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628 Reviews in der Datenbank
Billing: ZERO MENTALITY, CHEAP THRILLS, THE PLATOON, NASTY
Ort: Aachen, Nightlife
Datum: 31.10.2005
Autor: Thomas Roos
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Halloween Havoc Part 2. Den letztjährigen hab ich leider verpasst, deshalb wollte ich mir den diesjährigen auf keinen Fall entgehen lassen. Was mich im Vorfeld nur schon wieder störte war der erneut späte Beginn: Einlass erst um 21:00 lässt auf ein entsprechend spätes Ende und eine entsprechend späte Heimkehr schließen. Einem Aachener macht das sicher nichts aus, aber wenn man ständig durch die halbe Republik reist, um über Shows zu berichten, dann nervt so was schon. Es war dann auch bereits 22:00 Uhr als wir im Nightlife eintrafen. Eine halbe Stunde später eröffneten NASTY den Havoc. Die Bezeichnung war keineswegs untertrieben, denn sie spielten den puren Mosh mit runter gestimmten Gitarren und einer tiefen Grunzstimme, während es im Pit richtig heftig zur Sache ging. Da es räumlich ziemlich beengt war, wurde das echt hart und zumindest einige Gläser sind dabei zu Bruch gegangen. Die Knochen blieben aber weitestgehend verschont. Mich wunderte die Resonanz eigentlich ein wenig, denn von NASTY hatte ich noch nie zuvor etwas gehört. Trotzdem waren sie ein paar üblichen Verdächtigen offensichtlich bestens bekannt, so dass es auch zu Sing-A-Longs kam. Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass der alte Bassist mit zwei Songs, die er selbst spielte, seinen Ausstand gegeben hat.

THE PLATOON, die erfreulicherweise ihren ersten Output mit am Start hatten, sind mir da ja schon geläufiger. Es war das dritte mal, dass ich einem ihrer Auftritte beiwohnte und ich glaube, sie haben sich noch nie so gut angehört wie an diesem Abend. Lustig waren die beiden "normalen" Diskogänger, die sich die Sache wohl mal ansehen wollten und sich bereits beim Soundcheck verwunderte Blicke zuwarfen. Nachdem das Set begonnen hatte, haben sie sich auch ziemlich schnell wieder verkrümelt. Was sind das auch für Leute, die versuchen, sich mit aller Gewalt die Fresse einzuschlagen und dabei scheinbar auch noch Spaß haben? Dabei lief die Show im Grunde sogar etwas verhaltener ab als die von NASTY, was mich eigentlich wunderte, aber meine Begeisterung für THE PLATOON nicht schmälern konnte.

CHEAP THRILLS waren die Lokalhelden und das merkte man auch. Beeinflusst vom Old School und vor allem alten Sachen von SICK OF IT ALL, CRO-MAGS und AGNOSTIC FRONT schlugen sie nun etwas andere Töne an. Ihre eigenen Sachen sind zwar schon etwas moderner, mit den Coversongs "World Peace" und "Friend Or Foe" kamen aber auch zwei der genannten Vorbilder zu ihren Ehren. Das dieser Style sich besser zum Mitsingen eignet, braucht nicht erwähnt zu werden und so kam vor der Bühne richtig Stimmung auf. Unterstützung hatten sie in ihrer Heimatstadt wirklich reichlich.

Zero Mentality

Die Resonanz änderte sich bei ZERO MENTALITY allerdings wieder. Es ist zwar nicht so, dass sie keinen Support hätten, der zeichnet sich nur anders ab, weil einen nicht alle Songs wirklich mitziehen. Trotzdem haben auch die ruhigen Parts ihren eigenen Charme. Gerockt wurde aber natürlich auch. Vor allem bei "Nicht Mehr" ging es ordentlich rund und die Leute hatten doch noch Lust zu singen. Die Frage "Has Everything We Do Already Been Done?" zur Einleitung des Openers klingt mittlerweile ein wenig abgelutscht, muss ich jedoch sagen. Den von Sänger Ben Fink eröffneten Stagediving-Contest um eine CD konnte auch keiner gewinnen, denn zum Diven gab es bei dem Loch vor der Bühne und den räumlichen Gegebenheiten praktisch gar keine Gelegenheit. Ein neuer Song mit dem Titel "Alone Again" wurde präsentiert, aber überzeugen konnte der mich noch nicht so ganz. Die Aachener Leute forderten am Ende noch eine Zugabe. Mit den Worten "Wenn Ihr noch bleibt, dann bleiben wir auch." wurde die auch bereitwillig gegeben. An dem Punkt hatten sich viele aber bereits zum Aufbruch entschlossen und schon während Ben diesen Satz sagte leerte sich der Raum zusehends. Trotzdem wurden noch zwei Songs drauf gelegt. Dann war es aber auch wirklich spät genug und ich war froh, dass wir die Heimreise antreten konnten. Genauso froh war ich aber auch, auf der Show gewesen zu sein, denn die hat sich wirklich gelohnt. Jede Band war für sich sehenswert. Störend waren nur die besoffenen Hippie-Kids, die sich im Pit rum trieben. Aber jedem das seine.

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