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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing VADER, ROTTING CHRIST, ANOREXIA NERVOSA
Ort Trier, Exil
Datum 14.10.2005
Autor Andre Kreuz
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Da mein Kumpel nicht frher von der Arbeit wegkam, verpassten wir leider die ersten beiden Bands dieses brutal-metallischen Abends in den Hallen des Trierer Exils: STIGMATIZED und LOST SOUL.
SIGMATIZED konnten nach eigenen Angaben wohl nur drei Songs spielen, da es zu irgendwelchen Missverstndnissen mit dem Veranstalter gekommen war.
LOST SOUL aus Polen sollen das Publikum wohl mit recht technischem, wenn auch eher unspektakulrem Death Metal beglckt haben, wobei sie ihr Set mit zwei MORBID-ANGEL-Covers ergnzten.

Wie dem auch sei, nach unserer Ankunft und dem ersten khlen (berteuerten) Bier in der Hand begaben wir uns Richtung Bhne, auf der sich kurze Zeit spter die Franzosen von ANOREXIA NERVOSA b(e)reit machten. Da ich von den Mannen bis dato noch nichts vor die Lauscher bekommen hatte, war ich umso gespannter, was sich uns da bieten wrde. Das Corpsepaint in den Gesichtern der Truppe lie jedenfalls auf Black Metal schlieen, was sich auch wenig spter mit dem Opener bewahrheitete. Meine Begeisterung zu Beginn hielt sich aber ob des unterirdischen Sounds schwerst in Grenzen, so dass ich mich innerlich schon halb verabschiedet hatte. Glcklicherweise besserte sich der Sound schon ab dem nchsten Song und die Band schaffte es mehr und mehr, das Publikum in ihren Bann zu ziehen, wovon ich mich nicht ausnehmen kann. Geboten wurde meist getragener Black Metal mit reichlich Keyboard, wobei es mit der elektronischen Komponente nie bertrieben wurde, zumal sie lautstrkemig eher nach hinten gemischt wurde. Besonders der Snger poste sich tierisch einen ab und durch seinen Bewegungsdrang waren es auch er zusammen mit dem Drummer, die sich als erstes ihre Bemalung aus dem Gesicht schwitzten. Der links positionierte Gitarrist poste sich mindestens ebenso garstig durch's Programm, wirkte mit seiner schwarzen Lockenpracht aber ein wenig wie Costa Cordalis auf dem Black-Metal-Trip.
Nach einem guten Gig, der mich letztlich doch sehr positiv berraschte, beendeten ANOREXIA NERVOSA ihren Auftritt mit "Sister September", das vor allem bei den jngeren Fans begeistert abgefeiert wurde.

Nach dem Umbau fanden sich anschlieend ROTTING CHRIST auf der Bhne ein, die ich bisher nur von den Alben "Thy Mighty Contract" und "Dead Poem" kannte. Die mit Kult-Status behafteten Griechen wurden von den ca. 250 Anwesenden Fans gebhrend empfangen, was mit einem Rundumschlag durch die Diskographie der Band belohnt wurde. Dabei drfte jeder auf seine Kosten gekommen sein: Metaller, die eher auf die rumpligen Old-School-Tage der Mannen stehen, genauso wie Metaller, die eher auf die melodischeren, atmosphrischeren Werke der Neuzeit knnen. Ich persnlich habe mich sehr ber dem Opener von "Thy Mighty Contract", "The Sign Of Evil Existence" gefreut. Aus der Band stach whrend des Gigs besonders Snger/Gitarrist Sakis hervor, der in bester klassischer Metal-Manier mit seiner Klampfe hantierte und das Publikum immer wieder anstachelte. Einen Keyboarder hatten ROTTING CHRIST brigens nicht im Gepck, so dass alle elektronischen Verzierungen vom Band kamen.

Nachdem die Meute mittlerweile reichlich angeheizt war, wurde es Zeit den Anfhrer der "Blitzkrieg 3"-Tour willkommen zu heien: VADER. Erst nahm Drummer Daray seinen Posten eher schchtern ein, bevor der Rest der Band die Bhne enterte und den Opener der demnchst erscheinenden MCD "The Art Of War", "This Is The War" in die Menge zu holzen. Wenig spter gab es kein Halten mehr und der Pit vor der Bhne nahm, wie auch beim Rest des Sets, beachtliche Ausmae an. Selbst ANOREXIA NERVOSAs Snger konnte im allgemeinen Getmmel ausgemacht werden. Front-Symphatikus Peter und Mauser an den Gitarren machten dabei immer wieder eindrucksvoll deutlich, warum VADER als die polnische Antwort auf MORBID ANGEL gehandelt werden. Dankenswerterweise frickelten die beiden nicht ganz so oft und exzessiv wie Trey durch die Gegend, stellten ihr Knnen aber dennoch oft genug zur Schau. Dabei bangten sich die Herren inklusive Novy am Bass die Nackenwirbel wund, was auch nicht wenige der Fans taten. VADER konzentrierten sich dem Namen der Tour nach whrend des Gigs auf die eher schnelleren Songs, so dass zusammen mit der brachialen Lautstrke im Exil wirklich die von Peter zu Beginn in einwandfreiem Deutsch angekndigte Hlle ausbrach. Ein paar mehr midtempolastige Banger htten die Sache allerdings etwas aufgelockert. So gab es zwar das groovige "Dark Transmission" vor den Latz, die Oberwalze "Revelation Of Black Moses", auf die ich mich am meisten gefreut hatte, blieb aber leider auen vor.
Irgendwann machten sich VADER dann vom Acker, was die Fans anscheinend so verblffte, dass sie beinahe vergaen, Zugabe-Forderungen zu stellen. Nach dem einer den Anfang gemacht hatte, stellten sich diese aber dennoch ein, so dass es nach ein paar weiteren Songs ganz zum Schluss noch ein vllig unbekanntes Cover zu hren gab: "Reign In Blood". Tusch bitte! Das war zwar nicht sonderlich originell, kam in der typischen VADER-Art aber dennoch verdammt cool und vor allem wahnsinnig brutal rber.

So endete der dritte Blitzkrieg mit einem wrdigen Headliner und unterm Strich kann man vor allem von einem gelungenen Package sprechen. Bei der Auswahl der Bands drfte so ziemlich fr jeden Fan hrtere Klnge was dabei gewesen sein und Langeweile oder bersttigung, wie man das von anderen Veranstaltung kennt, kam schon mal gar keine auf.

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