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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ROCK HARD FESTIVAL 2007
Ort Gelsenkirchen, Amphitheater
Datum 25.-27.05.2007
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Mit dem Rock Hard Festival galt es fr unsere Redaktion einmal mehr, die Open Air-Saison einzuluten. Die Veranstalter riefen dieses Jahr erstmalig zu einem Drei- bzw. Zweieinhalb-Tages-Spektakel. Die kleine Warm Up-Bhne im Biergarten gab es nur noch fr die "Air Bands", whrend alle anderen musikalischen Attraktionen auf der groen Bhne zu bestaunen waren. Aus meiner Sicht irgendwie schade, denn so folgt nun leider auch das Rock Hard Festival dem "Grer Lnger Mehr"-Trend im allgemeinen Festivaloverkill. Und ich wage zu bezweifeln, dass auch auf der groen Bhne die magische Atmosphre des letzt jhrigen legendren Auftritts von MORGANA LEFAY aufgekommen wre.
Aber Schwamm drber. Zumal, bedingt durch Job und elendlich langem Stau bei der Anreise, das Festival fr uns leider erst mit der vorletzten Band des Tages begann und somit auch nicht lnger war als die Jahre zuvor.(Roland)

RHOA

GRAVE DIGGER hatten wie seiner Zeit RAGE quasi ein Heimspiel, da die Karriere der Band ja nur einen Katzensprung von Gelsenkirchen ihren Anfang nahm. So konnte natrlich nix anbrennen, und die Mannschaft um Chris Boltendahl stieg nach dem Intro mit "Scotland United" und "In The Dark Of The Sun" bestens gelaunt und locker in ihr Set ein. Das Publikum war in Partylaune, ging dementsprechend ordentlich mit und setzte Songs wie "Headbanging Man" wortwrtlich in die Tat um. Die Hymne "Rebellion" bewahrten sich die Grabschaufler fr den Schluss des regulren Sets auf. Als Nachschlag gab es noch das aktuelle "Liberty Or Death", bevor mit dem unvermeidlichen und aus hunderten Kehlen mitgegrlten "Heavy Metal Breakdown" der Gig beendet wurde.
Da wei man was man hat.(Roland)

Fr HAMMERFALL wurde die Bhne ganz ordentlich umgestrickt. Meinen Respekt an die Crew, denn nach kurzer Zeit konnten die Schweden mit erhhten Drumkit und drumherum positionierten Treppen und Plattformen aufwarten, die das Bhnenbild ein gutes Stck mchtiger machten. Es gab an diesem Abend aber auch gleich drei Dinge, die Band und Fans zu feiern hatte. Denn auer dass das Debt der Band diesen Sommer sein 10jhriges Jubilum feiert, konnte man auch auf die Rckkehr des Original-Bassers Frederik Larsson anstoen, und fr das Geburtstagskind hinter den Kesseln gab es kurzerhand ein Stndchen von den Fans. Die Setlist bot ein buntes Bndel aus allen Schaffensphasen der Band. Professionell, manchmal ein wenig einstudiert, aber nicht zu distanziert, nutzen die Herren die groe Bhne gut aus und erklommen die Podeste immer wieder, um zu posen oder die Menge zu dirigieren. Abgerundet durch den wohldosierten Einsatz von Pyros und dank der im Dunkeln voll zur Geltung kommenden Lightshow war der Auftritt eine runde Sache. Denn egal wie man nun zu Hammerfall steht, muss man den Jungs attestieren dass sie wissen, wie eine ordentliche Headlinershow auszusehen hat.(Roland)

Frh am Morgen die ersten Headbanger aus den Zelten zu locken/rocken, ist sicher keine leichte Aufgabe. Aber das RHOA 2007 hat ja METAL INQUISITOR! Die Jungs aus Koblenz haben schon beim ersten Song ("Doomsday For The Heretic", geil!!!) eine stattliche Anzahl an Zuhrern und wissen mit ihren feinen Oldschool-Riffs die versammelte Meute zu begeistern. Geboten wird ein Querschnitt durch das gesamte bisherige Schaffen inklusive einer kleinen Aussicht auf neue Songs. Frontmann El Rojo versteht es, mit seinen urigen Ansagen die Attitde der Band rberzubringen. Die Stimmung auf der Bhne bertrgt sich schnell auf's Publikum. METAL INQUISITOR sind der perfekte Opener fr den ersten langen Festivaltag.
Ich denke dass viele der Anwesenden sptestens jetzt wissen warum Gtz Khnemund die Koblenzer zu seinen persnlichen Lieblingen erklrt hat.(Olaf)

MAROON hatten hnlich wie CALIBAN im letzten Jahr einen recht schweren Stand auf dem Festival. Hut ab also vor den Jungs vom Rock Hard, die mit ihrem bunt gemischten Billing erneut fr jeden etwas boten. Und so wurde direkt nach den Traditionsmetallern auch am Samstagmittag die recht kleine Schar an Metalcore-Anhngern vor der Bhne beglckt, whrend sich ein Groteil der Anwesenden das Geschehen von den Rngen aus anschaute. Angefhrt vom sympathischen Energiebndel Andre Moraweck, der (wie bei seinem Gastauftritt vor zwei Jahren mit HEAVEN SHALL BURN) ber die Bhne tobte als gbe es kein Morgen, gab die Bande ihre brachialen Songs zum Besten und sorgte immer wieder fr kleine, aber feine Pits, in denen sich vorwiegend junges Publikum richtig austobte. Und zu den fetten Moshparts sah man auch mal die ein oder andere Mhne fliegen.(Roland)

Was folgte war die erste faustdicke berraschung des Tages: TURISAS kamen, sahen, und machten Party! Das schien auch das Rock Hard-Publikum schnell mitzubekommen, denn die zuvor noch relativ lichten Rnge fllten sich zu den Battle Metal-Klngen der Finnen in krzester Zeit mit bangenden und feiernden Metallern. Kein Wunder, denn die nach einem alten finnischen Kriegsgott benannten Berserker lieferten alles, was das Herz eines gestandenen Metallers hher schlagen lsst: schmissige Riffs im satten Soundgewand, Songs, die zum Mitgrlen einladen und selbstverfreilich auch was fr's Auge: bepinselt von oben bis unten und in derbe Fellklamotten gehllt wurde hier nach allen Regeln der Kunst das Tier im Manne zelebriert. Blickfang war wiedermal Geigen-Derwisch Olli Vnsk, der von Anfang bis Ende den Gig mit seinem immer treffenden Spiel und seiner ungebremsten Hyperaktivitt anspornte. Auf dem diesjhrigen RHOA allerdings ohne das endgeniale "Geige ist Krieg"-Shirt.
Insgesamt zeigte sich die Band um Frontkrakeeler Warlord im Vergleich zu frheren Auftritten deutlich gereift. Will sagen, TURISAS wissen heuer noch mehr wie frher das Publikum einzubinden und zu begeistern. Und so wurde der Aufforderung "One More" mit wehenden Fahnen Folge geleistet, auch nachdem die Finnen unter reichlich Applaus die Bhne verlassen hatten. (Andreas)

Der direkte Vergleich der folgenden KORPIKLAANI mit TURISAS muss erlaubt sein, schlielich kommen beide Bands aus Finnland und hauen mit ihren Schlachtxten in hnliche Kerben. Es wurde allerdings schnell klar, wer aus diesem inoffiziellen Duell als Sieger hervorgehen wrde, nmlich TURISAS. Da wo sie das Publikum zu wahrer Begeisterung hinrissen, kam bei KORPIKLAANI "nur" gute Stimmung auf.
Aber das reicht doch auch, und so wurden die eher im Western-Stil gekleideten Waldmnner trotzdem gut abgefeiert. Das lag nicht zuletzt an der feucht-frhlichen Humppa-Schlagseite, die die Musik KORPIKLAANIs ausmacht. Man denke nur an den fr Metal-Verhltnisse eher untypischen Einsatz eines Akkordeons, der aber auch auf dem Rock Hard wunderbar ins Konzept passte. Genau wie die krftigen Vocals von Snger Jonne, der hinter der finnischen Version eines WASP-Mikrofonstnders, nmlich einem Elchgeweih, poste und mit dem Metaller-Volk kommunizierte.
Insgesamt ein solider AUftritt, der allerdings nicht zu den Highlights des Festivals gezhlt werden muss. (Andreas)

Viele werden sich sicher im Vorfeld des Gigs gefragt haben wie die alten Manowar-Sachen ohne Eric Adams am Mikro klingen. Nun, ROSS THE BOSS-Snger Patrick Fuchs von der deutschen MANOWAR-Coverband MEN OF WAR whlt den einzig richtigen Weg und interpretiert die Songs auf seine eigene Art und Weise. Es macht keinen Sinn, Eric Adams imitieren zu wollen. Der Schuss wrde auf jeden Fall nach hinten losgehen. So kann man die wirklichen Klassiker der umstrittenen "Kings of Metal" in einer frischen und auch gelungenen Gesangsversion genieen. Ross himself fhlt sich sichtlich wohl auf der Bhne und im Kreise seiner auserwhlten Mitstreiter. Sogar Ex-MANOWAR-Drummer Rhino ist angereist und beehrt das Gelsenkirchener Auditorium mit seiner Performance beim Song "Kill With Power".
Die Setlist lsst keine Wnsche offen, sind doch die MANOWAR-Songs, an denen ROSS THE BOSS beteiligt war, sowieso die besten!(Olaf)

Alle wissen, es geht immer VADER. Da ich noch die ganze Zeit die Aufforderung "One More" von TURISAS im Ohr hatte und dieser bei jeder sich bietenden Gelegenheit nachkam, ist mir der Auftritt der polnischen Abriss-Maschinerie etwas verworren im Gedchtnis geblieben.
Wie immer aber ballerten einem die Herren end-brutalen Death Metal um die Ohren, der aber vor der Bhne reichlich gut ankam. Urgestein Peter brachte mit seiner feuerroten Gitarre das Publikum zum kochen, whrend er in seinen Ansagen gewohnt sympathisch rberkam. Was ich bei Live-Auftritten VADERs immer ein wenig schade finde ist, dass man sich zu sehr auf die hyperschnellen Trmmerstcke konzentriert, weswegen die Midtempo-Walzen, die eigentlich wie geschaffen fr die Bhne sind, meist etwas zu kurz kommen.
Sei's drum, VADER boten gewohnt brachiale und gute Kost und konnten mit dem guten Gewissen die Stage verlassen, die mit Abstand heftigste Band des Open Airs gewesen zu sein. (Andreas)

Hoppala, John Bush mit Vollbart ist gewhnungsbedrftig! Das ist aber auch alles was irritiert, denn der Auftritt von ARMORED SAINT ist Weltklasse! Diese Band hat so viel Power und Spielfreude im Arsch, dass es eine wahre Freude ist, ihnen zuzuschauen. Allen voran John Bush und Joe Vera legen eine tolle Performance auf's Parkett, die alten Klassiker kommen super beim ausrastenden Publikum an. Schon der Opener "Can U Deliver" lt keine Fragen mehr offen, doch nach weiteren Granaten wie "Last Train Home", "Reign Of Fire", "Symbol Of Salvation" oder "Raising Fear" ist klar, dass ARMORED SAINT einen der Hhepunkte des Festivals darstellen. Wenn John Bush beim nchsten Mal statt eines gelben Shirts vielleicht mal wieder die alte Rstung anlegt, ist alles im Lot. ;-) (Olaf)

DEATH ANGEL haben ebenso wie die nachfolgende Band die Wetter-A-Karte gezogen. Es giet in Strmen whrend des gesamten Gigs der Amis.
Aber das ganze hat auch seine Vorteile. So wird es nmlich recht gemtlich unter dem Zelt, das den Bereich vor der Bhne berdacht, und die Mosher toben sich im breiten Pit nach Herzenslust aus.
Die passende Musik dazu liefert das Familienunternehmen DEATH ANGEL, deren Thrash Metal mit einer sehr eigenen Note unheimlich tight gespielt rberkommt. Schade dass viele Besucher den geordneten Rckzug vornehmen und so nicht zu einer noch besseren Stimmung im Amphitheater beitragen. (Olaf)

Wie sich AMON AMARTH aus geschtzten 500m Entfernung in einem Bus bei strmenden Regen anhrt, das durfte ich als krnenden Abschluss des Festival-Samstags erfahren.
Auch wenn ich mich auf den Auftritt der Schweden tierisch gefreut hatte, war die Verlockung im Trockenen ein feuchtes Bier zu zischen letztlich doch grer als der Wunsch herauszufinden, wie die Horde ihren wuchtigen Death/Viking Metal in den Dauerregen abfeuerte. Ich hoffe, dass ich auf dem Summer Breeze meine Wikinger-Ehre zurck erobern kann, wenn die Mannen angekndigterweise neben einer fetten Pyro-Show auch ein eigenes Wikinger-Lager samt Schwert-Kmpfen ankarren werden. (Andreas)

Selbst am dritten Morgen des Festivals, der leider von ungemtlichem Regen begleitet wurde, pellten sich erstaunlich viele Besucher schon um 12 Uhr aus den Zelten um sich im Trockenen direkt vor der Bhne oder mit Regenmnteln und Schirmen bewaffnet auf den Rngen nicht den Gig von SABATON entgehen zu lassen. Das freute natrlich auch die einheitlich in Schneetarnhosen aufmarschierten sympathischen Schweden, die mit einem breiten Dauergrinsen und einem heftig auf die Kessel prgelnden Drummer ihren Set bestritten. Frontmann Joakim Broden schaffte es mit seiner mitreienden Art, die Menge schon wieder in Partystimmung zu bringen und den Hangover einfach wegzubangen. Dabei fand ich es erstaunlich, wie viele "hartgesottene" Kuttentrger zu dem teilweise sehr melodischen Mix aus Heavy und Power Metal abgingen. Aber Songs wie "Rise In Evil" haben einfach Atmosphre und machen Spa.
Gelungener Einstieg in den Tag. (Roland)

RHOA

Eigentlich perfekt, um die aufgekommene Partylaune weiter voran zu treiben folgte im Anschluss der Auftritt der Rotzrocker HARDCORE SUPERSTAR. Sicherlich wre zu diesem Sound ein sonniger Tag noch besser gewesen, aber ob das allein der Grund war warum zum Teil der Funke nicht so recht berspringen wollte oder ob es immer noch Leute gibt, die flchten, wenn der Kerl auf der Bhne mehr Make Up als die Freundin trgt, bleibt ungeklrt.
Fakt ist, dass die Reaktionen im Publikum leider recht verhalten ausfielen. An der super Performance von Fronter Jocke, der obendrein mit einer klasse Gesangsleistung berzeugte, der agilen Band selbst (die in bester Sleaze-Manier gekleidet die Bhne enterte) und ihren formidablen Songs kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Vielleicht warf auch das noch bei SABATON lautstark geforderte erste Bier des Tages viele um Stunden zurck. Anders kann ich es mir nicht erklren, dass bei Krachern der Marke "Bag On Your Head", "Kick On The Upperclass" oder Partyhymnen wie "Wild Boys" und "We Don't Celebrate Sundays" nicht so richtig die Kuh flog.
Schade, aber ich hatte trotzdem meinen Spa.(Roland)

Da knntste faulen! Fohen Mutes zog ich heuer gen's Rock Hard Open Air, guter Dinge den bitterbsen Klngen der schwedischen NAGLFAR lauschen zu drfen. Gerade die Songs vom aktuellen Hammer-Album "Harvest" htte ich dann doch gerne mal livehaftig erlebt, zumal Snger Olivius auf der Bhne immer eine wahrlich finstre Prsenz zeigt.
Aber dumm gelaufen, NAGLFAR konnten wegen irgendwelcher Probleme mit der Fluggesellschaft nicht zum Tanz bitten. Als Ersatz traten die Thrasher DEW-SCENTED an, wobei das in meinen trnenunterlaufenen Augen alles andere als ein Ersatz ist. Manch einen wird's gefreut haben, ich hingegen hab mich schmollend mit meinem Schminkekfferchen vom Acker gemacht, um mich seelisch-moralisch auf den Auftritt von DARK FUNERAL vorzubereiten. (Andreas)

Nach dem Wegfall von NAGLFAR waren die Landsmnner von DARK FUNERAL somit die einzige Black Metal-Band des Rock Hard Festivals. Das schien den schwarz-weien Gestalten auf der Bhne aber herzlich wenig auszumachen, da sie von Anfang an mit durchgetretenem Gaspedal den Nordwind auf die etwas zusammengeschrumpfte Metallerschaft loslieen.
Kompromisslos bis zum Anschlag und schnell ohne Ende prgelten sich die Bsewichter durch ihr Set, so dass nach dem Auftritt hier und da vernommen werden konnte, dass sich das alles gleich anhre. Mitnichten! Da gab es das rollende "666 Voices Inside", das rasende "Diabolis Interium" und das fr die Band fast schon melodische "An Apprentice Of Satan" neben zahlreichen anderen schwarzen Geschossen aus der Diskographie zu verdauen.
Snger Caligula nimmt zum Verdauen brigens gerne Jgermeister heran, was sich neben hoffentlich gutem Stuhlgang vor allem in etwas trgen (bse Finger wrden lallend schreiben) Ansagen entlud. Immerhin kamen diese halbwegs normal gesprochen daher, gekreischte oder gegrunzte Ansagen sind einfach nur dmlich. Dmlich sah brigens auch der Aushilfs-Basser am Bhnenrand aus, echt putzig (siehe Gallerie).
Ansonsten haben DARK FUNERAL genau das geliefert, wofr man sie mag oder eben nicht: eiskalte old school Black Metal-Kost auf der berholspur. Logisch dass das Set mit dem Klassiker "My Dark Desires" wrdevoll beendet wurde. (Andreas)

Wenn TANKARD aufspielen ist Stimmung garantiert. Dem Rock Hard-Publikum ist Frontsau Gerre ja sowieso schon als Spavogel auf der Rock Guerilla-DVD bekannt. Zusammen mit Kumpan Bobby von SODOM reit er dort mal mehr und mal weniger lustige Schoten. Sich aber von der Bhne weg direkt mit Bobby verloben zu wollen, ist ein Liebesbeweis, den Gerre vielleicht noch bereuen wird. Ich glaube diese Liebesgeschichte steht erst am Anfang. Mit gewohnt leicht asozialer Attitde prgeln TANKARD ihren Alkohol-Thrash in die Menge, die Hits wie "Zombie Attack", "Empty Tankard" oder "Die With A Beer In My Hand" freudig aufnimmt. Einige Damen im Publikum drften sich leicht angeekelt von Gerre's Schwabbelplautze abgewendet haben, dem Rest ist's jedoch egal und die Umstze an den Bierbuden steigen. (Olaf)

Peinlich, peinlich! Mehr fllt mir zum Auftritt vom Maiden-Paule nicht ein. Die guten alten Klassiker werden von der Band total verhunzt, und der Oberasi, der mal Frontmann der berhmtesten Metal-Band der Achtziger war, keift und blkt wie eine abgestochene Sau. Das extrem nervige Punk-Gehabe und Geslze geht mir tierisch auf den Sack. Diesem Herren sieht man seine persnlichen Probleme in's Gesicht geschrieben. Den Rock Hard-Mitarbeitern scheint es egal zu sein, denn sie lassen sich herab, die Bhne zu entern und mitzugrlen. Nee, PAUL DI'ANNO brauch' ich nicht. (Olaf)

Ex-Drummer und Neu-Snger Nick D'Virgilio hat es angesichts des Billings des Rock Hard Festivals schon kommen gesehen: SPOCK'S BEARD werden es nicht leicht haben! Zwischen hartmetallischen Klngen fhlen sich die Prog-Helden nicht wirklich wohl, das merkt man jede Sekunde des Sets. Einige Zuschauer beschftigen sich whrend des Auftritts der Amis offenbar mit Essen und Trinken, denn die Rnge sind erstaunlich leer. Doch diejenigen, die vor der Bhne ausharren, werden mit einigen Prog-Sahnestckchen auch bestens verpflegt. Nach den beschwichtigenden Worten von Frontmann D'Virgilio "...we try to play as hard as we can..." frnen SPOCK'S BEARD dem progressiven Rock, der sie auszeichnet: Tolle Gesangsharmonien, ausgeklgelte Arrangements und technisch hochwertige Instrumental-Einzelleistungen. Doch bis auf die paar hundert Menschen vor der Bhne knnen sich wahrscheinlich die meisten Besucher nicht recht an dem Dargebotenen erfreuen.
Eine progressive Band im Rock Hard-Billing zu finden, ist immer 'ne feine Sache, aber ein bisschen mehr Power muss schon sein. Mein Tipp: SYMPHONY X! (Olaf)

Sagt ber uns Axel was ihr wollt, aber er hat nicht nur jede Menge toller und vor allem sehr atmosphrischer Songs, sondern auch eine spitzen Band hinter sich, mit der er bestimmt nicht nur mir an diesem Abend in Gelsenkirchen ein paar wohlige Schauer ber den Rcken jagte. Dafr sorgte neben Axel selber Tausendsassa Mike Terrana mit einem absolut sehenswerten Drumsolo und vor allem Snger Johnny Gioeli mit einer makellosen Leistung. Und einen Keyboarder, der zum Duell mit dem Gitarristen gerade mal sein Musikinstrument unter den Arm klemmt und ber die Bhne spaziert, sieht man auch nicht alle Tage. Sicher htte Herr Pell zugunsten eines weiteren Songs seine Soloparts zumindest teilweise etwas krzen knnen, aber der Stimmung tat dies in meinen Ohren eigentlich keinen Abbruch und sei somit verziehen. Mit teils flotteren (z.B. "Fool Fool", "Strong As A Rock", "Tear Down The Walls"), meist aber sehr melodischen und epischen Songs (z.B. "Masqerade Ball") war AXEL RUDI PELL obendrein die perfekte Besetzung fr die fortgeschrittenen Stunde und Vorbereitung auf den dritten Headliner des Festivals.
Stark.(Roland)

Da leck mich doch am Arsch! Welch ein geiler Auftritt der Rockveteranen um Frontmann und Phil Lynott-Imitator John Sykes. Schei auf das Gerede von zu kurzer Spielzeit usw. Die alten Gassenhauer wie "Cold Sweat", "The Boys Are Back In Town", "Rosalie", "Suicide" oder "Jailbreak" werden an diesem Abend in einem beeindruckenden Soundgewand und in einer tollen Atmosphre prsentiert. Die gesamte Band wirkt ausgelassen und motiviert. Drummer Tommy Aldridge brilliert mal wieder mit seinem einzigartigen Solo, in dessen Verlauf die Felle und Becken mit bloen Hnden bearbeitet werden. Die fr THIN LIZZY typischen zweistimmigen Gitarrenlufe gehen runter wie l und nach einiger Zeit schwingt selbst meine zunchst etwas hftsteif wirkende Nachbarin auf den Stufen des Amphitheaters das Tanzbein. Fr meinen Geschmack bilden THIN LIZZY den wrdigen Abschluss eines wie immer tollen Festivals in Gelsenkirchen. (Olaf)

So kann man auch das diesjhrige leider etwas verregnete Rock Hard Festival wieder als absolut gelungen bezeichnen, auch wenn ein paar kleine Kritikpunkte anzubringen sind.
Den anfnglichen Missstand, nicht mit Patronengurten eingelassen zu werden, und die verrckte Idee, die Becher nur an gesonderten Stnden zurckgeben zu knnen, wurden glcklicherweise schnell gelst.
Nach wie vor unverstndlich fr mich bleibt aber die alberne Order, selbst mit nur einem Becher mit alkoholischem Inhalt nicht eingelassen zu werden. Dass damit verhindert werden soll dass die Leute fr den ganzen Tag mit Alk eingedeckt aufs Gelnde kommen ist in Bezug auf den Umsatz ja vollkommen klar, aber wer bitteschn luft denn bei einem gelungenen Festival fr jedes Pils zurck an sein Auto? So fhrte diese Regelung nicht nur zu unntigem Staus im Einlassbereich (man muss ja erstmal austrinken) und lstigen Diskussionen zwischen genervter Security (ja, am Einlass teilweise wirklich genervt) und Fans, sondern auch zu albernen Situationen wie dieser: nach einer guten Band auf dem Gelnde mit nem Pils versorgt stellt man fest, dass das Rauchkraut aufgebraucht ist, geht sich an der Bndchenausgabe neues holen und wird dann nicht mehr reingelassen!
Ebenso unverstndlich ist und bleibt das Phnomen des Hauptparkplatzes, der zwar schon Monate im Voraus ausgebucht ist, in der Realitt aber immer noch jede Menge freier Pltze ber den gesamten Festivalverlauf bietet. Besonders rgerlich wenn man beobachtet, welche Auswchse der Handel mit eben jenen Parktickets auf Plattformen wie ebay treibt, wo z.T. 80 € geboten wurden!

Sonst aber wie immer ein gelungenes Fest, bei dem es neben den Bands natrlich auch sonst allerlei zu entdecken und erleben gab. Wer erinnert sich z.B. nicht an solch illustre Gestalten wie Bruder Cle in seinem Teletubbi-Kostm, die Orkhorde, die sich whrend dem TURISAS-Gig unters gemeine Bangervolk mischte, den vllig verstrahlten Barfumann oder den fleischgewordene Mdchentraum, der sich in einem knappen Bikini im Plantschbecken rkelte.
An dieser Stelle auch noch mal ein dickes Lob an die Mannen vom Rock Hard, die den Aufruf der Metalfanclubs gegen das braune Gesocks in der Szene untersttzten und somit einmal mehr klar Stellung bezogen. Absolut lobenswert!
In diesem Sinne: bis zum nchsten Jahr! (Roland)

Fotos:Roland Wohde



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