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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ROCK HARD FESTIVAL 2006
Ort Amphitheater, Gelsenkirchen
Datum 03.-05.06.2006
Autor Siehe Text
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Nach ziemlich nerviger Fahrt nach Gelsenkirchen (3 Stunden fr 170 km) war der myrevelations-Tross etwas berrascht ber den recht leeren Hauptparkplatz direkt am Festivalgelnde. In den letzten Jahren galt dieser Parkplatz fr uns als angenehmer Aufenthaltsort mit zahlreichen Mglichkeiten, in der direkten Nachbarschaft nette Leute kennen zu lernen. Diesmal aber standen wir am Rande mehrerer autoloser Reihen und wunderten uns darber, dass der Parkplatz offiziell ausverkauft (5,- Euro Parkgebhren) sei.
Nun denn, auf ins Getmmel! Bedingt durch den endlosen Stau auf der Autobahn war unser Zeitplan bse durcheinander geraten und wir berglcklich, dennoch rechtzeitig zum Gig der Schweden MORGANA LEFAY in der Retrospektive eines der Highlights des Festivals (!), angekommen zu sein. Alles in allem war aber auch das diesjhrige Rock Hard Open Air eine ganz tolle Sache, obwohl die groen Storys, die blicherweise an den Lagerfeuern der Folgefestivals erzhlt werden, sich dieses Mal innerhalb unserer Mannschaft nicht zugetragen haben. Bis auf eine Ausnahme: Unser gern gesehener Gast Johannes, der uns alljhrlich ber seine krftigen Boxen, angeschlossen ans Autoradio und hinter der Karre postiert, mit Lala beschallt. Beim Rangieren hat der Trottel tatschlich vergessen, die Boxen abzuklemmen und selbige unter groem Gelchter hinter seiner Rostlaube her gezogen! Sachen gibt es! (Olaf)


Freitag

CUSTARD

Da wir aufgrund des Staus und dem "Einchecken" erst spt vor die kleine Zeltbhne kamen, haben wir die Schweden von Engel (Ex Gardenian) mit ihrem melodisen Death Metal komplett verpasst. Ich habe nur ein paar Songs der deutschen Power Metaller von CUSTARD mitbekommen, die mit drei Gitarristen angetreten sind. Der alte wurde mit diesem Gig verabschiedet und der neue eingefhrt, weshalb es auf der nicht riesigen Bhne etwas voll war, zumal auch den ganzen Abend Stagediver die Bhne unsicher machten. CUSTARD sind eine sympathisch-ehrliche Metalband und knnen den Auftritt sicherlich als Erfolg verbuchen. (Thor)


Mercenary

Die Dnen von MERCENARY fllten mit sechs Leuten und dem sehr agilen Frontmann Mikkael die Bhne gut aus. MERCENARY gehrten zu meinen Favoriten des Festival, da sie Power Metal und Melo Death verschmelzen und einen echt starken Snger haben, der aus der Masse heraussticht. Da Bassist Kral weg ist, gab es einen neuen Mann zu bestaunen. Schade, dass die Jungs optisch wenig hermachten, aber die Songs und der Gig waren o.k. am coolsten war der futuristische Brustpanzer von Frontmann Mikkael. Dafr gab es natrlich wieder reichlich Diver! (Thor)


MORGANA LEFAY

Nun endlich brannten meine Lampen und "swedens most headbanging Band" kam, sah und siegte. MORGANA LE FAY sind live immer eine Bank! Snger Charles Rytknen dirigierte die Massen zu neueren Hits wie "Hollow" oder lteren Krachern wie "Maleficium" was inbrnstig aus vielen Kehlen gegrlt wird. Schade das ein paar Klassiker nicht gespielt wurden, aber die Band hat ja auch so viele starke Alben. Nun waren noch mehr Stagediver auf der Bhne als vorher. Der neue Drummer ist zwar noch nicht sicher mit den Songs und haute fter mal daneben, was aber garantiert nicht viele merkten. Danach war dann mal Party angesagt. (Thor)


Samstag

MYSTIC PROPHECY

Oomph! haben sich geirrt. Gott ist kein Popstar, sondern muss ein Rockstar sein! Anders lsst es sich mittlerweile kaum noch erklren, dass in Gelsenkirchen dieses Jahr erneut pnktlich zur ersten Band des Tages die Wolken die Weite suchten und man sich ber richtig angenehmes Festivalwetter freuen durfte. Unter diesen Umstnden machte es dann auch doppelt Spa, dem Power Metal der deutschen MYSTIC PROPHECY zu lauschen. Der Sound war absolut amtlich und so kam die Wucht ihrer Songs glcklicherweise auch livehaftig beim schon recht zahlreich vor der Bhne versammelten Publikum an. Dass hierbei das Material der neuen Scheibe Prioritt hatte wurde schnell deutlich, als die Band zum Auftakt direkt nach Gang die ersten vier Tracks des aktuellen Albums zockte. Aber auch lteres Material wie "Sign Of The Cross" oder die Bandhymne "Mystic Prophecy" fanden ihren Weg ins Set. Neben Frontmann Liapakis, der gut gelaunt und mit einer berzeugenden Leistung durchs Programm fhrte, sorgte auf der Bhne vor allem Gitarrist Markus Pohl fr Stimmung indem er poste und bangte was das Zeug hielt. Mit diesem gelungenen Gig sollten sich die Jungs wieder ein paar neue Fans erspielt haben. Prima Einstieg also in einen schnen Festivaltag. (Roland)


LEGION OF THE DAMNED

Das hollndische Quartett zhlt fr mich zu den Highlights des Jahres! Frher hie man noch Occult nun ist der Neuanfang famos geglckt. Die Langmatten prsentierten Songs von ihrem Debt "Malevolent Rapture" und hatten eine starke Bhnenprsenz. Slayer mit einem Schuss Death Metal war der Sound und auch ohne zweiten Gitarristen ballerte die Legion sehr geil und wirkte motiviert. Der neue Bassist Harold Gielen wirkte als wre er immer da gewesen und so konnte man Spa an Thrashknallern wie "In The Eye Of The Storm" oder "Bleed For Me" haben. Von den Jungs wird man die nchsten Jahre noch einiges hren da bin ich mir sicher! (Thor)


PRIMORDIAL

Dass gute Bands ihre ureigene Atmosphre auch freisetzen knnen selbst wenn das Umfeld vielleicht nicht unbedingt passend ist, haben uns auf den vergangenen Rock Hard Festivals schon Bands wie z.B. Candlemass gezeigt, deren Doom auch bei blauem Himmel und Sonnenschein prchtig funktioniert. Ganz hnlich verhielt es sich dieses Jahr mit den Iren PRIMORDIAL. Auch sie schafften es ihre meist schleppenden, epischen Hymnen so in Szenen zu setzen, dass man das bunte Festivaltreiben drum herum genauso wie das schne Wetter komplett vergessen konnte. Optischer Dreh- und Angelpunkt hierbei war der bleich geschminkte Mr. Nemtheanga, der die Songs wirklich durchlebte und ihnen mit seiner Stimme die Magie verlieh, die diese Band auszeichnet. Der Rest der Band hielt sich showmig sehr bedeckt und konzentrierte sich auf die Musik (die brigens leider nicht mit dem besten Sound gesegnet war), was aber bei einem solchen Fronter absolut in Ordnung ging. Sicher nicht jedermanns Sache, aber in ihrer Art und Weise absolut beeindruckend!(Roland)


CALIBAN

Als krasser Gegensatz zu Primordial betraten als nchstes die deutschen Metalcore-Vorreiter CALIBAN die Bretter und sorgten auf und vor der Bhne fr ordentlich Bewegung. So wechselte sich Circlepit und Rumgemosche mit fliegenden Matten ab. Und auch die Herren von der Security im Fotograben bekamen nun mit den vermehrt auftretenden Crowdsurfern ordentlich zu tun. Die Sicherheitsmenschen machten brigens, um es an dieser Stelle einmal zu erwhnen, whrend des gesamten Festivals einen absolut klasse Job (kompetent, gut gelaunt und freundschaftlich). Angetrieben vom tighten Spiel der Rhythmusfraktion prgelte sich die Band durch die Songs. Fronter Andi Drner, der mit seinen geschminkten Augen und der Hahnenkammfrisur optisch fr mich nach wie vor gewhnungsbedrftig ist, brllte sich gekonnt die Seele aus dem Leib und wurde dabei von Gitarrist Denis Schmidt untersttzt, der fr die klaren Vocalparts zustndig war. Und ob man nun Metalcore tfte findet oder nicht: Songs wie z.B. "The Undying Darkness", "Moments Of Clarity" oder das wohl nach wie vor bekannteste Stck der Band "The Beloved And The Hatred" ballerten besonders bei ihren Moshparts mchtig fett ins Amphitheater und verdienen Respekt!(Roland)


BRAINSTORM

Nun wurde es Zeit fr eine meiner absoluten Lieblingscombos! Die Schwaben BRAINSTORM sind seit Jahren ein Garant fr starken Power Metal aus Deutschland und brachten auch direkt im Gelsenkirchener Amphitheater die Menge auf ihre Seite. Ist ja auch kein Problem, wenn man so starke Songs hat, wobei das Gewicht auf den letzten beiden Alben "Liquid Monster" und "Soul Temptation" lag. Da aber auch einige ltere Kracher eingestreut wurden, brauchte keiner traurig zu sein. Die Rollen waren klar verteilt: Die Band sorgte fr das instrumentale Grundgerst und schttelte die Matten, so dass Frontmann Andy B. Franck (auch Symphorce) mal wieder hyperaktiv war und wie immer gerne zur "Freude" der Security im Fotograben hing um den Fans nher zu sein. Dabei sang er noch wirklich gut und legte wohl die grte Kilometerstrecke von allen Sngern hin! BRAINSTORM ist eine Band, die man immer wieder gerne sieht und wo ich ganz narrisch auf ein neues Album bin! (Thor)


NEVERMORE

Ohne den etatmigen Gitarristen Steve Smyth mussten NEVERMORE ran. Ehrlich gesagt hatte ich gewisse Bedenken angesichts dieser Tatsache. Was wrde wohl aus dem gttlichen Sound werden, den zwei NEVERMORE-Gitarristen in ihren doppelstimmigen Lufen produzieren? Tja, mit einem Klampfer kann man das natrlich nicht schaffen, aber die Leistung von Jeff Loomis war beeindruckend. Geniale Soli und eine feine Rhythmusarbeit heben den Mann aus der Masse hervor. Frontmann Warrel Dane war verhltnismig gut drauf, wenngleich seine Bhnenperformance nicht mehr ganz so spritzig zu sein scheint wie vor seiner Absage vom Alkohol (Backstage sah man ihn dann auch brav Wasser schlrfen). Trotzdem schaffte er es, seine Baseball-Mtze ein paar Mal abzuziehen und krftig zu bangen. Seine Aufforderungen ans Publikum endlich mal richtig auszurasten und einen ordentlichen Pit zu starten, wurden leider nur teilweise umgesetzt.
Trotz des verhltnismig kurzen Sets (nicht nur ich htte sehr, sehr gerne eine Zugabe gehrt,...die dann doch noch statt des Celtic Frost-Gigs folgen sollte, verdammt!) bercksichtigten NEVERMORE Songs von allen Alben, wobei besonders bei "Enemies Of Reality" und beim abschlieenden "Born" von der aktuellen Platte die Kuh flog. Ich glaube die Jungs muss man sich noch mal auf Tour ansehen... (Olaf)


BOLT THROWER


Der Sound bei BOLT THROWER muss was ganz Spezielles gewesen sein, denn whrend der Schreiber dieser Zeilen einen einzigen Gitarrenbrei vor der Bhne vernommen hat, berichteten andere von einem guten Sound in den oberen Regionen des Amphitheaters.
Wie dem auch sei, das groe Rund fllte sich beachtlich schnell vor dem Gig der Briten. Kein Wunder, sind BOLT THROWER doch bekannt dafr, alles zu geben und ein tierisches Brett aufzufahren. Wre das Material der Death Metaller in meinen Ohren besser angekommen, htte es mich vielleicht ebenso berzeugt wie das Stageacting. Doch wenn man den Blick durchs Theater schweifen lie, konnte man allen Ortes headbangende Maniacs betrachten, die vllig begeistert waren. Ich fr meinen Teil muss mir die diversen Scheiben der sympathischen Jungs (+ Mdel) erst noch mal in heimischen Gefilden reinzerren, bevor ich auch bei miesem Sound abgehe wie Schmitz Katz`. Bolt Thrower durften sogar ca. 15 Minuten lnger spielen als ursprnglich geplant. Der Grund dafr lag sicher auch in der Absage von Celtic Frost. (Olaf)


SODOM

Das prallgefllte Heimspiel der Ruhrpottler SODOM nahm ich grtenteils nur akustisch war und was ich sah, war ein fetter Gig mit jede Menge Pyros und einer starken Setlist, wo die Songs des neuen Albums "Sodom" gut reinpassten. Wenn eine Band Kult ist, dann SODOM! Das meinten auch die Fans im prallgefllten Amphitheater die Tom & Co, ohne Ende abfeierten.
Danach kamen dann RANDALICA, die Funband vom Rock Hard mit Bernemann und Bobby von SODOM als berraschung, was ich leider verpasst habe. (Thor)


CELTIC FROST

Viele, viele Gste des Rock Hard Festivals, mich eingeschlossen, hatten sehnschtig auf den groen Comeback-Auftritt von CELTIC FROST gewartet. So war die Enttuschung umso grer, als bekannt gegeben wurde, dass der Gig der Schweizer leider ausfallen muss. Warum? Nun, Gerchte besagen, Tom Gabriel Fischer habe sich eine Nierenkolik zugezogen und lge im Krankenhaus. Schade, schade fr die Fans und wahrscheinlich sehr schmerzhaft fr Tom! Von dieser Stelle aus sei gute Besserung gewnscht! Die Veranstalter reagierten spontan und schickten Nevermore, Soilwork und Sodom fr ein paar zustzliche Stcke auf die Bhne. Dieses Spektakel habe ich allerdings leider verpasst, weil ich von der Absage CELTIC FROST lediglich durch Dritte erfahren habe und keine Ankndigung mitbekommen habe, dass fr Ersatz gesorgt wurde.
Aus sicherer Quelle wei ich allerdings, dass es tatschlich mindestens ein Fan nach dieser Absage nicht mehr in Gelsenkirchen gehalten hat, er ist abgereist und hat somit einige geile Bands am Sonntag verpasst. (Olaf)


Ersatzprogramm

Nach dem offiziellen Sodom Gig hatte ich auch gut die Lampen am Brennen und schaute mir vom Backstagezelt die Ersatzbands an. NEVERMORE ballerten beherzt ihre Songs in die Menge, wovon ich aber nur ganz kurz was sah. Von SOILWORK habe ich kaum was mitbekommen, auer das Speed 'ne Baseballcappe anhatte und wie immer Hummeln im Arsch hatte und Bassist Peter Wichers sieht mit Seitenscheitel und Zauselbart wie eine Mischung aus dem jungen Reinhold Messner und Catweezle aus. Das bunte Hemd dazu machte alles noch seltsamer..
SODOM hoben den Partycharakter hervor und knppelten den "Wachturm", "Es gibt kein Bier auf Hawaii" und Motrheads "Ace Of Spades" runter. Starke Sache. Doch bedingt durch Alkohol, Mdigkeit und vielen Gesprchen kann ich nicht mehr berichten. Sorry! Mir wre eine Ersatzband natrlich lieber gewesen, aber das Ganze war wohl zu kurzfristig! (Thor)


Sonntag

CRUCIFIED BARBARA

Ursprnglich sollte das Damenquartett bereits am Samstag auf die Bhne, doch durch einen glcklichen Zufall fungierte die Combo als Opening-Act am Sonntag Morgen. Warum glcklich? Na ja, bis dato war mir die Band recht unbekannt, stellte sich ihr erstklassiger und erdiger Hard Rock jedoch als die beste Art und Weise dar einen freundlichen Sonntag zu beginnen. Mag die vorherige Nacht bei dem ein oder anderen gewisse Spuren hinterlassen zu haben, so lieen die Mdels smtliches Unwohlsein im Nu vergessen; und das nicht nur aufgrund des angenehmen Anblicks. Mit super Soundverhltnissen (vor allem die Gitarren klangen extrem fett und differenziert) rockte man das Publikum eine knappe Stunde ordentlich durch. Die Band spielte klasse zusammen, die Gitarrenarbeit berzeugte auf voller Linie und die Performance stimmte ebenfalls. Als Abschluss gab es noch eine znftige "Killed By Death" Coverversion, die Lemmy garantiert nicht kalt gelassen htte. Da sage noch einer: "Frauen knnten nicht rocken!". CRUCIFIED BARBARA bewiesen an jenem Morgen eindrucksvoll das Gegenteil. (Marek)


VOLBEAT

Was im Anschluss folgte, war fr mich die grte positive berraschung des Festivals. Die mir bis dato vllig unbekannten VOLBEAT versprhten eine dermaen ungezgelte und ansteckend gute Laune, dass es eine wahre Pracht war. Und wer bei den mit 50er-Jahre-Rock `n` Roll-Flair gespickten Groovemonstern der Dnen nicht in Festivalstimmung zu bringen war, tut mir noch heute leid. Fronter und bekennender Elvisfan Michael Poulsen, der selbst wie eine Mischung aus Keith Kaputo, dem King und einem Schuss Glenn Danzig klang und prchtig bei Stimme war, setzte den Songs mit tollen Melodien noch die Krnung auf, whrend seine beiden Sidekicks ordentlich Dampf auf der Bhne machten. Und dass die Jungs Spa inne Backen hatten zeigte nicht nur die hammermig geile Version des Evergreens "I Only Wanna Be With You", sondern auch der als Anheizer eingebaute Part von Slayers "Raining Blood" in "Soulweeper". Noch Stunden und zahlreiche Bands spter gingen mir Songs wie "Caroline # 1", "Danny & Lucy", "Rebel Monster" und allen voran "Pool Of Booze, Booze, Booza" nicht mehr aus dem Kopf. Arsch cool!!!(Roland)


GOJIRA

Welch ein Kontrastprogramm! Nach den lustigen und rock `n` rolligen Volbeat enterten nun also die Frickelfranzmnner GOJIRA die Bhne. Whrend das minutenlange Intro abluft, tut sich aber erst mal gar nix auf den Brettern. Wie erstarrt stehen die Protagonisten und wirken dabei irgendwie gar nicht so professionell. Doch mit dem ersten Takt geht das Spektakel los und der Rechenschieber wird zum wichtigen Utensil. Da wird verschoben, gebreakt und gefidelt was das Zeug hlt. Lngere Taktfolgen mit dem gleichen Rhythmus scheinen verboten, doch trotzdem: ab und an zeigt sich eine durchaus nachvollziehbare Melodie. Nicht viele der Besucher hatten die entsprechenden Nackenmuskeln um den vertrackten Songs der Franzosen, die sich vornehmlich mit Umweltproblematiken beschftigen, headbangend zu folgen. Die Mehrheit hat wohl einfach nur gelauscht oder sich (wie ich) an die Bierbude verzogen, weil GOJIRA vom Guten etwas zu viel in ihre Suppe streuten. Nicht unbedingt mein Geschmack. (Olaf)


BEYOND FEAR

Der Auftritt der neue Combo um ex-Judas Priest und Iced Earth-Schreihals Tim "Ripper" Owens lie mich irgendwie mit recht gespaltenen Gefhlen zurck. Fand ich das selbstbetitelte Album im Grunde ganz gut, nervte die Mucke livehaftig jedoch ganz schn. Insbesondere das permanente, hohe Geschreie des Hauptprotagonisten wirkte extrem monoton und unvariabel gepaart mit dem aufgesetzten Stageacting und obligatorischem Schattenboxen inklusive Fielmann-Designer-Brille. Ich kann mir nicht helfen, aber jene Darbietung versprhte so gut wie keine Magie. Die Gesamtperformance war zwar akzeptabel, aber ich habe mir mehr erwartet. Die Setlist enthielt neben dem Material der Platte noch ein Covermedley aus "Burn In Hell", "Bloodstained" (Priest) und "Red Baron" von der aktuellen Iced Earth Platte. Auerdem wurde noch berflssigerweise "The Green Manalishi" gecovert, was ja schon von Priest gecovert wurde. (Marek)


EVERGREY

Folgende Band sollte das schwermetallische Steuer stimmungstechnisch noch einmal herumreien.EVERGREY boten nmlich trotz wohligem Sonnenschein eine klasse Show, die unter die Haut ging. Man sollte meinen, dass die dstere Melancho-Mucke ausschlielich in dunklen, kleinen Rumen funktioniere. Doch die Band um die sympathische Trauerweide Tom Englund zeigte, dass dem definitiv nicht so ist. In bester Laune und gut bei Stimme zockte man ein gelungenes Best-Of - Festivalprogramm und lie sich trotz einiger technischer Drum-Probleme nicht aus der Ruhe kriegen. Souvern wurden die Zwangsunterbrechungen mit spontanen Piano-Gesangs-Einlagen gefllt, die nicht nur eine krasse Gnsehaut sondern tosenden Applaus herauf beschworen. Sehr geil! Die Band agierte professionell und dabei auerordentlich publikumsnah und sympathisch. So gehrt sich das. Und dass "A Touch Of Blessing", der Opener der "Inner Circle" Platte, htte aufgrund der technischen Pannen beinahe nicht gespielt werden knnen, sollte man ganz schnell verdrngen. Glcklicher Weise reichte die Zeit grad noch so das Set mit jenem Killer-Song abzurunden. (Marek)


FATES WARNING

Da ich die Schweden von Soilwork schon mal gesehen habe und etwas fr berbewertet halte, ersparte ich sie mir und freute mich auf die US Proggies von FATES WARNING! Die Songs von Soilwork klangen aber auch aus der Ferne gut. FATES WARNING berraschten mit einem Ray Alder im Kurzhaarlook der nun wie ein Schauspieler aus "Reich und Schn" aussah. Jim Matheos gab sich unpersnlich wie immer, war aber wie ein Kollege sagt lockerer denn je und spielte halt gttlich. Bassist Joey Vera war wuselig, whrend Neu Drummer Nick D'Virgilio (Spock's Beard) seinen Job gut machte. Rckkehrer Frank Aresti hatte immerhin etwas Matte bekommen und wirkte nicht mehr so steif an seiner Gitarre wie auf der DVD und berzeugte musikalisch. Alder sah zwar doof aus, gab aber alles und natrlich wurden keine Songs aus der John Artch Phase gespielt und auch wenige alte Alder Hits was auch etwas schade war. Warum die nette, aber berflssige Scorpions Nummer "He's A Woman, She's A Man" gezockt wurde kann ich aber auch nicht sagen. Insgesamt ein starker Set, den man aber auch erwarten konnte! (Thor)


EDGUY

Die Reihen vor der Bhne waren wahrscheinlich nie so dicht besetzt wie beim Gig von EDGUY. Da ich die Kerle noch nie live gesehen hatte, war ich sehr interessiert an der Show der Deutschen. Und, da leck mich doch am Arsch, Show knnen sie machen! Frontmann Tobias Sammet schaffte es wie kein Zweiter aus deutschen Landen, die Leute tierisch mitzureien; dazu kommen seine grandiosen und uerst athletischen Sprnge im besten David Lee Roth- Stil. Auch die humorigen Ansagen scheinen beim Publikum bestens anzukommen. Selbst als Tobias das Rock Hard ein wenig -spaig- angreift bekommt er Applaus (man hatte ihn im Programmheft als "Front-Eunuch" angepriesen!). Ein schnes, stimmungsvolles Bhnenbild und optisch agile Musiker wurden von den Fans enthusiastisch aufgenommen. Musikalisch scheint so weit alles im Lot gewesen zu sein (leider hatte ich bis dato auch noch kein ganzes EDGUY-Album am Stck gehrt, was sich aber nach diesem Auftritt ndern wird!), Sammet war gut bei (hoher) Stimme und brachte Songs wie "King Of Fools" oder "Superheroes" gut an den Mann, respektive die Frau. Denn nicht wenige weibliche Zuschauer hatten sich vor der Bhne eingefunden, um u.a. beim Crowdsurfen mitzumachen. Apropos Crowdsurfen: Ich war der Meinung, dass die Anzahl an durch die Luft fliegenden Menschen nach dem Auftritt von Morgana Lefay nicht mehr zu berbieten sei, musste mich jedoch eines besseren belehren lassen. Ganze Heerscharen von Wellenreitern waren unterwegs, oft rauschten mehrere Krper zeitgleich in die Hnde der Ordner, die ihr Geld whrend dieser Show wirklich sauer verdienen mussten. Ein gelungener Auftritt der Fuldaer Power Metaller, die sich nach fast anderthalb Stunden verabschiedeten und dem Publikum noch viel Spa mit dem "kleinen Gromeister" wnschten. Hut ab! (Olaf)


DIO

Wie auf etlichen verschiedenen Festivals der letzten Jahre sollte kein geringerer als Ronnie James DIO das diesjhrige Rock Hard Open Air beschlieen. Und wie gewohnt konnten die Zuschauer sich ber eine klasse Show freuen, in deren Verlauf es natrlich haufenweise Klassiker der Marke "Holy Diver", "Man On The Silver Mountain" oder "Heaven And Hell" zu genieen gab. Von einer klasse aufspielenden Band begleitet, war der Meister selbst mal wieder so bei Stimme, als htte er die letzten 40 Jahre nichts anderes getan als seine Stimmbnder zu schonen und machte dabei auch krperlich nicht gerade den Eindruck eines Herrn Mitte Sechzig. Persnlich enttuscht war ich lediglich vom Fehlen des bersongs "Stargazer", der z.B. als Zugabe dem Ganzen die Krone aufgesetzt htte. Nichtsdestotrotz war DIO, wie nicht anders zu erwarten, erneut ein absolut wrdiger Headliner und somit der perfekte Abschluss eines perfekten Festivals! In diesem Sinne - bis zum nchsten Jahr. (Roland)


Fazit:

Tolle Stimmung, tolle Bands, tolles Wetter wir kommen wieder!
Verbesserungsvorschlge:
- bessere Parkplatzkoordination und mehr Campingpltze
- mehr und bessere Fressbuden
- bessere Bierzapfer mit mehr Wechselgeld
- keine Stnde mit miesen Bootlegshirts
(Thor)

Text: Thorsten Dietrich, Olaf Reimann, Marek Schoppa, Roland Wohde
Bilder: Roland Wohde (www.heavy-nation.de)

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