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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing UP FROM THE GROUND 2005
Ort Gemnden am Main
Datum 26.-27.08.2005
Autor Philipp Nrtersheuser
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Up From The Ground

Unter dem Motto "Value For Money" wurde das UP FROM THE GROUND dieses Jahr berall beworben, und damit hatte der Veranstalter wahrlich recht. 25 Bands, darunter einige wirklich hochkartige Namen, fr ein bisschen mehr als 30 € und auch ansonsten faire Preise. Dazu ein gemtliches Gelnde mit direkt angrenzenden Zeltplatz. Metallerherz was willst du mehr?

Freitag

Mit ein paar Minuten Versptung erffnete die lokale Band SELAIAH das Festival. Laut Info spielt die Band Dark Thrash Metal, ich htte es eher in die Melodic Death Schiene gepackt. Man merkte der Band an, dass alle noch recht jung und unerfahren sind. Viele gute Ideen und motivierte Musiker, aber einige Unausgereiftheiten. Wie zum Beispiel der cleane Gesang, der im Gegensatz zu den Grunts etwas merkwrdig klang. Aber auf alle Flle ein netter Opener.

Die zweite Formation waren ANTICHRIST. Geboten wurde flotter Black Metal mit Stilelementen anderer Richtungen. Hat Spa gemacht zuzuhren, allerdings sollte die Band noch an ihrem Zusammenspiel arbeiten, da dieses fters recht unsauber war. Ebenso klangen die Vocals in manchen Passagen sehr billig.

Mit FEARER betrat eine Death-Metal-Combo in bester US-Manier die Bhne. Schnelles und aggressives Geknppel mit fettem Sound, der allerdings etwas matschig war. Die Band war sehr aktiv und die meiste Zeit am Bangen, und auch im Publikum kam so langsam mehr Stimmung auf. Einzige Kritik war das Drumming, welches anfangs nicht sehr genau war, sich aber im Laufe des Gigs besserte.

Danach gab es Old School Thrash; und zwar sehr Old School. DELIRIUM TREMENS enterten die Bhne. Da gab es weder auf noch vor der Bhne ein Halten und es wurde gemosht, was das Zeug hielt. Die Band lieferte einen wirklich gelungenen Gig ohne Patzer ab, wobei der Gesang doch sehr gewhnungsbedrftig war.

Mit DARK FORTRESS wurde es wieder etwas dsterer. Black Metal, atmosphrisch und melodisch, der mich fters an alte BORGIR-Scheiben erinnnerte. Gefiel mir gerade von der Musik her sehr gut und auch die Performance auf der Bhne stimmte. Das Publikum wuchs auch immer mehr, so dass sich wirklich niemand beklagen konnte.

Es gab nun nochmals Old School, dieses mal allerdings Death Metal von MY DARKEST HATE. Super Sound und ein sehr tightes Zusammenspiel zeichneten diese Truppe aus. Auch im Publikum war richtig was los. Allerdings muss ich sagen, dass die Musik auf Dauer recht innovationslos war. Klang alles zu hnlich und gegen Ende des Gigs fehlte die Abwechslung.

END OF GREEN hatten mir schon auf dem Summer Breeze nicht gefallen, weshalb ich die Zeit zur Pause nutzte. Was ich von anderen gehrt habe war, dass die Band einen sehr guten Gig spielte und auch vom Publikum gut gefeiert wurde.

Bei THE DUSKFALL aus Schweden gab es wieder Melodic Death, allerdings mit einer gehrigen Portion Thrash. Der Sound war sehr fett und auch die Songauswahl absolut gelungen; hier kam keine Langweile auf. Ein groes Lob auch an Snger Kai, der richtig was herber brachte und die Stimmung anheizte. Dazu kam eine enorm fitte Band, die fr einen super Gig sorgte.

Mit PRIMORDIAL war eine der interessantesten Bands des Festivals auf der Bhne zu finden. Meist langsamer, getragener Black Metal mit vielen folkloristischen Melodien. Eigentlich gut anzuhren, wenn die Lieder nur etwas mehr Abwechslung geboten htten. Snger A.A. Nemtheanga gefiel mir sehr gut. Redete stndig von "Musik vom Herzen" und brachte seine Texte auch so rber. Man merkte wirklich, dass er diese lebte. Auf dem Platz war mittlerweile viel Publikum aufgelaufen und die Stimmung super.

Nach der eher ruhigen schnen Musik von PRIMORDIAL boten BELPHEGOR das passende Kontrastprogramm. Knppel-Death, hauptschlich schnell und noch schneller. Das Drumming war schon enorm anzusehen, whrend die Musik ziemlich konturlos aus den Boxen drhnte. Nur ab und an wurde mal etwas Melodie geboten, bevor es wieder mit Uptempo-Gebolze weiterging. Den zahlreichen Fans gefiel es, mir hat es nicht so zugesagt.

Nun war Moshpit-Stimmung mit EKTOMORF aus Ungarn angesagt. Eigentlich kann ich sagen: siehe Summer-Breeze-Bericht. Super Stimmung, eine Band, die auf der Bhne sehr aktiv ist und dazu ein Mrder-Sound vor der Bhne. Die Ansagen von Shouter Zoltan nervten gegen Ende allerdings, ansonsten war es wieder ein gelungener Gig.

Die vorletzte Band des ersten Abends waren dann ENSIFERUM. Happy Death Metal mit Folk-Passagen, quasi wie FINNTROLL nur ohne Humpa. Vor der Bhne war es eine riesen Party, und auch auf der Bhne herrschte gute Stimmung. Frontmann Petri gefiel mir in dieser Rolle sehr viel besser als noch eine Woche zuvor bei NORTHER. Die Texte wurden gut mitgegrhlt, wobei der cleane Gesang von Gitarrist Markus etwas schrg klang, vielleicht htte da jemand aus dem Publikum aushelfen sollen. Ansonsten passte hier alles zusammen, sodass der Gig viel zu schnell vorbei war und sich alle auf den Headliner vorbereiteten.

Nach gut zwanzig Minuten Versptung legten NAPALM DEATH dann endlich los. Ich sag es mal so: Es gibt Musik, die ich nicht verstehe, und das was NAPALM DEATH hier ablieferten gehrt definitv dazu. Der Sound war grausam, die Lieder fand ich nicht viel besser und das Rumgehopse von Snger Mark wirkte ziemlich albern. Das Publikum und die Fans hatten ihre Freude und rockten bis zum Ende des ersten Tages durch.

Samstag

Der zweite Tag des Festivals begann recht flott mit der Death-Thrash-Combo FRAGMENTORY. Die Band gab sich recht aktiv auf der Bhne und man konnte den Musikern den Spa anmerken, die mit einer guten Songauswahl das anwesende Publikum aufwrmten.

Von PATH OF GOLCONDA hatte ich schon viel gehrt, weshalb ich dementsprechend gespannt auf deren Gig war. Stiltechnisch gab es eine sehr abwechslungsreiche Mischung der hrteren Metal-Schienen, die sehr fett gespielt wurde, und glcklicherweise einen guten Sound hatte. Dank des kleinen Fanclubs in der Front war die Stimmung und auch die Publikumsresonanz gut. Auch die Kompositionen der Band gefielen mir, lediglich die Gitarrenleads htten fter Anwendung finden knnen.

DISINFECT hatten es danach etwas schwieriger. Sie trugen ihren ziemlich aggresiven Death Metal vor weniger Publikum vor als PATH OF GOLCONDA. Die Musik war anfangs insbesondere wegen der kranken Vocals interessant; spter wurden die Lieder doch sehr eintnig, was auch an den vielen Blast-Parts lag.

Mit DARK AGE begab sich eine der wohl besten Bands des Festivals auf die Bhne. Melodischer und sehr atmosphrischer Death Metal, der ohne bertriebens Geknppel auskam und insbesondere von den tollen Stimmen lebte. Die Show auf der Bhne war passend und die Songs sehr gut anzuhren. Hier kam wirklich keine Langweile auf. Hoffe mal, dass die Jungs noch fters Live anzutreffen sind; Daumen Hoch!!!

Weiter ging es dann mit den Dnen von HATESPHERE, die das Publikum mal so richtig durchrockten. Super aggresiver Death Thrash mit ein paar Hardcore-Elementen und einem wahnsinnig agilen Snger, der das Publikum den gesamten Gig durch anheizte und absolut im Griff hatte. Die Band lieferte einen absolut genialen Gig ohne irgendwelche Mngel ab. Von Anfang bis Ende eine super Stimmung!

Als nchstes waren dann die Deutschen HEAVEN SHALL BURN an der Reihe. Sie spielten Metalcore, waren anfangs aber etwas unsicher wofr sich der sympathische Shouter Marcus auch kurz entschuldigte, und erklrte, dass dies der erste Gig nach einer lngeren Pause sei. Der Vergleich mit CALIBAN liegt wohl nahe, allerdings ist HEAVEN SHALL BURN noch etwas vom Niveau der "Groen" entfernt. Nichtsdestotrotz spielte das Quintett einen soliden Gig und konnte das Publikum berzeugen, da der Sound vor der Bhne sehr gut war und man sich die Lieder gut anhren konnte.

FLESHCRAWL konnten mich danach nicht wirklich begeistern. Ihr Death Metal wurde mir schon nach kurzer Zeit langweilig, da zum einen die Gitarren nur schwer auszumachen waren und die Stimme oftmals billig klang. Dazu kam, dass die meisten Songs ziemlich hnlich klangen. Fr Fans sicherlich interessant, aber nichts fr mich.

Zugunsten einer Pause verzichtete ich auf den MNEMIC-Gig, htte das aber lieber verschieben sollen, denn ROTTING CHRIST waren nicht gerade berauschend. Das Trio spielt einen eigenstndigen aber auch merkwrdigen Black Metal. Die Songs des heutigen Tages waren fast alles Midtemponummern, die dazu noch sehr eintnig klangen. Ansonsten waren die Musiker viel am Posen, brachten meiner Meinung nach aber nicht viel rber.

Dann wurde es aber wieder besser mit der wohl schnellsten Band des Festivals; MISERY INDEX mit ihrem ultraflotten Death Grind! Es ist schon beeindruckend das Zusammenspiel einer solchen Band zu betrachten. Das Drumming war schlichtweg Wahnsinn! Die Bhnenshow war okay, allerdings htte ich etwas mehr Arbeit mit dem Publikum erwartet, welches mittlerweile schon den Platz fllte. Die Stimmung war dementsprechend sehr gut, sodass es ein rundum gelungener Gig war.

Die Stimmung steigerte sich nochmal ein gutes Stck weiter als UNLEASHED die Bhne betraten und Snger Johnny das Publikum von Lied zu Lied mehr anstachelte und einen Gig zelebrierte, der seinesgleichen sucht. Sowohl auf als auch vor der Bhne herrschte Party pur, und so war es wenig verwunderlich, dass die Fans die Band erst nach einer Zugabe gehen lieen. Viel mehr kann ich hier nicht sagen; einfach alles richtig gemacht!

Gegen Ende des Abends hie es dann erstmal warten auf den Headliner. Nach rund fnfzig Minuten Umbau mit diversen Problemen begannen HYPOCRISY ihr Set mit "Fractured Millenium". Vor der Bhne tobte die Menge, auf der Bhne war es dagegen etwas mau. Zwar spielte das Quartett um Peter Tgtgren einen Hit nach dem anderen aber irgendwie hatte ich die Band schonmal in besserer Verfassung gesehen. Trotz einiger Verspieler kamen die Hits wie "Buried", "The Final Chapter" oder "Roswell 47" gewohnt gut an, sodass am Ende des recht kurzen Sets noch Zeit fr Zugaben, unter anderem "Eraser" blieb, bevor die Band unter groem Jubel des Publikums die Bhne verlie und das 5. UP FROM THE GROUND beendete.

Wieder mal kann ich dem UP FROM THE GROUND-Team fr ein tolles Festival und eine super Organisation nur danken, wie es auch schon einige Bands whren ihrer Gigs taten. Groe Probleme oder Auseinandersetzungen gab es keine. Das Bonprinzip und die damit verbundene Nahrungsversorgung liefen wieder super, und der Merchandise-Bereich bot genug Abwechslung, um sich mal von der Musik zu erholen. Dazu kommt die schne, nahezu familire Stimmung eines kleinen Festivals! Einziger Kritikpunkt waren die fehlenden Dixis. Hiervon bitte mehr nchstes Mal, aber ansonsten blo nichts ndern! Ich fr meinen Teil bin gespannt auf das nchste Jahr, wenn es wieder heit: "Metal Franken Strikes Back"



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