Navigation
                
20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ROCK OF AGES FESTIVAL 2006
Ort Rottenburg-Seebronn
Datum 28.07.2006
Autor Thorsten Dietrich & Roland Wohde
>> Als E-Mail versenden

Die Macher des "Bang Your Head"-Festivals haben seit 2006 ein zweites Standbein aus dem Boden gestampft, das "Rock Of Ages", ein Festival, was nur Hard Rock- und Rock-Bands bietet und meiner Meinung nach die Generation 35+ bedient. 20 Kilometer sdlich von Stuttgart, genauer gesagt am Rande des gemtlichen rtchens Rottenburg-Seebronn, fand dies dann auch statt. Da Kollege Roland arbeiten musste und frher weg konnte, fuhren wir um kurz nach 15.00 Uhr los, um mindestens um 17.30 Uhr da zu sein. Tja es kam alles anders...

Erst gab es Rheinland Pfalz einen Wolkenbruch mit sehr viel Regen und Gewitter, also Fu vom Gas. Dann standen wir kurz vor dem Ziel ewig im Stau, was mich etwas an einen meiner deutschen Lieblingsfilme "Superstau" erinnerte. Also schwitzen, genervt sein und hungern. Ja, ich hatte vor Aufregung auch nix gegessen und wegen der Zeit wollten wir keinen Fresstempel ansteuern! Gegen 19.30 war es wohl, als wir wie die Gestrten vom Parkplatz zur Akkreditierungsstelle rannten, um wenigstens etwas von "The Voice Of Rock", GLENN HUGHES mitzubekommen, der ja schon lngere Zeit spielte. Immerhin hatten wir schon Bands wie NO CREEPS (Newcomer), SOUL DOCTOR, HOUSE OF LORDS und WISHBONE ASH verpasst. Fr unseren Geschmack nicht so ein Verlust, aber gerade SOUL DOCTOR htte ich verdammt gerne gesehen!

Zurck zu GLENN HUGHES. Als wir auf dem Festivalgelnde ankommen, wehen uns funkige Tne entgegen, womit ich die neueren Songs von Mr. Hughes assoziiere.
Der war auf den ersten Blick kaum wieder zu erkennen, trug er doch wieder eine Kurzhaarfrisur wie in den 90ern. Glenn stand so mit Sonnenbrille und Bass am Mikro, als er seiner DEEP PURPLE-Vergangenheit mit "Stormbringer" und "Burn" Tribut zollte. Klasse! Solche Klassiker hrt man nicht alle Tage und wurden von Glenn, sowie seinen drei Mitstreitern auch kompetent umgesetzt. Diese waren zwar keine groen Namen und eine dicke Show gab es auch nicht, dafr aber Kompetenz und 70er Jahre-Klamotten plus Feeling. Cooler Retroauftritt!

In der Umbaupause machten wir das sehr gerumige Festivalgelnde unsicher und merkten, dass doch gar nicht so viele Zuschauer da waren. Bei Tagestickets fr 50 € und der Festivaldichte in Deutschland wundere ich mich dann auch nicht. Bei Leuten, die schon am Donnerstag anreisten waren, war auch die Verwunderung gro, dass der Cmapingplatz so leer war.
Optisch war das Gelnde ganz nett aufgeteilt. In einem runden Kreis standen Fressbude an Bierstand und zwischen drin gab es einigen Merchandise und sonstige Hndler. Dabei war das Essen meiner Meinung nach nicht berauschend wie auf vielen Festivals und natrlich auch teuer. Wrstchen, Pizza, Chinesisch und Nudeln mit Fleisch fr 5 € sind das Einzige woran ich mich erinnere und die Nudeln, welche ich hatte, waren so lala. Selbst im Presse-/Backstagezelt gab es nur FLEISCH! (Oder ich war zu besoffen, den fleischlosen Kram zu finden.) Dabei bin ich kein Vegetarier. Von gesundem Essen hatte man hier dann auch nix gehrt, muss mal wieder auf sein veganes HC-Konzert gehen, denke ich. Ist ja nicht jeder ein "Plauzen-Metaller". Aber im Ernst, Alternativen wren doch machbar liebe Veranstalter.
Ansonsten war die Stimmung sehr relaxt, die Leute friedlich und teilweise auch mit Kind und Kegel. Endlich mal eines der Konzerte, wo ich so richtig ausrufen konnte: Ich bin jung! Haha. Und zwischen all den Bierbuchen, Schiebedchern und Familien waren zwar weder Moshpits noch Crowdsurfing, dafr aber Spa und das ist doch die Hauptsache. Ach ja, und fr das mnnliche Auge war auch ab und an was dabei, harhar!

Endlich kamen die Eidgenossen von GOTTHARD und rockten ordentlich drauf los. Auch mit steigendem Alkoholpegel meinerseits, wie gesagt Essen war net so doll, bekam ich mit wer der Aktivposten in der Band ist. Neben dem in weiem Hemd auftretenden Frontmann Steve Lee ist es Gitarrist Leo Leoni, der fr Faxen und Bewegung auf der Bhne sorgte, whrend der etwas bieder aussehende, kurzhaarige Rest der Truppe nur solide agierte. Liegt vielleicht auch daran, dass diese zwei erwhnten Musiker fr mich GOTTHARD ausmachen! So rockten die Schweizer leider auch ohne irgendwelche Gimmicks, Backdrops etc., aber mit einem abwechslungsreichen Programm, was leider nur rund eine Stunde lang war, wenn der Alkohol mich nicht narrte. Das war bei der Hitdichte von GOTTHARD natrlich etwas wenig, aber es ging wohl nicht anders. Ob Songs wie der neue Track "Lift U Up" ltere Stcke wie "Mountain Mama" oder die Oberballade "Heaven" - GOTTHARD boten ein routinierten, guten Gig, wo ich anstatt der guten DEEP PURPLE-Covernummer doch lieber was Eigenes gehrt htte! Ansonsten: Beide Daume hoch! (Thorsten)

Keine geringere Band als TWISTED SISTER war der Headliner des ersten Abends. Zwar war die versammelte Schar der Sick Mother Fuckers vor der Bhne die mit Abstand kleinste, vor der die Jungs in den letzten drei Jahren auf deutschem Boden auftraten, doch Dee Snider und seine Jungs sind nun mal absolute Profis und lieen sich dementsprechend nicht davon abschrecken. Ganz im Gegenteil machten sie den Gig auf dem ersten Rock Of Ages Festival doch zu etwas Besonderem, indem sie ihn all den Fans widmeten, die durch ihre Begeisterung und Loyalitt die famose Rckkehr ihrer Helden berhaupt erst mglich gemacht haben. Dementsprechend gab die Band neben den blichen Hits wie "I wanna rock", "We're not gonna take it", "I am I'm me" auch solche Perlen wie "We're gonna make it", "It's only Rock 'n' Roll but I like it", oder "Tear it loose" zum Besten. Neben Dee selbst, der gewohnt energiegeladen und charismatisch die Bhne regierte und mit reichlich Spa inne Backen auch Anwesende, die nicht mitgingen oder durch orange Jgermeister-Hte auffielen, outete, machte vor allem Animal seinem Namen alle Ehre und prgelte munter auf seinen Bass ein.
Natrlich war dieser Gig von der Magie her nicht mit dem ersten Auftritt auf dem BYH zu vergleichen, aber das ndert nichts daran, dass TWISTED SISTER eine grandiose Liveband ist auch hier ein mehr als wrdiger Headliner war. Erschreckend war hingegen die Tatsache, dass dies viele Festivalbesucher scheinbar nicht zu wrdigen wussten. Anders kann ich mir kaum erklren, dass ich whrend des gesamten Gigs in vorderster Front reichlich Platz hatte und um mich herum kaum Bewegung herrschte.(Roland)

Leider verknackste sich Kollege Roland beim Frhstck den Knchel, worauf ich ihn erst zur Noversorgung und dann nach Hause brachte. Wenigstens war nix Schlimmes passiert, dafr hatten wir aber den zweiten Tag mit einigen starken Bands wie SAGA, FISH oder URIAH HEEP komplett verpasst!
Fazit: Manchmal kommt es anders als man denkt und dafr sorry. (Thorsten)

Fotos: Roland Wohde



Zur Galerie >>
<< vorheriges Review
WITH FULL FORCE XIII - Roitzschjora
nchstes Review >>
ZWISCHENWELTEN V - Koblenz, Festung Ehrenbreitstein


Zufällige Reviews