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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing WACKEN OPEN AIR 2005
Ort Wacken
Datum 04.-06.08.2005
Autor s.o.
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Sehr geehrte Fahrgste, bitte stellen sie das Rauchen ein, bringen Sie ihre Sitzlehne in eine aufrechte Position und halten Sie Ihre Speitten bereit, denn wir werden in wenigen Sekunden unser gemeinsames Ziel WACKEN erreichen. Auch wenn die Reise bis hierher etwas unglimpflich verlief, so wnschen wir ihnen gute Unterhaltung und einen angenehmen Aufenthalt.

Im Ernst: In der gesamten Redaktionsgeschichte dieses Onlinemagazins gab es bisher keine so groen Probleme, wie es bei diesem WACKEN-Review der Fall war. Dieses Schriftstck ist aus der bisher stets erfolgreich verlaufenen Kooperation aus Saarland (J.G. & A.E.) und der Fraktion aus den moselumrandenden Mittelgebirgen (P.B., R.H. und M.M.) entstanden, jedoch, gab es dieses Mal ein paar Probleme, als wir uns htten ertrumen lassen.

Los ging's Mittwochs morgens mit der Hinfahrt, die auf mehrere Etappen und relativ viele Autos, die in Kolonne zusammen gen WACKEN fuhren, verteilt wurde. Das Auto vom Hunsrck und unser "Eifelexpress" trafen sich bereits frhzeitig auf einem Autobahnrastplatz, der kurz hinter Koblenz lag. Natrlich waren beide Parteien auf unterschiedlichen Raststtten, obwohl wir uns vorher sehr deutlich geklrt hatten. Na ja, was soll's dank moderner Kommunikationsmedien haben wir uns dann gefunden und wir konnten die Reise antreten, die kurz vor Limburg jh durch einen angekndigten Stau gestoppt werden sollte, wre da nicht der schlaue Navigatorentrick gewesen uns einen Weg von Montabaur quer ber den kalten Westerwald nach Limburg zu suchen. So kamen wir ohne Stau und guter Dinge pnktlich zu unsere Meetingpoint auf der A5, wo wir auf die drei saarlndischen Autos treffen sollten. Nach nur 50 Minuten Wartezeit und einigen Telefonaten, hatten wir uns dann endlich getroffen und konnten Non-Stop gen Norddeutschland brausen. Damit sich die Saarlnder auf dem weiten Weg durch die Republik nicht verirrten, rahmten die beiden zuvor erwhnten Kraftfahrzeuge in alter Bundeswehrmanier in den Konvoi ein. Hier noch mal ein Lob an die Idee Funkgerte mitzunehmen, um die Koordination des Ausscherens und der Wegfahrens von fnf Fahrzeugen zu erleichtern.

Endlich in WACKEN angekommen begrte uns das bereits erwartete Bild von aus dem Boden gestampften Zeltstdten mit deren vollkommen zugesoffenen Einwohnern. Also reihten wir uns in den "Reigen des Open-Air-Wahnsinns" ein und errichteten unseren wirklich imposanten Zelt-Block, der nachher aus acht Zelten und einer zentralen Regen-Plane, unter welcher der allzeit wrmende Gussgrill stand, bestehen sollte... am Ende stand lediglich noch der Gussgrill, da die an diesem Wochenende vorherrschende "steife Briese" unserem Regendach doch all zu sehr zusetzte.

Aber nun Butter bei die Fische:

Donnerstag

OOMPH!
Donnerstag ging's los mit OOMPH!, die mit ihrer Musik als deutlicher Ausreier aus dem doch sehr konservativ metallastigenen Billing anzusehen waren. Nichts desto trotz wurden wir hier Zeugen einer Infraschallwelle, die den heiligen Acker zum Beben brachte. Die Herren, die vor einem Jahr den Chart-Hit (oh mein Gott) "Augen auf!" aus der Taufe hoben, beglckten, ganz in der Manier des exotischen Ausreiers die grlende Menge in weien Anzgen. Zum synthetisch-bassigen Sound reichte man von Seiten der Optik eine wirklich imposante Lichtshow, die 100% auf die Musik abgestimmt war. That seems to be real entertainment! (R.H.)

NIGHTWISH
Schon mittags als ich bers Festivalgelnde schlenderte, bemerkte ich eine Riesen-"Metalmenschen"-Schlange und fragte mich: "Wat is'n hier los? Wollen die Kerle mit den glnzenden Augen da etwa alle (?!) aufs Klo?" Aber als ich dann weitergelaufen bin, sah ich den Grund fr die Ansammlung: Die schne Tarja, Sngerin von NIGHTWISH, sa da; live und in Farbe und gab eine Autogrammstunde. Ganz nebenbei: Der Rest der Band war natrlich auch da. Sptestens bei diesem Auflauf war jedem klar, dass sich diese Band sicherlich keine Sorgen um einen Publikumsmangel beim Konzert machen musste... Nightwish Aber nun zum eigentlichen Konzert: Was soll ich da noch gro sagen?
Der Live-Auftritt der Band aus dem hohen Norden war einfach der Hammer. Fr mich ein absolutes Sahnehubchen! Die Finnen haben es einfach total drauf, die Menge in ihren Bann zu ziehen... und das liegt nicht nur allein an Tarja, die mit ihrer kraftvollen Opernstimme die Meute sowieso schon im Griff hat (aber aufgepasst liebe Kerls: Sie ist bereits vergeben und verheiratet).
Auch die brigen Bandmitglieder um Kreativ-Kopf Tuomas Holopainen gaben alles und rissen das Publikum mit einer genialen Mischung von alten und neuen Songs der Scheiben "Wishmaster", "Once" und "Century Child" vom Hocker (selbstverstndlich nur im bertragenen Sinn; es gab natrlich keine Hocker auf Wacken).
An Spezialeffekten wurde auch nicht gespart: Supergeil abgestimmt auf den jeweiligen Song schossen neben weiteren Pyro- und Lichteffekten solch gigantische Feuersulen aus dem Boden, dass selbst den Leuten in den hintersten Reihen noch "warm ums Herz" wurde... (und das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass die hintersten Reihen so weit entfernt waren, dass sie mit den Augen kaum auszumachen waren!).
Der absolute Hammer kam dann aber zum guten Schluss: Zu "Wish I had an Angel" legte pltzlich ein Riesenfeuerwerk mit Goldregen ber der Gemeinde Wacken los..., ich kann euch sagen: So ein Feuerwerk seht ihr nicht einmal auf eurer Dorfkirmes! (Nein, auch nicht auf der Treis-Kardener Kirmes!!)
Wie ihr erkennen knnt: Es ist absolut lohnenswert, sich NIGHTWISH anzuschauen; und drfte ich ein "Stiftung Warentest"-Stempelchen geben, wre das auf jeden Fall ein "sehr gut" mit Sternchen!!! (A.E.)

HATESPHERE
Parallel zum finnischen Headliner des ersten Abends machte man von Seiten der "Metal-Hammer"-Redaktion aus eine thrashige Gegenveranstaltung mit einer Band, denen ich mich deutlich mehr verbunden fhle als ich es der singenden Tarja jemals sein werde: HATESPHERE! Die Dnen wurden nach gescheiterten Verhandlungen mit dem WACKEN-Team schlicht und ergreifend vom "Metal-Hammer" engagiert und bezahlt (so habe ich's zumindest verstanden), um der kochenden Fete auf der W.E.T.-Stage die Krone aufzusetzen. Nun, was HATESPHERE angeht, so bin ich nicht ganz subjektiv, denn diese Jungs haben meines Erachtens ihr musikalisches Handwerk gelernt und tun alles, um jedem Zuhrer dies zu demonstrieren.
Was dort zu hren war, kann ohne schlechtes Gewissen als pures Dynamit bezeichnet werden. Die Band mit dem wahrscheinlich besten Sound des Festivals auf der W.E.T.-Stage feuerte einen bunten Blumenstrau an HATESPHERE-Krachern von der Bhne herunter und lie auch Cover wie ANTHRAX's "Caught in a mosh" nicht aus. Die letzten drei bis vier Lieder wurden dann noch optisch durch die gesamte "Metal-Hammer"-Redation "verfeinert", die alles daran setzte ihre eigene Party auf dem W:O:A auf den Hhepunkt des Mglichen zu bringen. Bis in die frhen Morgenstunden wurde dann noch mit Bier und Konservenmucke im In-Field des Festivals gefeiert. Eine gelungene und lobenswerte Aktion, meine Herrn Kollegen! (R.H.)

Freitag

VICTIMS OF MADNESS (Forenband W:O:A)
Wo liegt im folgenden Satz der Fehler?: "Am Freitag morgen um 9:00 Uhr betraten wir das Festivalfeld!" Richtig, das ist normalerweise unmglich, da der durchschnittliche Festivalbesucher sich zu dieser Zeit gerade noch mal umdreht, um wenigstens ein paar Nachkommastellen des Promillegehaltes in seinem Blut zu verlieren. Aber was ihr nicht glauben werdet: Wir waren tatschlich um diese Uhrzeit schon wach und wanderten voller unheilvoller Erwartung zum Soundcheck der W:O:A-Forenband VICTIMS OF MADNESS. Unsere beiden Spezialisten Markus und Rafael hatten nmlich die Schnapsidee ber diese "Fahrkarte" auf dem W:O:A spielen zu knnen und hatten ihr Interesse bekundet dort mitrocken zu wollen. Nunja, gesagt, getan!
Um Punkt 11 Uhr schallte ein Lied, was so hnlich klingen sollte wie "Hell bend for leather" von JUDAS PRIEST, von der W.E.T.-Stage. Man begann zu spielen und die Musikanten hrten zum ersten Male, was die lieben Mitmusiker denn so vorbereitet hatten. Leider war die Anzahl derer, die ihre Hausaufgaben vergessen hatten grer als die derjenigen, die mit der ntigen bung an das Konzert gegangen waren. Somit kann man sich leicht vorstellen, dass eine Cover-Vorstellung "hart am Original" nicht wirklich zu hren war. Eher beklatschte man den Wiedererkennungseffekt im Refrain als die musikalische Leistung der liedweise wechselnden Besetzung. Hhepunkt des Forenkonglomerats war die Vorstellung des eigens fr das Festival komponierten VOM-Songs, der aufgrund der zuvor erluterten Probleme drei mal unterbrochen wurde und zum Wohle der Allgemeinheit gar nicht erst zu Ende gespielt wurde. Meiner Meinung nach waren die Versionen von SIX FEET UNDER - "Caged and disgraced" und "King of the kill" von ANNIHILATOR diejenigen, die am besten performt wurden. Ich wage jedoch zu bezweifeln, dass es daran gelegen haben mag, dass meine beiden Mitcamper diese beiden Songs zuvor in der Heimat mal zusammen gebt hatten.
Ich denke das war dann wohl das letzte Mal, dass die beiden Herren bei derartigen Aktion mitgewirkt haben. (P.B.)

NAGLFAR
Den morgendlichen Opener auf der Black-Stage bildeten die guten, alten Schwarzmetaller von NAGLFAR aus Schweden. Die sorgten bei den Fans gleich fr eine faustdicke berraschung. Trat doch nicht der altbewhrte Snger Jens Ryden auf, sondern der aus eigenen Reihen rekrutierte Kristoffer Olivius. Fleiige Beobachter der Band haben den Umstand, dass sich Jens etwas intensiver seinem Studium widmen will und daher der Band entsagen wird, bereits der Vorberichterstattung entnehmen knnen.
Nun aber zum eigentlichen Konzert. Bekanntlicherweise ist der Morgen wohl so ziemlich die schlechteste Zeit fr den Auftritt einer Black-Metal-Band, dazu kommt hier auch noch die undankbare Rolle des Openers. Kurz gesagt: Der Funke ist nicht unbedingt auf's Publikum bergesprungen. So haben sich die meisten (bis auf einige wenige) einfach nur berieseln lassen. An der Leistung der Band gab es aber nichts auszusetzen. Kristoffer hat seinen Part sehr ordentlich abgeliefert und wurde von einigen sogar als besserer Snger als sein Vorgnger gelobt. Einige Stcke des neuen Albums "Pariah" wurden auch zum besten gegeben, und wussten durchaus (im Rahmen des zu dieser Zeit Mglichen) zu berzeugen.
Im Fazit htte man sich am frhen Morgen vielleicht ein paar mehr der melodischen NAGLFAR-Lieder gewnscht, aber vielleicht hoffte man mit ein bisschen Geknppel wenigstens ein paar der Leichen aus der letzten Nacht aus dem Halbschlaf zu reien. (J.G.)

MORGANA LEFAY
MORGANA LEFAY waren fr mich bis vor Kurzem ein absolut unbeschriebenes Blatt. Gott sei Dank hatte ich die Mglichkeit mir ein Bild von der Gruppe zu machen als ich mit dem Rest unserer Crew auf den Auftritt ILLDISPOSEDs wartete. Geboten wurde Power Metal mit fettem eher Death-Metal hnlichen Riffing und groovigem eher Death-Metal basierten, treibenden Schlagzeug. Also eine meines Erachtens geniale Mischung aus Power und Death Metal gewrzt mit leichtem Thrash-Einschlag. Die Band konnte das Publikum komplett in ihren Bann bringen, dementsprechend ging auch Einiges vor der Bhne ab. Auch wenn das einige meiner Begleiter etwas anders sahen: MORGANA LEFAY waren fr mich die berraschung Wackens. Sobald die Mglichkeit besteht werd ich mir schnellstens die CDs besorgen und reinhren ob sie das halten, was ich live geboten bekam. Und wer die Mglichkeit hat diese Band live zu Gesicht zu bekommen: Tuts! Es lohnt sich wirklich. (M.M.)

ILLDISPOSED
Um die Blamage auf der W.E.T.-Stage (siehe oben) schnell zu vergessen, hatten wir uns bereits im Vorfeld dazu entschieden die "Blackstage" zu besuchen, wo die vier (!!!) "eierlosen, schwulen Nutten" (O-Ton Bo Summers) ihr Programm zum Besten gaben. Leider hatte sich die Band kurz zuvor von ihrem zweiten Gitarristen verabschiedet, sodass die Darbietung der doch so schwerwiegenden Metallerkost fr meine Ohren deutlich an Aussagekraft und Dynamik vermissen lie. Noch dazu war das Mischungsverhltnis zwischen Gitarren und Synthie-Samples nicht wirklich ausgewogen, was noch zustzlich auf meine persnliche Stimmungsbremse trat. Trotzdem muss ich lobend hervorheben, dass wirklich kein Hit der Nordmnner ausgelassen wurde. Allem voran freute ich mich besonders ber die Darbietung von "Purity of sadness", welches man vom Killeralbum "Submit" kennt, und dem Burner des aktuellen Albums "Dark". Man liest also: Es war fr mich eine zweischneidige Sache: Zum einen vermisste ich die Hlfte dessen, was ILLDISPOSED so einzigartig genial macht, zum anderen freute ich mich darber, dass dieser Sauhaufen sich berhaupt auf diesem Metal-Festival sehen bzw. hren lie. (R.H.)

METAL BATTLE-Spezial

SINNERS BLEED
Diese berliner Band wollte ich mir nach der Megaklatsche von ILLDISPOSED nicht entgehen lassen und so zogen wir gemeinsam gen W.E.T.-Stage, wo sich das Finale der METAL BATTLE-Gewinner abspielen sollte. SINNERS BLEED traten am heutigen Tage mit einem weiteren Snger auf, der scheinbar an einer schwerwiegenden selbstwertdienlichen Art von Realittsverzerrung litt. Ich kann mich leider nicht mehr den Namen dieses durchtrainierten Recken oder den seiner eigentlichen Band erinnern, nur kann ich mich daran erinnern, dass er fr den Auftritt von SINNER BLEED so berflssig war, wie ein Kropf! Die Gesamtperformance berzeugte mich jedoch auch nicht so sehr, wie auf dem Semifinale im Mai. Technisch boten die Hauptstdter jedoch trotzdem 100%ig anspruchsvollen und perfekt gespielten Death-Metal, der das Zelt jedoch nicht so richtig in Wallung bringen konnte. Schade eigentlich, da hat diese Band wohl einen schlechten Tag erwischt! (R.H.)

HATEDRIVE
Die rheinische Hoffnung beim Metal-Battle vertraten HATEDRIVE aus Sinzig, die mit BLOODBATH und ENSIFERUM wohl das unfairste Gegenprogramm aller MB-Bands hatten. Da ich diese Band bereits zum Semifinale nach WACKEN begleitet hatte, wird sich in meinem Beitrag kein schlechtes Wort ber die musikalischen Fhigkeiten dieser Rasselbande finden lassen. Ein perfekter Auftritt, der beim sprlich vorhandenen Publikum sehr gut ankam. Selbst die nie zuvor erprobte "Wall of death", die beim Song "Amen" veranstaltet wurde, errichtete das unvoreingenommene und offensichtlich begeisterte Publikum wie selbstverstndlich. Die Zugabenrufe und die hohen Absatzzahlen des CD-Verkaufs nach dem Auftritt sprachen dafr: HATEDRIVE haben richtig gut gerockt. Schade war einzig der technische Ausfall eines Gitarren-Amps, der die filigrane Arbeit der beiden Gitarristen fr kurze Zeit nicht hrbar machte. Naja, was kostet die Welt: Ein neuer Amp und weiter ging's! (R.H.)

BLOODBATH
Eigentlich hatte ich mir von BLOODBATH sehr viel erwartet, da mich ihre letzte CD mit Onkel Peter (Tgtgren) sehr begeistert hatte, und dies der angeblich letzte Auftritt mit ihm an vorderster Position sein sollte. Allerdings bekam diese Begeisterung recht schnell einen Dmpfer. Die Stcke kamen eher monoton rber und die Ansagen von Peter Tgtgren taten ihr Weiteres dazu: Ich kam mir vor wie bei einem schlechten Mrchenerzhler, der die Leute eher zum Einschlafen bringen mchte als sie zu etwas zu animieren, sei es abzugehen oder Sonstiges zu tun. Man hatte den Eindruck es handele sich um absolut kulturell hochwertiges Liedgut. Also alles in Allem nicht unbedingt empfehlenswert. Bleibt nur zu hoffen, dass sich das vielleicht in Zukunft mit einem andern Snger ndern wird, auch wenn ich bezweifle, dass BLOODBATH mit ihren Ansprchen an einen Frontmann so schnell Ersatz finden werden.
Mehr zu BLOODBATH kann ich dann auch wirklich nicht sagen, da ich nach den ersten 15 Minuten zu einer der grssten Parties dieses Wackens vor der Party Stage wechselte, wo sich ENSIFERUM die Ehre gaben und derbst abgefeiert wurden. (M.M.)

ENSIFERUM
Hier gibt es kurzum nur eine mgliche Einleitung: "Kommen wir zu meinem absoluten Hhepunkt des Freitags: ENSIFERUM!"
Schon vor dem Beginn musste die hochdekorierte Konkurrenz auf der Black-Stage (BLOODBATH) wohl mit Entsetzen feststellen, dass sich an der Party-Stage mehr Leute aufhielten als bei ihnen. Der Status, den sich die finnische Band ENSIFERUM mit ihren Deutschlandauftritten im letzten Jahr erworben hat, ist verdammt hoch, aber auch wirklich verdient. Leider ist der Verschlei an Bandmitgliedern ebenso immens hoch. Von der fnfkpfigen Crew, die das zuletzt erschienene Album "Iron" eingespielt hat, sind auf WACKEN gerade mal zwei brig geblieben - Gitarrist Markus Toivonen und Keyboarderin Meiju Enho. Als neuer Snger hat sich Petri Lindroos schon im letzten Jahr bewiesen, whrend Bassist und Schlagzeuger hier erstmalig ihr Knnen zeigen mussten.
Den Starter fr den Auftritt bildete mal wieder das bewhrte "Iron"-Intro. Sofort nach dem Betreten der Bhne gaben die Jungs (und das Mdel) auch richtig Gas. Petri heizte das Publikum mit seiner unnachahmlichen Art (man muss diesen Typ gesehen und die dazugehrige Stimme mal gehrt haben!) direkt an. Ein dankbarer Job, denn die Band von Anfang bis Ende hammergeil abgefeiert. Und wieder erlebten wir whrend des Konzerts eine unglaubliche Anzahl von Crowd-Surfern. So was habe ich wirklich bei noch keiner anderen Metal-Band gesehen. Einfach nur geil!!
Im Verlauf des Konzerts spielten die Finnen einen bunten Wechsel zwischen den beiden Alben "Iron" und "Ensiferum", wobei natrlich Klassiker wie "Old Man", "Hero in a Dream" und "Tale of Revenge" nicht fehlen durften.
So bleibt nur festzuhalten, dass trotz des schnelldrehenden Personalkarussells ein ENSIFERUM-Konzert immer empfehlenswert ist. Das war mal wieder absolute Oberklasse, Finnland. (J.G.)

Sumpf

MACHINE HEAD
Leider wurden wir nur kurze Zeit (fr ca. drei Songs) Zeugen des Spektakels, was Robby (nicht Robbie) und seine Mannen auf der Mainstage abfeuerten. MACHINE HEAD spielten einen absolut heftigen Querschnitt durch alle Alben, was mit "Imperium" und "Davidian" wohl deutlich zu beweisen ist. Wie man sieht, kamen wir genau im richtigen Moment, um uns die Sahnestckchen des MH-Programms um die Ohren wehen zu lassen.
Noch ein Wort zum Umfeld: Die Lichtshow im Zusammenhang mit dem wahnsinnig berfllten In-Field des Festivalgelndes boten ein atemberaubendes Bild, was ich mit meinen Mglichkeiten (Digi-Cam) leider nicht fr euch festhalten konnte. Aber dieses Bild ist mir wie am Tag des Festivals in Erinnerung... WAHNSINN! In diesem Sinne bediene ich mich dem Standardspruch von Rob Flynn und sage:"Prost everyone... a mighty PROOOOOOOOST!" (R.H.)

CATARACT
Diese "Schweizer Garde" ist fr ein Festival so unabdingbar wie die nmliche Armee des Vatikanstaates. Um meine Beziehung zu dieser Band kurz darzulegen: Ich habe die Jungs zum ersten Mal auf dem SUMMER BREEZE 2004 und dann im Laufe des Jahres 2004/2005 so oft gesehen, wie manch anderer deren CDs "When triumph comes loss" hrt (sehr oft). Aber nun ab "in medias res", wie der alte Lateiner sagen wrde: Die zu erwartende eierlegende Wolfsmilchwalze zog ein reichhaltiges Publikum in die W.E.T.-Stage, die gut gefllt, jedoch nicht berfllt war. Mit wirklich berzeugendem Sound prgelten die fnf Alpenlndler ein Set herunter, das wie aus einem Guss erschien. Dazu reagierte man im Publikum mit massenhaft Kopfgenicke und nur einigen, wenigen "Violent-Dancern", die glcklicherweise schnell wieder in ihre Schranken gewiesen wurden... ich hasse diese Idioten! Neben Klassikern wie "Nothing's left" wurde auch ein Song vom kommenden Album dargeboten, der sich hnlich berzeugend anhrte, wie man das vom Rest des bereits bekannten Liedgutes gewhnt ist. Nach einer hart erbettelten Zugabe, die nur unter der Bedingung vollkommener, krperlicher Ekstase im Publikum dargeboten wurde, schlichen wir zufrieden und erschpft zum nhrenden Grill auf dem Zeltplatz, der bereits angestocht und warm auf uns wartete. (R.H.)

Samstag

SUFFOCATION
Von SUFFOCATION kannte ich ebenfalls noch nicht allzu viel Tonmaterial und war erpicht darauf zu erfahren, ob dieser extrem technische Death Metal auch live etwas taugt. Wieder einmal pilgerte ich also zur Black Stage, vor der sich schon viele andere Leute tummelten und warteten. Mit ein klein wenig Versptung betrat dann das New Yorker Death-Urgestein die Bhne und irgendwie strten mich die doch eher Hardcore anmutenden Klamotten des Sngers. Wie dem auch sei, der technische Death-Metal von SUFFOCATION mag auf Platte geil rberkommen, aber live wusste mich die Band wirklich nicht zu berzeugen. Die Lieder klangen nahezu alle gleich, man sah kaum Kopfbewegungen, da die Lieder doch wirklich viele Taktwechsel aufwiesen und auf die Dauer wurde der Auftritt doch schon arg monoton.
Und die Versuche vom Snger die Menge zum Mitgehen zu bewegen konnten daran auch nichts ndern. Als es dann noch anfing zu regnen, verzog nicht nur ich mich an einen Unterstand und schaute dann eher gelangweilt in Richtung Bhne. Prdikat "Einmal gesehen reicht", zwei Mal muss auch wirklich nicht sein. (M.M.)

DISSECTION
Im Vorhinein gab es wohl kaum einen Auftritt der einerseits so umstritten und andererseits so hei erwartet wurde, wie der der Black-Metal-Gtter von DISSECTION. All diese Diskussionen manifestieren sich in der Person Jon Ntveidt. Dieser ist immerhin ein verurteilter Totschlger, was uns hier im weiteren aber nicht beschftigen soll. ber seine Tat, und ob er nun gelutert ist, wurde in den einschlgigen Foren schon bis zum Erbrechen dikutiert, weshalb wir uns nur mit dem Musiker Ntveidt und der Band DISSECTION beschftigen wollen.
Nun, nach dieser kurzen Einleitung zum eigentlichen Geschft. Wie bereits in anderen Reviews erwhnt, sind die Morgen- und Mittagsstunden nur bedingt fr Black-Metal-Auftritte geeignet, weshalb ich auch hier einige Befrchtungen hatte. Diese zerstreuten sich aber relativ schnell, als die Band die Bhne betrat. Mit dem Intro der "Storm of the Lights Bane"-CD ging es gleich deftig los, denn als nachfolgendes Lied wurde die Double-Base-Hymne "Nights Blood" in die Ohren der geneigten Zuhrerschaft geprgelt. Die "wahnsinnige" Ausstrahlung von Snger Jon und seine dazugehrige, boshafte Kreischstimme erzeugte bei allen eine sonderbare Atmosphre. Erst jetzt kann ich den 97'er WACKEN-Kommentar: "Er hllte das Gelnde am helligsten Tage in eine alles umfassende Dsternis" richtig nachvollziehen.
Sptestens bei dem relativ frh gespielten berkracher "Where dead Angels lie" konnte sich keiner mehr dem Bann von DISSECTION entziehen.
Im weiteren Verlauf bekamen die Fans noch zwei neue Lieder als Vorgeschmack auf das baldig erscheinende Album zu hren. Die beiden Lieder wirkten im gesamten moderner, ohne jedoch den klassischen Charakter von DISSECTION zu verlieren. Man darf also auf das neue Album gespannt sein.
Einziger Wermutstropfen am gesamten Konzert war der Drummer der Band, der den wilden Double-Base-Parts das eine oder andere Mal in Form eines Aussetzers Tribut zahlen musste. Dank der genialen Gesamtatmosphre fiel dies aber kaum auf. Somit bleibt zu sagen: "Die Musikwelt des Black-Metal hat einen ihrer besten Shne wiedergewonnen, hoffen wir das er lange Zeit vernnftig bleibt, damit wir an seinem Talent teilhaben knnen." (J.G.)

MARDUK
Ich erwartete wirklich Einiges von MARDUK, nachdem ich als Vorgeschmack das Nebenprojekt THE LEGION von Drummer Eric genieen durfte. Dazumal kannte ich nur das ein oder andere Lied und wollte mir die Band schon immer mal nher zu Gemte fhren, da sie mich auf CD wirklich begeistert hatten. Aber was dann kam, war wider Erwarten doch ein wenig drftig. Pnktlich betrat die Pandabren-Legion die Black-Stage und legte auch sofort los. Komischerweise kam aber nichts dergleichen was ich von ihnen erwartet htte, denn MARDUK legten erstmal gemtlich mit einem Midtempo-Stck los und setzten noch eins nach. An den fragenden Gesichtern um mich herum konnte ich erkennen, dass es nicht nur mich so dermaen verwunderte. Whrend Snger Arioch auf der Bhne rumposte wie Satan vor dem Herrn hchstselbst, sah man einige Leute mit dem Kopf schtteln. Der Funke sprang einfach nicht ber, auch als die Stcke schneller wurden und pltzlich eigentliches MARDUK-Niveau erreicht war, kam es zu keinem Funkensprung. Hier gilt wieder Selbiges wie bei NAGLFAR: eine Black Metal Band an hellichtem Tag, so bewlkt und verregnet er auch sein mag, lsst einfach keine Stimmung aufkommen. Alles in allem ein wirklich komischer Auftritt. Bei einer Unterhaltung zum spteren Zeitpunkt am Pressezelt hrte ich auch einige andere negative Stimmen diesbezglich. Also scheints nicht nur mir so gegangen zu sein. Nichtsdestotrotz werd ich versuchen mir MARDUK noch mal live anzuschaun. Festival- und Clubgigs unterscheiden sich ja nicht nur in ihrer Atmosphre grundlegend.
Auf jeden Fall war ich recht enttuscht nach dieser Darbietung und verzog mich dementsprechend schon frher hinber zur Party Stage, auf der FINNTROLL zu diesem Zeitpunkt derbst abrockten und ihre Lieder noch wesentlich schneller als gewohnt ablaufen lieen. (M.M.)

FINNTROLL
FINNTROLL ist eine weitere Band auf dem WACKEN OPEN AIR, die aus dem hohen Norden Europas stammt (wr' ja schon fast seltsam wenn nicht...). Aber das ist wohl auch das einzige, was die Finnen mit den anderen nordischen "Dster"-Metal-Bands gemeinsam haben, denn mit einer exquisiten Mischung von feuchtfrhlichem Humppa und harten Metalklngen haben sie sozusagen eine eigene biologische Nische im Metal-Genre besetzt.
Was die meisten von euch kennen werden, ist wohl der allseits beliebte Sauf-Party-Hymnen-Ohrwurm "Trollhammaren". Fr mich war genau der auch Grund genug, mich von meinem bequemen Zelt trotz mega-fiesem Wetter in Richtung Festivalgelnde zu begeben, um diese Band mal live zu erleben. Scheinbar dachte nicht nur ich so, sondern auch ganz viele andere Leute, die sich zu diesem Zweck trotz aller widrigen Umstnde vor der Party-Stage versammelten. Mit widrigen Umstnden meine ich folgendes: Vor der Bhne hatte sich der Boden komplett in eine tiefe Moorlandschaft verwandelt und nach jedem Schritt musste man prfen, ob die Stiefel noch da waren; ganz nebenbei kam es zu regelmigen, sintflutartigen Regengssen und auerdem war es kalt.
Abgesehen davon konnten sich die Kerle von FINNTROLL aber nicht beschweren, denn die Riesenmenge, die sich vor der Bhne einfand, um mit der Band zu feiern, htte sogar der Main-Stage bei gldenem Sonnenschein alle Ehre gemacht! Die Band schaffte es auch tatschlich, mit ihrem "finnischen Folk-Metal" das Publikum in Partystimmung zu versetzen und eine Welle von Crowd-Surfern zu mobilisieren. Da hat zwar der eine oder andere einen schlammigen Stiefelabdruck ins Gesicht gekriegt, aber das tat der allgemeinen Feierlaune keinen Abbruch.
Nur ich muss zugeben, dass mich die "Kalt-Na-Bh"-Geschichte so genervt hat, dass ich nach dem Song "Trollhammaren" das Feuer am Zelt der Schlammgrube an der Stage vorzog, und mich schnell verdrckt habe, so sind die Mdels...
Aber trotzdem vergebe ich das Stempelchen: "durchaus empfehlenswert", denn die Band kann ja nix dafr, dass ich 'n Mdchen bin! (A.E.)

Sumpf

HAMMERFALL
Ich bin nun nicht gerade ein Power Metal Fan, aber HAMMERFALL wollte ich mir auch der guten alten Tage wegen schon mal antun. Was man einmal gesehn hat, hat man immerhin gesehn.
Nachdem ich also nach FINNTROLL fast geschlagene 20-30 Minuten gewartet und dem Umbau samt Line-Check zugeschaut hatte, betraten die Schweden die im Layout ihres letzten Albums mit Pappmach-Eisbergen zugebaute Bhne. Der Klang am Anfang war wirklich grausig, der Snger lag tonal ein wenig daneben und ich hrte mir nur die ersten zehn Minuten an und begab mich dann mit einer Erfahrung mehr zurck auf den Zeltplatz. Die grten Poser mssen nicht unbedingt gute Musiker sein, auch wenn sie sich eine Band schimpfen. (M.M.)

KREATOR
Eine Vorstellung dieser Band ist wohl so unntig wie die Bundestagswahl vom 18.September. Mille Petrozza und seine Mannen haben nun doch schon einige Jahre auf dem Buckel und so manches Album verffentlicht. Auf dem WACKEN waren daher nicht nur die eingefleischten KREATOR-Fans auf den Auftritt der "alten Herren" der Thrash-Metal gespannt. Und sie sollten nicht enttuscht werden, denn kaum eine Band konnte in den drei Tagen so berzeugen wie die Essener.
Von Anfang an gab man Vollgas und spielte eine traumhafte Mischung aus neuen Werken und alten Klassikern. Sptestens bei dem Sahnebonbon "Extreme Aggressions" konnte kein alter KREATOR-Fan den Kopf ruhig halten. Schade nur, dass ich die Band nicht bis zum Schluss genieen durfte, da die Veranstalter mal wieder zwei geniale Bands in berschneidung spielen lieen. Aber dieser Auftritt hat mich so berzeugt, dass ich mit Sicherheit demnchst ein KREATOR-Konzert besuchen werde, bei dem es keine Strfaktoren gibt!! (J.G.)

EQUILIBRIUM
So, und hier ist nun der Grund, warum ich KREATOR frher verlassen musste: Die sympathischen Sddeutschen von EQUILIBRIUM. Seitdem ich im letzten Jahr auf dem Summer Breeze zum ersten Mal von dieser Band gehrt habe, war ich wirklich gespannt auf den Auftritt in WACKEN. Hatten doch alle auf dem Breeze EQUILIBRIUM in den hchsten Tnen gelobt. Nun ja, bei einer Konkurrenz wie KREATOR dachte ich eigentlich, dass die Menge der EQUILIBRIUM-Zuschauer eher berschaubar wird. Aber da hatte ich mich gewaltig geirrt. Eine lustige Masse von Metal-Fans in Tanz- und Feierlaune hatte sich vor der Party-Stage versammelt. Und nach kurzer Verzgerung ging es dann auch los. Als erstes Lied erklang das aus diversen Samplern bekannte "Wingthors Hammer". Schnell merkte man die offensichtliche Nervositt der jungen Band an der zittrigen Stimme von Snger Helge und dem fehlerhaften Spielen des Schlagzeugers. Die Menge lie sich davon aber berhaupt nicht beeindrucken und feierte die Band als ob es kein Morgen gibt. berall wurde zum Party-Black und Viking-Metal von EQUILIBRIUM getanzt, gebangt oder was einem sonst dazu eingefallen ist. Dieser Umstand half sehr schnell, der Band das ntige Selbstvertrauen zu geben, was sich am zweiten Lied sofort bemerkbar machte! Das Zittern in der Stimme von Snger Helge war pltzlich wie weggeblasen und auch der Rest der Band steigerte sich enorm. So wurde dann die "Turis Fratyr"-CD munter auf- und abgespielt, wobei Kracher wie "Met" und "Unter der Eiche" auch den letzten Partymuffel berzeugt haben drften. Auch die auf der CD beinhalteten, weiblichen gesungenen Zwischenparts wurden nicht vergessen. Dafr hatte man (die mir bislang unbekannte) Gabi mitgebracht, die auch gleich mit mchtigen "Gabi, Gabi"-Sprechchren begrt wurde. Die Stimme der Dame war zwar ein wenig dnn, aber egal, denn auch die gute Gabi kam einfach nur supersympathisch rber. Als dann zum Ende des Konzerts die Band unter wahnsinnigem Applaus verabschiedet wurde, kam Snger Helge auf die Bhne zurck um noch schnell ein Bild von der Menge zu machen, was er mit den Worten: "Das glaubt mir zu Hause keiner" kommentierte. Dabei hatte er ein Strahlen im Gesicht wie ein Zweijhriger, der einen Bobbycar unter dem Weihnachtsbaum findet. Abschlieend bleibt zu sagen, dass diese Band mit Abstand den Sympathiepreis gewonnen hat, aber auch musikalisch eine Menge zu bieten hat. Von EQUILIBRIUM werden wir mit Sicherheit noch eine Menge hren, aber schon jetzt ist ihnen wohl ein Platz in Walhalla sicher! (J.G.)

PRIMORDIAL
Zum krnenden Abschluss der diesjhrigen Schlammschlacht in WACKEN hatten wir uns den Auftritt der Iren von PRIMORDIAL erwhlt. Bieten deren Lieder doch durch die Verarbeitung von keltischer Musik und keltischen Texten eine interessante Variante des Black-Metal mit jeder Menge Atmosphre. Im gut besuchten Zelt ging es dann nach fleiigem Stimmen der Instrumente dann auch los. Doch schon nach wenigen Sekunden war es mit unserer Vorfreude vorbei. Eine Wand aus zusammengematschten, kaum definierbaren Klngen traf auf uns und sorgte fr fragende Gesichter. Daran konnte auch Snger Alan nichts mehr verbessern, ging sein auergewhnlicher Gesang doch vollkommen in dem Klangwirrwarr unter. Schade, denn von der Atmosphre, von der eine Band wie PRIMORDIAL lebt, konnte so nichts entstehen. Ob der schlechte Sound nun an der Band selbst oder an einer schlechten Abmischung gelegen hat, vermag ich nicht zu sagen, weshalb ich mir irgendwann einen zweiten Auftritt ansehen will. Jedenfalls verlieen wir so schon nach den ersten Liedern missmutig das Zelt und stapften durch die Schlammhlle zu unserer kleinen Camperstadt. (J.G.)

TORFROCK
Der geilste Auftritt, den ich dieses Wacken zu Gesicht und Gehr bekam, war definitiv der krnende Abschluss mit TORFROCK. Diese Band hat nicht nur durch ihre Songs und Synchron-Stimmen bei den Werner-Filmen Kult-Status erlangt, nein, ihre Songs sind durchweg alle einfach nur genial. Obs nun die Wikinger-Lieder sind (Zitat: "Wi saufn den mit bis kaina mea stit" ; bersetzung: "Wir saufen den Met bis keiner mehr steht") oder "Beinhart wie ein Rocker" oder Sonstige. Fr jemanden der als Kind mit Werner Beinhart aufgewachsen ist, ist es einfach nur die Erfllung eines lang gehegten im Unterbewusstsein verstauten Traums. Da ich mit SENTENCED eh nicht so viel anfangen konnte gesellte ich mich zu den Leuten vor der Party-Stage, die in Zusammenarbeit mit den auf der Bhne stehenden Hamburgern erneut bewiesen, dass die Party Stage ihren Namen zu Recht verdient. Die Band hatte nicht nur musikalisch was drauf, sondern wusste auch ohne groartig viel Geschwurbels das Publikum zu begeistern und zum mitgehen zu animieren. Ich sag nur: Dange! Bidde!
Bemerkenswert war auch die Instrumentierung. Der Snger konnte nmlich durchweg mit allen mglichen Blockflten-Arten umgehn, inklusive der Bass-Blockflte und das sah doch schon sehr beeindruckend aus. Es war einfach herrlich und ich kann jedem diese Gruppe nur wrmstens empfehlen und ans Herz legen. So alt die Band auch schon sein mag, sie habens immer noch drauf und es lohnt sich definitiv bei einem Live-Konzert vorbeizuschauen. Party pur ist dabei mit Sicherheit angesagt. Zu schade nur, dass man sie selten unterhalb der Grenzen NRWs antrifft. (M.M.)

Also alles in allem ein zwar sehr verregnetes und schlammiges, dafr aber wirklich schnes Wacken. Die Stimmung war nicht nur auf dem Zeltplatz gut, sondern trotz dem Wetter auch vor den Bhnen, was unter normalen Umstnden ein wahres Wunder darstellen drfte. Ich freu mich schon auf nchstes Jahr, denn die Bands, die bis dato feststehen versprechen schon Einiges.
Danke an die Orga, die uns Metalheads so was ermglicht. Auch wenn es von vielen als Kommerz-Festival verschrien ist, ich finds immer wieder schn bei euch.
Also, Rest in Peace Wacken - bis zu deiner Wiedergeburt im nchsten Jahr! (M.M.)

Poser

Nachsatz:

Man mag sich - mit Recht - beschweren, warum das WACKEN-Review auf unserem Server erst so lange Zeit nach dem Festival Einzug hlt. Dazu eine kurze Erluterung:

Dieses doch recht reichhaltige Angebot an Informationen ist, wie bereits im Vorfeld erwhnt, in einer Gemeinschaftsarbeit entstanden, zu der jeder seinen Teil beigesteuert hat. Da aber "Zeit" einen kostbaren und nicht zu bezahlenden Faktor im tglichen Leben eines jeden von uns darstellt, gerade wenn noch zwei Wochen Urlaub fernab jeglicher Zivilisation und nachhaltige Umbaumanahmen in Form einer Wohnungsrenovierung parallel auftreten, so muss die Prioritt zu Lasten der Fertigstellung des Berichtes ausfallen. In dem hier vorliegenden Falle ist eben dies geschehen. Zustzlich kam noch der tragischer Verlust eines Computermonitors, der partout nicht unter den Lebenden bleiben wollte, hinzu und ich war somit dazu veranlasst, diese hier zu lesende "ganze Wahrheit" nochmals zu manifestieren. Ich bitte um Beachtung und verlange kein Mitleid... jedoch ein kleines bisschen Verstndnis! (R.H.)

Es schrieben sich die Finger wund:

  • Petra Bast *)
  • Angelique Engel *)
  • Jan Geisinger *)
  • Rafael Hofmann
  • Markus Mwis
*) Ein mchtiges Dankeschn von der Redaktion an die drei Gastschreiberlinge!!

Fotos: Rafael Hofmann & www.metaltix.com



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