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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing HEADBANGER'S NIGHT III
Ort Nanzdietschweiler, Kurpfalzhalle
Datum 01.04.2006
Autor Thorsten Dietrich
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Es ist kein Aprilscherz! Zum dritten Mal lud der Metalclub "Metalheads Remigiusland" zu seinem Festival ein, dass diesmal sehr traditionell ausgefallen war und glcklicherweise nur vier Bands auf der Speisekarte hatte. Fr einen sehr gnstigen Eintrittspreis von 11 EURO im Vorverkauf und mit Bierpreisen von 1,50 EURO war die Veranstaltung sehr fanfreundlich, was sich in den Essenspreisen sowie den Merchandisepreisen der Band niederschlug. Das bescherte dem Club auch respektable 330 Besucher, die absolut friedlich waren und den reibungslosen Ablauf genieen konnten. Pnktlich um 20.00 Uhr erffneten die Koblenzer Metaller von RA'S DAWN den Reigen mit Heavy Metal inklusive leichtem Progeinschlag. Das Sextett, wo auch Kollegen von uns spielen hat schon zwei Eigenproduktionen verffentlich, wofr es allerorts gute Kritiken bekam und mit dem nchsten von Tommy Newton produziertem Silberling "Scales Of Judgement", welcher im Sommer erscheint wird man auf Labelsuche gehen. Snger Olaf Reimann und seine Mannen nutzten die gerumige Bhne gut. Der kommunikative Frontmann war viel in Bewegung und teilte sich mit den Gitarristen John Schmitz und Marek Schoppa den vorderen Teil der Bhne, whrend Bass, Schlagzeug und Keyboard den hinteren Teil in Beschlag nahmen. Neben lteren Songs wie "Terrified" oder "Speak To The Dead" kamen auch neue Stcke wie die unverffentlichten "Anubis", "Of Hunter And Prey", "Forever" oder das irisch angehauchte "Flame Of War" zum Zuge. Man testet quasi die Livetauglichkeit. Dabei bieten RA'S DAWN einen energiegeladenen Set und knnen auch mit den beiden Coverversionen punkten. Im Mittelteil gab es das Megadeth Medley "Holy Hangar", whrend als Zugabe eine fette Version des Deep Purple Klassikers "Perfect Strangers" ins vielleicht 180 Mann starke Publikum gefeuert wurde. Das ist halt das Pech des Openers, doch die Koblenzer gaben bei ihrem zweiten Gig in der Gegend eine gute Visitenkarte ab.
Nach kurzer Umbaupause gingen DARK HORIZON aus Italien auf die Bhne. Eine Band, die zum fnften Mal in der Gegend spielte und mit ihrem symphonisch angehauchten Melodic Metal sehr enthusiastische Fans in den ersten Reihen zu Begeisterungsstrmen hinriss. Die Combo hat sich seit dem ich sie in Kaiserslautern 2005 das letzte Mal sah auf jeden Fall musikalisch gesteigert und lieferte eine gute Performance. Allen voran der sympathische Snger Roberto Quassolo der voller Inbrunst mit glockenklarer Stimme sang und die Songs kompetent rberbrachte. Optisch unterschied man sich mit den teils weien, fr jede Kommerzdisco brauchbaren Oberteilen von dem sehr metallischen Rest der Bands und konnte so Exotenbonuspunkte sammeln. Das gilt auch fr den kleinen Bassisten Davide Marino, der mit seinem riesigen Bass mittlerweile schn poste und wohl versuchte den einzigen Fremdkrper der Band Gitarrist Daniele Mandelli wieder wett zu machen. Jener stand meiner Meinung nach wie Falschgeld auf der Bhne und hatte soviel Kraft wie mein platter Reifen bei der letzten Autopanne. Aber egal. Auch whrend das Keyboardgedudel in der Mitte des Sets auf meine Ohren schdlich wirkte, haben Ohrwrmer a la "Victim Of Changes" nicht ihr Ziel verfehlt und ich drcke dem uerst sympathischen und freundlichen Haufen die Daumen fr das im Herbst 2006 erscheinende dritte Album!
Die Pechvgel des Tages waren die Schwaben CHINCHILLA, die stundelang auf der Autobahn mit einer Buspanne standen und erst spt in der Halle ankamen. Dadurch lie sich das Quartett nicht schocken und spielte einen professionellen Gig, bei dem mir besonders die Stimme des agil-sympathisch wirkenden Frontmannes Thomas Laasch auffiel. Nur wer hat dem Mann, den ich gerne fter hren wrde diese ble Kurzhaarfrisur samt leichten Nackenspoiler verpasst? Selbst der Ausfall von Udo Gerstenmeyers Gitarre, whrend eines Songs, wo der Mann die Gitarre stimmen musste bringt die Profis nicht aus der Ruhe. Auch nicht das leichte Krzen des Sets wegen der verlorenen Zeit, was Thomas mit den Sprchen wie "Wir haben doch gar keine Zeit" und kurzen Ansagen klar machte. Mich begeisterten am meisten Songs wie "Demons We Call", "Father Forgive Me" vom superben Drittwerk "The Last Millenium" und das mit einem sehr melodischen Refrain ausgestattete "Queen Of The Rain" vom Zweitwerk "Madness". Unverstndlich ist nur, dass einer der strksten Stcke der Band das brachiale "They Are Liars" nicht gespielt wurde! Was dem in den letzten Jahren immer wieder in Bezug auf die Besetzung durchgeschttelten Quartette jedoch fehlte, wre ein zweiter Gitarrist fr mehr Druck auf der Bhne oder ein Keyboarder, da Bandeinspielungen wie hier keine schne Sache sind. CHINCHILLA haben jedoch in Nanzdietschweiler gut abgerumt!
Nun ist es Zeit fr die Rebellen aus Frankfurt, die mit eigener Backline und Schlagzeug angereist waren, weshalb es eine lngere aber nicht lange Umbaupause gab, da es doch schon 12 Uhr nachts war! Als REBELLION mit einer vernderten Setlist im Vergleich zur 2005er Tour mit "Dragons Fly" einstiegen ist der Sound nicht gerade prall. Kacke, wenn die Backline fast mehr Bumms als die PA hat! So konnten Metaller, die unverstndlicherweise REBELLION nicht kennen, anfangs wenig mit den Songs anfangen, wie ich erfahren musste und auch ich hatte in den hinteren Reihen Probleme aus dem Brei was rauszuhren. Vier Songs des aktuelles "Sagas Of Iceland" wurden nun am Stck in die begeisterte Menge gefeuert. Dabei war die Band wie immer sehr engagiert allen voran der Fels in der Brandung Frontmann Michael Seifert, der wie immer anfangs in Ledermantel eine imposante Figur abgab und seine Prsenz und stimmlichen Fhigkeiten mit den Jahren sehr gesteigert hat. Bassist und Grimassenkasper Tomi Gttlich fetzte wie eh und je ber die Bhne und hatte mehr Spa in den Backen als manch andere Musiker, der so lange im Haifischbecken des Business schwimmt. Die nicht mehr so neue Gitarristin Simone Wenzel hat sich mittlerweile gut in das Bandgefge integriert und harmonierte gut mit dem Rest der Band. REBELLION wirken aus einem Guss und wer auf Drumtier Gerd Lckings verbissene Miene beim Verdreschen der Felle schaue, wurde dann doch an die von der Band besungenen Wikinger erinnert. In der Setlist fand man dann auch jeden Menge Songs des "Sagas Of Iceland" Albums, whrend meiner Meinung nach die "Macbeth" Scheibe mit mindestens einem Songs zu wenig gewrdigt wurde. Das ist aber sicher alles Geschmacksache und vielleicht auch Erbsenzhlerei. Nicht aber die Tatsache, dass REBELLION als beste deutsche Power Metal Truppe angesagt wurde. Dieser Titel gebhrt den Jungs wirklich und so ist nachdem der Sound etwas besser klang die Partylaune der Kurpfalzhalle ungebrochen. Nach einem starken Set konnten REBELLION beruhigt von der Bhne gehen und den Weg freimachen fr die Aftershow Disco. Die HBN III war eine klasse Ding, jenseits teuerer Groveranstaltung und mehr Metal als manche Kotzbrocken im Business es jedes Jahr behaupten zu sein! Ich komme wieder!
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