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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing CALIBAN, CRISIS NEVER ENDS, SINCE THE DAY
Ort Gieen, AK44
Datum 08.06.2002
Autor Thomas Roos
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Das Konzert fing so kurz nach 22:00 Uhr an, was für Gießener Verhältnisse sogar noch recht früh war. Das AK war gut halb gefüllt und wenn man sich die Bandnamen angesehen hat, dann war klar, was Programm sein sollte: Vegan Straight Edge Metal Core der krassesten Sorte. Wobei sich bei dieser Art von Bands HC eigentlich nicht mehr durch die Musik, sondern nur noch durch die Einstellung und die daraus entstehenden Texte definiert. Musikalisch wird hier Metal ganz groß geschrieben. Demzufolge fanden sich neben der HC-Fraktion auch eine Reihe von Todesmetallern ein, die mit diesen drei Bands natürlich bestens bedient wurden.
Den Anfang machte der local support „Since the Day“, die vor zwei Wochen erst ihre CD veröffentlicht haben. Da ich während der Release-Party selbst mit „Never face Defeat“ in Oberhausen unterwegs war, hatte ich heute zum ersten mal das Vergnügen, mir die Death-Coreler ansehen zu können. Auch wenn ich anfangs nicht sonderlich von deren Darbietung angetan war, wusste die Band im Verlauf ihres Auftritts dann doch immer mehr zu begeistern. Auch dem Publikum schien es zu gefallen und einige der anwesenden HC-Kids entschlossen sich immer wieder mal, ein paar kurze Tanzeinlagen aufs Parkett zu legen.
Die anschließend spielenden Stuttgarter von „Crisis never ends“ hatten im Gegensatz zu STD nun nicht mehr den Vorteil einer lokalen Band und dementsprechend verhaltener ging es bei ihrer Show auch zu. Auch hier gab es aber noch vereinzelt ein paar kurze Tanzeinlagen. Rein musikalisch gesehen standen sie dem Opener aber in nichts nach und auch ihr Auftritt war recht ansprechend. Allerdings mit 45 Minuten für meinen Geschmack etwas zu lang.
Dann kam die Band, auf die eigentlich alle gewartet haben. Caliban begeisterten von Anfang an und brachten den Laden zwischenzeitlich sogar bis zur letzten Reihe in Bewegung. Hier entstand zum ersten mal am heutigen abend ein richtiger Pit und es kam sogar zu Crowd-Surfing und Sing-a-longs. Die Ruhrpott-Band besteht ja nun schon seit einigen Jahren und hat sich in dieser Zeit auch eine stetig wachsende Anhängerschaft erspielen können. Diese Punkte wurden hier zum einen durch ihren routinierten Auftritt als auch durch die Publikumsreaktionen deutlich. Sogar eine Zugabe musste gespielt werden, was bei einer Band wie Caliban auch wirklich als Zugabe anzusehen ist, im Gegensatz zu den ganzen großen Bands, die ihre „Zugaben“ immer schon eingeplant haben, wodurch sie eigentlich mit zum normalen Programm gehören, da die Songs ja vorher schon ausgesucht sind und auch feststeht, dass sie gespielt werden. Aber nicht so hier. Hier konnte das Publikum sich noch selbst aussuchen, was gespielt werden soll.
Es war auf jeden Fall wieder ein gelungener Konzert-Abend im AK44. Ich wäre zwar jedes mal froh, die Shows würden wie woanders auch zu einer vernünftigen Uhrzeit beginnen, aber das ist in Gießen wohl nicht machbar. Trotzdem Respekt an die Leute von Hessen-Hardcore (www.hessen-hardcore.de) ( und vielen Dank, dass sie uns wieder so ein geiles Konzert beschert haben.

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