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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BÖRSENCRASH FESTIVAL - METAL MEETING WUPPERTAL
Ort Wuppertal, Die Börse
Datum 09.09.2006
Autor Thorsten Dietrich
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Was im letzen Jahr noch "United Metalheads Festival" hieß und in der Börse in Wuppertal stattfand, heißt nun nach der Trennung der Macher Michael und Mario "Börsencrash Festival". Während Micha das "UMH" in Kusel zweimal dieses Jahr machte (siehe Bericht), hat Mario in der Börse unter neuem Namen sechs Bands im Spätsommer spielen lassen.
Vom Wetter her hatten die Macher natürlich Pech, da gutes Wetter immer Gäste abhält. Auch wenn das Festival im VVK nur geldbörsenfreundliche 9 € kostete (AK 13 €)! Da die Fahrt bis nach Wuppertal von uns auch nicht kurz war, sind wir am späten Nachmittag gestartet, um wenigstens bei der ersten Band SENCIROW , welche leider schon um 18.00 Uhr spielte anwesend zu sein. Von wegen! Durch einen Stau mit nervigen Stop And Go-Spielchen kurz vor Wuppertal und einer generell vollen Autobahn, verpassten wir die knackige Mischung aus Power und Thrash Metal und bekamen auch von der zweiten Band CUSTARD nur zwei Lieder mit. Mist. Dasselbe passierte mir bei CUSTARD auf dem "Rock Hard Festival"! Vielleicht wären zwei Bands weniger und eine spätere Anfangszeit auch insgesamt besser gewesen.

CUSTARD
Die Power Metaller aus dem Ruhrpott boten (bei dem was ich sah) eine ordentliche Show und hatten zu dem Zeitpunkt als wir kamen schon einigen Schweiß vergossen. Nebst einigen Fans auf der Bühne wurde gut gerockt und die Stimmung war klasse. Wenn man einen Gitarristen mit dem Namen Karsten Knüppel hat, kann ja auch nix schief gehen. Leider ist Sänger Guido Brieke einige Zeit nach dem Gig ausgestiegen, weshalb die Band nun auf der Suche nach einem neuen Frontmann ist. Dann mal viel Glück!

POWERWOLF
Nun wurde es düster in der Börse! Die weißgetünchten Musiker von POWERWOLF betraten mit dunkler Kleidung die Bühne, um die Fans mit Krachern ihres Debüts "Return In Boodred" zu verwöhnen. Egal wie man es sieht, die Saarländer mit den Werwolf-Fimmel, welche eigentlich auch die Band RED AIM sind, waren eine tolle Liveband. Wenn ich den runden Frontmann Attila Dorn mit Akzent und schlechtem Deutsch bei den Ansagen einen auf Rumäne hören mache, lache ich mich immer wieder schlapp. So posten die Brüder Matthew und Charles Greywolf (Das sind mal Künstlernamen!) ordentlich an der Gitarre und ließen die Matten kreisen, inklusive Ventilatoren vor der Visage, während Falk Maria Schlegel das Phantom der Oper an den Keyboards mimte. Leider kamen die Bassparts vom Band, da die Band keinen Bassisten hat! POWERWOLF machten Stimmung und hatten jede Menge Hits im Programm. Auch wenn mich "Kiss Of The Cobra King" tierisch im Refrain an TURBONEGRO erinnerte glaube ich, dass die zweite Platte, wenn sie mal kommt da noch eins draufsetzen kann. Für mich waren die pathosgeschwängerten Wölfe neben JADED HEART das Highlight des Abends!

THE MYSTERY
THE MYSTERY kommen aus der Ecke von Wuppertal und sind Schützlinge von Veranstalter Mario. Ansonsten gibt es nicht viel zu melden, außer dass die Sängerin sich 'ne seltsame Kurzhaarfrisur zugelegt hatte und mit ihrem Outfit insgesamt eher nach einer MTVIVA-Band wie Juli oder so ein Dreck aussah. Die passte eigentlich gar nicht zur Band! Bassist Christina Jesko Rüther bangte sich als Kontrast dazu die Seele aus dem Leib, während Gitarrist Alex Martin gerne in Bewegung war und wie immer mit Sonnenbrille poste, was etwas dämlich aussah. Man präsentierte Songs vom Debüt "Scars", sowie neues, unveröffentlichtes Material und irgendwie ist mir nach dem dritten Auftritt, den ich von THE MYSTERY bis jetzt gesehen habe, auch nix hängen geblieben. Das kann auch daran liegen, dass ich die Hälfte der Zeit ein Schwätzchen vor der Tür gehalten habe, da mir das Gebotene zu langweilig und bieder war.

JADED HEART
Nicht nur ich war gespannt wie JADED HEART mit neuem Frontmann rüberkommen würden. Vom Moderationskasper mit Kutte wurden JADED HEART dann noch als schwedische Band angesagt, was wohl daran lag, dass der recht neue Frontmann Johan Fahlberg und der kurze Gitarrist Peter Öströs aus Schweden sind. Oder es sollte ein Gag sein, den ich aber nicht komisch fand. Während Öströs eher der ruhende Pol und der Neuling in der Band war, der erst am Ende des Sets etwas auftaute, war Fahlberg immer in Bewegung, immer in Augenkontakt mit dem Publikum und wirkte vom Aussehen und dunklem Outfit inklusive Tattoos plus Pentagramm-Shirt wie eine Ville Valo mit Eiern und ohne meterdicken Schmalz. Der schlaksige Riese war die Show für die Band, während Bassist Henning Wanner eher auf blonden Keyboardschönling machte, dessen Soloeinlage nicht nur ich zum Gähnen gefunden habe. Bassist Michael Müller war dann auch gut in Bewegung und so hatte ich mit JADED HEART tierisch Spaß, obwohl mit der vielleicht einstündige Gig einfach zu wenig war. Da Fahlberg auch ältere Songs sicher dargeboten hat, war ich recht begeistert. Sicher gab es Stimmen, die mir versicherten mit Bohrmann wäre die Band besser gewesen, aber ob der gewichtige Bohrmann, ein sicherlich guter Sänger, so rotzig rockt wie Fahlberg, wage ich zu bezweifeln!

CHINCHILLA
Nach 24 Uhr und ich war schon recht müde, kamen dann die süddeutschen Power Metaller CHINCHILLA zum Zuge, die dann vor einen recht gesiebten Publikum Vollgas gaben. Frontmann Thomas Laasch hat schon eine klasse Stimme und die Band war echt motiviert, trotzdem mussten wir mal fahren, weshalb wir nur fünf Songs gesehen haben. Die hatten es aber in sich und ich finde es gut, dass Bandboss Udo Gerstenmeyer (Gitarre) endlich einen zweiten Gitarristen dabei hat, so dass man live mehr Druck machen konnte!

Insgesamt ein gutes Festival mit musikalischer Abwechslung und fairem Preis in einem netten Laden, wo aber die Straffung des Programms nötig gewesen wäre! Dass vielleicht 300 Besucher da waren, liegt auch am vollen Markt und eventuell an der Tatsache, dass eine richtig zugkräftige Band gefehlt hat!

Fotos: Thorsten Dietrich



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