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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing EDGUY, DRAGONFORCE, SABATON
Ort Kln, Live Music Hall
Datum 22.02.2006
Autor Thorsten Dietrich
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Kln in der Karnevalszeit ist fr mich zwar keine Reise wert, aber bei EDGUY und zwei hochkartigen Vorbands machte ich natrlich eine Ausnahme und ging begeistert in die fast ausverkaufte Live Music Hall.

Sabaton Sabaton

Zuerst machten die Quasi-Newcomer von SABATON ihre Aufwartung. Die Jungs, welche ich 2005 auf dem "Swordbrothers Festival" sah, sind spielfreudig und verfgen ber einem sympathischen Snger, dessen einziges Manko die tuntige Fransenlederjacke ist. So sind die Songs des Drittwerks "Primo Victoria" und ein Song des bald erscheinenden neuen Albums eine gute Einstimmung auf den Abend. Aktivpol neben Snger Joakim Broden war der kleine Bassist Pr Sundstrm, dem im Gegensatz zu einem der Gitarristen das Dauergrinsen aus dem Gesicht nicht mehr wegzubekommen war. Sicher sind manche Songs recht schunkelig und auch die Abwechslung ist nicht gerade ein Markenzeichen, doch SABATON machten Laune und konnten auch das Publikum mitreien. Ich denke in Zukunft wird da noch einiges mehr gehen!

Dragonforce Dragonforce

Nun war DRAGONFORCE an der Reihe, deren drittes Album "Inhuman Rampage" den Begriff Geschwindigkeit neu definiert. Die Multikulti-Truppe aus England ist auch auf der Bhne ein Wirbelwind und zu allerlei Faxen bereit. Saufziege Sam Thotman (Gitarre) schlrfte gerne am Mikrostnder festgerzurrtes Bier aus Strohhalmen und sprang fast synchron mit Gitarrenkollege Herman Li oft in die Luft, poste und lie die Sau raus. Neu-Bassist und ex HEAVENLY-Gitarist Frederik le Clerk reihte sich in den wilden Haufen gut ein, sang auch Backings und wirkte gut motiviert. Dragonforce Sogar Keyboarder Vladin kam mit einem tragbaren Keyboard zum Posen an den Bhnenrand und wirkte genauso wild und hungrig wie der Rest. Lediglich Fabio-Leone-Doppelgnger ZP Theart (was fr ein Name!) am Mikro wirkte auf mich etwas gestelzt und "hupfdohlenhaft". Schade, dass der Sound und die Lightshow etwas drftig waren, so dass die "Extreme Power Metal"-Songs (O-Ton CD-Sticker) nicht ganz so prall wie auf CD rberkamen. Bei der Liederauswahl kamen bis auf "Valley Of The Damned", das Titelstck vom Debt, nur Tracks vom neuen Album zum Zug, wobei ich mir noch einen Song von "Sonic Firestorm" gewnscht htte! Man kann nicht alles haben. Starker Auftritt, bald wre die Zeit reif fr eine Headlinershow in unseren Gefilden! Doch ein oder zwei Stcke, die etwas langsamer sind, damit dem geneigten Hrer nicht die Rbe abfllt, wren nicht schlecht.

Edguy Edguy

Jetzt war erst mal Zeit fr eine lngere Umbaupause, nach welcher der Rodgau-Montones-Kracher "Erbarme zu spt die Hesse komme" als Intro lief. Es ist EDGUY-Zeit!
Man merkte, wer der Headliner ist. Die Bhne hatte eine dicke Treppe, tolles Licht und auf die Bretter strmten gut eingespielte Musiker, die noch hungrig waren. Als Tobias Sammet in den neuen Kracher "Catch Of The Century" einstieg fllt mir fast die Kippe aus dem Gesicht! Hatte der kleine Frontmann doch eine Bon-Jovi-artige Haarlnge nebst seltsamer Hose mit einem Stern drauf an. Ob das an Haarausfall plus schlechtem Geschmack liegt? Beim zweiten Punkt auf jeden Fall! Dafr rockte der Tobi ziemlich fett, war gut bei Stimme und zeigte auch wieder seinen schrgen Humor an allen Ecken und Kanten. So wurde ber den Klner Karneval genauso hergezogen, wie ber den schlappen 1. FC Kln oder man kndigte neue Hits an, wobei dann z.B. mal "The Trooper" angespielt wurde. Edguy Dabei vergessen EDGUY auch nicht ordentlich zu rocken, synchron die Matten zu schwingen oder leichtes ACCEPT-Posing zu betreiben, whrend Mr. Sammet stimmlich und bewegungstechnisch ber alle Maen variabel ist. Neue Kracher wie die poppigen "Superheroes" und "Trinidad" brachte er genauso gut rber, wie ltere Semester a la "Vain Gory Opera". Sicher sind ber 90 Minuten eine feine Sache, aber EDGUY haben einfach zu viele Alben und zu viele gute Songs, um alles zu spielen. Dennoch hatte man eine recht gut zusammengestellte Setlist prsentiert, wo auch Sammets "Avantasia" gecovert wurde. Das Drumsolo von Felix Bohnke im Mittelteil brachte mich erst mal zum Ghnen und auf den Gedanken Wasser zu lassen, jedoch bin ich dann froh nicht dort hin gegangen zu sein. Irgendwann, man dachte alles ist vorbei, geht das Licht aus, Atemgerusche waren zu hren, Nebel kam auf und der berhmte Dialog: "Lord Vader! -- Yes Master? -- Rise!" aus "Star Wars" ertnte. Bohnke tauchte mit einer Darth-Vader-Maske hinter dem Drumkit auf und trommelt zum ertnenden "Imperial March". GEIL!!
EDGUY zeigten dem mal wieder leicht trgen Klner Publikum, dass sie einer der besten deutschen Livebands sind!

Fotos: Thorsten Dietrich

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