Navigation
                
17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BANG YOUR HEAD!!! 2007
Ort Balingen, Messegelnde
Datum 22.-23.06.2007
Autor siehe Text
>> Als E-Mail versenden

Nachdem wir mal wieder auf der A3 in typischen Baustellen steckten, wo das Prinzip "Stop and Go" an der Tagesordnung ist, kamen wir glcklich gegen 13:30 Uhr auf dem Gelnde an. Wie immer gab es auf dem asphaltierten Platz jede Menge Fressbuden, CD- und T-Shirt-Stnde und sogar ein Bus. Der war aber von einer Tabakfirma und ich bin da schneller raus, als ihr lesen knnt (was fr ein Mief). Rauchen soll ich ja eh besser nicht mehr. Dafr hatten wir mit dem Wetter Glck. Der Regen des Morgens war weg! Yeeehaaa! Da man wegen der armen Anwohner schon um 23.00 Uhr aufhren musste und wie immer nur eine Bhne hatte, verpassten wir deshalb ADRAMELCH, PRAYING MANTIS und GIRLSCHOOL. Wenigsten hat Kollege Roland WOLF gesehen.

WOLF
WOLF hatten an diesem Morgen mit immer strker werdendem Regen zu kmpfen, der natrlich nicht wenige Zuschauer von der Bhne weg unter den Schutz der Bierstnde trieb. Das schwedische Rudel kam mir auf der groen Bhne manchmal ein wenig verloren vor, denn die Band lebt und zieht seine Kraft aus dem direkten Kontakt zueinander, der hier durch den vielen Platz etwas zu kurz kam. Und auch Snger Niklas Stalvind hatte einige Probleme mit seiner Stimme. Doch obwohl WOLF heute nicht ihren besten Tag hatten, trotze ein kleiner Haufen treuer Anhnger smtlichen widrigen Umstnden und feierte die Band ordentlich ab. Wen wundert es, denn Songs wie "Venom", "Evil Star", "The Bite" oder "I Will Kill Again" gehen nun mal jedem Banger einfach direkt in den Nacken. (Roland)

LETHAL
Wir kamen pnktlich zum Set der US-Metaller LETHAL. Diese wurden nach ihrem Debt 1990 immer gerne mit QUEENSRYCHE verglichen. Zwischen 1990 und 1998 brachte man aber leider nur zwei Alben und eine EP zustande und sollte nur als Undergroundtipp verweilen. Der BYH 2007-Gig ist da eine berraschung. Sicher sehen die Mannen nicht wie eine Metalband aus und gerade Snger Tom Mallicoat wirkte mit seinem Strohhut seltsam, doch die guten Songs des leicht progressiven Power Metals waren nicht von der Hand zu weisen! So hatte ich echt Spa den Amis zuzuhren und muss gestehen, dass mir mit dieser Band in den 90ern doch was durch die Lappen gegangen ist. (Thorsten)

VICIOUS RUMORS
Dreimal habe ich VICIOUS RUMORS gesehen. Zweimal Anfang der 90er mit dem legendre Carl Albert, der wirklich gut war und einmal mit Geoff Thorpe als Snger, was nicht so prall war. Nach einigen Tiefen hat Bandboss Carl Albert nun mit Ex-berall und HELSTAR-Snger James Rivera einen Supersnger am Mikro, der alles singen kann und Alber keine Schande macht, auch hat er Originaldrummer Larry Howe dabei. Der macht live einiges her und ist ein guter Snger. Die Musiker Brad Gillis und Dave Starr sind nur im Studio dabei, live ersetzten die Mannen am Bass und Gitarre zwei Jungspunde, was etwas schade, aber nicht tragisch ist. Die drei Metalhelden schaffen es locker den Geist von VR am Leben zu halten und so konnten Krachen wie "Don't Wait For Me" oder "Digital Dictator" die Stimmung am frhen Nachmittag hochzutreiben. Das geile an der Setlist war, dass die Fans diese auf der BYH-Seite selber zusammen stellen konnten. Auch die neuen Songs des aktuellen Albums "Warball" sind nach ber zehn Jahren wieder mal wrdig neben Stcken von Carl zu stehen. Der Band war der Spa anzumerken und in der Verfassung will ich VICIOUS RUMORS immer wieder sehen! (Thorsten)

EVERGREY
Um kurz vor 16.00 Uhr - das Wetter war im Gegensatz zum verregneten Vormittag traumhaft sonnig - kamen die Gothic Metaller von EVERGREY auf die Bhne und enttuschten mich auf ganzer Linie! Die Band mit solch geilen Songs wirkte tierisch verloren auf der groen Bhne und das bei fnf Musikern! Irgendwie kommen die Schweden im Club einfach besser rber und Frontmann Tom S. Englund wirkte auch nicht sehr motiviert. rgerlich war der neue (Ersatz?)Bassist (ex FREAK KITCHEN) mit seiner 80er-Jahre Proletensonnenbrille und seinem Gehabe, das zwischen gewollter Coolness und Unsicherheit schwankte. Auf der Homepage sucht man immer noch einen Bassisten, besser ist das!
EVERGREY sind geil aber nicht in Balingen, ich empfehle deshalb jedem die letzte CD "Monday Morning Apocalypse"! (Thorsten)

DARK TRANQUILLITY
Wie krass! DARK TRANQUILLITY sind neben IN FLAMES die Wegbereiter des Melodic Death Metals und ich hatte sie noch nie gesehen. Die Schweden sind sich bis auf einen Ausrutscher immer treu geblieben und waren neben AMON AMARTH die hrteste Band am Freitag, was einigen Altmetallern nicht gefallen hat. Das war mir Wurst! DARK TRANQUILLITY lieen die Kuh von Anfang an fliegen und waren fr mich neben VICIOUS RUMORS und Black DIO das absolute Highlight des Festivals! Frontsympath Mikael Stanne nutze die Riesenbhne, hatte sichtlich Spa, kommunizierte nett mit dem Publikum und war gut bei Stimme. Whrend die Restmusiker erst mit der Zeit etwas aus sich raus gingen, kniete Stanne auf der Bhne, schttelte die Locken und erfreute die Fans mit vielen Songs der letzten beiden Kracher "Fiction" und "Character", whrend gegen Ende des Sets der alte Klassiker "Punish My Heaven" rausgekramt wurde. Stark! Mehr davon.(Thorsten)

THUNDER
THUNDER begannen leider auch sehr pnktlich und so habe ich dummerweise den Anfang verpasst, bzw. vom Sandwichladen um die Ecke die ersten Tne gehrt. Aber zu "Backstreet Symphony" hatte ich es dann noch geschafft die Bhne zu erreichen, bzw. mich davor in die Menge zu strzen. Inzwischen waren auch schon deutlich mehr Headbanger auf dem Festivalgelnde und vor der Bhne, als zuvor noch bei DARK TRANQUILLITY. So richtig voll wurde es aber erst spter. Da das Wetter dann auch fr THUNDER hielt konnte man gut gelaunt in der Sonne mit den Briten rocken. Snger Danny Bowes, der statt den dunklen Locken inzwischen kurze graue Haare hat, war nicht nur stimmlich super drauf, sondern auch sehr gut gelaunt und zu Scherzen aufgelegt. So fragte er beispielsweise das Publikum, wer die aktuelle CD "Robert Johnson's Tombstone" hat und wer nicht. Da sich auch einige meldeten, die CD nicht zu haben, wollte Danny gleich wissen, warum nicht. Nach mir unverstndlichem Geplapper aus dem Publikum meinte er dann emprt: "You don't know??? That's not good enough!" Die Aufforderungen, die CD sofort morgen zu kaufen, nahm er dann aber doch als Scherz zurck. Man merkte einfach mal wieder, dass THUNDER es eben einfach knnen und so wurde das Publikum von Danny angeheizt und motiviert mit ihm zusammen zu singen, zu hpfen und mit den Hften zu wackeln. Sehr lustig, auch wenn nicht alle immer mitgemacht haben. Auch musikalisch war es ein geiler Auftritt und sehr zu meiner Freude wurde auch "Low Life In High Places" nicht ausgelassen. Ich hatte eine Menge Spa, auch wenn ich nur die ersten beiden Studioalben von THUNDER kenne. (Sabine)

Im EMP-Zelt gaben brigens jede Menge Bands Autogrammstunden, was bei einigen zu regen Andrang fhrte. Der nicht auf dem Festival spielende Mike Tramp war dann zur Freude vieler Damen auch da, um fr Fotos und Autogramme herzuhalten!

AMON AMARTH
Fr manche Metaller waren die Wikinger von AMON AMARTH schon fast berprsent, da sie auf einigen Festivals dieses Jahr ihr Unwesen treiben und auch sonst gerne durch Germanien touren.
Die fnf Schweden haben in den letzten Jahren mit starken Platten und jede Menge Touren fr eine Heerschar von Fans gesorgt, die auch auf dem BYH anwesend waren! Sicher sah ich auch mosernde Alt-Metaller, die sich ber den "Gesang" von Johann Hegg beschwerten, doch AMON AMARTH hatten die Fans zum Groteil auf ihrer Seite. Nach einem Schwerkampf zweier Wikinger begannen die Schweden ihren 65 Minuten langen Set, in denen sie es aufgrund der Spielzeit locker schafften alle Hits reinzuquetschen, die sie in den letzten Jahren fabriziert hatten. Frontmann Johann ist 2,07 Meter gro und tritt wie immer ohne Shirt auf, whrend der Rest der Mannschaft anfangs wie immer recht bewegungslosen Stand-Metal zockt, aber mit dem Laufe des Gigs auch mal die Position wechst und z.B. an den Bhnenrand kommt. Etwas mehr und es wre perfekt gewesen. Johann gab sich freudlich wie immer mit dem Publikum und hatte mit Songs wie "Death In Fire" (mit vielen Feuerfontnen), "Master Of War", "Fate Of Norns" oder dem monumentalen "Victorious March" jede Menge Asse im rmel. Auch optisch gab es wieder ein Wikingerschmanker: Zwei Krieger gaben zur Erffnung des Konzertes ein Schwertduell und standen spter wie die Leibgarde mit zwei groen Standschildern umrahmend am Drumkit. Fazit: Imposante und kurzweilige Aktion.
Doch wenn man als Band einen auf Wikinger macht, sollte man als Frontmann weniger Speck und mehr Stahl an Bauch und Armen haben. Da kann man ber MANOWAR sagen, was man will, aber fett sind die Poser nicht! AMON AMARTH haben hier eine fette Show mit guten Songs prsentiert! (Thorsten)

HEAVEN AND HELL
Endlich, endlich konnte man BLACK SABBATH in der Besetzung mit Ronnie James DIO und mit Vinnie Appice am Schlagzeug getarnt als HEAVEN AND HELL sehen! Nix gegen Ozzy, aber DIO kann es mit 65 Jahren immer noch richtig gut und man nannte sich nur HEAVEN AND HELL, da Ozzy die Rechte am Namen hat. Es war schon dunkel, als DIO und Co. untersttzt von einer netten Lichtshow und tollen Projektionen loslegten. Die Setlist war klar, da man nur auf die DIO-Alben "Heaven And Hell", "The Mob Rules" und "Dehumanizer" zurckgreifen kann. Dazu kamen dann die neuen Songs der "Best Of Dio" Years Compilation. Bewegung gab es nur wenig, da machte Ronnie die Show und gestikulierte viel und suchte den Kontakt mit den Fans. Butler und Iommi waren ja immer gerne Stehmusiker. In der Mitte des Sets gab es ein nettes Solo von Vinnie Appice unterlegt mit Leinwandprojektionen, welche bei dem ganzen Konzert positiv auffielen. Als dann doch der Regen begann, haben wir uns nach acht Liedern verzogen und ich bekam noch mit, wie man eines der drei neuen Songs spielte. Der Tag war lang und wir waren einfach mde, so verpassten wir noch "Heaven And Hell" und paar andere Songs, was natrlich schade war. Insgesamt war es ein guter Gig dieser alten Herren des Metal. Wer will da noch Ozzy in seiner jetzigen Verfassung sehen? (Thorsten)

AMORPHIS
Dem Auftritt von AMORPHIS schaute ich gespannt, aber auch ein wenig skeptisch entgegen, da mich ihre Leistung, als ich sie zuletzt vor einigen Jahren erlebte, wirklich nicht begeistern konnte. Dafr aber umso mehr die Vorstellung, die sie an diesem Mittag ablieferten. Mit Tomi Joutsen am Mikro, der seine ewig langen Rastas wirbeln lie als wolle er die Bhne leerfegen, haben die Finnen wirklich einen Glcksgriff getan, denn neben einer guten Performance konnte der Mann auch am Mikro in allen Lagen berzeugen. Und so waren AMORPHIS in der Lage, eine bunte Mischung an Songs aus allen Schaffensphasen der Band zu prsentieren. Und da der zunchst etwas murksige Sound sich auch besserte, kann man den Gig nur als absolut gelungen bezeichnen. (Roland)

BRAINSTORM
BRAINSTORM sind live einfach eine Bank. Bereits zum dritten Male auf dem BYH vertreten, schmetterte die Band einmal mehr uerst tight ihre Power Metal-Hymnen bers Messegelnde. Und auch wenn Andi B. Franck heute nicht mehr ganz so ausgelassen ber die Bretter flitzte wie noch im Jahre 2001 und auch keine Shirts mehr von der Bhne verteilte, so bleibt er doch einer der sympathischsten und besten Fronter dieser Tage. Beim Bangen zu Songs wie "Hollow Hideaway" oder "Inside The Monster", die live noch mchtiger klingen als aus der Konserve, verging die Zeit wie im Fluge und lie bei mir nur den Wunsch nach meinem persnlichen Favoriten "Maharaja Palace" offen. Brenstarker Auftritt. (Roland)

EDGUY
EDGUY waren im Vorfeld des BYH in Bezug auf den Headlinerstatus ja sehr umstritten. Man durfte also gespannt sein. Der groe Zulauf vor der Bhne zeigte aber schnell, dass Veranstalter Horst Odermatt die Jungs nicht nur zum Spa an die Spitze des Festivals gesetzt hatte. Die Frohnaturen um Freizeitkomiker Tobias Sammet waren sich sowohl ihrer Verantwortung als auch der Kritik im Vorfeld bewusst, nahmen es aber natrlich trotzdem locker und spielten munter drauf los. Dass die Jungs Spa inne Backen haben zeigte neben den blichen Sprchen von Tobias auch das gelungene Einflechten des Star Wars-Themas ins Drumsolo.
Bereits frh im Set kamen Gassenhauer wie "Mysteria" und "Lavatory Love Machine" zum Zuge und heizten die Menge ordentlich auf. Jedoch konnten EDGUY aus meiner Sicht den Pegel nicht ber die gesamte Show halten, auch wenn man zum Ende hin mit Klassikern wie "Out Of Control" und in der Zugabe mit "Avantasia" und dem Ohrwurm "King Of Fools" trumpfte. Unterm Strich also ein guter Gig eines wrdigen Headliners, der aber nicht so mitreiend ausfiel wie z.B. das Gastspiel auf dem letzt jhrigen Rock Hard Open Air. (Roland)

Insgesamt war das Bang Your Head 2007 eine feine Sache, wo ich nette Menschen traf und gute Bands bei gutem Ablauf sah. Von einem Hammerbilling und das haben viele gesagt, war 2007 aber weit entfernt!
Jedoch ist es unschn fr 0,4 Liter Bier 3,20 € zu berappen, wenn das Knppelfest Up From The Ground Werbung fr 2 € dasselbe verlangt. Aber so ist das mit den richtig groen Festivals leider oft. Vor ein paar Jahren musste man nicht fr paar Bier direkt nachdenken, ob man nicht lieber nix trinkt und somit nicht pleite ist! (Thorsten)

Fotos: Britta Stippich



Zur Galerie >>
<< vorheriges Review
GOTTHARD, THE POODLES - Mnchen, Tollwood
nchstes Review >>
V8 WANKERS, TANKARD UND REBELLION - "20 JAHRE SPEAK EASY" - Frankfurt-Sachsenhausen, Speak Easy


Zufällige Reviews