The Needle Lies" wieder heftiger gerockt. Den ersten Abschluss bildet dann nach 70 Minuten Spielzeit "Empire", bei dem auch fleiig mitgesungen wurde whrend Geoff das Mikro sichtlich zufrieden in die Menge hielt und sich danach mich einem Kuss ins Publikum verabschiedete.
Nach etwas berzeugung seitens des Publikums lieen sich QUEENSRYCHE dann noch mal zurckholen. Auf die Frage was denn jetzt gespielt werden sollte gab es natrlich viele durcheinander gerufene Vorschlge seitens des Publikums, worauf Geoff dann nur so was meinte, wie: "Nein, nicht alle auf einmal". Von irgendwoher kam wohl der richtige Zuruf, jedenfalls gab's dann erst noch mal etwas von der "Empire", die Ballade "Silent Lucidity". Juhu! Den Schlusssatz in etwas abgenderter Form wurde dann von Geoff gesprochen: "I'll be watching over you forever. Promise." Nach zwei weiteren Songs war es dann Zeit fr die etwas schmalzige Schlussansage, teilweise begeleitet von etwas genervetem Seufzen aus dem Publikum. Geoff erzhlte davon, dass als QUEENSRYCHE 1981 gegrndet wurde, die Leute sagten, dass aus der Band nie etwas werden wrde und appellierte an uns an unsere Trume zu glauben und diese zu verwirklichen. Das war dann die Einleitung zu "Take Hold Of The Flame" und danach war dann wirklich Schluss.

Queensryche

Trotz der abwechslungsreichen Songauswahl, der guten Stimme von Geoff und der Souvernitt der Band lie auch hier der Sound zu wnschen brig. Abgesehen von den Gesten und der Mimik von Geoff gab es recht wenig Show und Bhnenbild - auer einem groen Banner im Hintergrund war nichts zu sehen und Effekte oder Lichtshow gab es auch nicht. Ich freute mich, dass ich Ohrstpsel dabei hatte und frage mich was sich die Tontechniker bei so einer Abmischung denken. Es war wirklich viel zu laut, dadurch wird der Sound aber auch nicht besser. Mal ganz abgesehen davon fand' ich es schade, dass bei dem hohen Eintrittspreis nur knapp 90 Minuten Spielzeit drinnen waren. Da muss man sich nicht wundern, wen man die Hallen nicht mehr voll bekommt.

Setlist QUEENSRYCHE:

  1. The Whisper (Rage For Order)
  2. Damaged (Promised Land)
  3. Speak (Operation: Mindcrime)
  4. I'm American (Operation: Mindcrime II)
  5. NM156 (The Warning)
  6. Screaming in Digital (Rage For Order)
  7. Until There Was You (Q2K)
  8. Bridge (Promised Land)
  9. The Lady Wore Black (QUEENSRYCHE)
  10. Right Side Of My Mind (Q2K)
  11. One Foot In Hell (Operation: Mindcrime II)
  12. Another Rainy Night (Empire)
  13. The Needle Lies (Operation: Mindcrime)
  14. Eyes Of A Stranger (Operation: Mindcrime)
  15. Empire (Empire)
  16. Silent Lucidity (Empire)
  17. Jet City Woman (Empire)
  18. Walk In The Shadows (Rage For Order)
  19. Take Hold Of The Flame (The Warning)

Fotos: Britta Stippich

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