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20. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing OPETH, AMPLIFIER
Ort Kln, Live Music Hall
Datum 03.12.2006
Autor Marek Schoppa
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Was kann es Schneres geben, als eine anstrengende Woche mit einem Konzert einer DER angesagtesten und innovativsten Metal-Bands unserer Tage ausklingen zu lassen bzw. auf diese Weise eine neue Woche zu beginnen? Genau, nicht viel! So entschlossen wir uns kurzer Hand am Sonntag den 3.12. jene wohlbekannte Klner Szenekonzerthalle aufzusuchen um den Jungs von OPETH beim vorweihnachtlichen Musizieren zu lauschen.

Doch bevor es soweit war, hei es erstmal ein, zwei Klsch zu schlrfen und in der mittlerweile stark angewachsenen Menschenmenge auf AMPLIFIER, die mitreisende (nicht zu verwechseln mit "mitreiende") Supportband der sympathischen Schweden, zu warten.

Pnktlich legte das Trio auch mit ihrem noisigen Stonerrock los. Zwar kann man nicht wirklich behaupten, die Jungs seien mit ihrem Sound in diesem Kontext deplaziert doch der bersteuerte PA-Sound wummerte vom ersten bis zum letzten Song sehr undifferenziert und matschig in die Menge. Klar, dass so etwas das Hrempfinden empfindlich mindert. Zudem wirkten die Drei etwas zu distanziert, um dem Publikum, whrend ihrer 30mintigen Performance, mehr als Hflichkeitsapplaus zu entlocken.

Es folgte eine halbstndige Umbaupause und als OPETH schlielich die Bhne betraten und Frontmann Mikael Akerfeld das Publikum stumm, aber dafr mit einer etwas schchtern empor gehobenen "Pommesgabel" begrte, hatte die Band sptestens jetzt smtliche Sympathien auf ihrer Seite. Und obwohl es fr mich das erste Live-Erlebnis mit den Stockholmern war, muss ich sagen.
dass es sich vollends gelohnt hat; jedoch nur unter einer Bedingung: Man musste sich einen guten Platz suchen um den Abend wirklich genieen zu knnen. Denn nachdem die letzten Fotos gemacht waren und ich aufgrund der beinahe undurchdringlichen Menschenmenge am uersten, vorderen Rand der Halle stehen blieb, konnte ich den ersten Song ("Ghost Of Perdition") aufgrund der schlechten Soundverhltnisse kaum wieder erkennen. Es half also nichts, ab ans Mischpult. Glcklicherweise sind die Leute im Publikum eher dazu bereit jemanden durch zu lassen, der von der Bhne weg mchte, als umgekehrt. Weiter hinten konnte man den Sound dann glcklicher Weise als sehr ordentlich beschreiben und dem Schauspiel auf der Bhne frohen Mutes folgen.

Die Songs waren im Groen und Ganzen recht zufrieden stellend gewhlt, querbeet durch die Discographie, wenn ich mir auch ein wenig mehr Material der "Still Life" und "Damnation" gewnscht htte. Die Performance des Quintetts war natrlich allererste Sahne. Die Art wie man technisches Knnen mit Musikalitt und Feeling verband lsst sich nur als sagenhaft beschreiben und daher war es eine echte Erfahrung sich jener Qualitten auch live berzeugen zu knnen. Erwhnenswerter Weise gibt es noch zu berichten, dass sich hinter den Kesseln nicht der altbekannte Martin Lopez befand. Seinen Platz nahm der erstklassige Schlagzeuger Martin "Axe" Axenrot ein, welcher ebenfalls bei den Black Metallern NIEFELHEIM ttig ist. Wie lange er in der Band bleiben wird steht jedoch nicht definitiv fest. Angeblich sei Martin Lopez ernsthaft psychisch erkrankt und knne die Band aufgrund dessen nicht begleiten. Wir wnschen gute Besserung.

Im brigen, um sich den positiven Dingen erneut zu zuwenden, erwies sich Mikael Akerfeld als eine Ulknudel vor dem Herrn. Lockerungsbungen, die das Eis zwischen Publikum und Band brechen sollten, liefen eher unkonventionell, doch uerst erfolgreich ab. So erzielten Aufforderung wie: "Ok, say... Pussy!", Gestndnisse wie: "We looove tits", geographiekundliche Unterweisungen der Sorte: "We're OPETH ...(Stille) ...we're from Stockholm...(erneut Stille)... that's in Sweden!" oder ausschweifende Anekdoten darber, warum man als Fan nicht anzunehmen brauche, OPETH wrden zuknftig NuMetal machen, da sie jetzt bei Roadrunner unter Vertrag seien, stets ihre Wirkung. Der trockene Humor des Sngers lie einfach kein Auge trocken. Jaja, so kann auch "bser" Metal Spa machen. Kstlich!

Doch wie so oft vergeht die Zeit gerade dann am schnellsten und nachdem sich die Band von der Bhne verzog um die obligatorischen "Zugabe"-Rufe anschlieend mit "Deliverance" zu belohnen, wurde das Publikum nach vollendetem Zeitplan sogleich von der Security mit Hilfe eines ordinren Bauabsperrbandes aus der Halle gekehrt. So schnell kann es manchmal gehen.

Aber nicht desto trotz war dies ein sehr gelungener Abend, der fr lange Zeit im Gedchtnis haften bleiben wird; OPETH auf dem Hhepunkt ihrer Karriere.

Setlist OPETH:
  • Ghost
  • When
  • Bleak
  • Face Of Melinda
  • Night
  • Grand Conjuration
  • Windowpane
  • Blackwater
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