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25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BOLT THROWER, MALEVOLENT CREATION, NIGHTRAGE, NECROPHAGIST
Ort Andernach, Juz Live Club
Datum 21.01.2005
Autor Thorsten Dietrich & Daniel Ableev
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Was fr ein Fest! BOLT THROWER kamen mit ihrem Originalsnger Karl Willets zurck. Die letzte Platte und Tour liegt mindestens 4 Jahre zurck und die selbstorganisierte Tour mit drei Vorbands fr lumpige 13 € AK ist berall ausverkauft! "Death Metal Victory" auch in unserem Juz in Andernach, wo BOLT THROWER ja seit Jahren Stammgste sind. Bei T-Shirt Preisen zw. 8(!) € und 13 € (die neuen) und Longsleevepreisen von 15 € kaufte mancher Fan gleich mehrere Teile. Schlaue Band, ohne teure T-Shirt Firma und berzogene Preise kann man den Metalheads was bieten und auch krftig Umsatz machen. Sauber! Lustig war auch, dass einige Snger Karl am Shirtstand nicht erkannt haben, (na ja bei den Shirts und Preisen) und als wir Blickkontakt hatten, er im schaurigen englischen Dialekt meinte: "Wow, man hat mich erkannt, du bist heute der erste!" (oder so). Verdammt sympathischer Typ, an den die guten Frontmnner Van Drunen und Ingram nicht herankamen! Punkt.
(Thor)

Sptestens um 20.00 Uhr war im Andernacher JUZ Live Club die reinste Prog-Hlle ausgebrochen. Ursache dafr war der (berpnktliche) Auftritt von NECROPHAGIST, ihres Zeichens amtierende Knige des filigran-virtuosen Hi-Tech Death Metals und Erffnungsband im hochkartig besetzten Vorprogramm von BOLT THROWER. Unter der Fhrung von Chef-Technokrat Suicmez sagten die Kopf-zu-Knoten-Enthusiasten in nicht mehr als 30 Minuten alles, was im handwerklich gerne wahnwitzigen Genre des Tech-Deaths gesagt werden konnte/sollte: Der Auftritt war wortkarg, przise, schnell und derb. Verschnaufpausen sind nicht eingeplant gewesen, ein Blastbeat folgt (ber labyrinthisch konstruierte Breaks) dem nchsten, die beiden Gitarristen teilten sich ihre superben Soli brderlich auf. Gefangene zu machen schien offensichtlich nicht eingeplant zu sein. Nur gut, denn fr einige (etwa mich) ist diese anfangs erwhnte "Prog-Hlle" nichts anderes als der Himmel auf Erden. Allerdings gilt es hier eine allgemeine Kritik auszusprechen: Die Lautstrke war (wie so oft bei Metal-Konzerten) viel zu hoch und der Sound (damit einhergehend) dermaen undifferenziert, dass man Uneingeweihte und Genre-Feinde fast schon verstehen kann, wenn sie unsere schwere Konfession mit "Krach ohne Sinn und Verstand" u. . gleichzusetzen versuchen. Nur mit Kenntnis der (aktuellen) Bandalben und mit Ohrstpsel konnte man zum einen diverse Unterschiede in der Drumspur mitverfolgen und so vielleicht Erfolg beim Auseinanderhalten von Song 1 und Song 2 haben, und zum anderen auch nach berstandenem Konzert ein gesellschaftsfhiges Wesen bleiben, was im Falle von autismusfrderndem Tinnitus nicht gegeben sein muss.
(Daniel)

Die schwedischen Melodic Deather von NIGHTRAGE brachten nun etwas Abwechslung ins derbe Programm. Die Band um Bandgrnder und Exil Griechen Marios Iliopoulos, welche mit zwei guten Alben und dem ehemaligen At The Gates Frontmann Tompa Lindberg in ihren Reihen fr Furore sorgte, hat nun mit dem glatzkpfigen Jimmie Strimell einen neuen unbekannten Snger. Dieser macht seine Sache aber gut und ist sehr agil. Aufgrund der Optik wrde der gute Mann auch bei jeder Metalcorecombo unterkommen! Die Langholzfraktion zeigte Matte, schttelte diese, ist wirklich Metal und in Bewegung. Allen voran Gitarrenheld Gus G (Firewind). Ja jener Grieche, dessen Ex Bands immer mehr werden, ist er doch schon bei Dream Evil und Mystic Prophecy ausgestiegen. Man kann halt nicht auf so vielen Hochzeiten Sirtaki tanzen und noch auf einigen Alben Gastbeitrge abliefern. Trotzdem waren NIGHTRAGE fett und rockten ohne Ende! Wer die beiden Alben "Sweet Vengeance" und "Descent Into Chaos" nicht hat, aus denen ein guter Mix geboten wurde, sollte sich die Dinger schnell besorgen!
(Thor)

Mittlerweile ist die Konzerthalle verraucht und schwl, verschwitzte Langhaariger versuchen sich durch Massen von Artgenossen den Weg zu Bier Nr. 14 zu bahnen. Alles recht chaotisch. Doch als die Bsartigen von MALEVOLENT CREATION das Schlachtfeld betreten, verlagert sich das Chaos ganz auf die Bhne, whrend das Publikum sich gespannt auf das gleich einsetzende Trommelfell-Massaker konzentriert. Brutalo-Death Metal aus Florida drhnt tierisch aus den Boxen, zuerst werden Songs aus den aktuelleren Alben "Warcult" und "The Will To Kill" gespielt, danach noch der Old-School-Hammer rausgeholt. Die fiese Kreatur, der mal wieder zurckgekehrte Ur Snger Brett Hoffman sorgt zusammen mit den unbekannten Kreaturen an Gitarre und Bass, sowie dem Originalmitglied Phil Fasciana (blonder Gitarrero) und mit Hilfe solch inhumaner Liedtitel wie "Supremacy Through Annihilation" fr ein weiteres monstrses Samstag-Abend-Erlebnis, wo mancher Fan die angekndigten Originalbassisten Jason Blachowitz vermisste. Angeblich war der Pudelgitarrist, Originalmitglied Jon Rubin, der Rob Barrett ersetzte, welcher zu Cannibal Corpse ging. Geht ja zu wie auf nem Jahrmarktkarussell. Dieser Jason hat ohnehin einen eher zweifelhaften Ruf in der Szene (KKK Shirts usw.) und wurde vor Jahren gekickt. Wer jetzt an den Drums sa, konnte ich leider nicht rausfinden. Vielleicht war es wirklich Drummer Dave Culross? Schade, dass MALEVOLENT CREATION fast keine alten Songs spielten , auer den Bandsong "Malevolent Creation" , "Blood Brothers" und "Coronation Of Our Domain" wenn ich mich nicht irre! Aber ich habe die Band schon mal besser gesehen, auer bei Fasciana und Hoffman sah ich nur Langeweile auf der Bhne und der Sound war auch nicht der Brller. Na ja auf die Fresse Death Metal, der mit der Zeit etwas eintnig wurde!
(Daniel & Thor)

Worauf musste ich ber vier Jahre warten! Auf Krieg!!!!!!!!!! Aber den akustischen, friedlichen Krieg, dort wo die Matten flogen und die Diver ber die Menge schwebten. Dort wo die Killerriffs geboren werden. Im Schoe von BOLT THROWER. Eine Band ohne Image, eine Band ohne Show, fast wie Slayer reien sie immer wieder ihr Programm runter, stoisch, magisch und unglaublich professionell. Eine Band, die ihren Vorbands den selben Platz auf der Bhne und das selbe Kit bietet kann auch nicht schlecht sein! BOLT THROWER genieen seit Jahren eine tollen Ruf unter anderen Bands und diese Geste sagt mal wieder alles.
Snger Karl Willets hatte immerzu ein leichtes Lcheln auf den Lippen, und das nicht umsonst, denn er wei um die Gnadenlosigkeit der Gitarren- und Rhythmusfraktion seiner Band, die die sthetik eines in regelmigen Abstnden ausgelsten Bolzenschussgerts zu zelebrieren wei. Auerdem ist er endlich nach Jahren der Bhnenabstinenz wieder da wo er hingehrt: Auf dem Death Metal Thron! Im Gegensatz zu Six Feet Under ballert man auch eine anstndige Spielzeit den Fans vor den Latz und sucht aus der langen Discografie nur Hits heraus. Nebel, guter Sound und Songs, eine permanent die Matten schttelnde Band, sowie ein Frontmann, der die Menge im Griff, fertig ist ein geiler Gig! Ich sag nur "Cenotaph" , "World Eater" und "The Ivth Crusade" Noch Fragen??? Der Karl durfte sich auch freuen, ein ausverkaufter Gig, frohe Gesichter, viele Shirts verkauft und ne geile Platte in der Hinterhand! Nur warum die Securities total verschwitzte Crowdsurfer rauswarfen habe ich net kapiert... (ICH auch nicht! Die Security hat fr meine Begriffe viel zu hart durchgegriffen, was die Anzahl der nach drauen befrterten Leute angeht. Das es im Pit etwas ruppiger zugeht als bei der rtlichen Kirmeskapelle, war den Typen scheinbar nicht klar. Und ich hab keinen gesehen, der Randale gemacht hat! - Anm. v. Andreas Kaffka)
BOLT THROWER spielen bald auf dem Rock Hard Festival da muss ich hin, jetzt gehe ich erst mal zum Physiotherapeuten. Guten Abend!
(Thor)

Setlist:

At First Light
Entrenched
Mercenary
World Eater
Cenotaph
The Killchain
Powder Burns
Where Next To Conquer
Those Once Loyal
No Guts, No Glory
IV Crusade
When Cannons Fade
Contact - Wait out!
For Victory

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