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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing THEY COME TO JUDGE
Ort Koblenz-Metternich, HOT
Datum 02.03.2007
Autor David Lang
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Gute Underground-Metal Konzerte sind schwer auszumachen. Wenn dann aber doch mal eins stattfindet werde ich da sein. Ganz besonders wenn meiner einer ursprnglich ohnehin dort mit Hatedrive aufgetreten wre. So waren es dieses mal Sun Of Sadness, The Colostomizer, Insolence und At Daggers Drawn die meinen faulen Arsch vom Sofa hoch bekamen.

"They Come To Judge", und das nicht zimperlich, Freunde der stromgitarrenverstrkten Musik. Tatort: Koblenz Metternich, HOT. Starten sollte das ganze um 20 Uhr. Unser eins war natrlich erst gegen 21 Uhr anwesend, was zwangslufig dazu fhrte, dass wir Sun Of Sadness verpassten. Augen- und Ohrenzeugen zu Folge soll es aber ein amtlicher Gig gewesen sein und auch Gast- bzw. Aushilfssnger Horn (Jack Slater) wusste positives zu berichten. Schade ...
So wurden unsere Ohren also zunchst von den derben Klngen der "Miezen" penetriert. The Colostomizer knppelten ihren extrem groovigen Death / Grind ins Auditorium und heimsten dafr ordentlich Applaus ein. Bis auf ein paar wenige Banger blieb es allerdings auch bei diesen Reaktionen. Ziemlich unverstndlich, da das Material der drei Jungs im Grunde frs Haare schtteln und rumschubsen wie gemacht ist. Vielleicht lag es am recht verhaltenen Gebren auf der Bhne und der sprlichen Kommunikation mit dem Publikum. Jungs da ist weitaus mehr drin. Eventuell wollte das Koblenzer Publikum aber auch seine Krfte fr den Headliner schonen. Frank, Thomas und Tim jedenfalls spielten sich erneut in mein Herz, denn wer trotz angesprochener Mngel trotzdem so cool rberkommt und zudem noch solch geile Mosher wie "Kaffii und Kuchen" (!!!) im Programm hat, kann nur gewinnen. Vorausgesetzt man geht nicht zum Lachen in den Keller.
Insolence hatten anschlieend die Aufgabe den Ausfall unserer Band aufzufangen und ich kann ihnen bescheinigen, dass sie ihre Aufgabe mit Bravour gemeistert haben. Stilistisch natrlich noch einige Hrtegrade ber Hatedrive anzusiedeln, war das Inferno das die fnf entfachten, jedoch gewiss nicht jedermanns Sache. Extrem technischer, schneller Death Metal mit Gurgel-Grunz-Vocals vom anderen Stern ist nun mal nichts fr die breite Masse, auch wenn die an diesem Freitag durchaus auf heftige Klnge gefasst war. Besonders geil fand ich die Ansagen von "Snger" Cremer, der scheinbar zum Glck zu den Leuten gehrt, die den Metal nicht allzu ernst nehmen und sich auch mal eine Albernheit zwischen dem Gebretter erlauben. Die Leistung der Musiker (der Bassist z.B. war neu in der Band, spielte dennoch das halbe Konzert mit!) war teils auf bengstigendem Niveau und so manch einer im Publikum hatte seine helle Freude daran, den Jungs einfach nur beim Spielen zuzugucken. Der Wiedererkennungswert der Songs war zwar nicht der grte, aber wer braucht den schon, wenns knallt?!
Anschlieend durften At Daggers Drawn auf die Bretter und sptestens jetzt dachte ich, dass etwas Bewegung in die Bude kommt. Nix da, meine Theorien waren alle fr die Katz. Koblenz war einfach mde. Das war schade, denn die Band konnte durch enorme Spielfreude und starke Songs punkten. Schlecht fand es Metternich wohl nicht, denn Applaus wurde reichlich gespendet, doch bangfreudige Menschen konnte man lediglich in der ersten Reihe ersphen und selbst die konnte man an einer Hand abzhlen.
Unbeeindruckt davon lieferten die Jungs um den Frontschreihals Silviu eine starke Show ab. Fr den kleinen Rumnen sollte es die offizielle letzte sein (am 30.03. hat man nochmal die Chance die Band in dieser Besetzung im Rasthaus B9 mit Machinemade God und Doomsday zu sehen). Das ist schade, denn abgesehen von Schwchen im klaren Gesangsbereich war der quirlige Sympathietrger mehr als nur eine musikalische Bereicherung fr At Daggers Drawn. Nun hat er jedoch Arbeit in seiner alten Heimat gefunden und verlsst somit nicht nur seine Band. Das mag womglich alles nichts in einer Live-Rezension zu suchen haben, aber meiner einer kennt El Silv nun schon ziemlich lange und so ging mir die Sache auch persnlich recht nah. Umso erfreuter war ich, als mir im Vorfeld zu dieser Show das Angebot eines Gastauftritts mit ADD angeboten wurde.
Gemeinsam mit dem groartigen Andolon (Stage Disaster) enterte ich dann auch fr zwei Songs die Bhne. Das war zum einen eine fulminante Version des Killswitch Engage's "jetzt-schon-Klassikers" "The End Of Heartache" und zum andern die At Daggers Drawn-Granate "From Hell To Earth". Beide mit 3 Brllwrfeln vorgetragen, konnten wir gemeinsam nochmal das H.O.T. aufmischen.
Alles in allem war es eine gelungene Show mit einem kleinen, traurigen Hintergrund. Mein besonderer Dank geht nochmal raus an Insolence die erfreulicherweise unseren Posten eingenommen haben und ganz besonders an Silv fr 10.000 lustische Jahre. Ich wnsche dir alles Juute in Rumnien min Jung und flieg mit mir wohin du willst ...

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