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17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing PAIN OF SALVATION, DARK SUNS
Ort Aschaffenburg, Colos-Saal
Datum 08.09.2005
Autor Marek Schoppa
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Nach ihrem letzten Gig in Essen war ich schon ein wenig enttuscht. Nicht, dass mich die Darbietung der Schweden nicht berzeugt htte. Ganz im Gegenteil! Vielmehr fand ich es drftig, lediglich einen einzigen Gig der BE-Tour in Deutschland zu spielen. Umso grer ward die Freude zu erfahren, dass sich die Jungs unter dem Banner "SIX WORLDS TOUR 2005: II" erneut die Ehre geben und ihren Fans einen unvergesslichen Abend liefern werden.

Dark Suns

Leider wurde meine anfngliche Euphorie umgehend gedmpft, denn als Support Act standen, wie auch beim ersten Teil der Tour, die Leipziger DARK SUNS auf dem Billing. Da ihr Auftritt bereits in Essen eher langweilte als anregte, htte ich mir im Vorfeld natrlich eine andere, ansprechendere Band gewnscht, doch in Aschaffenburg hinterlieen die Deutschen einen weitaus positiveren Eindruck. Ihre musikalische Mischung aus OPETH und PORCUPINE TREE wurde wesentlich wrmer vom Publikum aufgenommen, was die Band natrlich anspornte mehr aus sich heraus zu gehen und ihre Spielfreude auf die Anwesenden zu bertragen. Songs wie "Her And The Element" oder "Patterns of Oblivion" wurden derart frenetisch abgefeiert (soweit es diese Musikrichtung berhaupt zulsst), dass sich der Schlagzeuger/Snger dazu verleiten lie jenes Konzert als "die beste Show der Tour" zu betiteln. Eine Steigerung zum Essener Gig war es auf jeden Fall. Besserer Sound, angenehme Resonanz und eine entspannte Atmosphre lieen DARK SUNS als akzeptablen Opener durchgehen. Mir persnlich fehlt zwar ein wenig die Dynamik und Performance auf der Bhne, doch wird sich das nicht ndern lassen solange der Frontmann singender Weise hinter den Kesseln verbleibt. Nett war es trotzdem.

Pain Of Salvation

Nach einer relativ kurzen Umbaupause ging es dann in die Vollen und PAIN OF SALVATION um den beraus charismatischen Mastermind Daniel Gildenlw stimmte mit "Used" den Auftakt eines wunderbaren Konzerts an. Es ist mir wirklich ein Rtsel, warum die Jungs so selten in deutschen Landen unterwegs sind, denn es hatte sich eine beachtliche Fangemeinde im Colos-Saal angesammelt und bejubelte die Schweden bei jedem Song, als ob es kein Morgen gbe. Wie der Name der Tour schon sagt, wurde eine ansehnliche Setlist aus allen sechs Alben, oder vielmehr sechs Jahren - die Akustikplatte 12:5 wrde ich jetzt nicht als vollwertiges Album zhlen - zusammengestellt und lie (fast) keine Wnsche offen. So lie man Gassenhauer der Prog-Welt los, wie "People Passing By" und "Nightmist" vom Debt "Entropia", das obligatorische "Ashes", "Inside/Inside Out" oder Gnsehautgarant "Second Love". Zu keiner Sekunde wurde es langweilig, da einerseits die Songauswahl stimmte und auf der anderen Seite das Auftreten und die Performance der Band alle Blicke gen Bhne zwang (als Ausnahme seinen hier die Headbanger genannt, die ihre Blicke kurzzeitig Richtung Boden neigen mussten). Die Jungs sprhten regelrecht vor Energie und Freude und machten wieder einmal deutlich, dass auch progressive Musik extrem ansprechend und vor Allem emotional sein kann, nicht nur technisch und kalt. Bei kleineren Verspielern oder Textaussetzern wurde auch mal krftig gelacht und kein Hehl aus dem musikalischen fuck-up, wie es Daniel passender Weise bezeichnete, gemacht. Das finde ich wirklich klasse: Die Jungs zeigen, dass sie zwar etwas ganz besonderes auf die Beine stellen, doch bleiben sie immer noch Mensch genug, um es glaubhaft rberzubringen. Nicht wie manch andere Bands, die nach ein paar verkauften Platten auf abgebrhte und unnahbare Profis machen.

Pain Of Salvation

Fr das Auge wurde zudem neben den Beamerprojektionen noch ein kleines zustzliches Schmankerl geboten, als sich whrend "Dea Pecuniae" neben Daniel alias Mr. Money noch die recht ansehnliche Merchandise-Verkuferin auf die Bhne begab um das theatralische Moment jener Szene umzusetzen. Es handelte sich brigens um die gleiche junge Dame, die auch auf der DVD bei ganz bestimmten Szenen zu sehen ist. Insider werden wissen wen ich meine. Ich sage da nur: "...you give me a good hand, while I'm watching the road...". Man htte vielleicht etwas mehr daraus machen knnen, denn das Mdel schien stellenweise etwas verschchtert, aber eine gute Idee war es auf jeden Fall.

Viel bleibt mir im Grunde nicht mehr zu sagen. Es war ein erstklassiger Gig mit tollem Sound und super Performance, so dass die zwei Stunden Spielzeit viel zu schnell vorber waren und meine Gier nach dieser auergewhnlichen Combo nur minimal schmlern konnte.
Ach ja, bevor ich es vergesse: das einzige, was meine Freude in Grenzen hielt waren die Merch-Preise! 25 € fr ein T-Shirt? Was ist das denn? Und komme mir keiner mit: "Ja, die Produktionskosten sind nunmal so hoch." Nix da. Kein normales, bedrucktes Band-Shirt kostet soviel Knete in der Herstellung; es sei denn, man verarbeitet Goldfden. Lieber htte ich hier auch Positives bereichtet, aber dieser Preistrend ist wirklich zum Haare raufen.
Naja, dann halt keine textilen Andenken. Die kognitiven Impressionen mssen reichen. Und die bleiben, kostenfrei!

Setlist PAIN OF SALVATION:

  1. Used
  2. Diffidentia
  3. Winning a War
  4. Inside
  5. Second Love
  6. Inside Out
  7. "habe ich leider vergessen"
  8. Ashes
  9. Of Two Beginnings
  10. Ending Theme
  11. Undertow
  12. Dea Pecuniae
  13. Martius

Encores:

  • People Passing By
  • Oblivion Oceans
  • Nightmist

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