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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing WACKEN METAL BATTLE SEMI FINALE
Ort Aschaffenburg
Datum 20.05.06
Autor David Lang
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SYSTEM FAILED haben gerufen und die Massen kamen und enterten den eigens gecharterten Bus fr dieses Happening. Die Rheinland-Pfalz-Gewinner des Metal Battle konnten tatschlich geschtzte 50 Fans und Freunde mobilisieren, sie zu diesem wichtigen Konzert zu begleiten. Samstags mittags gings los und manch einer konnte schon kurz nach 13 Uhr einen beachtlichen Promillewert vorweisen. Meine Weinigkeit und meine Liebste hielten uns aus Grnden der professionell-kompetenten Berichterstattung jedoch zurck (is natrlich vlliger Quatsch, ich war gesundheitlich ein wenig angeschlagen) und genossen das bunte Treiben um uns herum. Nach ewig langer Fahrt inklusive Stau wurde nach unserer Ankunft im Freistaat Bayern erstmal die City unsicher gemacht. Aschaffenburg hat auch so ne Art Lhr- Center und wenigstens da werden wir manchen Leuten (u.a. einem uerst symphatischen Musikerprchen) noch etwas lnger in Erinnerung bleiben. Um 19 Uhr ffneten sich dann die Pforten des Colos-Saals fr das gemeine Fu-Volk. Die Location sollte sich im Laufe des Abends als sehr geeignet fr das Event herausstellen.
Ganz im Gegensatz zum Schweinestall letztes Jahr war es hier nmlich scheinbar mglich einen ordentlichen Sound hin zu bekommen. Geht doch! Wobei mir erneut von diversen Musikern ein mieser Monitorsound attestiert wurde. Manches ndert sich wohl doch nicht.Doch trotz dieses Umstands konnte man smtlichen Bands eine Spitzenleistung bescheinigen.
Jede Band war meines Erachtens in Topform und spielte auf einem Niveau, dass man nicht zwangslufig mit Undergroundbands in Verbindung bringen wrde.
Los gings mit INFINIGHT aus dem Saarland. Die Jungs spielten ihre Version von bodenstndigem Power Metal und das mit Schmackes. Wenn es auch musikalisch nicht meine Baustelle war, so kann ich doch sagen, dass die Jungs ihre Sache uerst souvern durchgezogen haben. Kompetente Mucker inklusive einem Snger der noch Eier hat. Wenn Power Metal, dann so! Aber dann... der Grund unserer Anwesenheit, SYSTEM FAILED, enterte die Bretter, die das Wacken bedeuten und groove-moshte sich den Arsch weg, dass es nur so eine Freude war. Zumindest war es fr alle Mitgereisten ein Spa, denn ansonsten lieen sich vielleicht 5 Nasen dazu "herab" zu einer fremden Band abzugehn. Zugegeben, auf Dauer wirkt die Musik der Andernacher Lokalhelden zu eintnig (echt Jungs, mehr Abwechslung bitte), aber gerade live ziehen die Herren ordentlich die Wurst vom Teller. Da kommt Freude auf, da darf gehpft, gepogt und haargeschttelt werden (un nich gekickboxt! Fhlt euch ruhig angesprochen, all ihr Chuck Norris Fans!). Posen knnen die Herren auch wie die "Alten" und so hatten die fnf mit ihrem groovigen, mit Moshparts durchzogenem Thrash Metal erstmal die Nase vorn. Zumindest bei mir. Wer konnte da schon ahnen, was noch alles auf einen zukommen sollte.
STEREOPILOT aus Baden-Wrttemberg zum Beispiel, die mit ihren hart rockenden Alternativklngen eigentlich so gar nicht ins "Billing" passen wollten. Die meisten der anwesenden Zuschauer sahen das hnlich und bewegten sich kaum bis gar nicht. Schade, denn verdient htten sie es allemal. Schne (< schon ham wa den Haken, hehe), atmosphrische (New-) Rocksongs. Untermauert von einem soliden Rhythmusfundament, gespickt mit wirklich tollen Riffs und gekrnt von einem wirklich guten Snger, der jedoch etwas zu arrogant rberkam. Wenig Publikum hin oder her; das sollte die Show nicht beeinflussen. Sollte man nichtsdestotrotz aber dranbleiben, knnte gro werden.
Von null Bewegung vor der Bhne hin zu bengstigenden Massenbewegungen gen Bhne. EBOLA aus Bayern hatten es SYSTEM FAILED gleich getan und ebenfalls einen Bus voller Fans mitgebracht, die auch gleich ans Eingemachte gingen. Das aber leider vllig rcksichtslos und teilweise zu brutal. Nennt mich Pussy, aber das war unangebracht. Wenn die halbe Halle pltzlich Opfer diverser Spinner wird luft irgendwas schief. EBOLA selber hatten ebenfalls mchtig Spa inne Backen und lieen auch den Schreiber eures Vertrauens nicht vllig kalt. Ihr glcklicherweise mal nicht trendiger Thrash lie auch meinen Fu manchesmal wild wippen. Die Band gab grtenteils Vollgas und auch auf der Bhne war posen angesagt. Gerade der Frontmann wusste bewegungstechnisch (und stimmlich) vollends zu berzeugen. Nit schlecht, die Herren.
SOLEILNOIR aus Hessen stieen einige Leute zunchst mit Sicherheit erstmal vor den Kopf. Mit einem Intro (und ich sach noch: n Intro bei der kurzen Spielzeit...ne, du) und einer stimmungsvollen Beleuchtung knallten die vier Musiker dem Mob ihre Mucke entgegen und die hatte es in sich. Man stelle sich eine uerst interessante Mischung aus TOOL und MUDVAYNE vor. Die Mucke wre damit grob umschrieben. Wenn der Frontmann dieser Formation aussieht wie eine Mischung der TOOL und MUDVAYNE-Snger, dann wird's so richtig strange. Der lief nmlich nur mit schmuddeliger, schwarzer Armybuxe rum, wirbelte die langen Dreads vllig ekstatisch durch die Luft und prsentierte seinen dreckigen aber offensichtlich trainierten Oberkrper. Das Gesicht (ebenfalls dreckverschmiert) zuckte von einer Grimasse in die nchste und das wichtigste bei einem Snger war ebenfalls uerst seltsam. Anders, aber gut, wrd ich ma sagen. Halt eben auch wie ne Mischung aus... na ihr wisst's ja jetzt. Seine Mitmusiker hingegen boten ein Bild das die Gesamtperformance doch ein wenig trbte. Denn das war es letztendlich: eine Gesamtperformance. (Daher auch kaum Ansagen (die wenigen die sie machten schtzungsweise auch nur wegen des Wettbewerbs)) Diese Band wrde ich gerne mal ber die Dauer eines ein bis eineinhalbstndigen Gigs sehn. Seeeehr cool.
Sachsen ging diesmal mit den extrem technischen Tod Metall Klngen von DIVINE X an den Start und meine Herren... diese Buben ballerten ein Brett in den Colos-Saal, das sich gewaschen hatte. Teils uerst brutaler, fast schon in Grind-Regionen vorstoender, verspielter Death Metal, der, aufgrund des spielerischen Niveaus, einige Unterkiefer ziemlich zackig Richtung Boden klappen lie. Ein mchtigst abgrunzender Snger rundete diesen Auftritt ab... doch was war das? Urpltzlich schlichen sich extrem ruhige, atmosphrische Parts in das Gemetzel und an dem Punkt verloren die Jungs wieder Punkte. Ich mag es generell wenn Musiker etwas Neues versuchen, aber das hier klang zu konstruiert und zerstrte den natrlichen Fluss der Songs. Zudem fehlte es dem Snger an der ntigen Stimme, um das was er da vorhatte (zumindest live) umzusetzen. Htten die fnf diese Spielereien weggelassen, oder es geschafft sie passender in ihr Death- Korsett zu quetschen, wre es ein Fest gewesen. So war es "nur" gut. Schade.
Anschlieend spielten Kreator... sorry, THE UNCHALLENGED aus Thringen fr die nach Metal lechzende Meute (...naaaaja) und ernteten fr ihre Vorstellung leider nur etwas mehr als Hflichkeitsapplaus. Dabei ging der technisch-einwandfreie Thrash Metal der vier 80er Relikte (der Snger rgert sich bestimmt jeden Tag, dass die Zeit damals nicht stehen geblieben ist) richtig gut nach vorne los. Erinnerte er doch permanent an eine geile Mischung aus Kreator (hauptschlich aufgrund des Gesangs, der frappierend an Mille erinnerte) und Death. So altbacken das jetzt in Verbindung mit der Optik der Mucker klingt, so frisch und aggressiv kam es dann hingegen. Anscheinend war die Mucke nicht moshkompatibel (da meist scheieschnell) genug fr Aschaffenburg, anders lieen sich die verhaltenen Reaktionen eigentlich nicht erklren. An dieser Stelle vielen Dank an Werner, der gemeinsam mit mir wenigstens versucht hat Stimmung zu machen. Anyway, ich fand's cool.
THE UNCHALLENGED hatten ihr Set gerade beendet, da zog sich die Jury auch schon zur Beratung zurck. In der Zwischenzeit heizten die Vorjahresgewinner GORILLA MONSOON dem Rest der Meute ein und das wieder so geil wie schon beim Landesentscheid in Andernach. Ich habe leider keine Ahnung, wie es vor dem Metal Battle 2005 war, aber 2006 sind Gorilla Monsoon eine arschtight rockende Band mit vier schweinecoolen Posern, die genau wissen wie es geht. Nach vorne treibender Stoner-Schweine-Doom- watweiich-Rock, der, genau wie die vier Gorillas, einfach fr die Bhne gemacht ist. Well done, boys!
Bevor dann gegen 1 Uhr (?) die Gewinner-Band bekannt gegeben wurde, gab es erstmal eine unglaubliche Nachricht zu vermelden. LORDI, die finnischen Monsterrocker, hatten den zeitgleich stattfindenden, und nur unschwer greren, Eurovision Song Contest mit groem Vorsprung gewonnen. Ein groer Schritt fr die Welt der Rockmusik - Hell Yeah! Herzlichen Glckwunsch! Bei der Verkndung der Sieger des Metal Battle prsentierte sich Chef-Juror Enno Heymann wieder mal als Sadist erster Gte, indem er das Prozedere lnger zog als ntig. Schlingel!
Als er schlielich den Namen der Gewinner verkndete stutzten nicht wenige im Saal. INFINIGHT werden den Sden Deutschlands beim diesjhrigen Wacken Open Air vertreten. Ich glaube, ich spreche vielen aus der Seele, wenn ich jetzt sage: "Hh???" Sorry, Jungs, das ist keine Kritik, aber euch hatten glaube ich die wenigsten auf der Rechnung und nicht nur ich musste spter noch mal nachfragen, wer denn bitte INFINIGHT berhaupt sei. Wie dem auch sei, Herzlichen Glckwunsch und viel Erfolg in Wacken.

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