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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing HEADBANGER’S NIGHT 4
Ort Nanzdietschweiler, Kurpfalzhalle
Datum 17.03.2007
Autor Christian Seip
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Nachdem die letzte HBN mit gut 300 Besuchern ein richtiger Erfolg war, waren die Metalheads Remigiusland gespannt, ob es sich auszahlen würde, mit TANKARD eine absolute Topband zu verpflichten. Bereits der Vorverkauf ließ nach Angaben der Veranstalter darauf schließen, dass diese Entscheidung die richtige war.
So kamen dann letztendlich gut 400 Metalfans ins beschauliche Nanzdietschweiler, wobei die Kurpfalzhalle einen idealen Rahmen für ein solches Festival bietet. Ticketpreise von läppischen 11 Euronen im Vorverkauf und große Bierchen für 2 Euro trugen natürlich dazu bei, dass bei den Anwesenden gute Stimmung herrschte. Ein Festival von Fans für Fans, das haben sich die Metalheads auf ihre Fahnen (die gab es wieder reichlich) geschrieben.
Los ging es mit den Lokalmatadoren von ROADRASH/SKELLINGTON. So sperrig wie der Name ist teilweise auch die Musik der Formation aus KL/KUS, die sowohl Prog-, Doom, und Death-Elemente enthält und die volle Aufmerksamkeit des Publikums erfordert. Was ursprünglich nur als einmalige Reunion-Show geplant war, gipfelte letztendlich in einer CD mit neuen und alten, überarbeiteten Songs, die bereits jetzt über die Homepage der Band oder über die Kontaktadresse der Metalheads (info@metalheads-remigiusland.de) zu beziehen ist. Die Band präsentierte sich äußerst routiniert und zeigte eine überraschend gute Bühnenpräsenz, trotz der langen Pause, die die Band eingelegt hatte. Mit zwei Sängern ist man zudem sehr flexibel und kann Songs sowohl mit cleanen Vocals, als auch Growls untermalen. Am Ende stand ein gelungener Auftritt, den die Band schon vor einer gut gefüllten Halle präsentieren konnte und der ihr sicherlich neue Fans gebracht hat.

Setliste:
Enchantress
Something Between In
Pussy
Dephts Of Dispair
End Of Searching
Everything Will Be Fine
Fast
Torn
In The Devil Don’t Care

Auf die nächste Band durfte man gespannt sein, denn PYROLYSE hatten sich auf der letzten HBN direkt vor Ort beworben und Sänger Cherry Kellermann legte kurzerhand einen Beweis seiner Sangeskunst auf der Örtlichkeit hin und überzeugte Fans und Veranstalter zugleich. Von Beginn an konnte man den Würzburgern eine gewisse Nervosität anmerken, die sich aber schnell legte. Ab dem dritten Song stimmt auch der Sound und das mächtige Organ des Fronters kam nun besser zur Geltung. Ihr melodischen Heavy Songs kommen live etwas schneller und dadurch druckvoller rüber als auf CD und die Fans in den ersten Reihen konnten vor allem bei der Hymne „Fight Or Fall" zum ersten Mal richtig mitbangen. Insgesamt ist beim Stageacting noch Potenzial nach oben, doch wussten die Süddeutschen mit einem engagierten Auftritt bei dem anwesenden Publikum zu punkten.

Setliste:
Playground
Bloody Dark World
Darkness
Fight Or Fall
Madness
Devildance
Resurrection
Psycho

Nach einer wiederum sehr kurzen Umbaupause, die viele Besucher für ein paar Gerstenschälchen nutzten, stieg die Spannung auf den Co-Headliner BOOMERANG. Die Frankenthaler waren nach ihrem begeisternden Gig auf dem UMHF in Kusel kurzerhand ins Billing gerutscht. Leider hatten die Vorderpfälzer von Beginn an mit Soundproblemen zu kämpfen, die sie während des gesamten Gigs nie richtig loswurden. Gerade eine Band, die von ihrer unbändigen Power lebt, braucht einen ordentlichen Sound, um die gesamte Power von der Bühne zu übertragen. Von der Aktivität und der Bühnenpräsenz lieferten die Jungs das volle Brett und sorgten für zahlreiches Mähnenschütteln. Die Truppe hatte eigentlich nur starke Songs am Start und auch wer die Mannen bis dato nicht kannte, muss bestätigen, dass BOOMERANG zu den vom Potential her stärksten Bands in Rheinland-Pfalz gehören. Man darf auf das neue Album mehr als gespannt sein und muss der Band wünschen, dass der überregionale Durchbruch dann endlich geschafft wird.

Setliste:
Balance Of Hate
Keepers Of Light
TCOII
Of Blood And Honour / The Cold One
One Night To Remember
Mourning Sun
Praise The Loud
Mind Odyssey

Da ich an diesem Tag schon etwas früher in der Halle war, sah ich gegen 17.15 die Angst in den Augen der Veranstalter. Der 1:0 Sieg der Eintracht gegen die übermächtigen Bayern schürte etwas die Nervosität, dass die Biervernichter aus Frankfurt vielleicht die Abfahrt nach NDW verpassen könnten. Doch die Befürchtung bestätigte sich nicht. Pünktlich um 20.30 traf der erwartete Express aus Mainhattan ein. Frontgaul Gerre hatte zwar schon sichtlich Spaß in den Backen, doch dies hinderte ihn nicht später eine Wahnsinnsshow abzuliefern. Gegen 23.30 war es dann soweit. Die Menge rief und die Gerufenen ließen sich nicht lumpen. Vom ersten Song an war die Stimmung auf Hundert in der Kurpfalzhalle und es gibt auf diesem Planeten nur wenige Bands wie TANKARD, die von Anfang an Hochstimmung bei ihren Gigs haben. Gerre fegte über die Bühne, als ob es sein leichtes Übergewicht nicht gebe. Gitarrist Andy Gutjahr und Basser Frank Thorwart rotierten wie die Wilden über die Bühne und animierten die Fans ständig zu neuen Höchstleitungen. Schon beim zweiten Song „The Morning After" präsentierte sich Gerre bauchfrei, was beim einen Teil der Anwesenden Freude und Entzücken zur Folge hatte, aber auch zum Teil geschockte Gesichter bei 40 Kilo Damen hinterließ. Danach ging einfach nur die Post ab und die Band feuerte neue Highlights, wie „Metal To Metal" sowie alte Klassiker, wie „Freibier" oder „Zombie Attack" in die begeisterte Menge. Die Frankfurter wurden hier nach allen Regeln der Kunst abgefeiert und zahlreiche Stagediver durften sich kurz mit Gerre messen , bevor sie wieder zurück in die dritte Reihe gefeuert wurden. Auf alle Fälle ist hier die Rechnung der Veranstalter aufgegangen, denn TANKARD waren jeden Euro des Eintrittspreises wert. Erwähnenswert erscheint mir hier auch noch die Info, dass die Hessen, laut Angaben der Metalheads Remigiusland, viel länger als vereinbart spielten und 21 Songs auf über 100 Minuten verteilten, alle Achtung. Da hat man in letzter Zeit auch schon andere Bands erlebt, die einen 70-minütigen Headlinergig abgestanden haben. Ich denke, dass niemand der Anwesenden von dieser Show enttäuscht war und hochzufrieden in die nächste Pause ging, bevor die Aftershow startete.

Setliste:
We Still Drink The Old Way
The Morning After
Zombie Attack
Slipping From Reality
Beermuda
Need Money For Beer
The Beauty And The Beast
Alcohol
Maniac Forces
New Liver Please
Die With A Beer In Your Hand
Nation Over Nation
Dancing On Your Grave
Metal To Metal
Rectifier
Hope?
Chemical Invasion
Freibier

Alien
Space Beer
Empty Tankard


Nach dem Headliner bekam die Lauterer Formation U.C.A.O.D. noch die Chance ihren Grindcore in die noch anwesende Menge zu feuern. Das taten sie auch gewaltig und schlugen sich mehr als achtbar aus der Affäre. Dass aus einem 30 Kilo-Männchen, wie dem Sänger, solche Töne kommen, hätte ich mein Lebtag nicht gedacht, unglaublich. Die Jungs gaben zu später Stunde alles und konnten noch zahlreiche Besucher vor der Bühne halten, bevor um 2 Uhr das Ende der HBN 4 eingeläutet wurde.

Es bleibt zu hoffen, dass die Mannen aus der Westpfalz weitermachen werden und es auch im nächsten Jahr eine HBN gibt. Der Zuschauerzuspruch hat die Veranstalter auf alle Falle sehr erfreut und was mir aufgefallen ist, war wieder die bunte Mischung im Publikum, von immer mehr jungen Metalheads, bis zu den ergrauten, die die Anfangstage noch miterlebt haben!
Tolle Stimmung, tolle Bands, tolles Festival!
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