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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BANG YOUR HEAD!!! 2006
Ort Balingen, Messegelnde
Datum 23.-24.06.2006
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Das diesjhrige BYH war bei weitem nicht so gut besucht wie das Jubilumsfestival. Die laufende WM und das diesmal besonders stark auf die ltere Rock-Fraktion ausgelegte Billing waren mit Sicherheit Grnde hierfr. Dass man als Besucher aber erneut ein klasse organisiertes und stressfreies Festival mit geilen Bands und strahlendem Sonnenschein erleben konnte, steht natrlich auer Frage. Und mal mit ein paar tausend Leuten weniger zu feiern macht einem als Besucher ja nicht wirklich viel aus (ich habe es zumindest wieder nicht geschafft, mit jedem ein Bierchen zu trinken), zumal man dadurch sogar noch bei Anreise am Donnerstagmittag recht nah am Gelnde ein Zeltplatz fand. (Roland)

Freitag

Die Besucher des Bang Your Head sind es ja gewohnt, frh auf den Beinen zu sein, und so konnte sich der diesjhrige Festival Opener HELLFUELED schon pnktlich um 10 Uhr ber eine ansehnliche Zuschauermenge freuen, die im Laufe des Gigs fast stetig zunahm. Und dass die Ozzy-migen Songs der Bande ein gelungener Einstieg in den Tag waren, zeigte sich nicht zuletzt in den bereits zu solch frher Stunde funktionierenden Singspielchen mit dem Publikum. Die Band zeigte sich gegenber dem Rock Hard Festival Auftritt vor zwei Jahren gereift und poste ganz ordentlich. Jocke Lundgren ahmte zum Glck auch nicht mehr ganz so heftig den guten alten Zakk Wilde nach, aber trotzdem wirkte die Band insgesamt etwas statisch, und auch Fronter Andy Alkman sollte noch etwas an seiner Bhnenprsenz arbeiten. Seine auf der Bhne erbrachte Kilometerleistung war zwar beachtlich, aber Entertainment geht anders, auch wenn er mit seiner Begeisterung fr den deutschen Gerstensaft und coole Kutten bei den Anwesenden auf offenen Ohren stie. Nichts desto trotz wussten aber Songs wie "Born To Rock", "Can't Get Enough" oder "Midnight Lady" zu gefallen. Solide. (Roland)

Direkt im Anschluss betrat ein weiterer abgefeierter Newcomer die Bhne, oder um es mit den bsen Worten eines Kollegen zu sagen: die zweite hoffnungslos gehypte Band. Dass dem nicht so ist bewiesen die drei Jungs von COMMUNIC mit einem amtlichen Gig. Das kompakte, technisch anspruchsvolle, aber trotzdem eingngige Material, das zwar immer mal wieder starke NEVERMORE-Anleihen aufweist, aber trotzdem eine eigene Handschrift trgt, konnte nicht nur mich von den Qualitten der Band berzeugen. Und unter einem mittlerweile sonnigen Himmel und mit einem guten Sound gesegnet machten neben Material vom Debt auch neue Songs wie "Waves Of Visual Decay" oder "Fooled By The Serpent" noch mal doppelt Spa. hnlich sahen es wohl auch viele andere Zuschauer, denn der Zuspruch aus den Reihen vor der Bhne war in jedem Fall mehr als reine Hflichkeit. Auch wenn hier ebenfalls die Bhnenshow nicht spektakulr, um nicht zu sagen nicht vorhanden war (was aufgrund der Doppelbelastung mit Gesang und Gitarre zumindest im Falle von Oddleif Stensland aber nachzuvollziehen ist) ein klasse Gig! (Roland)

Auf den Auftritt der Amis LEATHERWOLF habe ich mich im Vorfeld tierisch gefreut. Nicht nur, dass sie in den Achtzigern einige unverkennbar geile Songs geschrieben haben, auch die Gitarrenarbeit aus nchster Nhe beobachten zu knnen drfte ein besonderes Schmankerl darstellen. So gingen die Jungs mit den Hymnen "Rise or Fall", "Street Ready" und "Gypsies and Thieves" direkt in die Vollen. Leider war der Livesound etwas undifferenziert und matschig, weshalb das Gros der Meute eher schauend als bangend den Gig verfolgten. Das Stageacting war ok, Neusnger Wade Black gab sich redlich Mhe das Publikum zu animieren und schien mit Leib und Seele bei der Sache zu sein. Zwar empfinde ich die Stimme bzw. den Gesangsstil des ex-Sngers Mike Olivieri noch einen Tick cooler, doch Wade passt trotzdem hervorragend in das Gesamtbild der Band. Vom neuen Album gab es noch "Live or Die" und "Derailed" zu hren, bevor man mit einem der LEATHERWOLF-Songs schlechthin den Auftritt beendete, "The Calling". Fazit: Solider Gig mit geiler Mucke, leider mit schlechtem Sound und der Killersong "Hideaway" hat gefehlt. (Marek)

Obwohl eine "Special Old School Show" von FLOTSAM & JETSAM angekndigt war, spielten die Amis aus Arizona nur einen einzigen Song (!) vom Hammer-Album "Doomsday For The Deceiver"! Das war eine Riesenenttuschung, soviel vorne weg! Das kann man nicht machen, Jungs! Was hab ich mich gefreut auf die alten Granaten... und was kommt? Drei Songs vom "Quatro"-Album, eine BLACK-SABBATH-Coverversion und auerdem "No Place For Disgrace" (geil!) und "Hammerhead" (affengeil!). So bleibt eine durchwachsene Erinnerung an die Band, auf die ich fast am meisten gewartet habe. Dazu noch ein bescheidener Sound und eine etwas statisch wirkende Performance. Das alles kann mich aber nicht davon abhalten, beim nchsten Deutschland-Besuch von FLOTSAM & JETSAM wieder vor der Bhne zu stehen... in der Hoffnung auf mehr alten Stoff! (Olaf)

Mit ihrem starken Album "Back In The Ring" am Start konnten die Hollnder VENGEANCE eigentlich mit geschwellter Brust auf die Bhne treten. Nun, das taten sie auch! Apropos Brust: Nett, die Aktion mit den Nummerngirls... doch nicht nur die Girls hpften ber die Bretter, auch die Band, allen voran Snger Leon Goewie, zeigte sich ziemlich bewegungsfreudig. Alte Bandklassiker wie "Take It Or Leave It" oder "Rock'n'Roll Shower" wurden ebenso znftig prsentiert wie mindestens zwei neue Stcke. Aber ber allen Songs thronte das famose "Arabia". Nun htte zum vollstndigen Gelingen des Sets nur noch Arjen Lucassen auf der Bhne erscheinen mssen. Geplant war es ja, warum dies nicht klappte wei der Geier... (Olaf)

Nach den hollndischen Spavgeln waren nun die britischen Urgesteine RAVEN am Zuge. Und wer sie bereits auf dem Keep It True erlebt hatte wusste, dass er sich auf etwas freuen konnte. Je oller je doller knnte man fast meinen, denn auch in Balingen gaben die Herren ordentlich Gas und ballerten ihre Gassenhauer mit einer Spielfreunde und Energie ins Publikum, dass man sich in die Anfangstage der NWOBHM zurckversetzt fhlen konnte. Es war einfach eine Freude, ihnen zuzuschauen. Ganz davon abgesehen, dass das durchgeknallte Stageacting sich prima an die Show von VENGEANCE anschloss und so der Partyfaktor vor der Bhne ungebrochen hoch blieb. Mit Songs wie "All For One" und "Break The Chain" hatten RAVEN das Publikum in jedem Fall auf ihrer Seite, aber auch bei dem neuen "Breaking You Down" wurde ordentlich gefeiert. Davon sollten sich so manche Jungspunde eine fette Scheibe abschneiden! Hier ist nach ber 25 Jahren Bandbestehen das Wort Kult wirklich mal gerechtfertigt. (Roland)

Da brat'mir doch n Storch! Dass der Gig von JON OLIVA geil werden wrde hatte ich ja schon erahnt, aber dass es so geil wird, htte ich nicht gedacht! Ich will nicht behaupten, dass die Songs von JO's PAIN schlecht sind, aber auf einem Festival erwarte ich verdammte SAVATAGE-Songs! Und die gab es zur Genge! Lediglich zwei Stcke aus der PAIN-ra, sonst ein Knaller nach dem anderen! Los ging's mit "Warriors" (Wahnsinn!), gefolgt von "Sirens". Der Mountain-King war in bekannt guter Laune und recht agil, seine Band stand ihm in nichts nach und berzeugte vor allem in spielerischer Hinsicht. Die besten SAVATAGE-Songs wurden in's Auditorium gejagt, welches jede einzelne Note krftig abfeierte. Und das alles bei mrderischer Hitze. "Hounds" (dem verstorbenen Bruder Oliva's gewidmet), "Gutter Ballet", "Jesus Saves" und das finale "The Hall Of The Mountain King" waren die Highlights eines Auftrittes, der wiederum fr mich und viele andere das Highlight des Festivals darstellte. (Olaf)

Was kann man zu diesen Ausnahme-Thrashern schon sagen. DEATH ANGEL rockt; und das konstant! Auch bei den enormen Temperaturen, lieen sich die Exoten nicht den Spa nehmen und schmetterten den Leuten einen wohldosierten Songmix der gesamten Schaffensphase entgegen. Sympathisch wie immer, vielleicht etwas routiniert, doch engagiert, kraftvoll und ansprechend boten die Jungs eine geile Show. Auf diese Combo ist echt Verlass! (Marek)

Aufblasbare Krbiskpfe bildeten den stimmungsvollen Rahmen fr den Auftritt der Hamburger HELLOWEEN. Mit einem epischen Song der neuen Platte starteten die Herren um Frontmann Andy Derris in's Set. Gefolgt von beeindruckend vielen Stcken aus lteren (aber nicht ganz alten) HELLOWEEN-Tagen. Und da liegt das Problem. Der stimmlich durchaus gute Derris kann leider, leider nicht die Kiske-Lieder so interpretieren, dass man nicht bei den hohen Stellen leicht zusammen zuckt. Die Hhen, in denen Michael Kiske sein Organ voll einsetzen konnte und locker jeden Ton auslebte, kann sein Nachfolger nur mit seiner (dann doch) zu dnnen Kopfstimme bewltigen. Vielleicht htten ihm ganz alte HELLOWEEN-Kracher aus der Zeit als noch Kai Hansen sang, besser gestanden. Das Publikum htte es sicher auch genossen. Trotzdem beweist alleine die Setlist mit Stcken wie "Eagle Fly Free", "A Tale That Wasn't Right", "I Want Out" oder "Dr. Stein", dass man sich wohl auch im Hause HELLOWEEN auf die gute alte Zeit besinnt. Mir hat's auf jeden Fall mchtig viel Spa gemacht. Zumal berraschender Weise das berlange "Halloween" zum Besten gegeben wurde! Hut ab! Und als wre das alles noch nicht genug, bestieg zum Abschluss Mister Tony Martin die Bhne, um anstelle von Andy Derris das Mikro zu ergreifen und "Headless Cross" zu intonieren! Sptestens dieser geile BLACK SABBATH-Song lie das Stimmungsbarometer nach oben steigen und sorgte fr allgemein positive Echos nach dem Gig der Norddeutschen. (Olaf)

IN FLAMES als Headliner auf dem BANG YOUR HEAD? Was ist das denn? Eine moderne Hpfcombo auf einem Festival fr grten Teils betagteren Rock? Selbst Snger Anders Friden lie sich den Spruch nicht nehmen: "We've never expected to play this festival so early in our career", wie wahr Herr Friden, geht uns genauso. Ich denke, die Veranstalter lieen diese Entscheidung eher als eine Art Experiment durchgehen. Wie dem auch sei, erwartungsgem war der Zuschauerandrang fr Headlinerverhltnisse drftiger als gewohnt. Trotzdem boten die Schweden eine sehr fette Show. Angefangen beim Mrdersound, ber den bermigen Einsatz von Pyros und Lichteffekten und einer agile Bhnenaction stimmte hier alles. Das Programm enthielt berwiegend Stcke der moderneren Schaffensphase und wurde solide dargeboten. Im Grunde ein geiler Auftritt, doch im BYH-Kontext trotzdem etwas deplaziert. Htte man FOREIGNER und IN FALMES einfach im Billing getauscht, she die Sache direkt etwas stimmiger aus. Mal sehen wer nchstes Jahr diesen Platz einnehmen wird. SLIPKNOT oder FEAR FACTORY?
Ah ja Herr Friden, wie war das noch mal? Die Schweden wrden uns im Achtelfinale der Arsch aufreien? ...rusper... Ich sag da einfach mal nichts mehr zu. (Marek)

Samstag

Eigentlich htte ich am frhen Samstag morgen gerne mit den Wlfen von POWERWOLF geheult. Aber leider lie mir meine Darmttigkeit (angestachelt von dem am Vorabend reichlich konsumierten Gerstensaft) keine Ruhe, und so konnte man aus einer blau weien Mini-Stage ganz andere bedrohliche Gerusche vernehmen. Sorry for that! (Roland)

Die Kanadier ANVIL mgen zwar schon eine Ewigkeit dabei sein und immer noch gut gelaunt ihre Shows abziehen, doch irgendwie hilft das Kultgetue um die Band nicht darber hinweg, dass die Songs nicht wirklich gut sind. Ich habe die Combo mit dem Song "Metal On Metal", welchen sie auch als Abschluss zockten, kennen gelernt und direkt wieder verbannt. Der Gig war wirklich nur was fr Fans, da die 08/15-Riffs, der scheppe Gesang und das etwas lahme Stageacting nicht wirklich berzeugen konnten. (Marek)

VICTORY passen aufs BYH wie die Faust aufs Auge. Das Alter der Musiker stimmt und Party-Rock-Hymnen gehren nach Balingen wie der Sonnenblocker auf die blasse Banger-Haut! Und so spielten die Hannoveraner einen energiegeladenen Gig, wobei besonders der neue Snger Jioti auffiel, der sehr bewegungsfreudig ber die Bretter turnte und eine hervorragende Gesangsleistung bot. Bei den lteren Herrschaften hatte man zuweilen den Eindruck, dass ihnen die Hitze der Sonne zu schaffen machte ;-) Gerockt hat es trotzdem wie Sau und alle hatten wahnsinnig viel Spa. Mit "Take The Pace", "Standing Like A Rock", "On The Loose" oder "Check's In The Mail" kann man aber auch nicht viel falsch machen. Daumen hoch! (John)

Glcklicherweise scheint es nun ja zum guten Ton zu gehren, dass auf den groen Sommerfestivals mal mindestens ein groer Vertreter der Doom-Szene aufspielt. Auf dem diesjhrigen BYH sollte diese Rolle keiner geringeren Band als den Schweden COUNT RAVEN zukommen. Dementsprechend hatte ich mich richtig auf ein ordentlich feines Hppchen Doom am Nachmittag gefreut. Vom Songmaterial her auch wirklich gut, konnte das Trio bei mir mit diesem Gig aber keine Begeisterung auslsen. Zu uninspiriert und lustlos ging es auf der Bhne zu, obwohl sich dies im Laufe des Gigs besserte. Aber manchmal konnte man fast den Eindruck bekommen, den Jungs wre es egal ob sie nun auf der Festivalbhne stehen oder im heimischen Proberaum. Da sorgte der barfigen Basser Frederik Jansson, der mit seinem Blmchenhemd das perfekte Outfit zu Slomo-Songs wie "Hippies Triumph" hatte, noch fr das meiste Aufsehen. Eigentlich gut, aber fr mich etwas enttuschend. (Roland)

Gleich im Anschluss folgte die unbestreitbar heftigste Band des Billings. Die schwedischen Deathmetal Veteranen UNLEASHED zeigten den Mchtegern-Hrtnern auf dem Gelnde was eine Harke ist. Und so war es bei dem diesjhrigen eher in Richtung Altherrenrock tendierendem Billing (wobei das nun nicht negativ gemeint sein soll) des Festivals auch nicht verwunderlich, dass die Reihen vor der Bhne ziemlich ausgednnt waren. Die Fans der harten Gangart und der Band kamen bei diesem mchtig auf die Zwlf gehenden Best-of Gig aber voll auf ihre Kosten. Bestens gelaunt growlte sich Frontkoloss Johnny Hedlund umgeben von seinen tight aufspielenden Sidekicks durchs Set und steckte mit "Death Metal Victory" ganz klar seine Ziele ab. Zum Erfolg ihrer Mission an diesem Nachmittag verhalfen UNLEASHED auerdem Hymnen wie "The Longships Are Coming" oder "To Asgard We Fly". Sollte man gesehen haben, auch wenn es nicht unbedingt die eigene Baustelle ist! (Roland)

ARMORED SAINT habe ich noch nie in schlechter Form gesehen und so konnten sich alle Maniacs auf einen triumphalen Gig der Amis freuen. John Bush, in rotem Deutschland-Trikot, feuerte die Menge von Beginn an an und machte ordentlich Dampf auf der Bhne. Zwischendurch nahm er sich die Zeit um ausfhrliche Ansagen, meist politischer Natur, zu machen und die US-Regierung zu kritisieren. Kein Wunder, dass sich AS ihre politischen Songs aus dem rmel zauberten und mit "The Aftermath" ein Gnsehaut-Epos in die Hitze bliesen. "Reign Of Fire", "Can U Deliver", "March Of The Saint" und "Seducer" lockten jeden mden Fan aus der Reserve, so dass der AS-Gig ein weiteres Festival-Highlight darstellte. Gut, dass sich manche Dinge nie ndern. (John)

Tja. Dass bei so einem groen Festival nach etlichen Pils in der prallen Sonne schon mal ein paar Absprachen auf der Strecke bleiben, wird niemanden wirklich verwundern. Diesem Umstand fiel auch leider das schriftliche Festhalten der Eindrcke vom PRETTY MAIDS Gig zum Opfer... (Red.)

Einmal mehr spielte der eigentliche Headliner nicht am Ende des Tages sondern am spten Nachmittag. So mussten Y&T genau zum Anpfiff des WM-Spiel Deutschland gegen Schweden auf die Bretter, was fr einen enormen Publikumsschwund vor der Bhne sorgte. Obwohl auch ich gerne das Spiel gesehen htte, bin ich froh geblieben zu sein, denn Y&T spielten einen berragenden Gig. Dabei konzentrierten sich die Mannen um Mainman Dave Meniketti auf ihre Klassiker und gingen kein Risiko bei der Songauswahl ein. "Midnight In Tokyo", "Forever" oder "Rescue Me" waren absolute highlights des gesamten Festivals und bei dem Gitarrensolo von "I Believe In You" hatte ich meterhohe Gnsehaut. So muss die Gitarre gespielt werden!!! (John)

Was der, man mge mir vergeben, alte Herr hier abgezogen hat war einfach fantastisch. RICK EMMET spielte ausschlielich TRIUMPH-Material bis 1981 und schuf damit eine magische Atmosphre, die sich kaum in Worte fassen lsst. Hier sprach die Musik ihre eigene Sprache, groe Bhnenperformance war einfach nicht ntig um zu berzeugen. RICK spielte und sang Songs wie "Allied Forces", "Fight The Good Fight", "Magic Power" oder "Hold On" mit einer derartigen Gelassenheit und Hingabe, dass man einfach nicht anders konnte, als sich mit einem Bierchen zu bewaffnen und tanzbeinschwingender Weise den sonnigen Nachmittag zu genieen. Ganz, ganz groes Kino, einfach zeitlos!
Leider lief exakt zu diesem Zeitpunkt auch das Achtelfinale gegen Schweden, wodurch der Raum vor der Bhne einige klaffende Lcken aufwies. Aber wer Fuball einer solch auergewhnlichen Darbietung vorzieht, ist selber Schuld. (Marek)

Den Gig von STRATOVARIUS nutzte unsere gesamte Crew, um Krfte fr das groe Finale mit WHITESNAKE zu sammeln. Htte man den kommenden Reinfall geahnt, wre diese Entscheidung mit Sicherheit anders getroffen worden. Sorry boys! (Red.)

Tja, und dann kam der Headliner! Oder auch nicht, denn die Fans mussten ziemlich lange warten bis David Coverdale und seine Truppe die Bhne enterten. Mit ber 20 Minuten Versptung legten die Herren dann allerdings furios mit "Burn" los, das wie auf der aktuellen DVD mit "Stormbringer" veredelt wurde. Bereits zu Beginn des Gigs musste man sich Sorgen um die Stimme von Coverdale machen, der in den Hhen zunehmend Probleme hatte. Trotzdem performte der alte Charmeur weltklasse und hatte all seine Hits am Start. Leider wurde der Set durch sehr lange Solopassagen der Herren Aldrich, Beach und Aldrige unterbrochen. Alle Fans htten wahrscheinlich stattdessen bedeutend lieber drei, vier weitere WHITESNAKE-Stcke gehrt. Nun fragt man sich, ob der Meister die Pausen zur Erholung brauchte? Dabei hatte er doch vorher verlauten lassen, er sei kein Axl Rose. Bei "Still Of The Night" kam dann das Ende: Coverdale's Stimme versagte permanent und er hielt vermehrt das Mikro ins Publikum. Und das war's dann, nach nur gut 60 Minuten, von denen mindestens 25 Minuten fr Solo-Geklimper draufging, verlsst die Band die Bhne und kommt auch nicht mehr wieder. Obwohl ich sehr groer WHITESNAKE-Fan bin und die Band (instrumental) tadellos aufgespielt hat, bleibt mir nichts weiter brig, als diesen Gig als katastrophal zu bezeichnen. Wenn man als Snger gesundheitlich angeschlagen ist, kann man die Sache auch anders lsen, als zu spt auf die Bhne zu kommen, dafr allerdings auch ein bisschen frher zu gehen und den Rest der Zeit mit Instrumentalpassagen zu fllen. Enttuschend!!! (John)

Dass die Besucher des BYH ein Haufen qualittsbewusster und gut gelaunter (Musik-)Verrckter sind, wei jeder, der einmal da war. Dementsprechend verwunderte es nicht, dass nach dem Abgang des Headliners die Besucher trotzdem in bester Laune weiterfeierten und kurzerhand allerorten die TWISTED-SISTER-Hymne "We're Not Gonna Take It" anstimmten. Eindeutig Zweideutig! Mehr brauch man hier wohl nicht zu sagen.
Wir freuen uns schon auf ein sonniges Wiedersehen im nchsten Jahr! (Roland)

Fotos: Roland Wohde



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