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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ROCK AM BUSCH
Ort Etschberg, Sportheim
Datum 11.08.2007
Autor Thorsten Dietrich
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Auf dem Land ist es friedlich und idyllisch! Etschberg liegt sehr schn in der Nhe von Idar-Oberstein und Kaiserslautern und hat vielleicht 700 Einwohner, eine Pizzeria und keinen Geldautomat. Dafr aber saftige Wiesen rundherum und eine tolle Landschaft mit Deutschlands grter Burgruine! Rock am Busch Ans Sportheim begaben wir uns, um die Newcomer von ZOO ARMY zu sehen. Das Sportheim ist aber keine miefige Halle, sondern ein grozgiges Areal mit offenem Zelt und einem Haus (dem Heim eben). Auf der Wiese standen ein groer Bierwagen, ein Jgermeister-Stand, eine sogenannten Dschungelbar und eine Imbisshtte mit relativ groer Auswahl. Das sind die netten Grundvorrausetzungen eines entspannten Abends fr schlappe 10 € im VVK, wo sich von mir geschtzte 700 Leute hin verliefen.
Die Leute waren echt nett, alles war friedlich und die Security tastete mich sehr gewissenhaft ab. Man wei ja nie wer kommt!

Die Veranstaltung begann recht frh gegen 19.30 mit der Band JOE BLOGG. Diese jungen Musiker mit Sngerin spielten als ich ankam schon etwas lnger und hatten vielleicht drei bis fnf Leute im Zelt stehen. Es war einfach viel zu frh zum Weggehen. Die Musik war nett, die Band bemht aber steif und der Gesang war auch nicht das Gelbe vom Ei. GUANO APES in soft. Leid getan haben mir die Musiker aber schon.

Als JOE BLOGG dann aufhren mussten, da sie berzogen hatten bzw. wohl spter angefangen hatten, kamen X-CHANGE. X-Change Wechselgeld kann man immer gebrauchen und ich war recht gespannt. Die fnf Musiker spielten Cover-Rock und machten bei Songs von KISS, VAN HALEN, BON JOVI oder DEEP PURPLE eine ordentliche Figur. Anscheinend ist die Band recht angesagt in der Gegend. Ich frage mich aber warum! Mit der Ausstrahlung von Verwaltungsfachangestellten und langweiliger Optik rockten die Fnf manchen Song, den sie besser sein gelassen htte. Erstens kennt sowieso keine Sau bei solchen Veranstaltungen DREAM THEATERs "Another Day" von 1991 und zweitens sollte eine Band es nur covern, wenn sie es draufhat. Es knnten immer beinharte Fans wie ich kommen, die "Images And Words" vergttern und solche Verunstaltungen auch anprangern! Der Song der Prog-Gtter wurde ohnehin schon in einer abgespeckten, vereinfachten Version gespielt und selbst dabei hrten sich u.a. Gesang und Gitarre falsch an. Der Rest eigentlich auch. Ja, ich als Nichtmusiker mit drei Bier im Hals merkte das direkt. Darauf angesprochen reagierten die Mnner recht uneinsichtig und meinten das htte ihnen noch keiner gesagt. Ich sage nur: Es gibt immer ein erstes Mal! X-Change Die Amis von PRO PAIN sagen dazu immer: "The Truth Hurts"! RAMMSTEINs "Ich Will" sollte man nur dann covern, wenn es dem Original mehr als nur rudimentr hnelt. Till Lindemanns Gesang zu imitieren ist auch so eine Stolperfalle fr Covercombos. Dabei hatte der Snger mit der albernen Sonnenbrille und dem Kppi einfach verschissen. Wenn ich dagegen eine agile Coverband wie Vampire oder Megabite sehe, muss ich sagen, dass X-CHANGE einfach zu schwach sind. Von Stageacting oder Show will ich ja erst gar nicht reden!

Nun kamen endlich ZOO ARMY und hatten etliche kreischender Mdels Im Bandshirt in den ersten Reihen. Auch wurde es allgemein voller. Doch die meisten Leute standen lieber quatschend unter freiem Himmel oder an den Stnden. Hier waren die Bands leider nebenschlich. Doch dazu spter mehr! ZOO ARMY sind ja eine Band, welche Post Grunge mit Hard Rock und Metal verbindet und somit richtig fett rockt. Snger Gil war gut in Bewegung, der Rest knnte da noch mehr mitmachen! Frontmann Gil Ofarim war frher bekanntlich durch die Bravo(!) bekannt geworden und hat als Teenierocker Ruhm erlangt, der ja schnell verblasste. Mit ZOO ARMY lsst der Mitzwanziger, der schon fr BON JOVI-Konzerte erffnet hat musikalisch die Sau raus und rockt wirklich! Sein Bruder Tal war frher auch so ein langhaariger Milchbubi und ist mit kurzen Haaren und Bart kaum noch zu erkennen. Da hat wohl jemand keinen Bock mehr auf die Teenievergangenheit, was ich durchaus verstehen kann. Sein Schlagzeuger hatte richtig Bumms und mit seinem DEATH-T-Shirt auch noch Geschmack bewiesen!

Zoo Army Zoo Army

So ging der Gig mit vielleicht 65 Minuten recht zgig rum, whrend im hinteren Teil des Gelndes etliche Besucher mit lauter Konservenmusik an der Bar gehalten wurden.

Nach ZOO ARMY kam dann das Desaster. Nein, nicht die Thrash-Deather aus Koblenz! Es kam die Band WUNDER aus Hamburg oder so. Wunder Die machten so Musik wie Silbermond und waren zwar echt poppig und deutsch singend, aber nicht schlecht. Doch kaum jemand sah sich das Konzert an. Hey! Noch nicht mal die ansehnliche Sngerin mit den langen Stelzen wurde von der Dorfjugend beglotzt. Da halfen auch keine Aufforderungen nach vorne zu kommen, alles war hinter dem Zelt am Party feiern, whrend vielleicht 20-30 Zuschauer dem Treiben von WUNDER folgte. Traurig, aber wahr!
Wir sind dann heim und ich glaube die letzte Band namens KIM war bestimmt nicht besser dran...

Rock am Busch

Eigentlich htte man bei "Rock am Busch" die Bands weglassen knnen und sich mit DJ Irgendwas bei den gnstigen Getrnkepreisen und dem guten Wetter zuschtten knnen. OK, das haben ja die meisten Besucher auch gemacht.
Doch der Veranstalter htte da wohl jede Menge Kohle sparen knnen. Fr die Bands war das Ganze natrlich als Konzert gesehen etwas bitter. Gewinner des Abends waren - wenn berhaupt - ZOO ARMY!
Das nchste Mal treibt mich dann wieder Metal in die Gegend und zwar die "Headbanger's Night V" mit THE DOGMA und POWERWOLF!

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