Endlich kam mal wieder eine Metallegende in unsere Region! Savatage Sänger Jon Oliva
kam mit seinem Soloprojekt um einen Abend mit Savatage Songs im Juz zu zocken. Das kann
man sich ja nicht entgehen lasse! Das gute Wetter und die Ignoranz mancher so wahrer Metaller
ließen es aber nur circa 250 Zuschauer werden, die für ihr Geld eine tolle Show bekamen.
Als Opener fungierten Crucified Barbara, eine schwedischen Damen-Metalband, deren Debüt
"In Distortion We Trust" für mich eine feine Sache darstellt. Die Hälfte der Band war blond,
die Sängerin hatte Rotz in der Stimme und die Songs des Debüts mit coolen Titeln wie "I Need
A Cowboy From Hell" oder "Bad Hangover" sprechen für sich, so dass die zierlichen Schwedinnen
gut ankamen, wenn auch das Stageacting außer Matte schwingen und Instrument spielen etwas
statisch war.
Nun gut, das wird schon mit der Zeit! Der grandiose Abschluss kam mit der
coolen Motörhead Covernummer "Killed By Death", die ja auch auf der Single "Losing The Game"
ist. Da wäre sogar uns Lemmy stolz, Daumen hoch!
Die italienischen Folk Metaller von Elvenking kamen mit einem Geiger und Keyboarder und
waren echt engagiert. Das half aber nicht darüber hinweg, dass ich die Band genauso wie
auf der aktuellen CD "The Winter Wake" für wenig spannend halte. Deshalb habe ich mir
das Ganze nach zwei Songs geschenkt. Sorry!
Ohne große Showelemente einfach nur mit seiner Band inklusive einem Keyboarder und einem
Extrakeyboard mit Stuhl für sich selbst kam Jon Oliva auf die Bühne und sofort waren der
Laden gefüllt und es war Stimmung! Der äußerst sympathische Oliva ist zwar mittlerweile
Breit wie Godzilla hat aber an Charisma und Stimme nichts eingebüßt, was man beim knalligen
Opener "Jesus Saves" direkt merkt.
So klang die mit Jahrhundertsongs wie "Tonight He Grins Again",
"Gutter Ballet", "Believe" oder Hall Of The Mountain King" gespickte Setlist sehr geil und
die Musiker sind echt fähig, aber es ist halt kein Chris Caffrey oder Johnny Lee Middleton
dabei! Manchmal ballerten mir die Kerle die Songs sogar etwas zu heftig ins Publikum. Das
Solowerk "Tage Mahal" wurde nur mit den Song "People Say - Gimme Some Hell" gewürdigt was
anhand der Klassiker wohl niemand gestört hat.
Mit dem Medley aus "Sirens", "The Dungeons
Are Calling" und "City Beneath The Surface" wurde die Bombenstimmung im Publikum dann noch
mal auf den Siedepunkt gebracht und die abschließende Zugabe "Hall Of The Mountain King"
zeigt das es klug war wie Jon mir im Interview sagte mit dem Wodkasaufen aufzuhören! Dieser
Song hatte natürlich wie die anderen Tracks auch wieder Gänsehautniveau! Das Jon Oliva
aufgrund seiner Leibesfülle sich wenig bewegte und fast nur saß ist zwar etwas schade,
aber die bewegungsfreudige Band machte das etwas wett.