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20. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing 10 JAHRE PROPHECY
Ort Zeltingen-Rachtig, Kelterhaus Schorlemer
Datum 21.10.2006
Autor Sabine Jordan
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Zwischen Trier und Koblenz an der Moselweinstrasse liegt ein vertrumtes Touristenkaff namens Zeltingen-Rachting. Man kann sich fast nicht vorstellen, dass hier und heute am 21.10.2006 die Konzertnacht zum 10-jhrigen Bestehen von Prophecy Productions stattfindet. Aber hier sind Prophecy sozusagen Zuhause, wer von der richtigen Seite zum Kelterhaus luft kommt sogar ein paar Blocks weiter am Schaufenster vorbei. Natrlich ist keiner da, denn die Belegschaft ist schon im Kelterhaus beschftigt. Im Endeffekt waren bestimmt 500 Fans oder mehr da.
Einlass sollte um 13:30h sein und eigentlich sind wir auch etwas zu spt. Es geht dann aber eine halbe Stunde spter erst los und bevor man um etwa 14:30 in den Saal gelassen wird hat man noch Zeit sich den Prophecy Merchandise-Stand und die Verpflegungsecke anzusehen. Aber einfach mal schnell ein Bierchen holen ist nicht, erst muss man sich Pfandmarken besorgen. Im bestuhlten Saal ist erfreulicherweise Rauchverbot, die Fenster sind abgedunkelt und diverse Kameras stehen bereit. Ob es wohl demnchst eine DVD von diesem Nachmittag und Abend geben wird?
Der Saal fllt sich fr diese Uhrzeit berraschend schnell und so gibt es auch bald keine Sitzpltze mehr. Viele zu spt kommende mssen am Rand, in den Gngen oder auf dem Boden sitzend Platz beziehen. Bei dem Eintrittspreis htte ich es allerdings erwartet, dass man nur so viele Karten verkauft, wie man auch Sitzpltze anzubieten hat. Aber man kann wohl nicht alles haben und abends sah das ganze dann ja wieder besser aus. Zumal dann einige auch keine Lust mehr hatten.

Los geht es um kurz vor 15h mit den Finnen SUBAUDITION, die eigentlich eine knappe halbe Stunde htten spielen sollen. Da ich die Band vorher nicht kannte hatte mich kurz auf der Prophecy-Seite schlau gemacht und dort in "Raindrops" reingehrt. Der Song gefiel mir auf Anhieb und stellte einen besonderen Anreiz da, relativ pnktlich da sein zu wollen. Rope Niemel und Antti Korpinen haben an diesem Nachmittag Verstrkung, so dass sie das Publikum mit Keyboard, Akustikgitarre und einer sanften E-Gitarre berraschen knnen. Die Jungs sehen total brav aus, wie man sich Finnen so vorstellt, mit Strickpulli berm Hemd. SUBAUDITION wissen aber durchaus mit ihrer tiefen, emotionalen Musik und nicht zu letzt auch durch Antti's klaren Gesang zu berzeugen. Ein bisschen muss ich da an OPETH denken. Man stelle sich vor OPETH wrden auf ihre harten Riffs verzichten und noch sanftere Musik als auf der "Damnation" machen... Leider war dieser Auftritt mit schlussendlich einer guten halben Stunde ziemlich kurz.

Setlist SUBAUDITION:

  • Raindrops
  • The Alms Of The Sun
  • Now That We've Spent All The Light
  • A Golden Staircase
  • Undenied (PORTISHEAD Cover)
  • (a new, yet untitled song)

Subaudition Subaudition

Weiter geht es dann mit NEUN WELTEN und etwas Verzgerung beim Umbau und Soundcheck um etwa 15:40h. Soviel Musiker und Instrumente wollen schlielich richtig aufeinander abgestimmt und eingestellt werden. Neun Welten sind eine junge 5-kpfige Gruppe von Musikern aus der Gegend um Halle/Leipzig, die fr diesen Abend ebenfalls Verstrkung (Bass und Gesang) mitgebracht haben. Die atmosphrische Musik wird zustzlich mit Naturaufnahmen, die auf eine Leinwand projiziert werden, untermalt. NEUN WELTEN, haben sich - wie der Name der Band und auch die Namen der Songs vermuten lassen - der nordischen Mythologie verschrieben. Die Musik ist mal ruhig, mal lauter - eben, wie die Natur, unberechenbar. Darum wechselt man hier immer mal wieder im Einklang instrumentale Phasen mit Flstern und Sprechgesang, gibt hier und da den Grunzgesang von Gastsnger Alex dazu, betrt dann wieder mit lieblichem Frauengesang und zauberhaftem Geigenspiel oder Fltenklngen. So ernten dann NEUN WELTEN auch verdient eine Menge Beifall vom Publikum.

Setlist NEUN WELTEN:

  • Nebelland
  • Walden
  • Heidenacht
  • Midsommer
  • Auf kargem Fels
  • Svartalfheim
  • Valg

Neun Welten Neun Welten

Als letzte Band des Nachmittags und eindeutiges Highlight schaffen es auch DORNENREICH das Publikum zu begeistern. Kurz vor fnf nehmen Eviga und Thomas Riesner ihre Pltze auf der Bhne ein. Und so kehrt Eviga mit DORNENREICH nach ber fnf Jahren Bhnenabstinenz mit diesem wundervollen unplugged Auftritt zurck. Anders als gewohnt prsentiert man so dem Publikum DORNENREICH mittels Akustikgitarre, Percussions (ein paar Glckchen), Geige und Stimme. Als dann wirklich alles passt und Perfektionist Eviga seine Gitarre gestimmt und den Stuhl zurecht gerckt hat geht es endlich mit "Der Hexe Flammend Blick" los. Im Vergleich zu den Studioalben sind DORNENREICH an diesem Nachmittag nicht ganz so laut, aber dafr ist die Stimmung nicht weniger mitreiend (oder sollte ich hinreiend schreiben?). Neben einer Reihe von bekannten Stcken der letzten Alben, bekommen wir auch Stcke "eines zuknftigen Albums" zu hren, davon sind auch einige, zumindest in dieser Fassung, instrumental. Schne Melodien, abwechselnd der Sprechgesang, das Flstern und Schreien von Eviga, dazu das Geigenspiel von Thomas Riesner - der schon auf "Her Von Welken Nchten" zu hren war - machen diesen Auftritt zu einem sehr intensiven Erlebnis. Inzwischen ist es dann auch ganz schn hei im berfllten Saal und damit alles perfekt bleibt muss Eviga zwischendurch ein paar mal sein Instrument stimmen. Eigentlich htte dieser Nachmittag dann mit "Reime faucht der Mrchensarg" zu Ende gehen sollen, htte das Publikum es zugelassen, das da so herzlichen Applaus spendierte und schlielich nacheinander aufsteht, um dem noch weitere Anerkennung hinzuzufgen. Sichtlich gerhrt gibt es dann noch mal eine Extrazugabe mit der wir in die Pause entlassen werden.

Setlist DORNENREICH:

  • Der Hexe Flammend' Blick
  • Bolero
  • Der Hexe Nchtlich' Ritt
  • Dreamy Folker
  • Innerwille Ist Mein Docht
  • Of Neofolk
  • Meertragik
  • Mein Publikum
  • Drang
  • Reime faucht der Mrchensarg
  • Urig
  • Silent Folker

Dornenreich Dornenreich

Bevor es dann um kurz nach 20 h endlich weiter gehen sollte, gibt es erst einmal die Mglichkeit sein Geld beim Prophecy-Stand anzulegen, wo es echte Hammerpreise fr CDs und Merchandise gibt, oder sich nach etwas Essbarem umzuschauen. Wer am Essensstand im Kelterhaus nicht fndig wird, muss nur vor die Tr und ein paar Schritte gehen um gute, deutsche Kche zu genieen. Der Fast-Food-Chinese und der Italiener sind ebenfalls ziemlich schnell belagert. Fr alle, die noch nicht genug haben, gibt es im Konzertsaal eine Vorab-Listening-Session der neuen Stcke des im November erscheinenden EMPYRIUM-Albums "A Retrosprective..." mit anschlieendem Vorabverkauf. Auerdem hat man bei den Autogrammstunden die Mglichkeit seine Lieblingsbands zu treffen.

KLIMT 1918 kannte ich vorher auch nicht. Daher bin ich erst einmal erstaunt ber ihr ueres, aber Prophecy ist ja fr unkonventionelle Sachen bekannt. Der Gitarrist sieht aus als kme er von einer italienischen Modeschau - mit silbernem Glitzerhemd, roter Krawatte, Baggypants und einer "berschicken" Mtze! Aber man sollte sich ja nicht an uerlichkeiten aufhalten. Die Musik ist beeindruckend, mitreiend und irgendwie total frisch, auch wenn mir KLIMT 1918 zuvor als "doomig" beschrieben wurde. Einziger Kritikpunkt ist die hohe Stimme des Sngers, die vielleicht manchmal ein wenig zu hoch ist und knabenhaft wirkt. Aber ansonsten ist das wirklich ein gelungenes Konzert, das nicht zu lang und nicht zu kurz ausgefallen ist.

Setlist KLIMT 1918:

  • Intro
  • They Were Wed By The Sea
  • Snow Of 85
  • Rachel
  • Nightdriver
  • Because Of You
  • That Girl
  • Parade Of Adolescence
  • Sleepwalk In Rome

Klimt 1918 Klimt 1918

DARK SUNS sind vom musikalischen Knnen her definitiv die beste Band nach der Pause. Die Musik selbst erinnert allerdings sehr stark an OPETH. Wer OPETH nicht mag, wird hier also nicht wirklich mitgerissen. Auch wenn es anfangs beeindruckend ist, dass der Drummer singt, htte man auf seine Ansagen zwischendurch verzichten knnen. Denn unterm Strich gibt es viel zu viel Gelaber darber, dass man nicht so viel labern will... Sehr nervig, da htte man sich besser aufs Musik spielen konzentrieren sollen, wie bzw. DORNENREICH oder die Finnen am Anfang!

Setlist DARK SUNS:

  • Intro
  • You, A Phantom Still
  • Her And The Element
  • Daydream
  • The Euphoric Sense
  • Patterns Of Oblivion

Dark Suns Dark Suns

SECRETS OF THE MOON haben leider einen recht schlechten Sound und sind ohne Snare im Blast Beat, mit matschigen Gitarren auch kein wirklicher Genuss. Die Songauswahl beschrnkt sich zu sehr auf die neuen Songs, es wird nichts von "Stronghold Of The Inviolables" und stattdessen zu viel vom irgendwie trockenen und sterilen neuen Album gespielt und das auch nicht mal berauschend. Die Breaks sind unsauber, wenn man schon viele Breaks einbaut sollten diese auch sauber und wirklich leise sein, dann darf auch keine Gitarre nachklingen. Die Songs von "Carved In Stigmata Wounds" sind dafr mitreiender als der Rest, wobei allerdings Publikumsanfeuerungen nicht wirklich zur ernsten Thematik des Albums passen. Ich habe nicht erwartet, dass SECRETS versuchen Party zu machen, da hilft auch die hbsche, romantische Bhnendeko nicht drber weg. Auerdem sind die Jungs berhaupt nicht geschminkt wie zu frheren Zeiten. Sehr, sehr schade, dass sich die Band nicht weiter auf den dunklen beschwrenden Wegen der Einzigartigkeit von "Strongholds..." und "Carved..." bewegt!!!

Setlist SECRETS OF THE MOON:

  • Intro
  • Exit Ghost
  • Ordinance
  • Bleakstar
  • Medley (Cosmogenesis, To The Ultimate Embers And Ash, Miasma)
  • Seraphim Is Dead
  • Lucifer Speaks

Secrets Of The Moon Secrets Of The Moon

Und so ging dieser Abend zumindest fr uns zu Ende, denn fr THE VISION BLEAK hatten wir leider keine Energie mehr brig.

Setlist THE VISION BLEAK:

  • Intro
  • Kutulu
  • Deathship Symphony
  • Wolfmoon
  • Carpathia
  • Sister Najade
  • Secrecies in Darkness
  • Elizabeth Dane
  • The Grand Devilry
  • The Charm is done
  • The Curse of Arabia
  • The Lone Night Rider

The Vision Bleak The Vision Bleak

Fotos: Caroline Traitler

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