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22. August 2014 - Uhr
 
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691 Reviews in der Datenbank
Billing CALIBAN, HEAVEN SHALL BURN, NEAERA, FIRE IN THE ATTIC, AS WE FIGHT, DEADLOCK, MISERY SPEAKS - "SANTA CLAWS TOUR"
Ort Losheim, Eisenbahnhalle
Datum 28.12.2006
Autor David Lang
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Nochmal Bescherung? Und dann noch von Santa Claws hchstselbst? Donnerstagnachmittag, quasi mitten in der Woche... die spinnen, die Veranstalter. Kann man nur froh sein, dass es sich um einen Tag zwischen Weihnachten und Neujahr handelte, was die Sache schon wieder angenehmer machte. Silent Bob ins Auto gepackt uns ab nach Losheim. Misery Speaks "Losheim?", hre ich jetzt den geneigten Leser murmeln, und "nein", wir wussten bis dato auch nicht wo das sein soll. Auer dem dezenten Hinweis, dass es sich dabei um einen Ort hinter Trier handele gab es keinerlei brauchbare Info. Nun ja, viamichelin.de sei Dank erreichten wir unser Ziel sogar pnktlich zum Einlass und verpassten demnach auch mal keine Band; gar kein einfaches Unterfangen bei einem solchen, mit sieben Bands nicht gerade dnn besetzten, Groereignis.

Misery Speaks

Die Eisenbahnhalle in dem, wider Erwarten, recht groen Stdtchen fllte sich recht schnell und meine Schritte lenkten mich spontan in Richtung Bhne.
Die Tne, die ich von eben jener vernahm waren nmlich hervorragend zum Erffnen einer znftigen Bescherungs-Show geeignet.
MISERY SPEAKS aus Mnster baten zum Tanz und das taten sie uerst heavy. Wenn mich bei einer vermeintlichen Metalcore-Show ein DEFLESHED- und ein EMPEROR-Shirt (Bassist und Drummer) anlcheln gibt es allein dafr schon mal einen dicken Bonus. Wenn die Musik dann noch angenehm nach vorne ballert und nicht klischeehaft von einem Beatdown zum nchsten springt, sondern auch mal Death / Thrash-mig losbrutzelt, dann kann die Band nur gewinnen. Und tatschlich waren MISERY SPEAKS, wenn auch nicht die Gewinner des Abends, so wenigstens die schnste berraschung. Die Moshparts waren berdurchschnittlich, der Snger sehr vielseitig (die Backings... na ja) und gegen Ende der mageren 25 Minuten Spielzeit konnte man sogar noch einen kleinen Pit fr sich verbuchen. Sehr sympathischer Haufen auch.

Setlist "MISERY SPEAKS":

  • Hate Remains
  • Three Times Never
  • First Bullet Hits
  • Haven Still Waits
  • I'm Never Enough
  • Feathering Soil

Deadlock

DEADLOCK waren TOP 2 der Tagesordnung. Die Halle ist mittlerweile wieder ein Stck voller geworden und ich war gespannt, ob die Band es schaffen wrde mich live zu berzeugen.
Um es vorweg zu nehmen, sie schaffte es nicht. Das knnte aber auch durchaus daran gelegen haben, dass DEADLOCK ohne Samples (die an diesem Abend permanent ausfielen, bis die Band sie schlielich ganz weglie) irgendwie unvollstndig klingen. Sind es doch gerade diese, die die Band angenehm aus dem Einheitsbrei des Metalcore hervorheben. Deadlock Klang der erste Song aufgrund funktionierender Samples noch sehr atmosphrisch und wies Parallelen zu BLEEDING THROUGH auf, so verlor die Musik mit zunehmender Spieldauer viel an Spannung. Zu gewhnlich klang das Material ohne die Klangteppiche aus der Konserve. Ein Keyboarder knnte hier helfen. Was bleibt: ein Gitarrist mit ICED EARTH-Shirt, ein anderer mit narzisstischen Anwandlungen (stndig den Scheitel in bester Adolf-Manier zur Seite gestriegelt... tooooll) und ein Snger der in den klaren Passagen schwchelt (aber ein schickes DEADLOCK-Shirt im MANOWAR-Stil trgt). War alles in allem nicht sehr berzeugend.

As We Fight

Doch AS WE FIGHT setzten dem ganzen noch einen drauf. Waren DEADLOCK mehr oder weniger nur enttuschend (ich sags noch mal: fehlender Samples sei Dank) waren AWF einfach nur berflssig. Die einzige nichtdeutsche Band des Abends enttuschte durch vllig austauschbaren Thrash / Death / Core / wasweiich, der, wie es ein Bekannter so schn sagte, zum einen Ohr rein und zum andern wieder raus flutschte. OK, die Band hatte einen Mordsspa in den Backen und spielte sich den Arsch ab. As We Fight Alle wirkten sehr sympathisch und die ersten zwei Songs machten sogar richtig Spa, doch dann kehrte Langeweile ein. Daran konnten auch die energiegeladene Show inklusive zwei Snger nicht viel ndern. AS WE FIGHT sind meines Erachtens noch weit davon entfernt gro zu werden, bzw. den Metalcore-Boom berhaupt zu berleben. Sorry, Dnen lgen vielleicht nicht, das macht sie aber nicht automatisch zu besseren Musikern.

Fire In The Attic

Das goe Kontrastprogramm lieferten anschlieend FIRE IN THE ATTIC aus Bonn mit ihrem explosiven Emorock. Es ist schier unglaublich, aber ich hatte zuvor noch nicht einen Ton von den Jungs gehrt, dabei gab es schon genug Chancen. Und siehe da, mal wieder ein kleines Juwel (fast) verpasst. Die Musiker, allen voran Snger Ole nahmen die einsetzende Resignation des langsam abziehenden Publikums (soviel zur viel gelobten Toleranz des Metal / Metalcore Publikums) mit Humor und schissen obendrein noch drauf, indem sie rockten dass vielleicht nicht der Speicher, aber mindestens die Htte brannte. Fire In The Attic Selbst Moshkids, die mit dieser Art von (ach so Prgelei-unkompatibler) Musik nix anfangen knnen mssen doch neidlos anerkennen, dass diese Band a) ein Hndchen fr griffige Arrangements hat und b) rockt wie die Sau! Ich habe jedenfalls in letzter Zeit kaum eine Band gesehen, die sich dermaen auf der Bhne verausgabt, Spielfreude de Luxe ausstrahlt UND dabei einen Knaller an den anderen reiht. Vom Energielevel sollte an diesem Abend jedenfalls niemand mehr FIRE IN THE ATTIC toppen knnen.

Setlist "FIRE IN THE ATTIC":

  • The City
  • Abyss
  • Return To The End
  • Duly Noted
  • Wiretapping With Benefits

Neaera

Auch NEAERA vermochten dies nicht, wenn sie mir, im Ganzen gesehen, auch das Highlight des Abends geliefert haben. Vor der Bhne wird es zusehends enger und die Band hat die Halle in ihrer Gewalt. Bestes Beispiel: nur wenige Sekunden nach der Aufforderung zum Diven, inklusive anschlieender "giftiger" Blicke der Security, bricht die Hlle los. Ein Surfer nach dem andern wird durch den Fotograben wieder in die Menge gelotst und der Pit bebte wie kein anderer zuvor oder es danach noch tun sollte. Hier stimmte einfach alles. Neaera Die Saitenfraktion post sich ins Nirwana und spielt zusammen mit dem Drummer przise wie ein Schweizer Uhrwerk. Bedenkt man zudem, dass Frontsau Benni sich mit einer Mittelohrentzndung auf die Bhne schleppt verdient diese Vorstellung noch mal soviel Respekt, denn der Gute grunz/keift sich durch das Set der Mnsteraner, als gbs kein Morgen. NEAERA berzeugen sowohl auf Platte als auch live und das ist leider keine Selbstverstndlichkeit. Die Abwechslung und vor allem die Brachialitt mit der die Musiker zu Werke gehen msste smtlichen Metalcore-Kritikern dieser Welt mit einem mal den Wind aus den Segeln nehmen. Brutalitt und Melodie in dieser Kombination gibt es leider viel zu selten. Schn, dass es NEAERA gibt.

Setlist "NEAERA":

  • Mechanisms Of Standstill
  • Paradigm Lost
  • The World Devourers
  • Let The Tempest Come
  • Heavenhell

Heaven Shall Burn

HEAVEN SHALL BURN lieferten im Anschluss eine souverne Show, wie sie es immer tun. Ich habe noch nicht ein schlechtes Konzert der Ossis (hehehe) gesehen und ich schtze mal, dass es das einfach nicht gibt. HSB geben immer 110% und dennoch will der Funke bei mir heute irgendwie nicht berspringen. Mglicherweise habe ich zu diesem Zeitpunkt, wie geschtzte 70% des Publikums, gerade einen Durchhnger. Nach fnf Bands und gut vier Stunden Krach kein Wunder, steckt dem ein oder anderen gewiss noch die "besinnliche" Weihnachtszeit in den Knochen. Heaven Shall Burn Es wirkt schon komisch, wenn man Marcus Bischoff und Konsorten in Ekstase ber die Bhne rasen sieht und der Mob vor der Bhne berschaubar vor sich hin stolpert.
Grundstzlich kann ich wieder mal festhalten, dass egal wie man zu den Studiowerken der Mosher steht (meiner einer mag nur "Antigone" und findet "Deaf to our prayers" beispielsweise sterbenslangweilig); live sind HEAVEN SHALL BURN die Macht.

Caliban

Ganz offensichtlich hatte die Menge tatschlich auf CALIBAN gewartet, denn hier wurden noch einmal letzte Kraftreserven mobilisiert, die tatschlich fr eine beeindruckende Wall Of Death ausreichten. Auch sonst zeigten die Fans noch mal wozu sie in der Lage waren und forderten die Security ein letztes mal. Ich muss eingestehen, dass ich nach HSB nicht mehr viel erwartet habe, aber CALIBAN spielten die Thringer heute konsequent an die Wand und das will schon was heien. OK, die Lightshow der Pott-Boys war natrlich enorm beeindruckend lenkte aber auch nicht von der Tatsache ab, dass hier wirklich geile Musik dargeboten wurde. Caliban Die klaren Gesangspassagen von Gitarrist Dennis kamen tatschlich klar, das Rhythmusfundament von Marco und Patrick stand wie 'ne 1 und die komplette Band poste wie Hlle. Wenn ich persnlich auch nie sonderlich auf den Gesang von Andy Drner klar kommen werde, so muss ich doch neidlos anerkennen, dass er mittlerweile ein verdammt guter Frontmann ist.
Well done, boys!

Caliban

Generell muss mal gesagt werden, dass ich noch nie zuvor eine dermaen entspannte Security erlebt habe. Supernett, immer ein Lcheln parat und kompromissbereit. Selbst zur Diver-Rush Hour behielten die Jungs noch die Nerven und lieen mich das surfende Volk knipsen. Der Sound war den ganzen Abend ber zu ertragen, was ich jedoch einzig und allein meinem Gehrschutz zu verdanken habe. Nach einer kurzen Probe ohne den selbigen machte sich nmlich ein arg hhenlastiger und schmerzender Lrm in meinen Lauschern breit. Ich kann beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen, wie ich all die Jahre ohne diesen individuell angefertigten Hrschutz berleben konnte. HSB mit Dave Ich will hier weder prahlen ("Ui, ich kann mir den Schei leisten."), noch werde ich von irgendwelchen Hrgerte-Akkustikern gesponsert; tut euch nur selbst den Gefallen und beit in den sauren (teuren) Apfel. Wer regelmig Konzerte besucht, oder gar selber Musik macht tut gut daran einmalig knapp 150 € zu berappen. Immer noch besser als ein irreparabel zerstrtes Gehr.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

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