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20. Dezember 2014 - Uhr
 
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696 Reviews in der Datenbank
Billing DEATHFEAST 2007
Ort Hnxe (Schwarze Heide)
Datum 7.06. - 9.06.2007
Autor David Lang
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Das Death-Feast war mir zwar bisher schon ein Begriff, aber dort gewesen bin ich noch nicht. Und das war nicht gut.Man erwarte jetzt keinen ausfhrlichen Festivalbericht von mir, bitte. Nennen wir es der Einfachheit halber einen unvollstndigen Rckblick... aber der muss sein.

Entfernungs- und urlaubstechnisch (nmlich eben keinen) bedingt, war es mir und meiner besseren Hlfte nur vergnnt den Festival-Samstag mit zu erleben, doch der hatte es in sich. berraschenderweise 1 Stunde vor Abfahrt noch zu Backstage-Ehren gekommen (danke Daniel und danke Daniel), machten wir uns voller Vorfreude auf den Weg zur "Schwarzen Heide". Kein Schei, der Platz auf dem dieses Gehrmuschelmassaker stattfinden sollte hie tatschlich so. Leider hatten wir auch passend dazu den schwarzen Himmel im Schlepptau und der brachte Regen mit sich. Gut, Sonne mag albern machen, aber dann doch lieber albern als nass. Als htte man mein Meckern vernommen, lichteten sich die Wolken auch bald und das feuchte "Bh" lie sich fortan nicht mehr blicken.

Backstage... diese magischen Worte haben einfach etwas... naja, magisches halt. So beinhalten sie z.B. gesonderte Parkpltze, angenehm kurze Fuwege und nicht zuletzt natrlich auch die Mglichkeit allerhand "Sehr Wichtige Personen" betatschen zu drfen. Stark! Macht man doch immer wieder gerne.

Die deutschen Keitzer erffneten den lauten Reigen am letzten Tag des 3- Tage-Festivals. Allzu viel bekamen wir davon leider nicht mit, da wir uns zunchst einmal mit dem Gelnde vertraut machen wollten. Als Hintergrundbeschallung jedenfalls machten sie sich ganz gut und ich schtze sogar dass ich durchaus eine berdurchschnittliche Death / Grind Band verpasst habe... shit happens.

Nach einem kleinen Spaziergang ber die Hndlermeile (Oh Gott, lass Geld regnen!) ging's zurck zur Bhne, wo Jack Slater zum hektischen Tanz baten. Die Klner sind so eine Sache; technisch natrlich allererste Sahne, mit Musikern vom andern Stern und einem Frontmann, der wei wie man die Leute unterhlt. Andererseits sind die "Brtal Hasen" aber auch sowas von anstrengend und teilweise gar nicht mehr nachvollziehbar. Slater fordern; hr' einmal nicht hin und du bist raus aus dem Song, so einfach ist das. Auf dem Death-Feast fand ich sie ziemlich gut, wenn auch immer noch nicht so mitreiend wie ich mir das wnschen wrde. Zwischendurch mal zwei Takte straight, dann klappt's auch mit dem Nachbarn.

Ich lie bereits durchsickern, dass ich keinerlei Anspruch auf Vollstndigkeit erhebe und jetzt ist es denn auch so weit. Die folgenden Benighted, Emeth und Dawn Of Azazel wurden Opfer einer ausgedehnten "Ich geh mit der Frau Merch gucken und anschlieend was in Dinslaken essen, da ich den Dner hier keinem Hund zum Fressen geben wrde-Tour". Tut mir furchtbar traurig, Jungs, aber elementare Basisbedrfnisse wollen zuerst befriedigt werden. Death Metal Mangel dank Brger Knig Besuch... bitter, aber wahr.

Suppository hatte ich mir eigentlich als kleines Highlight gewnscht. Die Tatsache, dass ich sie zunchst nicht erkannte und kurz darauf als "langweilig" bezeichnete spricht wohl Bnde.

Aber dann: Leng Tch'e waren angetreten, der "Schwarzen Heide" zu zeigen, wie man "Razorgrind" zu spielen hat. Mir wurde komischerweise erst nachmittags, nach dem dezenten Hinweis von Snger Boris, wieder klar, dass die Belgier ebenfalls hier aufspielen sollten. Da war die Freude gro im Hause Lang.

Wie schon bei meinem "ersten Mal" mit der Band sollte ich auch beim Death Feast nicht enttuscht werden. Frontmonster Boris El Bastardo machte dem moshenden Volk wieder den Psycho und himmelte ganz nebenbei noch eine Monitorbox. Es waren hauptschlich die Hits ihrer letzten beiden Alben "The Process Of Elimination" und "Marasmus", die die Menge zum Tanze bewegten. Verwundert hat's wohl keinen, eignen sich Brutal-Groover wie "Another Hit Single" und "1-800 Apathy" doch mehr als vorzglich zum gewaltttigen Abspacken. Hier muss erwhnt werden, dass mir (zumindest samstags, von den anderen Tagen wei ich's nich) nicht ein einziger Kampfsport-Kasper aufgefallen ist. Hier gab's einfach nur "Good Friendly Violent Fun".

Leider, so muss ich verknden, lie der Set der Grinder gegen Ende stark zu wnschen brig, versemmelte der zweite Gitarrist, doch noch einige Knaller, u.a. das von mir heiersehnte "The Fist Of The Leng Tch'e". Keine Ahnung, was der Gute da gespielt hat, aber es war definitiv zu langsam. Viel Licht, wenig Schatten also bei unseren belgischen Nachbarn.

Warum Hour Of Penance nach Leng Tch'e spielten konnte ich mir nicht erklren. Um genau zu sein, hatte ich zuvor noch nie von den Italienern gehrt. Mehr als knppelharten, technischen, aber nicht gerade Aufsehen erregenden Death Metal bekam die Meute auch nicht zu hren. Ganz offensichtlich war es aber genau das was die Meute wollte. Der Auftritt gipfelte in der Aufforderung von Snger Francesco, all seine "Brder" mgen bitte auf die Bhne kommen. Italiener mgen fr kinderreiche Familien berhmt sein, aber der (geschtzte) 50-Mann Circle Pit auf der Bhne (!!!) war einfach zu viel des Guten. Allen voran fr die Bhnentechniker, die in dem Moment wohl einem kollektiven Herzkasper nahe waren. Eindrucksvoll war es definitiv, oder wie es ein Bekannter so treffend formulierte: "Die sind jetzt vielleicht nicht die beste Band der Welt, aber Alarm machen knnen die ganz gut." Weise Worte.

Alarm; den konnten auch Aborted machen und obwohl ich krperlich nicht permanent vor der Bhne stand, war die Gewalt die einem von der Bhne entgegenschlug doch jederzeit ehrfurchtgebietend. Die Belgier gingen nicht gerade mit Songwriting der Marke 08/15 zu Werke, waren jedoch jederzeit nachvollziehbar und selbst fr Leute wie mich, die weniger mit dem Material der Band vertraut sind auch bangbar (< meins!). Brutaler Death Metal mit postapokalyptischen Melodien und Grindcore-Schlagseite, die zum Moshen einldt. Herrlich! Besonders bemerkenswert ist noch die Tatsache, dass Snger Svencho eine gute Stunde vorher die Felle fr Leng Tch'e verprgelt hatte. Auch Gitarrist Peter hatte zuvor bereits bei den Razorgrindern gezockt. Dort war er der "Neue", was sein unsauberes Spiel wenigstens etwas entschuldigt. Respekt, meine Herren! Aborted sollte man im Auge behalten, die knnten noch grer werden, als sie es im Underground ohnehin schon sind. Ein Blick in die, mit Aborted-Leibchen bewaffnete Menge sprach Bnde.

Unfassbar, wie geil Krisiun auf der Bhne agieren. Sind die Brasilianer auf Platte schon der pure Wahnsinn, so reprsentieren sie live die reinste Perfektion. Die drei Kolesne / Camargo-Brder entfachten ein wahres Feuerwerk an vertonter Gewalt und technischer Finesse. So brutal und roh und dennoch anspruchsvoll zu lrmen beherrscht kaum eine andere Band auf diesem Planeten. Moyses' Fingerakrobatik drfte an diesem Abend so manch einen labilen Gitarristen zum Aufhren gebracht haben und das Drumming von Oktopus Max lie unzhlige Mnder offen stehen. Veredelt wurde das Ganze mit dem abgrundtief bsen Gebrll von Alex Camargo und seinem schnellen Bassspiel. Im Zusammenspiel mit dem glasklaren Sound (nochmal; Hut ab vor dem Soundmenschen!) und dem dezent eingesetzten, und wahrscheinlich gerade deswegen ungeheuer effektiven, Licht bot sich hunderten von Death Maniacs ein wahrhaft hllisches Schauspiel. Die Brasilianer trmmerten fast all ihre Hits in den Mob (mir persnlich fehlte "Conquerors Of Armageddon") und hinterlieen nichts als verbrannte Erde. Dabei wurden sie zwischen den Songs nie mde zu betonen, wie wichtig ihnen ihre Fans sind und dass sie ohne diese nichts wren. Wie auch bei all den anderen Ansagen wirkte hier nichts aufgesetzt und man sprte frmlich den Idealismus und die Liebe zur Musik. Krisiun sind Metal!

Immolation sind das auch, aber an die vertonte Schlacht ihrer Vorgnger knnen sie zu keiner Sekunde kratzen. Ursprnglich hatte ich mich unheimlich auf diesen Gig gefreut. Ich bin zwar kein Die-Hard Fan der Amis, aber das mir bekannte Material knallte auf CD ganz ordentlich. Was folgte war Ernchterung. Die Band spielte schnellen, brutalen, technisch anspruchsvollen UND ziemlich austauschbaren Death Metal. Die Songs waren mir leider durch die Bank weg unbekannt und hngen geblieben ist dummerweise auch nichts. So machten wir uns ab der geschtzten Hlfte des Sets bereits auf den Heimweg, allerdings mit dem guten Gewissen mit Krisiun, Aborted und Leng Tch'e die Highlights des Samstags erlebt zu haben. Deathfeast 2008? Definitiv mit uns!

Bilder: David Dankert
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