Navigation
                
16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing CIRCLE II CIRCLE, TOMORROW'S EVE, TEMPESTA
Ort Andernach, JuZ
Datum 22.04.2007
Autor Stefan Baumberger & Thorsten Dietrich
>> Als E-Mail versenden

Dieser Live-Bericht ist keine Kritik an den Bands oder an dem Veranstaltungsort JuZ-Andernach, sondern gilt einzig und allein dem Veranstalter Rock-Times, die an einem Paradebeispiel gezeigt haben, wie man sich auch die letzten Gste vergraulen kann. Zuerst ist zu sagen, dass die Combo um Ex BLIND GUARDIAN-Drummer Thomen Stauch, SAVAGE CIRCUS, das Konzert wegen Krankheit absagen musste. Das alleine war schon rgerlich an sich, ist aber nun mal so gewesen und so etwas kann auch nicht verhindert werden. Da beim Eingreifen von hherer Gewalt aber trotzdem die komplette Gage bezahlt werden musste. Dass daher auch einige Leute ausblieben und/oder vor der Halle kehrt machten und die Kohle lieber wo anders investierten, sollte klar gewesen sein. Da halft es auch nicht, wenn man sich als Veranstalter unberhrbar darber aufregte, dass kein Geld reinkam und sich den Frust mit selbstgekauftem Bier heruntersplte.

Tempesta

Widmen wir uns nun voller Hingabe diesem ganz besonderen Konzert, das aufgrund der Tatsache, dass es sich um das letzte dieser Tour handelte, besondere Ausmae annahm. Es ist wohl Gang und Gebe, die gerade spielende Band aufzuziehen und mit kleinen Einlagen zu rgern. Das schlug sich zum Beispiel darin nieder, dass sich bei TEMPESTA und TOMORROW'S EVE jedes Mal eine Gruppe von langhaarigen Biertrinkern mit Tischen und Sthlen auf der Bhne breit machten und die gerade spielende Band krftig feierte. Das brachte nicht nur Stimmung, sondern blieb auch positiv im Gedchtnis. Selbst der Drummer von CIRCLE II CIRCLE strte sich nicht daran, dass ihm whrend des letzten Songs fast das komplette Schlagzeug abgebaut wurde und er zum Ende des Liedes nur noch mit den ntigsten Krachmachern ausgestattet war.

TEMPESTA starteten ihre Show mit einigen eigenen Liedern, die vom Riffing her sehr an METALLICA in den 90ern erinnerten. Die Songs und die Bhnenshow konnten auch auf Anhieb berzeugen, auch wenn es niemanden vom Hocker haute. Anschlieend folgten drei Coverstcke, die allesamt auch schon mal von eben genannten Helden eingespielt wurden. Darunter befand sich unter anderem der THIN LIZZY-Klassiker "Whiskey In The Jar", "So What" und das von KID ROCK durch den Kakao gezogene "Sad But True". Letzteres leider auch genau in dieser Version prsentiert, was sich als nicht allzu vorteilhaft entpuppte. Es folgten noch einige eigene Songs, die hnlich einheitlich wie die ersten klangen.

Tomorrows Eve Tomorrows Eve

Nach einer halben Stunde war der Spa vorbei und es folgte eine relativ kurze Umbaupause, bis TOMORROW'S EVE die Bhne enterten. Diese hatten von Anfang sofort mehr Publikum auf ihrer Seite bzw. vor der Bhne, da sie mit ihrem Mix aus klassischem Metal gepaart mit progressiven Elementen und Trllereinlagen ein breiteres Publikum ansprachen. Sie klangen ausgereift und professionell, die Musiker sind alle Meister ihres Instrumentes und der Sound stimmte auch. Allerdings fehlte auch hier die Abwechslung, was die Show schnell etwas langatmig werden lies. Auerdem strten die ganzen Samples, wie beispielsweise der mehrstimmige Gesang oder auch hier und da eine Rhythmusgitarre. Vielleicht kam diese auch von Keyboard, aber dennoch klingt so etwas bei einem Konzert eher arm, als dass es etwas bringt. Bei denen, die die Band bereits lnger kannten, sprang der Funke von der ersten bis zur letzten Minute stndig ber, andere gingen sich auch zwischendurch mal ein Bierchen holen. Nach einer weiteren Dreiviertelstunde war auch dieser Spuk vorbei und der Hauptakt des heutigen Abends wurde von allen mit groer Spannung erwartet. (Stefan Baumberger)

Circle II Circle Circle II Circle

Bei CIRCLE II CIRCLE waren dann die vielleicht 100 Leutchen auch alle vor der Bhne und konnten eine Band erleben, die hungrig und aggressiv nach einem starken Instrumental mit dem Ohrwurm "All That Remains" in die Vollen ging. Vorbei sind die Zeiten der Hemden fr Frontmann und Bandboss Zak Stevens. Ebenso wie die Zeit der unmglich groen Eishockeytrikots. So sehen die Jungs echt viel homogener aus! Nur Bassist Paul Michael Stewart fiel mit seinem weiem Sportoutfit nebst Bandana wieder mal aus dem Rahmen, war aber ansonsten der Aktivpol der bewegungsfreudigen Band und bedienten an wenig bentigten Stellen auch das Keyboard. Circle II Circle Statt SAVATAGE, der Ex-Band des Sngers Zak Stevens zu huldigen spielten die fnf Amis lieber Songs der drei eigenen Studioalben "Watching In Silence"," The Middle Of Nowhere" und "Burden Of Truth". Am Ende gab es dann unter anderem als Zugabe die SAVATAGE-Hits "Handful Of Rain" und "Edge Of Thorns", whrend "Taunting Cobras" nie zu den Livekrachern der Floridaboys zhlten und zu CIRCLE II CIRCLE gut passen. Zak war auch sehr freundlich zum Publikum und recht gesprchig und man lie sich auch nicht anmerken, ob man von der Zuschauermenge enttuscht war. Stevens war auch super bei Stimme und die Band hatte gute Chre, so dass ich das Konzert als vollen Erfolg bezeichnen kann.
Im Paket mit dem im Mrz getourten Jon Oliva wre das bestimmt voller gewesen. (Thorsten Dietrich)

Fotos: Roland Wohde

<< vorheriges Review
JACK FROST, TRANSILVANIAN BEAT CLUB - Nachtleben, Frankfurt
nchstes Review >>
CORNERSTONE, RAZORBACK - Bonn, Klangstation


Zufällige Reviews