Navigation
                
13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing RIOT, CRITICAL STATE
Ort Weiher
Datum 12.04.2006
Autor Olaf Reimann
>> Als E-Mail versenden
Man kann ja ausnahmsweise mal "Glck" haben: nach dem fr myrevelations- Mitarbeiter blichen Stau auf der Fahrt zum Veranstaltungsort, kamen wir dennoch pnktlich zum Konzertbeginn an. Ins beschauliche sdhessische Weiher hatte es uns verschlagen, um innerhalb weniger Tage zum zweiten Mal die amerikanische Ausnahmeformation RIOT bei ihrer Arbeit zu beobachten. Bereits beim Keep-it-true-Festival am Wochenende zuvor konnten die New Yorker als Headliner vor einem relativ groen Publikum berzeugen. In Weiher war das Interesse an RIOT offenbar nicht besonders gro, denn gerade mal ungefhr 70 Nasen hatten sich in der gemtlichen "Musichall" (nette Location, brauchbare Bhne, faire Preise) eingefunden. So hatte man allerdings die einmalige Gelegenheit, den technisch unglaublich starken Herren aus nchster Nhe auf die Finger zu gucken.
Doch bevor es so weit sein sollte, durften zunchst CRITICAL STATE aus dem benachbarten Heppenheim zeigen, was sie drauf haben. Mit ihrem Metal der alten Schule in klassischer Besetzung (d, g, b, v) konnten sie die reservierte Hrerschaft allerdings nicht vollstndig begeistern. Auch mit den ins kurze Programm eingestreuten Coversongs war leider kein Blumentopf zu gewinnen. Wobei man aber auch festhalten muss, dass die Auswahl der Songs nicht die glcklichste war. Whrend "Rebellion" (Grave Digger) noch einigermaen rber kam, gestaltete sich "All We Are" (Doro) etwas zu hoch fr die (leicht angekratzte) Stimme von Snger Mathias Schattenfroh. Auch "Breaking The Law" vermochte die Metalheads nicht von ihren Bierhockern zu reien. So blieb von den einzelnen Musikern zwar ein durchaus positiver Eindruck aber vom Gig ein eher bescheidener.
Dass RIOT auf ihrer kleinen, bescheidenen Europa-Tour kein umfangreiches Equipment mitnehmen wrden, erscheint logisch. So mussten sie auch in Weiher mit den rtlichen Gegebenheiten klar kommen. Das Schlagzeug beispielsweise, das von der Vorgruppe gestellt wurde, hatte Glck dass Drummer Frank Gilchriest es mit seinem kraftvollen Spiel nicht in seine Einzelteile zerlegte. Der bandeigene Roadie hatte whrend des Gigs wirklich alle Hnde voll zu tun. Sei es, sich um den offenbar bescheidenen Monitorsound zu kmmern, oder den kurzerhand vom Drummer von der Bhne gestoenen Hi Hat-Stnder wieder zu montieren.
Eine Szene, die dem Kult-Film "Spinal Tap" htte entsprungen sein knnen: Gitarrist Mark Reale wirft aus Unachtsamkeit ein Mikrofon zu Boden (wohlgemerkt whrend einer Spielpause!) und steht vllig ratlos ber dem auf der Bhne liegenden Teil. Statt sich einfach zu bcken und es aufzuheben, ruft er schlielich nach dem Roadie, der aber mit anderen Sachen beschftigt ist. Erst nach einigen Momenten, in denen man es in Reales nach unten blickendem Kopf frmlich rattern hren kann, entschliet er sich das Mikro selbst aufzuheben. Kstlich!
Die zahlreichen Pannen und Unebenheiten nehmen die New Yorker aber mit Humor und beweisen damit Professionalitt. Auch die Setlist, die mit Klassikern voll gepackt ist (erstaunlich viele Songs aus der frhen Bandgeschichte), zeigt wie eine professionelle Rockshow auszusehen hat. Ein Highlight jagt das nchste, die beiden Gitarristen Mark Reale und Mark Flyntz zeigen wo spieltechnisch der Hammer hngt und Snger Mike Tirelli berzeugt stimmlich trotz leicht "schwlem" Auftreten.
Obwohl der Groteil der Zuschauer stur auf seinen Hockern verweilt, haben einige wenige angesichts solch Krachern wie "Flight Or The Warrior", "Tokyo Rose", "Rock City", "Narita" oder "Warrior" mchtig Spa. Die Band fhlt sich trotz der widrigen Umstnde im Laufe des Sets immer wohler und lsst sich nach dem obligatorischen "Thundersteel" (geil!) von ca. 10 Stimmen zu weiteren Zugaben bewegen. "Swords And Tequila" und "Angel Eyes" bilden den Abschluss eines Gigs, dessen Hhepunkt sicher wieder die sehenswerte und vor allem hrenswerte Solo-Session der beiden Ausnahmegitarristen darstellte.
Apropos Hhepunkt: Snger Mike Tirelli verkndete, dass RIOT an einem neuen Album arbeiten! Man darf sich also auf einen weiteren Hhepunkt im Verffentlichungsjahr 2006 freuen.
<< vorheriges Review
SADUS, DARKANE, GORY BLISTER, FRAGMENTS OF UNBECOMING, WORLD DOWNFALL, WORLD ESCAPE - Essen, Turock
nchstes Review >>
PATH OF RESISTANCE, BORN FROM PAIN, DEADSOIL, THE SETUP, NASTY - Essen, Turock


Zufällige Reviews