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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing UNITED FORCES OF ROCK II
Ort Ludwigsburg, Rockfabrik
Datum 02.10.2006
Autor Thorsten Dietrich
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Das zweite "United Forces Of Rock" fand wieder an einem Sonntag in der Rockfabrik in Ludwigsburg statt. Sonntags deshalb, weil wohl die Discobetreiber den lukrativen Samstag nicht ausfallen lassen wollten, trotzdem ist der recht gemtliche, weitrumige Schuppen mit integrierten Minikneipen mit ber 700 Besuchern ausverkauft. Die Macher hatten ein buntes Programm von Melodic Rock, Hard Rock und Melodic Metal Bands zusammengeschnrt, welche noch nie oder schon lange nicht mehr auf deutschem Boden gespielt haben.
Vor Beginn des Konzertes um 14.00 Uhr lud Frontiers Records zur Listening Session von DANNY VAUGHN (ex-TYKETTO), dessen neues Album im Februar 2007 erscheinen wird, danach ging es erst mal zum Auskundschaften der Rockfabrik. Anlaufpunkt neben dem mit fairen Preisen ausgestatteten Merchandisestand war der Stand von AOR Heaven, welcher mit guten Preisen und vielen CDs jede Menge Kufer lockte.

LOVECHILD
Um 14.00 Uhr startete als erste Band mit gar nicht so wenigen Zuschauern LOVECHILD aus dem kleinen Liechtenstein. Zwei der vier Musiker, unter anderem Snger Werner Schweizer (ex SATROX) stammen aus der Schweiz. Das Debt "Soul Collector" erscheint diesen Herbst und bietet, soweit ich das in der Rofa hren konnte, ordentlichen Hard Rock ohne positive oder negative Hhepunkte. Frontmann Werner sah mit seiner 80er Jahre-Matte und dem glitzernden Hemd schon recht drollig aus, machte sympathische Ansagen und hatte einige tnzelnde Bewegungen drauf, die ich eher in einer Schlagersendung erwartet htte. Irgendwie hat mich der gute Mann tierisch an den Alphaville-Snger Mitte der 80er erinnert und ich fand es schade, dass die Bass Drum whrend dem Gig kaputt ging, so dass nach kurzem berbrckungssmalltalk das Konzert fr kurze Zeit unterbrochen werden musste. Danach brachten LOVECHILD den Gig solide zu Ende.

Setlist LOVECHILD:

  • Prisoner
  • Perfect Day
  • Soul Collector
  • Left on the Outside
  • Sunset Rider
  • No Return
  • Lion
  • Promised Land

BLOODBOUND
Die schwedische Formation BLOODBOUND passte eigentlich gar nicht zum Hard und Melodic Rock der anderen Bands und waren mit den Melodic Metallern der PRETTY MAIDS die "Hrtner" des Festivals. Frontmann Urban Breed (ex TAD MOROSE) ist wegen seinem Diven-Verhaltens aus der Band drauen, wie mir Kenner der Szene erzhlten und wurde durch einen anderen Ex-Snger von TAD MOROSE, nmlich Kristian Andren (auch ex MEMENTO MORI) ersetzt. Krass, so kann es kommen! Da noch mit Henrik Olsson ein neuer Rhythmusgitarrist dabei ist und man einen Tag vor dem Festival das erste Mal zusammen geprobt hat, wirkte die Vorstellung etwas uneingespielt. Es sa halt noch nicht und eine Einheit ist sicherlich was anderes. Der miese Sound und die Probleme beim Zusammenspiel zeigen Wirkung, da das anfangs recht dichte Publikum mit der Zeit immer lichter wird. Vielleicht sind sie auch von der Schminke der Herren, eine Mischung aus "The Crow" und 'ner Black Metal Band a la IMMORTAL verwirrt, die gerade beim kurz geschorenen, blonden Frontmann etwas unpassend wirkt. BLOODBOUND waren wirklich bemht, aber in dieser Verfassung kamen starke Songs wie "Metal Monster" oder "Desdemonamelia" nicht so gut rber. Ich habe da Hoffnung fr die Tour im Jahr 2007. Wie jedoch gerade erfahren ist Anders schon wieder drauen bei BLOODBOUND... Urban Breed mag eine Diva sein, ist aber der bessere Snger und macht auch optisch dreimal so viel her!

Setlist BLOODBOUND:

  • Behind The Moon
  • Into The Dark
  • Desdemonamelia
  • On The Battlefield
  • Midnight Sun
  • Metal Monster
  • Nosferatu

GARY JOHN BARDEN
Der ehemalige MSG-Snger und jetzige Soloknstler sowie Frontmann bei SILVER und STATETROOPER, Gary Barden, sah mit seiner Baseballkappe auf der Bhne wie eine Mischung aus Glenn Hughes und Privatschnffler Magnum aus, dabei erinnerte sein Silberschmuck sicherlich an seine Band SILVER. Der sympathische Gentleman von der Insel hatte die sddeutschen Prog-Metaller SCENES als Begleitband dabei, die seine vier Solosongs mit ihm zockten, bei den vier MSG-Songs kam dann zustzlich SOUL DOCTOR-Gitarrist Chris Lyne, mit Strickmtze kaum zu erkennen, auf die Bhne und ersetzte den SCENES-Mann. Insgesamt ein netter, nicht zwingender Gig, ohne aufregende Zwischenflle.

Setlist GARY JOHN BARDEN:

  • Hot Daze
  • Can't stop dreaming
  • Let me down
  • No more Reasons
  • Cry for the Nations
  • Attack of the mad Axeman
  • On and on
  • Armed and ready

KIP WINGER
Mann war das voll vor der Bhne! O.k. WINGER waren locker ber zehn Jahre nicht in Deutschland und deshalb kmpfe ich mich bis vor die Bhne, aber hey! Das ist KIP WINGER ganz alleine mit einer akustischen Gitarre bewaffnet! Kein Reb Beach, niemand! Statt seine Solosachen zu spielen klimpert Kip Hits seiner Band WINGER wie "Headed For A Heartbreak" oder "Easy Come, Easy Go" in noch nie gehrten, zugegeben manchmal gewhnungsbedrftigen Akustikversionen und wird dafr nach kurzer Eingewhnungsphase vom Publikum ohne Ende beklatscht. Nach dem schmachtenden "Seventeen" gab es sogar eine wie mir scheint unplanmige Zugabe in Form von "Miles Away", dem grten Hit von WINGER. Htte nie gedacht, dass dies so gut funktioniert.

Setlist KIP WINGER

  • Who's The One
  • Steam
  • Free
  • Headed For A Heartbreak
  • Rainbow In The Rose
  • Blind Revolution Mad
  • Daniel
  • Easy Come, Easy Go
  • Madalaine
  • Down Incognito
  • Seventeen
  • Miles Away

DANNY VAUGHN
Um etwa 18:20h war es endlich soweit. DANNY VAUGHN gab sich - mit neuer englischer Begleitband, bei der ex PARADISE LOST-Schlagwerker Lee Morris trommelt - nach zwlf langen Jahren mal wieder die Ehre in Deutschland. Fr die Presse gab es schon vorher die Mglichkeit in fnf Songs des neuen Albums "Traveller", das im Februar 2007 bei Frontiers erscheint, reinzuhren.
Danny erffnete gut gelaunt und super in Form mit "Rescue Me" in der ausverkauften Rofa. Darauf legte er mit "Wings" gleich einen zweiten Song von TYKETTO nach. Das Publikum war begeistert, kannte die Songs, stimmte ein und lie sich mitreien. Im Laufe des Gigs prsentierte uns Mr. Vaughn natrlich auch einige der neuen Songs, unter anderem "Badlands Rain" - einige kannten es schon von der Listening Session - und "Traveller", den Titelsong des in Krze erscheinenden Albums. Die neuen Songs bewiesen sich als livetauglich und kamen seht gut beim Publikum an, besonders die TYKETTO-Fans drfte es erfreuen. Der neue Sound ist wieder rockiger, eindringlicher und erinnert mich doch an "Don't Come Easy". Vaughn ist unglaublich agil, animiert das begeisterte Publikum, das ihm aus der Hand fra und sah in schwarzer Kleidung mit hohen Stiefeln verdammt nach Metal aus. Wir bekamen neben diverser TYKETTO-Stcke mit "Is there all There Is?" und "Fearless" natrlich auch noch Songs der beiden Vaughn-Alben und ein Stck der letzten CD - von dem Projekt FROM THE INSIDE - zu hren. Die Band verfgte ber eine gute Bhnenprsenz und machte optisch, sowie musikalisch etwas her. Es gab also fr jeden und von jedem Album etwas zu hren und so kamen wir nach etwa 45 Minuten viel zu schnell zur Zugabe, die man uns mit "Forever Young" kraftvoll entgegen schmetterte. Hier konnten alle noch mal krftig mitsingen. Und ich frage mich, ob die Zeit stehen geblieben ist, denn der gute Mann sieht mit seinen 45 Jahren echt aus, als wre er fr immer jung. (DANNY VAUGHN: Sabine Jordan)

Setlist DANNY VAUGHN

  • Rescue me
  • Wings
  • Badlands Rain
  • Is that all there is
  • Nothing at all
  • Meet me in the Night
  • Traveller
  • Blessing in Disguise
  • Haunted
  • The Warrior's Way
  • Fearless
  • Forever young

MAD MAX
Es gibt einige Besucher, denen es lieber gewesen wre, wenn Michael Voss mit CASANOVA und nicht dem verrckten Max ganz in wei aufgetreten wre. So boten die Jungs, verstrkt um JADED HEART-Keyboarder Henning Wanner, eine ordentlich rockenden Set, der mir etwas zu religis daher kam und auf Grund der Optik und Haartracht mancher Protagonisten genauso lustig war wie BLOODBOUND. Es kommt halt immer darauf an, von welcher Seite man es sieht. Fakt ist, dass MAD MAX ihr Ding durchgezogen haben und sogar weie Aufsteller mit Kreuz und Bandlogo auf der Bhne hatten. Seltsamerweise spielte man nur Songs vom letzten, noch aktuellen Album und auch vor der Bhne war bei DANNY VAUGHN mehr los.

Setlist MAD MAX

  • Intro
  • Homeless
  • Hope To See You
  • Night Of Passion
  • Unbelievable
  • Open the Eyes
  • Losin' it
  • Raise Your Voice
  • Hearts On Fire
  • Bad Day In Heaven (Piano)
  • Fox On The Run

HOUSE OF LORDS
Der fllige James Christian ist das einzige Originalmitglied der US-Rocker HOUSE OF LORDS und hat die Band quasi nach der Reunion mit einigen Originalmitgliedern und einem mittelprchtigen Album namens "The Power And The Myth" mit dem aktuellen Werk "World Upside Down" aus der Belanglosigkeit gezogen, in die sie zu gleiten drohten. Schlauerweise haben sie in Ludwigsburg auch nichts von diesem "Power"-Album gespielt, sondern fast nur Hits! Leider ist Originalkeyboarder Gregg Giuffra nicht mehr dabei, so das Keyboards und einige Sounds vom Band kamen. Der junge Bassist Jeff Kent war richtig hei auf den Gig und drfte auch einigen Damen gefallen haben, wenn ich richtig aufgepasst habe; er sang krftig Backings und ist wohl fr die Bhne geboren. Das Publikum war jedenfalls schwer begeistert von den LORDS und es war mchtig voll vor der Bhne. Das erklrt auch James Christians Dauergrinsen!

Setlist HOUSE OF LORDS

  • Sahara
  • Talkin' 'Bout Love
  • Love Don't Lie
  • Chains Of Love
  • Rock Bottom
  • Edge Of Your Life
  • All The Way To Heaven
  • I Wanna Be Loved
  • These Are The Times
  • Can't Find My Way Home
  • I'm Free
  • Pleasure Palace

PRETTY MAIDS
Leider haben TALISMAN den Gig abgesagt, da Wundersnger Jeff Scott Soto den Platz bei JOURNEY hinter dem Mikro ergatterte und deshalb anderweitige Verpflichtungen hatte. Dafr kamen die PRETTY MAIDS, welche in den letzten Jahren kein Glck mit ihren Plattenfirmen gehabt haben und jetzt bei Frontiers Records gelandet sind, wo auch das neue Album "Wake Up To The Real World" im November erscheinen wird. Der Titelsong wurde in Ludwigsburg prsentiert und klang nicht bel. Eingestiegen sind die Dnen aber mit einem Superklassiker, "Back To Back". Verstrkt um einen Keyboarder und einen neuen Schlagzeuger namens Allen Tschicaja, der den langjhrigen Trommler Michael Fast ersetzt, rockten die sichtlich lter und runder gewordenen Knner ordentlich, aber auch recht routiniert durch den Set. Trotzdem schaute ich einem Gitarristen wie Ken Hammer sehr gerne zu. Snger Ronnie Atkins berraschte mit Kurzhaarfrisur und eine Allover-Hemd in schwarz-wei mit Marylin Monroe-Motiv (!), whrend Bassist Ken Jackson eines von OZZY OSBOURNE am Leib hat. Curios! Leider hatten die Jungs immer wieder mit Soundproblemen zu kmpfen und mussten deshalb auch mal eine kurze Pause einlegen. Manche Fans htten sich noch mehr Klassiker gewnscht, aber am Ende wurden die Massen mit den zwei Songs beruhigt, die bei keinem Konzert auen vor bleiben knnen: "Future World" und "Red, Hot And Heavy".
Kein bler Gig, aber auch keine Erleuchtung. Danach kam eine sehr lange Umbaupause, was wohl mit den Soundproblemen zusammenhing. In der Zeit gingen auch viele Leute, schlielich war es nach ein Uhr und der Montag hatte begonnen. Schade fr FAIR WARNING, die noch einen recht langen Gig spielten. Sorry Jungs, htte euch gerne gesehen!

Setlist PRETTY MAIDS

  • Back To Back
  • Wake Up To The Real World
  • Brave Young New Breed
  • Wouldn't Miss You
  • Virtual Brutality
  • Such A Rush
  • Please Don't Leave Me
  • Love Games
  • Future World
  • Red, Hot And Heavy

FAIR WARNING
Nachdem im letzten Jahr PRIDE OF LIONS mit ihrem grandiosem Auftritt Mastbe fr das UFOR gesetzt hatten, durfte man auf den diesjhrigen Headliner FAIR WARNING mehr als gespannt sein, immerhin sind seit dem letzten Deutschland-Gig von Helge Engelke und Co. schon ein paar Jhrchen ins Land gezogen. Frontmann Thommy Heart scheint die Zeit jedenfalls die Zeit sinnvoll genutzt zu haben, nicht nur, dass er unter anderem mit SOUL DOCTOR sehr bhnenprsent war, so wirkt er vom Beginn des Gigs an stimmlich und krperlich in Top-Form.
Alte Klassiker kommen beim Set ebenso zum Zuge wie Titel vom aktuellen FAIR WARNING-Output "Brothers Keeper". Trotz der sehr spten Stunde, es ist bereits weit nach Mitternacht, zeigt auch das noch fast vollstndig anwesende Auditorium durchweg positive Reaktionen, was sich zum weiteren Motivationsschub fr die deutschen Melodic Rocker erweist.
Zwar muss man im direkten Vergleich zum letztjhrigen Headliner kleinere Abstriche machen, berzeugen knnen Engelke, Heart und Co. aber allemal. Applaus und beide Daumen hoch fr einen gelungenen musikalischen Abschluss dieses Festivals. (FAIR WARNING: Jrg "DJ Bonne" Bonszkowski)

Auch ich musste nach ber zwlf Stunden Rockfabrik und der langen Anfahrt ins Hotelzimmer und wurde zur Belohnung noch von einem heftigen Platzregen geduscht. Super.
Alles in allem eine klasse Veranstaltung, welche vielleicht beim nchsten Mal in eine grere Location ziehen msste!

www.united-forces-of-rock.de

Fotos: Jrg Bonszkowski & Thorsten Dietrich



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