Am 18.11 war es endlich soweit. Ich sollte neben GUN BARREL, die im
Jugendpark Köln ihre Releaseparty zum neuen Album feierten, endlich
auch die Möglichkeit haben, die SHITHEADZ live erleben zu können. Denn
die Truppe um Szeneorginal Rolf Tanzius hatte für diesen Abend neben
ihrem Support STIFF CHAINEY auch die Scheißköpfe aus Mönchengladbach
eingeladen, die ich seit ihrem letztjährigen Debüt bis dato vergeblich
versuchte, livehaftig zu sehen. Nach einer kleinen unfreiwilligen
Rundfahrt durch Köln (der Jugendpark ist wirklich nicht besonders gut
ausgeschildert!) kam ich dennoch früh genug an, um in den
urgemütlichen Räumlichkeiten erstmal ein paar Kölsch zu schlürfen. Die
Musiker beider Bands tummelten sich unter den Gästen und aus den
Lautsprechern tönten zur Einstimmung passender Weise Songs von SKEW
SISKIN, TWISTED SISTER und ROSE TATTOO. Sprich, die Atmosphäre war von
Anfang an sehr familiär.
Und schon bald stiegen die SHITHEADZ ohne viel Firlefanz und große
Ankündigung mit ihrem CD-Opener "Powertool" mächtig in ihr Set ein.
Der Sound war in Ordnung, verlor im Laufe des Gigs aber merkwürdiger
Weise an Qualität. Das störte mich allerdings nicht sonderlich, denn
ich musste vielmehr darauf achten, beim Bangen nicht mit den Haaren in
den Saiten von Andreas Peters Klampfe hängen zu bleiben. Mein Glück,
dass ich mich während des gesamten Gigs nach Herzenslust austoben
konnte. Im Allgemeinen und besonders für die Band aber natürlich
schade, dass das Kölner Publikum doch sehr zurückhaltend war und einen
recht großen "Sicherheitsabstand" zur Bühne hielt. So ging Sänger und
Spaßvogel Christoph Birx, der mit seinen lockeren, aber manchmal etwas
flachen Ansagen durchs Programm führte, irgendwann dazu über,
SLAYER-Rufe zu fordern, was ja bekanntermaßen immer irgendwie klappt.
Schade, zumal es nun wirklich nicht an der Band oder der Musik liegen
konnte. Denn neben vielen weiteren Perlen ihres Debüts wie "Dirty
Pounding Gasoline", "Return Of The Demons" oder "The Black Days"
spielten die SHITHEADZ auch neue Songs, die sich nahtlos in das
bekannte Material einfügten und mit dem hart groovenden "Destroyer"
die Vorfreude auf ihr zweites Werk ordentlich ankurbelten. Aktivposten
auf der Bühne waren eindeutig Sänger Christoph und Leadgitarrist
Andreas, die ständig in Bewegung waren, posten und klasse aus sich
herausgingen. Die Rhythmussektion auf der rechten Seite der Bühne
dagegen war recht zurückhaltend und so wirkte das Geschehen auf den
Brettern leider etwas unausgeglichen. Von solchen Kleinigkeiten
abgesehen legten die Jungs aber einen geilen Auftritt hin und ich freu
mich schon riesig aufs nächste Mal. Und vielleicht schafft es dann ja
sogar noch das göttliche "Burning" auf die Setlist.
Setlist SHITHEADZ:
Powertool
Legions Of Rock
Dirty Pounding Gasoline
Supersonic
The Seven
Destroyer
The Black Days
Return Of The Demons
A New War
Deathrider
Motorjesus
Ein Supportact der besonderen Art war STIFF CHAINEY, der zwischen den
beiden Bands die Bühne betrat. Mit fetten Boots im Flammenlook, einer
Schlangenlederjacke und das Gesicht als Schädel geschminkt betrat er
nur mit ein paar Blättern Papier die Bühne. Was nun folgte war eine
Lesung der besonderen Art, die nichts für zartbesaitete Gemüter war.
Die vorgetragene Story handelte von zwei Vollgasassis, die auf harte
Musik stehen und nach einer kräftig durchzechten Nacht am Vorabend von
einer gemeinsamen Bekannten zu einer Dichterlesung geschleppt werden,
auf die beide absolut keinen Bock haben. Wie das ausgeht kann man sich
denken. Mit schön ausgeschmückten Beschreibungen übers Saufen,
Rülpsen, Kotzen und Kloppen sorgte der Gute für Kurzweil und brachte
alle Anwesenden ein ums andere Mal zum Lachen. Definitiv mal etwas
Neues.
Im Anschluss zeigten GUN BARREL, dass sie mittlerweile ohne Probleme
ein abendfüllendes Programm auffahren können, bei dem neben einer
Menge musikalischer Arschtritte auch mal Zeit für etwas ruhigere Töne
blieb. Dabei spielten die Gunner neben dem gesamten (!) Material der
neuen Scheibe auch noch jeweils eine gute Hand voll an Songs der
beiden Vorgänger "Battle-Tested" und "Powerdive". So feierten Fans und
Freunde mit der Band zusammen an die zwei Stunden lang eine
ordentliche Party. Die Jungs von GUN BARREL waren durch die Bank sehr
bewegungsfreudig, dem Anlass entsprechend sichtlich gut drauf und
hatten eine Menge Spaß an der Sache.
Rolf konnte sich nach schon recht
kurzer Zeit den ersten Slip an den Mikroständer hängen, und die Fans
im vorderen Bereich kannten scheinbar bereits vorher die Setlist und
übernahmen das ein oder andere Mal quasi die Ankündigung der Songs.
Xaver, der neue Mann am Mikro, fühlte sich ebenfalls pudelwohl und es
hatte den Anschein, als gehöre er schon ewig zur Band. Ein echter
Glücksgriff für die Kölner, denn er konnte auch live mit seiner Stimme
voll überzeugen und entpuppte sich gleichzeitig als toller
Entertainer. Für reichlich Spaß vor und auf der Bühne sorgte auch der
Publikumsliebling Toni hinter den Kesseln, der sich zwischen den Songs
auch mal eine kleine Wasserschlacht mit Xaver lieferte. Zwar leerte
sich der Raum gegen Ende des Gigs ein gutes Stück, doch wer wollte es
den Besuchern Übel nehmen, nachdem es doch recht heiß und stickig
geworden war. Zumal am Tresen gleich nebenan frisch gezapftes Kölsch
zu fairen Preisen lockte. Der ausgelassenen Stimmung tat es auf jeden
Fall kaum einen Abbruch, und der harte Kern feierte bis zu den letzten
Tönen mit.
Setlist GUN BARREL:
Bombard Your Soul
Dear Mr. Devil
Roll Of The Dice
Fearing The Fear Of My Fears
I'm Alive
Lonely Rider
Down & Dirty
Gate Of God
Lights And Shadows
The Raven
...Is You
Bloody Pretender
The Fallen One
Dive Into The Flame
Straight Down To Hell
On The Road Again
Battle-Tested
Back To Suicide
We Believe In Nothing
Power Dive
Take Me To The Highway
Rebel Tune
Was bleibt also noch groß zu sagen? Für mich erneut ein cooler Abend
voll von dreckig geilem Rock'n'Roll und ein paar lecker Bierchen in
gemütlich familiärem Rahmen. So macht das Leben Spaß! Danke und bis
zum nächsten Mal!