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628 Reviews in der Datenbank
Billing: GUN BARREL, SHITHEADZ
Ort: Köln, Jugendpark
Datum: 18.11.2005
Autor: Roland Wohde
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Am 18.11 war es endlich soweit. Ich sollte neben GUN BARREL, die im Jugendpark Köln ihre Releaseparty zum neuen Album feierten, endlich auch die Möglichkeit haben, die SHITHEADZ live erleben zu können. Denn die Truppe um Szeneorginal Rolf Tanzius hatte für diesen Abend neben ihrem Support STIFF CHAINEY auch die Scheißköpfe aus Mönchengladbach eingeladen, die ich seit ihrem letztjährigen Debüt bis dato vergeblich versuchte, livehaftig zu sehen. Nach einer kleinen unfreiwilligen Rundfahrt durch Köln (der Jugendpark ist wirklich nicht besonders gut ausgeschildert!) kam ich dennoch früh genug an, um in den urgemütlichen Räumlichkeiten erstmal ein paar Kölsch zu schlürfen. Die Musiker beider Bands tummelten sich unter den Gästen und aus den Lautsprechern tönten zur Einstimmung passender Weise Songs von SKEW SISKIN, TWISTED SISTER und ROSE TATTOO. Sprich, die Atmosphäre war von Anfang an sehr familiär.

Shitheadz

Und schon bald stiegen die SHITHEADZ ohne viel Firlefanz und große Ankündigung mit ihrem CD-Opener "Powertool" mächtig in ihr Set ein. Der Sound war in Ordnung, verlor im Laufe des Gigs aber merkwürdiger Weise an Qualität. Das störte mich allerdings nicht sonderlich, denn ich musste vielmehr darauf achten, beim Bangen nicht mit den Haaren in den Saiten von Andreas Peters Klampfe hängen zu bleiben. Mein Glück, dass ich mich während des gesamten Gigs nach Herzenslust austoben konnte. Im Allgemeinen und besonders für die Band aber natürlich schade, dass das Kölner Publikum doch sehr zurückhaltend war und einen recht großen "Sicherheitsabstand" zur Bühne hielt. So ging Sänger und Spaßvogel Christoph Birx, der mit seinen lockeren, aber manchmal etwas flachen Ansagen durchs Programm führte, irgendwann dazu über, SLAYER-Rufe zu fordern, was ja bekanntermaßen immer irgendwie klappt. Schade, zumal es nun wirklich nicht an der Band oder der Musik liegen konnte. Denn neben vielen weiteren Perlen ihres Debüts wie "Dirty Pounding Gasoline", "Return Of The Demons" oder "The Black Days" spielten die SHITHEADZ auch neue Songs, die sich nahtlos in das bekannte Material einfügten und mit dem hart groovenden "Destroyer" die Vorfreude auf ihr zweites Werk ordentlich ankurbelten. Aktivposten auf der Bühne waren eindeutig Sänger Christoph und Leadgitarrist Andreas, die ständig in Bewegung waren, posten und klasse aus sich herausgingen. Die Rhythmussektion auf der rechten Seite der Bühne dagegen war recht zurückhaltend und so wirkte das Geschehen auf den Brettern leider etwas unausgeglichen. Von solchen Kleinigkeiten abgesehen legten die Jungs aber einen geilen Auftritt hin und ich freu mich schon riesig aufs nächste Mal. Und vielleicht schafft es dann ja sogar noch das göttliche "Burning" auf die Setlist.

Shitheadz Shitheadz

Setlist SHITHEADZ:

  1. Powertool
  2. Legions Of Rock
  3. Dirty Pounding Gasoline
  4. Supersonic
  5. The Seven
  6. Destroyer
  7. The Black Days
  8. Return Of The Demons
  9. A New War
  10. Deathrider
  11. Motorjesus

Stiff Chainey

Ein Supportact der besonderen Art war STIFF CHAINEY, der zwischen den beiden Bands die Bühne betrat. Mit fetten Boots im Flammenlook, einer Schlangenlederjacke und das Gesicht als Schädel geschminkt betrat er nur mit ein paar Blättern Papier die Bühne. Was nun folgte war eine Lesung der besonderen Art, die nichts für zartbesaitete Gemüter war. Die vorgetragene Story handelte von zwei Vollgasassis, die auf harte Musik stehen und nach einer kräftig durchzechten Nacht am Vorabend von einer gemeinsamen Bekannten zu einer Dichterlesung geschleppt werden, auf die beide absolut keinen Bock haben. Wie das ausgeht kann man sich denken. Mit schön ausgeschmückten Beschreibungen übers Saufen, Rülpsen, Kotzen und Kloppen sorgte der Gute für Kurzweil und brachte alle Anwesenden ein ums andere Mal zum Lachen. Definitiv mal etwas Neues.

Im Anschluss zeigten GUN BARREL, dass sie mittlerweile ohne Probleme ein abendfüllendes Programm auffahren können, bei dem neben einer Menge musikalischer Arschtritte auch mal Zeit für etwas ruhigere Töne blieb. Dabei spielten die Gunner neben dem gesamten (!) Material der neuen Scheibe auch noch jeweils eine gute Hand voll an Songs der beiden Vorgänger "Battle-Tested" und "Powerdive". So feierten Fans und Freunde mit der Band zusammen an die zwei Stunden lang eine ordentliche Party. Die Jungs von GUN BARREL waren durch die Bank sehr bewegungsfreudig, dem Anlass entsprechend sichtlich gut drauf und hatten eine Menge Spaß an der Sache. Gun Barrel Rolf konnte sich nach schon recht kurzer Zeit den ersten Slip an den Mikroständer hängen, und die Fans im vorderen Bereich kannten scheinbar bereits vorher die Setlist und übernahmen das ein oder andere Mal quasi die Ankündigung der Songs. Xaver, der neue Mann am Mikro, fühlte sich ebenfalls pudelwohl und es hatte den Anschein, als gehöre er schon ewig zur Band. Ein echter Glücksgriff für die Kölner, denn er konnte auch live mit seiner Stimme voll überzeugen und entpuppte sich gleichzeitig als toller Entertainer. Für reichlich Spaß vor und auf der Bühne sorgte auch der Publikumsliebling Toni hinter den Kesseln, der sich zwischen den Songs auch mal eine kleine Wasserschlacht mit Xaver lieferte. Zwar leerte sich der Raum gegen Ende des Gigs ein gutes Stück, doch wer wollte es den Besuchern Übel nehmen, nachdem es doch recht heiß und stickig geworden war. Zumal am Tresen gleich nebenan frisch gezapftes Kölsch zu fairen Preisen lockte. Der ausgelassenen Stimmung tat es auf jeden Fall kaum einen Abbruch, und der harte Kern feierte bis zu den letzten Tönen mit.

Gun Barrel Gun Barrel

Setlist GUN BARREL:

  1. Bombard Your Soul
  2. Dear Mr. Devil
  3. Roll Of The Dice
  4. Fearing The Fear Of My Fears
  5. I'm Alive
  6. Lonely Rider
  7. Down & Dirty
  8. Gate Of God
  9. Lights And Shadows
  10. The Raven
  11. ...Is You
  12. Bloody Pretender
  13. The Fallen One
  14. Dive Into The Flame
  15. Straight Down To Hell
  16. On The Road Again
  17. Battle-Tested
  18. Back To Suicide
  19. We Believe In Nothing
  20. Power Dive
  21. Take Me To The Highway
  22. Rebel Tune

Was bleibt also noch groß zu sagen? Für mich erneut ein cooler Abend voll von dreckig geilem Rock'n'Roll und ein paar lecker Bierchen in gemütlich familiärem Rahmen. So macht das Leben Spaß! Danke und bis zum nächsten Mal!

Fotos: Roland Wohde

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