Navigation
                
14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SWORDBROTHERS II FESTIVAL
Ort Andernach, JuZ
Datum 17.09.2005
Autor Thorsten Dietrich & Snke Hansen
>> Als E-Mail versenden
Banner

Die Vgel zwitscherten es von den Dchern, die Begierigen leckten sich die Hnde, die ganz Harten trainierten ihre Nackenmuskulatur schon Wochen zuvor, und jeder, der es wirklich "true" braucht und aus der Region kommt, wusste es und fieberte diesem Tag entgegen. Das von uns wieder prsentierte SWORDBROTHERS FESTIVAL ffnete bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr die Pforten zur Hlle, oder sagen wir zum Jungendzentrum Andernach, welches an diesem Abend als solche fungieren sollte. Zwar begann der Spa bereits um 13 Uhr Mittags (streng genommen ist das ja aber eigentlich noch frh morgens), dennoch trafen sich bereits mehr als ein paar Langhaarige vor der Bhne, um sich die erste Portion Metal an diesem Tag zu genehmigen. Andere mussten erst wach werden und gingen ihrem Sammlertrieb im gut sortierten, wenn auch zum Vorjahr etwas kleineren Metalmarkt nach, schlrften ein paar khle Blonde und schwafelten mit Anderen der Zunft bers metallische Geschehen.

Den Anfang um diese Zeit machten BOOMERANG. Den schweren Job, auf einem Festival als Erstes raus auf die Bretter zu mssen, meisterten sie mit Bravour. Die Jungs wussten mit druckvollem und eingngigem Songmaterial sowie einer guten Liveprsenz zu berzeugen, wobei sich Snger und Frontmann Axel Johann als sympathischer Kerl entpuppte, der richtig gut singt und gerne ein paar Spchen macht. Der neue Bassist Daniel Schfer, erst Mitte 2005 zu der Truppe gestoen, hat sich wunderbar in die Band eingefgt und spielt, als gehre er seit Jahren dazu. Kurzum: verdammt geiler Auftakt!

Setlist BOOMERANG:

  1. Intro
  2. TCO
  3. Keepers
  4. Balance Of Hate
  5. Undiscovered Country
  6. Weaveworld
  7. Of Blood And Honour
  8. Mourning Sun
  9. Praise The Loud

Umbaupause, ein Bierchen, ein Schlenker ber den Metalmarkt und schon ging's weiter mit BLACK DESTINY. Diese lieferten einen wirklich sahnigen Auftritt. Snger Michael Seifert (auch bei REBELLION) macht seinen Job fantastisch, singt sich mit seiner markanten, kraftvollen Stimme durch die Songs, ohne auch nur ein Tnchen daneben zu liegen, und das in den hchsten Lagen. Die Gitarrenfraktion schmettert ein hammermiges, melodisches Riff nach dem nchsten ins Publikum. Das Ganze ist exakt auf den Punkt gespielt und Livetier Seifert lsst es sich nicht nehmen, auch mal von der Bhne runter vor das Publikum zu steigen, um diesem mitzuteilen, es solle mal ein wenig aufrcken. Das wird natrlich bereitwillig von der Gemeinde aufgenommen und sie rcken voran, wo sie nochmals vom Snger angeheizt werden. Mehr kann man nicht geben, um seine Meute in den Griff zu kriegen und es ist auch durchaus gelungen. Einziger kleiner Meckerpunkt hier wre vielleicht die leider vllig fehlende Bhnenaktion von Leadgitarrist Tim Funke; aber wer so sauber und genial spielt, darf sich auch ruhig weniger bewegen. Warum hab ich eigentlich nichts von dieser geilen Band? Direkt erst mal die CD besorgt, noch ein Bierchen zwischendurch und dann kamen auch schon die nchsten auf die Bhne.

Setlist BLACK DESTINY:

  1. Black Destiny
  2. Carpe Noctem
  3. Who I Am
  4. Crimson Element
  5. Carnival Of Fate
  6. Somewhere Darkness
  7. Call Destiny
  8. Renegade
  9. Colour Red

LONEWOLF konnten dann allerdings die vorgelegte hohe Messlatte nicht halten. Die Gitarren klangen etwas dnn, und fter beschrnkten sie sich auf einzelne, durchgezogene Akkorde, whrend die meiste Melodiearbeit vom Gesang ausging. Das mag der Stil der Band sein, nicht jeder fhrt so wie ich auf melodisches, hartes Geriffe ab, aber leider konnte der (ebenfalls Gitarre spielende) deutsche Snger Jens Borner die ihm gestellte Aufgabe nicht wirklich berzeugend erfllen. Dafr sprach er logischerweise Deutsch in den netten Ansagen! Zwar waren die guten Anstze nicht zu berhren, vor allem was Spielfreude und Songkomposition angeht, doch letztlich pltscherte die Musik der Franzosen zu hufig einfach nur vor sich hin. Das sollte bei metallischer Musik, deren tragendes Element der epische, heroische Gesang sein soll (so das Bild, das sich mir vermittelte) eigentlich nicht passieren. Trotzdem hatten die durchaus sympathischen Jungs ihren Spa, und das Publikum wusste das sichtlich zu schtzen.

Setlist LONEWOLF:

  1. Lonewolf
  2. Hellenic
  3. Buried
  4. Divine
  5. S.P.Q.R.
  6. Phantomride
  7. Pagan
  8. Holy Evil

Als nchstes traten AIRGED LAMH auf den Plan. Auch diese kamen leider nicht an das Potential ihrer Vorgnger ran. Die aus Griechenland angereisten Musiker wiesen zwar wieder eine fette, melodiebetonte Gitarrenwand auf, aber dennoch wollte der Funke nicht wirklich auf mich berspringen. Manche Lieder wollten einfach nicht greifen, hier und dort ein paar Lngen, aber ansonsten dennoch eine gute Vorstellung und eine gelungene Prsenz, an der man durchaus erkennen konnte, dass die Jungs ebenfalls ihren Spa hatten. Das ist auch die Hauptsache an solch einem Abend, und das Publikum machte es den Griechen nach und feierte krftig.

Setlist AIRGED LAMH:

  1. Fate of the King
  2. The Vision revealed
  3. Dissention Seeds
  4. Painless Vengeance
  5. Heart of my Kingdom
  6. Guardian of the ancient Deeds
  7. Armies assemble
  8. Warp Spasm
  9. The silver Arm
  10. One-Eyed God
  11. Endomain

Flyer

Wieder Pause zum Umbau, ein weiteres Bierchen und weiter ging's mit den Griechen BATTLEROAR. Man muss diesen Jungs zu Gute halten, dass sie mit Marco Concoreggi einen wirklich begnadeten Snger aufweisen knnen, der zielsicher die hymnenhaftesten Gesangslinien in die Massen schmeit. Dennoch fand ich die Vorstellung ein wenig zu schwach. In erster Linie stimmte das Zusammenspiel der ebenfalls aus Griechenland stammenden Metallern ber weite Strecken nicht, oftmals spielten die einzelnen Musizierenden aneinander vorbei. Weiterhin, und das muss ich jetzt einfach mal so sagen: Wenn man keine Solos spielen kann, dann sollte man es wirklich, wirklich sein lassen! Aus technischer Sicht also wirklich keine Glanzleistung. Aber dennoch fand sich eine eingeschworene, Haare schttelnde Anhngerschaft vor der Bhne ein, um ber solche Kleinigkeiten hinweg zu sehen und ihre Helden gebhrend fr ihre Mhen zu belohnen.

Setlist BATTLEROAR:

  1. Intro - Roman March
  2. Victorious Path
  3. Morituri Te Salutant
  4. Vampire Killer
  5. Mourning Sword
  6. Siegecraft
  7. Egyptian Doom
  8. Sword Of Doom
  9. Intro + Swordbrothers
  10. Battleroar

Unntig zu erwhnen, dass eine Umbau- und Bierholpause folgte (Es schmeckte auch einfach zu lecker).
Anstelle von GODIVA, die leider absagten, kam nun RAISING FEAR aus Italien, um der Meute ihre Mucke um die Ohren zu schleudern. Die Optik stimmte auf jeden Fall, ein schickes Banner hinterm Schlagzeugpodest, zwei Kerzenstnder sumten die Bhne und das Logo der Jungs erinnert stark an RHAPSODY. Die Musiker sind auf jeden Fall Knner ihres Handwerks, erlaubten sich keine Spielfehler, selbst in den vertracktesten Parts, und schttelten ein paar schne, melodische Sachen aus den rmeln. Einzig der Gesang lie ein wenig zu wnschen brig, kam aber dennoch gengend kraftvoll rber. Nur die Songs an sich machten einen etwas sperrigen Eindruck und machte es jenen, die nie zuvor etwas von RAISING FEAR gehrt hatten, sehr schwierig, sich zu orientieren und zurecht zufinden. Grtenteils erstreckten sich die Lieder unntig in die Lnge und so ging der Wiedererkennungswert vieler Stcke leider flten. Aber egal, irgendwas gibt es ja immer zu meckern. Im Groen und Ganzen lieferte die Kapelle dennoch einen gelungen Auftritt ab und taten der Stimmung an diesem Abend keinen Abbruch, sondern heizten sie eher weiter an fr die Dinge, die da noch folgen sollten. (Snke Hansen)

Setlist RAISING FEAR:

  1. Intro
  2. Gilga*
  3. The Seus*
  4. Amon Ra
  5. Fenrir
  6. Merlin
  7. Charon
  8. Thor
  9. Montezuma
  10. Ocasta
  11. Angel Witch
*) ohne Gewhr, dass ich's richtig entziffert hab

Als die Lokalmatadore aus Koblenz, METAL INQUISITOR die Bhne betraten, war klar wer bis jetzt der Abrumer des Abends sein wrde und es wie sich spter heraus stellte auch blieb. Die fnf 80er Metalfans rockten einen geilen Set runter, der sich kaum in Worte fassen lsst! Frontmann Robert "El Rojo Zerwas" hatte das Publikum direkt im Griff und punktete mit lockeren Sprchen und ungeknstelten Ansagen, dass man denken knnte wenn er kein Snger wre, wrde er auch als Stand Up Comedian punkten knnen. Auch er fand die 80er Jahren Pilotenbrille von Leadgitarrist Jochen "Blumi" Blumenthal albern und machte da direkt mal seine Sprche drber. Aber Blumi war nicht der einzige mit ner Brille auf der Bhne wie sich spter heraus stellen sollte. Da die Band die Songs vom Hammerdebtalbum "The Apparation" schon ewig spielen (laut eigener Aussage) war man froh den Fans einige Songs des im November erscheinenden Zweitwerks "Doomsday For The Heretic" zu prsentieren. Diese frischen und guten Songs wurden vom Publikum wie die alten Hits abgefeiert und machen hungrig auf die Platte. Das Star Trek Lied "Resistance Is Futile" und "Beware" von der 7" LP und die PRIEST-Covernummer "Invader" waren dann etwas unregulre Nummern, wovon die letzte auf der zweiten Scheibe stehen wird. Gute Idee mal nen unbekannten Priester Song zu nehmen! Nach diesem schweitreibenden Gig war klar: METAL INQUISITOR waren schon jetzt der Sieger des Abends! Ruhe, da gibt es keine Diskussionen.

Setlist METAL INQUISITOR:

  1. Resistance Is Futile
  2. Restricted Agony
  3. Daze Of Avalon
  4. Doomsday
  5. Zombie Driver
  6. Midnight Rider
  7. M4-A1
  8. Legion Of Grey
  9. Watch The Phoenix Die
  10. Take Revenge
  11. Thane Of Cowdor
  12. Beware
  13. Run For Your Life
  14. Invader

Die Schweden von SABATON kamen irgendwann am frhen Abend mit ihrem Van aus der Tschechei und waren 10 Stunden unterwegs! Arme Schweine in der Enge und das bei sechs Musikern. Auf der Bhne bot man bei lichterem Publikum Power Metal mit Keyboards und hatte leider einige Soundprobleme, weshalb die Songs des Kriegkonzeptalbums "Primo Victoria" nicht so gut klangen wie auf dem Debt. Die teils recht kleinen Musiker mhten sich redlich, aber da konnten sie nix machen. Ich habe auch erkannt, dass nicht alle Schweden so Bume wie Johann Hegg von AMON AMARTH sind, hahaha. Dafr sah Snger Joakim Broden mit Fransenlederjacke, Sonnenbrille und lustiger Pseudo-Iro-irgendwas-mit-Locken Frisur wie Halford fr Arme mit Karnevalspercke aus. Ansonsten tat mir seine tiefere Stimme an diesem Abend mal richtig gut, da diese aus dem Gros der Bands rausragte. Die Schweden waren so begeistert von dem Gig, dass sie dem Veranstalter Volker einen Kurzschwert fr die Wandmontage mit allen Unterschriften schenkten. Coole Aktion und gute Band die man im Auge behalten sollte!

Setlist SABATON:

  1. Wolfpack
  2. Into the Fire
  3. Primo Victoria
  4. Hellrider
  5. Stalingrad
  6. Thunderstorm
  7. Purple Heart
  8. Metal Machine
  9. Masters of the World
  10. Panzer Batallion

Flyer

Die wrdigen Headliner WIZARD hatten mit dem langen Tag und den vielen Bands zu kmpfen, da dies einfach Zuschauer kostete und vielleicht noch 120 Leute zu spter Stunde ausharrten, um die "Defenders Of Metal" zu huldigen. Die lieen sich auch nicht lumpen und waren im Gegensatz zum letzten Gig im Juz gut eingespielt und hatten mit dem neuerdings(?) etwas runderen Frontmann Sven D'Anna einen 1A Animateuer, der die mden Banger wieder aus der Reserve locken konnte und dessen loses Mundwerk fr einige Schmunzler sorgte. Mit einer coolen Setlist, die auch alte Gassenhauer nicht verga, ordentlichen Backingvocals von Bassist Volker und dem neuen Gitarristen Sandro konnte eine tolle Metalparty durchgezogen werden. Da wurde Feuer gespuckt und am Ende bei der Hymne "Defenders Of Metal" das Publikum auf die Bhne geholt. Zwischendurch musste man sogar noch enthusiastische mnnliche und weibliche Fans von der Bhne holen und WIZARD bewiesen, dass sie auch ein mdes Publikum zum Bleiben und Spa haben bringen knnen!

Setlist WIZARD:

  1. Intro
  2. Fire & Blood
  3. Iron War
  4. Uruk Hai
  5. Circle Of Steel
  6. Dragon Lords
  7. Call Of The Wild
  8. Enemy Die
  9. Gitarrensolo
  10. Metal
  11. Hall Of Odin
  12. Intro
  13. Hammer,Box, Axe...
  14. Defenders Of Metal

Fazit: Geiles, friedliches Underground Metal Festival mit netten Leuten und guter Stimmung. Am 04.03. 2005 geht es weiter! (Thor)

Fotos: Thorsten Dietrich & Roland Wohde



Zur Galerie >>
<< vorheriges Review
MYREVELATIONS METAL MELTDOWN - Treis-Karden, Hauptmannshtte
nchstes Review >>
HOLE FULL OF LOVE - Koblenz, Cafe Hahn


Zufällige Reviews