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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MISERY INDEX, ORIGIN, BURNING SKIES, POOSTEW
Ort Trier, Balkensaal
Datum 08.02.2007
Autor David Lang
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N, was war ich happy, als ich zum ersten mal von diesem Package las: NECROPHAGIST, die wohl geilsten technischen Deather unter der Sonne gemeinsam mit MISERY INDEX, BURNING SKIES und COLDWORKER (jaaaaaaaaa!). Doch erstens kommt es anders... denn bereits kurze Zeit nach dieser herrlichen Botschaft kam die erste Ernchterung: COLDWORKER spielen nicht. Verdammt! Egal dachte man sich, allein NECROPHAGIST sind die Reise mal mindestens wert. Poostew Zweiter Schock: am Morgen des 8. Februar schneite es dermaen pervers, dass der Trip nach Trier ins Wasser / in den Schnee zu fallen drohte. Doch der Gott des Lrms hatte ein Einsehen und lie es bereits am frhen Nachmittag wieder tauen. Dafr durften wir dann durch perverse Regenflle zum Bestimmungsort. Immer noch drauf geschissen.

Als wir dann den Balkensaal letztendlich erreicht hatten kam der finale Schock: Burning Skies NECROPHAGIST hatten einen Abend zuvor die ersten acht (!) Shows der Tour gecancelt (warum wei ich bis heute nicht, weder Homepage noch Myspace-Profil der Band verschaffen Klarheit). Was blieb waren also MISERY INDEX, BURNING SKIES, ORIGIN, die fr COLDWORKER eingesprungen waren und, sehr zu meiner Freude, die Mnsteraner von POOSTEW. Die waren auch ein Grund meines Kommens und erffneten den lustigen Reigen dann auch gegen halb neun mit ihrer Version von Grind/Death. Die vier Jungs zauberten mir ber die gesamte Spielzeit (von mageren 30 Minuten) ein fettes Grinsen aufs Gesicht. Hier gabs 'ne halbe Stunde Vollgas mit Niveau. Rudiges Geballer mit Wiedererkennungswert und ordentlich Groove. Schnell, przise und brutal; so muss das sein. Gezockt wurden Songs beider Alben und ihrer Split mit JaKa, sprich ein guter Querschnitt der, noch jungen Historie. Das erste mal brigens, dass ich einen Snger "weniger Gesang auf dem Mikro" habe sagen hren.
Bis auf den Vollspaten, der Snger Chris aufgrund seiner Frisur zwischen den Songs mehrmals lautstark mit "Eeeeeemooooo!" bedachte (dumm und nervig, sowas) ein sehr geiler Opener.

Burning Skies

BURNING SKIES aus England lieen im Anschluss dann, ihrem Namen entsprechend, den Himmel, vielmehr die Balken brennen. Der brutal-brachiale Deathcore (wenn man dann Schubladen braucht) krachte mit einer unbndigen Energie ins anwesende Volk und brachte so manchen Fu zum Wippen. Leider passierte auch nicht viel mehr im Publikum, so dass, wie schon bei POOSTEW, der erwartete Pit ausblieb. Ob das Trierer Publikum Anlaufschwierigkeiten hatte oder prinzipiell bei Vorbands nicht das Tanzbein schwingt vermag ich nicht zu sagen, aber bis auf frenetischen Applaus gab es bis hierhin noch keine erwhnenswerten Reaktionen im Pulk zu verzeichnen. Dabei war das Material der Inselkppe geradezu prdestiniert fr amtliche Schubsereien. Breakdowns, Blasts, Mosh hier, Mosh da und ein Tier von Snger, der sich redlich Mhe gab die Menge zu mobilisieren. Alles vergebens. Auf die Frage was denn Bauer auf Englisch hiee, wurde der Song "Bauer Power" kurzerhand in "Farmer Power" umbenannt. Nette und fanfreundliche Aktion, das. Auch hier war nach einer halben Stunde und einer durchs Mikro blutig geschlagenen Stirn des Sngers Schicht im Schacht.

Origin

ORIGIN waren angetreten der Welt zu zeigen was es heit technischen UND brutalen Death Metal zu zelebrieren. Lasst euch sagen: sie haben es getan! Ich musste mich teils zusammen reien und mich selbst daran erinnern, dass ich Fotos machen soll. Die meiste Zeit jedoch stand ich vllig unglubig (schtzungsweise mit offenem Mund) unmittelbar vor der (ca. 15 cm hohen) Bhne und staunte Baukltze ber das musikalische Massaker, das mir da um die Ohren flog. Es hie immer, dass der Drummer der Band es wohl verstnde Kollegen reihenweise zum aufgeben bringen knne. Kann ich mir vorstellen. Ebenso der Gitarrist und der Bassist, dem ich permanent auf die Finger starrte. Das heit, ich habs versucht, denn wirklich folgen konnte man diesen Dingern kaum noch. Misery Index Die Band agierte nahe an der Perfektion und leistete Unglaubliches. Snger James grunz-kreischte sich durch das Set als gbs kein Morgen mehr und wenn Bassist und Gitarrist nicht gerade versuchten in Hchstgeschwindigkeit ihre Finger zu verknoten wurden auch hier unmenschliche Laute ins Mikro geschickt oder die Matte geschleudert. Das Trierer Publikum kam jetzt auch nicht mehr um mehrere kleine Pits herum und selbst ein (halbnackter... uh) Diver versuchte mehr Action in den Mob zu bringen. Denn mehr Action auf der Bhne htte auch nicht funktioniert. Einziger Kritikpunkt an ORIGIN ist die meines Erachtens kaum vorhandene Abwechslung. Hier wird stets auf hchstem technischem Niveau agiert, doch merken konnte ich mir davon nichts. Sollten die Jungs also in Zukunft noch einen Zentner Songwriting + Wiedererkennungswert in ihr vertontes Armageddon packen habe ich eine neue Lieblingsband. Doch auch so war es schon eins der beeindruckendsten Konzerte die ich je erleben durfte. Mein Respekt.

Technisch konnte man das nicht mehr toppen und MISERY INDEX mussten das auch gar nicht. Ihre schiere Prsenz schien beim Publikum fr einen Kurzschluss zu sorgen, der smtlichen Gliedmaen in den ersten zwei Dritteln befahl sich zu bewegen. Misery Index Frontmann Jason Netherton, Symphatikus vorm Herrn, hatte die Massen vom ersten Takt an in der Hand und schaffte es dieses Energielevel im kleinen Balkensaal bis zum Ende zu halten. Es wurden smtliche Hits ins Auditorium geballert und die Band agierte sehr spielfreudig. Ihr, von der Struktur her, simpler Death/Grind eignet sich allerdings auch hervorragend fr Moshpits jeglicher Art. Nur von gestrten Kickbox-Aktionen blieb man diesen Abend, glcklicherweise, verschont.

Der Sound, und das muss man ja auch mal erwhnen, war den ganzen Abend ber in einer wirklich vertrglichen Lautstrke abgemischt und auch sonst gabs hier nix zu meckern.
Alles in allem, trotz Absagen und (zunchst) lauem Publikum war es doch ein geiler Abend mit der Erkenntnis, dass Karlsson auf dem Dach jetzt Schlagzeug bei ORIGIN spielt. Und gute Nacht!

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