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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ARCH ENEMY, TRIVIUM, WORLD DOWNFALL
Ort Kln, Live Music Hall
Datum 04.10.2005
Autor Andre Kreuz & Markus Sausen
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Nachdem wir die Live Music Hall mal wieder taktisch eingekreist hatten, anstatt uns auf direktem Wege dorthin zu begeben, waren die Klner WORLD DOWNFALL schon fleiig am prgeln. Dabei machten die Mannen, angefhrt vom Dreadlock-Mann am Mikro auch keinen Hehl aus ihren musikalischen Vorbildern, von denen zum Abschluss auch noch ein Cover gezockt wurde: TERRORIZER. Und so konnten wir die verbleibenden paar Songs waschechtem Old School Grind lauschen, der in der Menge allerdings auf eher bescheidene Gegenliebe stie. Trotzdem ein guter, wenn auch stilistisch etwas daneben liegender Anheizer, bei dem besonders die przisen Blasts des in die linke Ecke verbannten Drummers zu begeistern wussten. (Andreas)

Nach WORLD DOWNFALL sollte der eigentliche Star des Abends folgen. Durch das endlose "one, two, check, check" wusste der Roadie von TRIVIUM das Publikum so zu berzeugen, dass sogar noch Zugaben gefordert wurden als dieser die Bhne bereits verlassen hatte. Als Star kam er seinen Pflichten nochmals nach und sorgte fr Kurzweil.
Als man sich dann am Roadie satt gesehen hatte, betraten nach einem kurzen Intro die vier Jungs von TRIVIUM die Bhne. Anfangs hegte ich noch meinen Zweifel, ob der eher Metalcore-lastige Sound, auch wenn er mehr dem traditionellen Metal angelehnt ist, so richtig beim Publikum ankommt. Doch weit gefehlt. Selbst die teilweise anwesende Altherrenfront konnte sich fr die Combo begeistern. Dies lag zum einen an der Musik selbst, zum anderen an dem wirklich prolligen Synchron-spielen. Gut gepost ist halt schon die halbe Miete. Zu hren gab es ein Pottpori aus den Scheiben "Ember To Inferno" und der neuen Scheibe "Ascendancy". Um das Publikum in Wallung zu bringen wurde es immer fort zu Circle Pits und Mosh Attacken aufgefordert. Dieses lie sich nicht zweimal bitten und rockte begeistert mit.
Nach guten 45 Minuten hatte das Schauspiel ein Ende und TRIVIUM rumten fr die Real Stars des Abends die Bhne. (Markus)

Nach der Umbaupause, die nicht annhernd so nervig lang wie die vor TRIVIUM war, wurde die Halle verdunkelt und es tnten bombastische Intro-Klnge aus den Boxen. In Verbindung mit der atmosphrischen Beleuchtung wurde die wartende Meute so auf den kommenden Gig eingestimmt, wobei das Intro wie viele seiner Kollegen das Manko hatte, etwas zu lang zu sein.
Dann aber strmte die schwedisch-deutsche Kooperation von ARCH ENEMY die Bhne und ballerte ohne viel Firlefanz "Nemesis" ins Publikum. Das griff den Refrain sofort begierig auf und so kam es bereits zu ersten euphorischen Sing-alongs, woran die Bekanntheit des neuen Tracks aufgrund des Videos evtl. eine Mitschuld haben knnte. Besonders der Mosh-Part im letzten Drittel lie dabei massenhaft Haare kreisen, wozu der nahezu perfekte Sound aus Richtung Bhne sein briges tat. Selten hab ich auf einem Live-Konzert im Death-Metal-Bereich einen so druckvollen und vor allem transparenten und gut ausbalancierten Sound erleben drfen, dickes Kompliment! Nach einem weiteren Song folgte sehr zur Freude des Klner Publikums der Gassenhauer "Dead Eyes See No Future", das dann nahezu bergangslos in den Oberhammer namens "My Apocalypse" berging. Und ja, auch die kultigen Echolot-Klnge kamen einem entgegen gepingt, so dass sich auf meinem Gesicht das zufriedene Dauergrinsen noch mehr zementierte, was ein selten geniales Stck! Zur Auflockerung gab es dann ein nettes Drum-Solo zu begutachten, das zustzlich von Sample-Einspielungen begleitet wurde und somit recht kurzweilig war. Wenig spter enterte der Rest ARCH ENEMYs die Bhne ein weiteres Mal, um mit ihrem Set weiterzumachen. Die Gitarrenfraktion, die sich meist links und rechts auf der Bhne positionierte, schttelte sich eine doppellufige Harmonie nach der anderen aus den rmeln, whrend im folgenden solche Kracher wie "Taking Back My Soul", "I Am Legend / Out For Blood", "Bury Me An Angel" oder "Ravenous" abgefeuert wurden. Wenn nicht gerade mit Bangen beschftigt, konnte man auch mal Angela am Mikro begutachten, wobei es nach wie vor faszinierend ist, wie sie diese ultraderben Growls aus ihrem Rachen holt. Rachel von SINISTER ist nix dagegegen, gar nix! Zwischenzeitlich widmete sie noch einen Song allen anwesenden Damen und vor allem ihrer Mutter. Und was knnte da passender sein, als die "Diva Satanica"?
Leider war dann viel zu schnell Feierabend, doch lie sich ARCH ENEMY natrlich noch fr einen Zugabe zurck feiern, die dann mit "We Will Rise" extatisch beendet wurde. Fr den stolzen Abendkassen-Eintrittspreis von sage und schreibe 25 € htte das Quasi-Heimspiel von Angela & Co. allerdings noch locker eine halbe Stunde lnger dauern knnen! Davon abgesehen haben ARCH ENEMY aber gezeigt, dass sie mit ihrem gegenwrtigen Aufstieg in der Metal-Szene noch lange nicht fertig sind und sie es absolut verdient haben, bald ganz oben mitzuspielen. Das wird dem Trupp zwar schon lnger prophezeit, aber dieses Mal sollte es endlich drin sein! (Andreas)

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