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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SWORDBROTHERS FESTIVAL III
Ort JuZ Live Club, Andernach
Datum 04.03.2006
Autor Thorsten Dietrich/Snke Hansen
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Das dritte Swordbrothers stand leider unter keinem guten Stern! Der Wintereinbruch in Verbindung mit streikenden Rumbetrieben in gewissen Regionen Deutschlands kostete dem Underground Festival geschtzte 50-70 Zuschauer. Klasse, dass immer noch circa 250 Leute kamen, feierten und Spa hatten.
In aller Frhe ffnete schon der Metalmarkt, wo nicht nur ich mich htte tot kaufen knnen und nach etwas Versptung wegen Soundproblemen und wohl auch dem Wetter starteten die sddeutschen Power Metaller von VIRON. Von denen hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts gehrt! Eine Bildungslcke. Snger Alexx Stahl (Was fr ein Name!) war gesanglich auch der Hammer und hatte optisch auch was fr die Damen auf dieser, wie sagt ein Freund von mir? "Alte Herren Metal Veranstaltung" zu bieten! Schade, dass das starke Debt "NWOGHM" erst nach der Show als Promo von Drummer Neudi bei mir anlangte, so war ich whrend des Gigs noch unwissend. Der Neudi war brigens die hartnckigste Saufziege des Festivals und hlt einiges aus...
Die folgenden BLACK KNIGHT aus Holland waren dann wirklich eine Zumutung, da der Snger ein Eunuch erster Gte war und wohl nur Veranstalter Volker und einigen Hartgesottenen gut gefallen zu haben scheint, mir gingen die nicht schlechten, aber belanglosen Metalsongs aufgrund des Gesangs nach wenigen Stcken mehr als auf die Nerven!
Da waren DOUBLE DIAMOND aus Belgien schon um einiges besser, wenn auch nicht spektakulr. Die witzigst aussehendste Band des Festivals hat mit ihrem Power Metal zumindest keinen Nachwirkung auf Magen oder Ohren und zeigte sich sehr engagiert. Ein wirklich solider Auftritt der Combo, was nicht wenige auch so sahen.
Wie man eine langweilige Band wie EXISTENCE dritter Stelle des Billings stellen kann und Knner wie VIRON als Opener versauern lsst ist mir schleierhaft! Die Mannen begannen ihren Gig in komischen, priesterhnlichen Jacken und hatten leider recht durchschnittliches Songmaterial. Nach dem Umziehen der Fnf wurde es dann auch nicht besser und zeigte sich am Verschwinden der Zuschauer Richtung Theke und Imbiss. Ob es auch am unvorteilhaften Outfit von Snger Mike Klose lag?
Endlich kam mal wieder Stimmung auf, als IRONSWORD aus Portugal auftraten. Die Band kam in klassischer Triobesetzung und fetzte tierisch vom Leder. Alte Running Wild mit tiefem, derben Gesang und schn stumpf ergibt IRONSWORD. Man prsentierte die Songs der beiden Alben "Return of The Warrior" und "Ironsword" und war aufgrund der Triobesetzung natrlich etwas statisch. Gute Gig, was auch das wild mattenschttelnde Publikum honorierte. (Thor)
WARRANT hatten sich anscheinend vorgenommen, die Bhne im Sturm zu erobern. Und nach dem kurzen Auftritt des "Enforcers", (ein breiter Typ mit Henkersmtze und -beil, der prollig ber die Bhne wackelt), der mir noch ein wenig fragwrdig (Frage: Kitsch oder Kult?) vorkam, gelang den Thrashern ihr Vorhaben auch. Ein wahres Gewitter guten, alten 80er-Thrashs bricht ber das Publikum herein und kaum einer vermag es, sich dem zu entziehen. So bildet sich auch endlich mal eine richtige Moshpit und die ersten Stagediver des Abends fliegen in hohem Bogen in die bangende Masse. Der glatzkpfige Snger der Combo trllert nicht nur ganz passabel, sondern massakriert nebenbei auch noch die Saiten. Ein wirklich richtig geiler Auftritt, den WARRANT da abliefern - fr mich sind sie jetzt schon die heimlichen Headliner des Festivals!
Es folgen BLOODSTAINED. Optisch will das Gesangswunder am Mikro nicht so wirklich ins Bild passen. Legere Straenkleidung und Vokuhila-Frisur sind nicht unbedingt frderlich als Frontmann einer Metal-Combo. Aber was soll's? Schlussendlich interessieren mich uerlichkeiten peripher und was meine Ohren da vernehmen, entschdigt mehr als nur ordentlich, denn der Mann ist echt begabt. Ein Gescho von einer hohen, kraftvollen und treffsicheren Stimme. Und so absolvieren BLOODSTAINED einen ordentlich Gig, der die Combo in einem sehr guten Licht zeigt. Aggressiv und melodiebetont brettern sie durchs Set und wissen zu berzeugen und den Kopf zum Wippen zu bewegen. Leider kommen sie nicht ganz an das Potenzial der Thrashkappelle zuvor ran und haben etwas Schwierigkeiten, die Leute vor der Bhne zu halten, aber wirklich verstehen tu ich das nicht.
Dann wird's rockig, dreckig und glamours zugleich, denn TORCH stolzieren nach einer kurzen Umbaupause auf die Bretter. Eines muss man ihnen ja lassen: Mut haben die Herren! Gegelte Haare, Augen-Makeup und solcherlei Schnickschnack sind hier an der Tagesordnung. Ebenso wie das vor Selbstbewusstsein strotzende Gehabe, welches die Combo sicherlich polarisieren lsst. Man muss einfach hingucken, wenn der vor Arroganz triefende Frontmann Dan Dark die Meute anheizt (und im Griff hat!), in seiner an eine Mischung an Karnevalskostm und Rotlicht-Outfit erinnernden Kluft. Aber hey! Er kriegt auch Dich. Es ist schwer, sich dem Charisma zu entziehen und die rotzende, rockende Musik tut ihr briges - gut, die Mucke ist gekauft, ich nehme den Herren ihr Gehabe fr heute Abend mal ab und mach mit. Und es macht Spa! Dieser heitere, rock n' rollige Metal, der irgendwo zwischen AC/DC und ACCEPT anzusiedeln ist, wei vollends zu berzeugen. Und so knnen TORCH das Publikum noch einigermaen zusammen halten, auch wenn sich der Saal schon wirklich sehr weit gelichtet hat. Und sich noch weiter lichten soll. Lieferten die Fackeln einen sahnemigen Auftritt hin, war es fr den Headliner WITCHHAMMER um so schwerer, die letzten, brig gebliebenen, hartgesottenen Kmpfer der "Haarpropellerei" zu mobilisieren. Denn diese hatten sich leider inzwischen wirklich sehr rar gemacht - was die Hexenhammerianer aber nicht weiter zu stren schien. Zumindest lassen sie sich nichts anmerken und reien sich auch fr wenig Publikum den Arsch auf! Dafr, und fr Tatsache, dass sie ihren Auftritt mit Elan, Kraft und Spucke absolvieren, gebhrt ihnen wahrlich Respekt! Die Norweger brettern durch ein Programm, das von speedigen ber powerlastige bis hin zu thrashigen Granaten reicht, wobei das Material bei aller Abwechslung dennoch schn eingngig bleibt. Neben einer stets agilen (und manchmal auch unfreiwillig komisch wirkenden) Bhnenperformance ist auch der Gesang sehr einprgsam und geisterte auch Tage nach dem Festival noch in meinem Kopf herum. Im Ganzen ein durchaus gelungener Abschluss fr die verbliebene, kleine Schar an Fans. (Snke)
Das vierte Swordbrothers findet wieder in Andernach am 16.09.2006 statt!

Bilder: Roland Wohde (www.heavy-nation.de)
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