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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing KEEP IT TRUE 6
Ort Lauda-Knigshofen
Datum 08.04.2006
Autor Roland Wohde
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Einleitende Worte zum Keep It True Festival sind eigentlich genauso berflssig wie Regen auf einem Festival. Wer es kennt wei sowieso Bescheid und wer es immer noch nicht kennt ist selber Schuld. Kommen wir also zum Wesentlichen. Den Bands.

Aus terminlichen Grnden war es uns leider nicht mglich pnktlich vor Ort in Lauda-Knigshofen zu erscheinen. Aus diesem Grund platzten wir bei SILVER FIST mitten in deren Setlist. Da mir die Band vorher absolut unbekannt war, war ich gespannt was die Spanier zu bieten hatten. Und der Metal der Mannen war durchaus ansprechend, keinesfalls kitschig oder zu rund arrangiert sondern mit Ecken und Kanten. Einige Fans hatten auch sichtlich Spa und so kann der Auftritt von SILVER FIST problemlos als positiv vermerkt werden. (John)

Auch die Amerikaner AXEHAMMER waren mir vllig unbekannt und dass, obwohl ich bereits seit 26 Jahren Metal hre. Um ehrlich zu sein habe ich wohl auch nichts verpasst, denn die Truppe war extrem langweilig. Nicht nur, dass das Outfit der Mnner mehr als peinlich war, nein, auch ihre Musik tnte stets hhepunktlos aus den Speakern. Da knnt ihr wegen mir alle von Kult reden, aber der Begriff "Kult" ist doch heutzutage nur eine billige Entschuldigung fr eine schwache Vorstellung. (John)

Nun sollte mit GRIM REAPER endlich mal ein wahres Highlight folgen, denn Steve Grimmet kann ja nicht gerade als regelmiger Gast deutscher Bhnen bezeichnet werden. Umso mehr war ich gespannt, was der Reaper so alles mhen wrde. Und bereits der Opener "Rock You To Hell" war ein Volltreffer. Endlich waren mal gute Musiker am Werk und wurden Klassiker wie "Night Of The Vampire" oder "Rock Me Till I Die" sehr filigran gezockt. Der gute Steve ist zwar nicht mehr der Jngste und wirkte optisch etwas gewhnungsbedrftig, sang aber tadellos, auch wenn ihm die Hhen etwas Probleme bereiteten. Aber egal, sptestens beim finalen "See You In Hell" war die Kacke mchtig am dampfen. Beste Band bis zu diesem Zeitpunkt! (John)

Zwei gute Grnde gab es fr PARADOX auf dem KIT ordentlich zu feiern. Zum einen darf die Band sich ber ihr 20jhriges Bestehen freuen (was in Anbetracht der vielen Schlge, die die Band hinnehmen musste, eine doppelte Leistung ist) und zum anderen lutete dieser Gig das zweite Comeback der Band ein. Dementsprechend gingen die Jungs frisch nach vorne los und gaben an diesem Nachmittag Vollgas. Hierbei war nicht nur die Ansammlung an Brettern in guter alter Bay Area Tradition eine gelungene Abwechslung nach den vorangegangenen, etwas gediegeneren Bands. Auch vom Outfit und der Bhnenpower her ging es nun steil bergauf, wobei besonders Basser Andi mit seiner stndig kreisenden Matte mchtig Staub aufwirbelte. Charly Steinhauer sowie die gesamte Band kam extrem sympathisch daher und hatte sichtlich Spa and der Sache. Ansteckend gut gelaunt, spielsicher und klasse dargeboten zeigten PARADOX, dass sie es noch einmal wissen wollen und drften somit nicht wenige Zuschauer auf das nchste Album neugierig gemacht haben, das die Band im Sommer angehen will. Als Schmankerl zum Abschluss des starken Auftritts gab es dann noch den Priest Gassenhauer "Hellbent For Leather", bei dem Exciter Frontman Jaques Belanger das Mikro bernahm. Man kann nur hoffen, dass es das Schicksal diesmal gut mit Charly und seiner Truppe meint. Verdient haben sie es schon lngst! (Roland)

Setlist PARADOX:

Paradox
Death Screaming
Heresy
Search
Collusion Course
Kill That Beast
Crusaders Revenge
Pray To The Godz
Overshadowed
Hellbent For Leather

Passend zur einsetzenden Dmmerung auerhalb der Halle war es nun endlich soweit. SOLITUDE AETURNUS, die bereits fr das letzte KIT angekndigt waren, hatten es diesmal wirklich nach Deutschland geschafft und vertraten am heutigen Tag die Zunft der Doombands. Und das nach allen Regeln der Kunst. Der Sound war zwar, je nachdem wo man sich in der Halle befand, nicht die Wucht in Dosen, dafr hatte es aber die Setlist in sich. Neben einigen Perlen des dritten und in meinen Augen besten Albums wie z.B. "Haunting The Obscure", "Falling" und "The 9th Day: Awakening" wurden auch fast alle anderen Outputs der Band bercksichtigt. So gab es Altes wie "Destiny Falls To Ruin" genauso wie Material der letzten beiden Scheiben in Form von "Phantoms", "Days Of Prayer" und "Lament". Als Vorgeschmack auf das kommende Album gab die Band das geniale und ultra zh daherkommende "Scent Of Death" zum Besten. Dreh- und Angelpunkte auf der Bhne waren Robert Lowe, der die Musik lebte und mit Gesten sowie seiner Ausstrahlung den Doom zelebrierte, und Gitarrist John Perez, der mit Grimassen, Kommentaren und einem abgefuckten kurzen Solo eher fr die spaige Seite der Band zustndig war. Auch wenn Kollege Schmitz nicht ganz zu Unrecht bemngelte, dass die Doublebass sehr ungleichmig bedient wurde, war der Gig ein Fest fr jeden Doomfan und fr mich das Highlight des sechsten KIT. Punkt! (Roland)

Der Co-Headliner des Tages gab im Vorfeld massig Anlass zur Spekulation. Wer wrde wohl neben ROSS THE BOSS, dem ehrwrdigen Ex-Manowar-Gitarristen, auf der Bhne stehen, um wie angekndigt eine Special Show mit Songs der frhen Manowar-Scheiben zu spielen? MEN OF WAR, eine aus der Pfalz stammende Manowar-Coverband hatte die Ehre. Mir waren die Jungs bereits von diversen Auftritten her bekannt und somit gehrte ich nicht zu denjenigen, die etwas verdutzt guckten als ein pausbckiger junger Kerl sich anschickte, die schwierige Aufgabe zu bewltigen, die einzigartige Stimme von Eric Adams zu interpretieren. Nachdem sich die Zuschauer daran gewhnt hatten, dass die Stimme von Snger Patrick eben nicht nach dem Original klingen kann (das schafft keiner!), hrte man vielerorts Lob fr den Mut des Frontmannes, sich der Herausforderung zu stellen. Das Zusammenspiel der Deutschen mit der amerikanischen Gitarristen-Legende funktionierte erstaunlich gut und so war es kein Wunder, dass die Zuschauer in der Halle zu spter Stunde noch einmal richtig aus der Reserve gelockt wurden. Die Setlist war eine Offenbarung fr alle Fans, die statt Geschwafel, Selbstbeweihrucherung, Playback-Orchester und Highspeed-Gitarrensoli ohne Feeling endlich mal wieder geile Manowar-Songs genieen wollten. Titel wie "Bridge Of Death", "Thor (The Powerhead)" oder "Gloves Of Metal", die von den Originalen schon lange nicht mehr gespielt werden, gingen runter wie l. Amsant anzusehen war der griechische Manowar-Fanclub auf der Empore: die Arme zum typischen Manowar-Gru gereckt, wirken die Leute immer wie gleichgeschaltetes, identittsarmes Fuvolk. Sei`s drum, ROSS THE BOSS fllte die alten, glorreichen Songs mit seinen gefhlvollen Soli wunderbar aus. Daran kann sich der heutige Gitarrist von Manowar, Karl Logan, eine dicke Scheibe abschneiden. Mein persnliches Highlight der Setlist, "Hail And Kill", erlebte ich im Getmmel vor der Bhne, wo ordentlich gerockt wurde, obwohl sich die Reihen ziemlich gelichtet hatten. Ich hoffe das lag an der fortgeschrittenen Uhrzeit, denn an der Qualitt der Darbietung von ROSS THE BOSS und seinen Mitstreitern kann es definitiv nicht gelegen haben. Fr mich (neben der Band, die noch folgen sollte) der Hhepunkt des KIT VI. (Olaf)

Auf EXCITER hatten offenbar viele der Keep-It-True-Besucher gewartet, denn beim Gig der Kanadier war von der Empore aus betrachtet am meisten los in der Halle. Nach dem kurzen morgendlichen Set beim letzten BYH waren sicher viele gespannt darauf wie sich Exciter als einer der Hauptacts des KIT VI schlagen wrden. Im Nachhinein betrachtet bleibt ein durchwachsener Eindruck. Zunchst einmal war der Sound ziemlich mies, einige Songs konnte man anfnglich kaum erkennen. Auerdem kann ich bis heute nicht verstehen wie man "Pounding Metal", einen Stampfer vor dem Herrn, in eine Speed Metal Nummer verwandeln kann und somit die ganze Atmosphre des Songs zerstrt. Unglaublich! Trotzdem gaben die Kanadier auf der Bhne ein cooles Bild ab. Besonders Frontmann Jaques Belanger gab keinen Anlass zur Kritik (na gut, die Sonnenbrille am spten Abend war wohl etwas fehl am Platz!). Der Mann hat eine saufette Metal-Stimme und passt sehr gut ins Bandgefge. Der altgediente Gitarrist John Ricci hatte offensichtlich auch seinen Spa bei der Prsentation alter Hits wie beispielsweise "Long Live The Loud", "Heavy Metal Maniac" oder "Violence & Force", die vom Publikum standesgem enthusiastisch abgefeiert wurden. (Olaf)

Das KIT ist ja dafr bekannt viele Bands aus der Versenkung zu holen, die besser in eben dieser geblieben wren. Bei RIOT liegt der Fall ganz anders, denn obwohl es in der letzten Zeit etwas still um die New Yorker geworden ist, sind die Mannen um Mark Reale eine absolute Macht. Die Band steigt mit dem Instrumental "Narita" ein und bringt anschlieend einen Klassiker in Form von "Johnny's Back" vom "Thundersteel" Album. Und siehe da, Mike Tirelli, der neue Mann am Mikro, macht seine Sache sehr gut. Auch im weiteren Verlauf der Setlist zeigt sich der Tausendsassa sehr sicher und souvern. Einziges Manko ist sein schwules Outfit, das wirklich daneben ist. Das ndert jedoch nichts an der Klasse der Band, die sich quer durch alle Phasen ihrer Karriere spielen und ein Highlight nach dem anderen aus dem rmel schtteln. Vor allem der geniale Improvisationspart der Herren Reale und Flyntz ist nicht von dieser Welt. Die Gitarristen spielen sich gegenseitig die Blle zu und fiedeln was das Zeug hlt, aber stets mit Tonnen an Gefhl, nicht nur um des Spielens willen. Einfach fantastisch! Und zu Klassikern wie "Warrior", "Swords And Tequila", "Altar Of The King", "Flight Of The Warrior", "Road Racin'", "Angel Eyes", "Tokyo Rose", "Glory Calling", "Outlaw" und vor allem "Thundersteel" braucht man ja wohl nichts mehr zu sagen.
RIOT sind wahrscheinlich die beste Band, die jemals auf dem KIT gespielt haben. Nur schade, dass die Herren nichts von der "Privilege Of Power" Scheibe zum Besten gaben.
Setlist: "Narita", "Johnny's Back", "Twist Of Fate", "Outlaw", "Altar Of The King", "Flight Of The Warrior", "Tokyo Rose", "Rock City", "The Man", "Glory Calling", "Road Racin'", "Burn", "Angel Eyes", "Swords & Tequila", "Thundersteel" und "Warrior" (John)

Abschlieend kann man wie gewohnt auch dieses KIT als ein gelungenes Underground Metal Meeting verbuchen, auf dem man sich immer wieder gern mit Freunden trifft und zusammen die Kuh fliegen lsst. Glcklicherweise tritt man beim nchsten Mal dem drohenden Bandoverkill entgegen und hat fr das KIT im Herbst "nur" sieben Bands angeheuert. Und wenn die Veranstalter es dann vielleicht auch noch geregelt bekommen, eine zweite Futterkrippe zu besetzen damit die hungrige Meute nicht jedes Mal fr ein Steak eine ganze Band lang anstehen muss, wren auch zwei kleine Mankos behoben. Also bis zum November!

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