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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MADBALL, SWORN ENEMY, SINCE THE FLOOD, YOUR MISTAKE
Ort Eindhoven (NL), Dynamo Club
Datum 21.10.2005
Autor Thomas Roos
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Wow, was fr ein Package! Die Veteranen von MADBALL (NYC) und die Aufsteiger von SWORN ENEMY (Queens) sind zusammen wohl das beste, was der NYHC derzeit zu bieten hat. Dazu noch SINCE THE FLOOD als Support... einfach nur der Hammer. Das wollte ich mir gleich beim Tourauftakt schon nicht entgehen lassen. Also machte ich mich mit meinem Kumpel Mike auf nach Eindhoven in den legendren Dynamo Club, was fr mich als begeisterten Besucher der frheren Dynamo-Festivals noch zustzlich ein besonderer Anlass war. Denn bisher war ich nur einmal vor dem Club auf einem Open-Air-Konzert gewesen, aber noch nie wirklich drin. Leider musste ich fest stellen, dass der alte Club gar nicht mehr existiert und der neue ein ziemlich groer Komplex mit Sportanlagen und Bros ist. Der eigentliche Konzertsaal ist von der Gre her aber doch noch recht gemtlich und daher musste meine Vorfreude zum Glck keiner Enttuschung weichen.

Den Auftakt machte heute erst einmal ein lokaler Act namens YOUR MISTAKE und der machte auch einen guten Job. Ein tighter Auftritt, der am ehesten Fans von TERROR oder KNUCKLEDUST gefallen haben drfte.

SINCE THE FLOOD brachten anschlieend mehr Metal. Da ihr Debt-Album erst krzlich auf Metal Blade erschienen ist, waren sie leider nur den allerwenigsten bekannt. Das machte die Sache fr sie nicht gerade einfach, aber sie konnten zumindest einen guten Eindruck hinterlassen.

Since The Flood Since The Flood

SWORN ENEMY habe ich zuvor erst einmal gesehen. Deshalb hielt der heutige Auftritt gleich zwei berraschungen fr mich bereit. Zum einen hatte ich als Manko in Erinnerung, dass Frontmann Sal Enemy live sehr zurckhaltend agiert. Heute war das aber nicht der Fall, denn er zeigte sich deutlich aktiver und redseliger, was der Show wirklich gut tat. Die zweite berraschung bestand darin, dass die mir bekannte Band fast komplett ausgewechselt war. Sworn Enemy Statt den kurzgeschorenen HC-Bolos standen nun lauter Langhaarige auf der Bhne. Ich vermute mal, dass es sich nach dem zunehmenden Erfolg um Besetzungswechsel wegen Zeitproblemen handelte, werde der Sache aber spter auf der Tour noch weiter nachgehen. Die Musik war glcklicherweise unverndert, aber irgendwas stimmte fr mich nicht. Ich nahm also die Ohrstpsel raus und lie mich wegfegen. Das muss man einfach unverflscht genieen. SWORN ENEMY machten ordentlich Druck und spielten auch ein paar neue Sachen des am 21.01.06 erscheinenden Albums. Die alten Sachen wurden wegen des Bekanntheitsgrades vom Publikum zwar logischerweise besser aufgenommen, die Vorfreude auf das Release ist aber auf jeden Fall geweckt.

Auch bei MADBALL gab es besetzungstechnisch eine kleine berraschung, denn Hoya war nicht am Start. Es ist eigentlich schwer vorzustellen, dass er nicht mehr mit dabei ist, und so erklrte Freddy auch, dass er nur verletzungsbedingt zuhause bleiben musste, weil er sich die Hand gebrochen hat. Im Anschluss an ein T3-Intro brachten sie die Htte nach einer kurzen Aufwrmphase dann schnell zum Kochen. Der Saal war laufend in Bewegung, genau wie Freddy auch die Bhne beackerte. Madball Ersatz-Bassist und Gitarrist Mitts hingegen agierten eher passiv und beschrnkten sich lediglich auf ihr Handwerk. Aber eine MADBALL-Show wird ja fr gewhnlich neben der musikalischen Energie noch von Freddies eigener Energie getragen und das funktionierte auch heute wieder. Als langjhriger Show-Besucher kann ich zudem sagen, dass er und somit auch die Band ber die Jahre mal abgesehen von der Routine sicherlich reifer geworden sind und heute kaum besser sein knnten. Die Song-Auswahl lie auch keine Wnsche offen. Natrlich wurden Sachen von der Neuverffentlichung "Legacy" gespielt, aber auch die anderen Releases wurden bercksichtigt und vor allem die alten Songs kamen ebenfalls nicht zu kurz. Genau das ist es, was vielen Bands abgeht, die nur versuchen, ihre neuesten Verffentlichungen zu pushen, alte Supporter damit jedoch regelmig vor den Kopf stoen. Nicht so bei MADBALL. Sie wussten wieder alle zu begeistern. Allerdings nahmen sie sich heute auch gengend Zeit dafr, denn sie wollten dem Vorwurf entgegentreten, immer uerst kurze Sets zu spielen. Um das gut zu machen spielten sie heute inklusive Zugaben eine ganze Stunde lang. Whrend gengend Bands Gefahr laufen, die Zuschauer ab einem gewissen Punkt zu langweilen, htten MADBALL sicher noch eine Stunde drauf legen knnen und jeder htte weiter Spa gehabt. Lustig fand ich besonders die Glatze neben mir, die mal fr eine Weile verschwand, um kurz spter mit blutendem Kopf wieder aufzutauchen. Madball Das war dem aber grade mal egal. Vor einem netten Mdel senkte er bereitwillig sein Haupt und nachdem die ihm mit einem Erfrischungstuch die Platte poliert hat, trat eine bel aussehende Schnittwunde zum Vorschein, die dem Kerl den Spa aber um nichts in der Welt verderben konnte. War das lustig. Freddy kam uerst sympathisch rber und war sich nicht zu schade, den Stagedivern auch mal auf die Bhne zu helfen. Die waren vor allem bei "It's My Life" sehr zahlreich. Ohnehin suchte er stndig den Kontakt zum Publikum und bei der letzten Nummer "Pride" wurden die strenden Monitorboxen an der Bhnenfront einfach mal aus dem Weg gerumt. Dieser Auftakt lsst eine Hammer-Tour erwarten. Ich werde weiter berichten.

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